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Schildkröte Krankheiten: Die häufigsten Erkrankungen und was du tun kannst

Schildkröte Krankheiten: Die häufigsten Erkrankungen und was du tun kannst

Schildkröten sind Meister darin, Krankheitssymptome zu verbergen. Als wechselwarme Tiere zeigen sie Schmerzen und Unwohlsein oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Deshalb ist es besonders wichtig, dass du dein Tier täglich beobachtest und Veränderungen im Verhalten frühzeitig bemerkst.

Die häufigsten Erkrankungen bei Landschildkröten entstehen durch Haltungsfehler. Falsche Ernährung, fehlende UVB-Beleuchtung, zu hohe Luftfeuchtigkeit oder eine ausgelassene Winterruhe schwächen das Immunsystem. Die gute Nachricht: Viele dieser Probleme sind vermeidbar, wenn du die Grundlagen der artgerechten Haltung beachtest.

In diesem Ratgeber erfährst du alles über die wichtigsten Krankheiten bei Landschildkröten. Von Atemwegsinfektionen über Panzerprobleme bis hin zu Parasiten. Für jede Erkrankung zeigen wir dir die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten.

Schildkröte bei tierärztlicher Untersuchung

Was ist Rhinitis bei Schildkröten?

Rhinitis (Nasenentzündung) gehört zu den häufigsten Erkrankungen bei Landschildkröten. Das auffälligste Symptom ist schleimiger oder blasiger Ausfluss aus der Nase. Betroffene Tiere atmen oft mit offenem Maul und zeigen pfeifende Atemgeräusche. Im fortgeschrittenen Stadium verweigern sie das Futter.

Die Ursachen sind vielfältig. Bakterielle Infektionen entstehen häufig durch zu niedrige Temperaturen oder ein zu feuchtes Terrarium. Zugluft ist ein weiterer Auslöser. Besonders gefährlich ist die Herpesvirus-Infektion (HVRS – Herpesviral Rhinitis Stomatitis). Dieses Virus ist hochansteckend und kann in einem Bestand verheerende Folgen haben.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei bakteriellen Infektionen verschreibt der Reptilienarzt Antibiotika. Eine Tupferprobe aus der Nase zeigt, welches Bakterium verantwortlich ist. So kann das passende Antibiotikum gezielt eingesetzt werden. Gleichzeitig solltest du die Haltungsbedingungen überprüfen und optimieren.

Herpesvirus: Quarantäne ist Pflicht
Das Herpesvirus bei Schildkröten ist lebensgefährlich und hochansteckend. Neue Tiere müssen mindestens 3 Monate in Quarantäne, bevor du sie mit bestehenden Tieren zusammenführst. Ein PCR-Test gibt Sicherheit.

Was ist Metabolic Bone Disease bei Schildkröten?

Metabolic Bone Disease (MBD), auch als Rachitis (Knochenerweichung) bekannt, entsteht durch einen Mangel an Kalzium und Vitamin D3. Ohne ausreichend UVB-Strahlung kann die Schildkröte kein Vitamin D3 bilden. Ohne Vitamin D3 wird Kalzium nicht aus dem Darm aufgenommen. Die Knochen und der Panzer werden weich.

Bei Jungtieren zeigt sich MBD häufig als Pyramiding. Dabei wachsen die Hornschilde (Scutes) des Panzers kegelförmig nach oben. Das sieht aus wie kleine Pyramiden auf dem Rücken. Pyramiding ist nicht nur ein kosmetisches Problem. Es zeigt eine fundamentale Fehlentwicklung des Panzers an.

Einmal entstandenes Pyramiding ist nicht reversibel. Der Panzer wächst nicht mehr in seine ursprüngliche Form zurück. Durch eine Korrektur der Haltungsbedingungen kann aber weiteres Fortschreiten gestoppt werden. Biete deiner Schildkröte immer Sepiaschale (Tintenfischknochen) als Kalziumquelle an und sorge für ausreichend UVB-Licht.

Bei ausgewachsenen Tieren äußert sich MBD durch einen weichen Panzer, Schwäche der Beine und im schlimmsten Fall durch Knochenbrüche. Die Behandlung besteht aus Kalziuminfusionen und einer Anpassung der Haltung. Bei frühzeitiger Erkennung sind die Aussichten gut.

Schildkrötenpanzer mit Wachstumsproblemen

Welche Parasiten befallen Schildkröten?

Parasiten sind bei Landschildkröten weit verbreitet. Viele Tiere tragen sie in geringer Zahl in sich, ohne Symptome zu zeigen. Regelmäßige Kotuntersuchungen (mindestens zweimal im Jahr) sind deshalb unverzichtbar. Nur so kannst du einen starken Befall frühzeitig erkennen und behandeln.

Oxyuren (Madenwürmer) sind die häufigsten Darmparasiten bei Landschildkröten. In geringer Zahl sind sie harmlos. Bei starkem Befall verursachen sie Durchfall, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit. Die Behandlung erfolgt mit dem Wirkstoff Fenbendazol, den der Tierarzt in der richtigen Dosis verabreicht.

Flagellaten (einzellige Geißeltierchen) leben natürlicherweise im Darm vieler Schildkröten. Bei Stress oder geschwächtem Immunsystem können sie sich stark vermehren und die Darmschleimhaut schädigen. Die Behandlung erfolgt mit Metronidazol. Achte nach der Behandlung auf eine gute Terrarienhygiene.

Zecken können Schildkröten im Außengehege befallen. Du findest sie meist in den Hautfalten an den Beinen oder am Hals. Entferne Zecken vorsichtig mit einer Zeckenzange oder einer spitzen Pinzette. Drehe die Zecke dabei langsam heraus, ohne sie zu quetschen.

Was tun bei Panzerproblemen und Verletzungen?

Der Panzer einer Schildkröte ist ein lebendes Organ, das aus Knochen und Hornschichten besteht. Verletzungen des Panzers sind daher immer ernst zu nehmen. Häufige Ursachen sind Bisse durch Hunde oder Ratten, Unfälle mit Rasenmähern im Garten und Stürze von erhöhten Flächen. Auch Artgenossen können durch Bisse Schäden am Panzer verursachen.

Kleine Kratzer und oberflächliche Beschädigungen heilen oft von selbst. Tiefere Risse oder Brüche müssen vom Tierarzt versorgt werden. Die Wunde wird gereinigt, desinfiziert und gegebenenfalls mit speziellem Epoxidharz stabilisiert. Die vollständige Regeneration kann Monate bis Jahre dauern.

Panzerpilz (Mykose) zeigt sich durch weißliche, krümelige Stellen auf dem Panzer. Er entsteht durch zu feuchte Haltungsbedingungen und mangelnde Sonneneinstrahlung. Die Behandlung erfolgt mit antimykotischen (pilzhemmenden) Mitteln. Gleichzeitig muss die Luftfeuchtigkeit reduziert und die UVB-Bestrahlung verbessert werden.

Was ist Stomatitis bei Schildkröten?

Stomatitis (Maulhöhlenentzündung) ist eine bakterielle Infektion der Maulschleimhaut. Typische Symptome sind käseartige, gelbliche Beläge im Maul, vermehrter Speichelfluss und Futterverweigerung. Die Schleimhäute sind gerötet und geschwollen. Betroffene Tiere reiben sich häufig das Maul an Gegenständen.

Stomatitis entsteht oft als Folge einer geschwächten Immunabwehr. Stress, Unterkühlung oder eine bestehende Herpesvirus-Infektion können die Ursache sein. Auch Verletzungen im Maulbereich durch scharfkantige Futterstücke oder Fremdkörper begünstigen eine Infektion.

Die Behandlung erfordert tierärztliche Hilfe. Der Tierarzt reinigt die Maulhöhle und entfernt die Beläge. Anschließend wird lokal und systemisch mit Antibiotika behandelt. Unbehandelt kann die Infektion tiefer ins Gewebe vordringen und den Kieferknochen angreifen. Das kann zu dauerhaften Schäden führen.

Wie erkennst du Nierenkrankheiten bei Schildkröten?

Nierenerkrankungen gehören zu den häufigen Problemen bei älteren Landschildkröten. Die Ursachen sind chronische Dehydration (Austrocknung), eine eiweißreiche Ernährung (zum Beispiel Obst, Fleisch, Hunde- oder Katzenfutter) und eine fehlende Winterruhe. Auch genetische Faktoren können eine Rolle spielen.

Typische Symptome sind geschwollene Hinterbeine, Lethargie, Appetitlosigkeit und ein allgemeiner Gewichtsverlust. Im fortgeschrittenen Stadium können sich Harnsäurekristalle (Gicht) in den Gelenken ablagern. Das verursacht starke Schmerzen und Bewegungsunlust.

Auch Blasensteine (Urolithen) können sich bei falscher Ernährung bilden und die Nierenfunktion zusätzlich belasten. Die Diagnose erfolgt durch ein Blutbild und eine Ultraschalluntersuchung beim Reptilienarzt. Erhöhte Harnsäurewerte im Blut deuten auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hin. Die Behandlung besteht aus Infusionstherapie, einer Anpassung der Ernährung und regelmäßigen Bädern zur Flüssigkeitsaufnahme. Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz (Nierenversagen) ist die Prognose leider oft schlecht.

Dehydration vorbeugen

Bade deine Schildkröte zwei- bis dreimal pro Woche in lauwarmem Wasser. Viele Schildkröten nehmen den Großteil ihrer Flüssigkeit über die Kloake (Körperöffnung) beim Baden auf. Biete zusätzlich immer eine flache Wasserschale im Gehege an.

Wie kannst du Krankheiten bei deiner Schildkröte vorbeugen?

Die wichtigste Vorbeugung ist eine artgerechte Haltung. Sorge für ausreichend Platz, natürliches Sonnenlicht oder hochwertige UVB-Lampen und die richtige Ernährung mit Wildkräutern. Die jährliche Winterruhe stärkt das Immunsystem und reguliert den Hormonhaushalt.

Lasse neue Tiere immer in Quarantäne und teste sie auf Herpesvirus, bevor du sie mit deinem Bestand zusammenführst. Führe mindestens zweimal im Jahr eine Kotuntersuchung auf Parasiten durch. Der beste Zeitpunkt ist vor und nach der Winterruhe.

Wiege dein Tier regelmäßig und protokolliere das Gewicht. Unerklärlicher Gewichtsverlust ist immer ein Warnsignal. Kontrolliere Panzer, Augen, Nase und Maul bei jeder Handhabung. Je früher du Auffälligkeiten bemerkst, desto besser sind die Behandlungschancen.

ℹ️ Winterruhe und Gesundheitscheck

Lasse deine Schildkröte vor der Winterruhe immer vom Tierarzt untersuchen. Kranke oder untergewichtige Tiere dürfen nicht in die Winterstarre. Sie können im geschwächten Zustand die Ruhephase nicht überleben.

Welche Kosten entstehen bei Schildkröten-Erkrankungen?

Die Kosten für tierärztliche Behandlungen bei Schildkröten variieren je nach Erkrankung und Region. Eine Grunduntersuchung kostet 50 bis 100 Euro. Kotuntersuchungen auf Parasiten liegen bei 25 bis 50 Euro. Diese solltest du als festen Posten einplanen.

Aufwendigere Diagnostik wie ein Herpes-PCR-Test kostet 60 bis 120 Euro. Röntgenaufnahmen (zum Beispiel bei Verdacht auf Nierensteine oder Legenot) schlagen mit 80 bis 180 Euro zu Buche. Eine Antibiotika-Behandlung über mehrere Wochen kostet 60 bis 150 Euro.

💰 Tierarztkosten Schildkröte

Grunduntersuchung: 50–100 Euro
Herpes-PCR-Test: 60–120 Euro
Kotuntersuchung Parasiten: 25–50 Euro
Röntgen: 80–180 Euro
Antibiotika-Kur: 60–150 Euro
Blutbild: 80–150 Euro

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📚 Quellen

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