Erbrechen

Medizinische Prüfung / Online Redaktion

Dr. Volker Moser
Dr. Volker Moser
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Nadja Sukalia
Online Redaktion

Erbrechen bei Hunden kann für Hundebesitzer besorgniserregend sein und wirft viele Fragen auf. Von gelegentlichem Würgen bis hin zu wiederholtem und starkem Erbrechen – es gibt viele Faktoren, die bei der Beurteilung dieses Problems eine Rolle spielen. In diesem Ratgeber lesen Sie, wie Sie Ihrem pelzigen Freund helfen können. Dabei erfahren Sie auch über die Ursachen, Diagnose und Behandlung von Erbrechen bei Hunden und erhalten praktische Tipps zur Prävention und Pflege bieten.

Was ist Erbrechen beim Hund?

Erbrechen ist ein häufig auftretendes Problem bei Hunden und tritt auf, wenn der Mageninhalt gewaltsam aus dem Mund ausgestoßen wird. Das kann von gelegentlichem Würgen bis hin zu wiederholtem und starkem Erbrechen reichen.

Warum erbricht ein Hund?

Hunde erbrechen aus verschiedenen Gründen, und es ist wichtig zu verstehen, warum es passiert.  Ein häufiger Grund für Erbrechen bei Hunden ist der Schutz des Magens. Wenn ein Hund etwas Giftiges oder Verdorbenes frisst, reagiert der Körper, indem er das Eindringen dieser schädlichen Substanzen verhindert. Das Erbrechen ist eine Abwehrreaktion, um den Körper zu reinigen. Hunde neigen dazu, gierig zu sein und zu schnell zu fressen. Das kann zu einer Überdehnung des Magens führen, die Erbrechen auslösen kann. Darüber hinaus können reizende Substanzen wie Gras, Fremdkörper oder unverträgliches Futter den Magen reizen und Erbrechen verursachen. Infektionen des Magen-Darm-Trakts oder ernsthafte Krankheiten wie Pankreatitis oder Leberprobleme können ebenfalls Erbrechen auslösen. Emotionale Belastungen wie Angst oder Aufregung wirken sich meist auch auf den Magen aus. Einige Hunde neigen dazu, während einer Autofahrt oder bei Bewegung Erbrechen zu erleben, was als Reisekrankheit oder Bewegungserkrankung bekannt ist.

Es ist wichtig, die Ursache des Erbrechens zu ermitteln, um die richtige Behandlung und Pflege zu gewährleisten. Wenn Ihr Hund häufig oder anhaltend erbricht oder wenn Sie besorgt über die Gründe für das Erbrechen sind, sollten Sie immer einen Tierarzt konsultieren, um eine genaue Diagnose und geeignete Maßnahmen zu erhalten.

Wie oft sollte ein Hund normalerweise erbrechen?

Ein gesunder Hund sollte normalerweise nicht häufig erbrechen. Gelegentliches Erbrechen, insbesondere nach dem Essen, kann jedoch normal sein. Wenn Ihr Hund nur gelegentlich erbricht und sich danach normal verhält, ist dies normalerweise kein Grund zur Sorge.

Wann wird Erbrechen beim Hund als abnormal angesehen?

Erbrechen wird als abnormal angesehen, wenn es häufiger auftritt, als eine einmalige Angelegenheit, oder wenn es von anderen Symptomen begleitet wird. Wenn Ihr Hund wiederholt erbricht, insbesondere wenn dies über einen Zeitraum von mehreren Stunden oder Tagen geschieht, sollten Sie dies als alarmierend betrachten. Ebenso sollten Sie auf andere Anzeichen wie Appetitlosigkeit, Durchfall, Lethargie oder das Vorhandensein von Blut im Erbrochenen achten.

Worin besteht der Unterschied zwischen akutem und chronischem Erbrechen?

Der Hauptunterschied zwischen akutem und chronischem Erbrechen liegt in der Dauer und Häufigkeit des Auftretens. Akutes Erbrechen tritt plötzlich und unerwartet auf und kann oft auf eine vorübergehende Ursache wie eine Magenverstimmung oder das Essen von verdorbenem Futter zurückgeführt werden. Chronisches Erbrechen hingegen tritt über einen längeren Zeitraum immer wieder auf und kann auf schwerwiegendere gesundheitliche Probleme hinweisen, die einer gründlichen Untersuchung durch einen Tierarzt bedürfen. Wenn Ihr Hund wiederholt innerhalb weniger Stunden erbricht, kann dies auf eine akute Ursache hinweisen, während wiederholtes Erbrechen über Tage oder Wochen auf eine chronische Angelegenheit hindeutet.

Welche Formen des Erbrechens gibt es?

Es gibt verschiedene Formen des Erbrechens beim Hund, die auf unterschiedliche Ursachen hinweisen können.

Typisches Würgen

Das ist das häufigste Erbrechensmuster, bei dem der Hund den Kopf senkt, den Rücken krümmt und sich mit Kraftanstrengung übergeben muss.

Schwallartiges Erbrechen

Hierbei erbricht der Hund in großen Mengen, oft ohne Würgen, und es kann auf eine schwerwiegendere Magenverstimmung oder eine Blockade hinweisen.

Galliges Erbrechen

Galliges Erbrechen tritt auf, wenn der Mageninhalt gelblich oder grünlich ist und aufgrund von Magensäure oder Hunger verursacht sein kann.

Die Art des Erbrochenen kann wichtige Hinweise auf die zugrunde liegenden Ursachen liefern.

Was sind die häufigsten Gründe für Erbrechen beim Hund?

Es gibt mehrere häufige Gründe, warum Hunde erbrechen, darunter:

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Fremdkörperaufnahme, zum Beispiel wenn ein Hund etwas verschluckt, das nicht verdaut werden kann, kann das zu Erbrechen führen
  • Magen-Darm-Infektionen oder Parasitenbefall
  • Stress und Angst

Welche Krankheiten können Erbrechen beim Hund verursachen?

Erbrechen kann auch ein Anzeichen für schwerwiegendere gesundheitliche Probleme sein, darunter:

  • Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) kann Erbrechen und starke Bauchschmerzen verursachen.
  • Leberprobleme können zu einer Ansammlung von Toxinen im Körper führen, die Erbrechen auslösen können.
  • Nierenerkrankungen können die Ausscheidung von Abfallstoffen behindern und Erbrechen verursachen.
  • Bösartige Tumore im Magen-Darm-Trakt können zu Erbrechen führen.
  • Diabetes kann den Blutzuckerspiegel destabilisieren und Erbrechen auslösen.

Es ist wichtig, dass ein Tierarzt die genaue Ursache des Erbrechens feststellt, insbesondere wenn es wiederholt oder chronisch auftritt.

Wie wird Erbrechen beim Hund diagnostiziert?

Die Diagnose von Erbrechen beim Hund erfordert normalerweise eine gründliche Untersuchung durch einen Tierarzt. Dieser wird den Hundebesitzer nach der Vorgeschichte des Erbrechens fragen, einschließlich der Häufigkeit, des Erbrochenen und eventueller begleitender Symptome. Eine körperliche Untersuchung des Hundes kann Hinweise auf die Ursache des Erbrechens geben, wie zum Beispiel Bauchschmerzen oder Anzeichen einer Blockade. Bei Bedarf können Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen, Ultraschall oder Endoskopie eingesetzt werden, um die genaue Ursache des Erbrechens festzustellen.

Wann ist ein Tierarztbesuch erforderlich, wenn der Hund erbricht?

Ein Besuch beim Tierarzt ist in verschiedenen Situationen erforderlich, wenn Ihr Hund erbricht. Beispielsweise ist die Häufigkeit des Erbrechens entscheidend. Gelegentliches Erbrechen nach einer ungewohnten Mahlzeit kann normal sein, aber wenn Ihr Hund mehrmals innerhalb weniger Stunden oder über mehrere Tage erbricht, ist ärztliche Hilfe notwendig.

Begleitende Symptome wie Durchfall, Appetitlosigkeit, Lethargie, übermäßiger Durst, Blut im Erbrochenen oder Stuhl, Bauchschmerzen oder Fieber erhöhen die Dringlichkeit eines Tierarztbesuchs.

Besondere Risikogruppen wie Welpen, ältere Hunde und solche mit Vorerkrankungen sollten besonders aufmerksam überwacht werden, da Erbrechen ein Anzeichen für schwerwiegendere Probleme sein kann.

Wiederholtes Erbrechen, ohne dass sich der Hund danach besser fühlt, weist auf potenziell ernste Ursachen hin, die ärztliche Aufmerksamkeit erfordern.

Dehydration, besonders wenn begleitender Durchfall vorliegt oder Ihr Hund viel Flüssigkeit verliert, ist ein weiterer Grund für einen Tierarztbesuch. Anzeichen von Dehydration sind trockenes Zahnfleisch, eingefallene Augen und eine erhöhte Herzfrequenz.

Im Falle des Verdachts, dass Ihr Hund etwas Fremdes verschluckt hat, das zu Erbrechen führen könnte, wie zum Beispiel Spielzeugteile oder giftige Substanzen, ist ein sofortiger Tierarztbesuch ratsam.

Es ist ratsam, auf Ihr Bauchgefühl zu hören und im Zweifelsfall eher einmal zu oft den Tierarzt aufzusuchen. Tierärzte können die genaue Ursache des Erbrechens diagnostizieren und die geeigneten Maßnahmen zur Behandlung und Pflege Ihres Hundes empfehlen. Eine rechtzeitige ärztliche Versorgung kann dazu beitragen, schwerwiegende gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Welche bewährten Fütterungsstrategien gibt es nach dem Erbrechen?

Nachdem Ihr Hund erbrochen hat, ist es wichtig, seine Ernährung schrittweise wieder aufzubauen und den Magen zu schonen. Lassen Sie Ihren Hund nach dem Erbrechen für mindestens 6 bis 12 Stunden fasten. Das gibt seinem Magen Zeit zur Erholung und verhindert, dass er sich erneut überanstrengt. Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund Zugang zu frischem Wasser hat, um eine mögliche Dehydration zu verhindern. Sie können auch Eiswürfel oder Eischips anbieten, falls Ihr Hund Wasser nicht trinken möchte. Das hilft, Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Nach der Fastenperiode können Sie eine leichte und leicht verdauliche Diät einführen. Eine bewährte Option ist gekochtes Hühnchen (ohne Knochen und Haut) und gekochter Reis. Diese Kombination ist schonend für den Magen und leicht verdaulich. Sie können auch spezielles Diätfutter verwenden, das von Tierärzten empfohlen wird. Teilen Sie die Mahlzeiten in kleinere Portionen auf und füttern Sie diese in regelmäßigen Abständen über den Tag verteilt. Das hilft, den Magen zu entlasten und die Verdauung zu erleichtern. Wenn Ihr Hund die leicht verdauliche Diät problemlos verträgt und das Erbrechen aufgehört hat, können Sie allmählich wieder zur normalen Hundefutterration übergehen. Das sollte schrittweise erfolgen, um den Magen nicht zu überfordern. Mischen Sie die leichte Diät mit der normalen Nahrung und erhöhen Sie den Anteil der normalen Nahrung allmählich. Während der Erholungsphase sollten Sie Ihrem Hund keine reizenden Substanzen wie Gras oder unverträgliche Lebensmittel anbieten, die das Erbrechen erneut auslösen könnten.

Die Fütterungsstrategien können je nach den individuellen Bedürfnissen Ihres Hundes variieren. Es ist wichtig, die Reaktion Ihres Hundes auf die Nahrungsumstellung zu beobachten und gegebenenfalls Rücksprache mit Ihrem Tierarzt zu halten. Wenn das Erbrechen anhält oder andere Symptome auftreten, sollten Sie sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Wie kann man einem Hund helfen, der würgt, aber nicht erbricht?

Wenn Ihr Hund würgt, aber nicht erbricht, sollten Sie darauf achten, ob er Atemnot hat oder ob ein Fremdkörper in seiner Kehle steckt. Falls das der Fall ist, sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen. Vermeiden Sie es, Ihrem Hund etwas in den Hals zu stecken, da dies gefährlich sein kann.

Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um einem erbrechenden Hund zu helfen?

Wenn Ihr Hund erbricht, können Sie ihm in erster Linie Ruhe und Zugang zu frischem Wasser bieten. Vermeiden Sie reizende Substanzen wie Gras und achten Sie darauf, dass er nicht erneut erbricht. Wenn das Erbrechen jedoch anhält oder sich verschlimmert, ist es ratsam, einen Tierarzt aufzusuchen, um die genaue Ursache zu ermitteln und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Wie kann man den Magen des Hundes beruhigen?

Um den Magen Ihres Hundes zu beruhigen, können Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Bieten Sie Ihrem Hund eine leicht verdauliche Diät wie gekochtes Hühnchen und Reis an, um den Magen zu schonen.
  • Statt einer großen Mahlzeit können Sie Ihrem Hund kleinere Portionen in regelmäßigen Abständen anbieten.
  • Stress und Angst können Magenprobleme verschlimmern, also versuchen Sie, stressige Situationen zu minimieren.

Kann eine genaue Beschreibung des Erbrochenen bei der Diagnose helfen?

Eine genaue Beschreibung des Erbrochenen kann Ihrem Tierarzt bei der Diagnose helfen. Informationen über Farbe, Konsistenz und Geruch des Erbrochenen können wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache liefern. Zum Beispiel kann gelbes oder schaumiges Erbrechen auf Magensäure hinweisen, während Blut im Erbrochenen auf ernsthafte Probleme hinweisen kann.

Was sind die Schritte zur Behandlung eines einmaligen Vomitus beim Hund?

Wenn Ihr Hund einmalig erbricht und sich danach normal verhält, können Sie folgende Schritte zur Behandlung erwägen:

  • Lassen Sie Ihren Hund einige Stunden fasten, um seinem Magen Zeit zur Erholung zu geben.
  • Führen Sie eine leichte und leicht verdauliche Diät wie gekochtes Hühnchen und Reis langsam wieder ein.
  • Achten Sie auf weitere Anzeichen von Erbrechen oder anderen Problemen. Wenn das Erbrechen erneut auftritt oder andere Symptome auftreten, sollten Sie einen Tierarzt konsultieren.

Ist es besser, zu oft zum Tierarzt zu gehen, als einmal zu wenig?

Es ist in der Regel besser, bei Unsicherheit oder wenn das Erbrechen anhält, lieber einmal zu oft zum Tierarzt zu gehen. Erbrechen kann auf schwerwiegende gesundheitliche Probleme hinweisen, und eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend. Es ist wichtig, die Gesundheit Ihres Hundes nicht zu vernachlässigen und bei anhaltenden Problemen ärztlichen Rat einzuholen. Es ist besser, auf der sicheren Seite zu sein und potenzielle Gesundheitsprobleme rechtzeitig anzugehen.

Fazit:

Erbrechen bei Hunden kann ein Symptom für unterschiedliche Gesundheitsprobleme sein. Das Erbrechen selbst ist eine natürliche Schutzreaktion des Körpers, die dazu dient, potenziell schädliche Substanzen oder Fremdkörper aus dem Magen-Darm-Trakt zu entfernen. Es kann jedoch auch auf verschiedene Erkrankungen hinweisen, von milden bis hin zu ernsthaften. Daher ist es wichtig, Erbrechen bei Hunden nicht zu ignorieren, besonders wenn es häufig auftritt oder von anderen Symptomen begleitet wird. Ein Tierarztbesuch ist ratsam, um die genaue Ursache zu ermitteln und die notwendige Behandlung einzuleiten.

Medizinische Qualitätsprüfung

Medizinischer Experte

Dr. med. vet. Volker Moser, studierte an der Veterinär-Universität Wien und schrieb seine Dissertation auf dem Gebiet Molekularmedizin (Tumorgenetik). Seit 1997 arbeitet Dr. Moser als selbstständiger Tierarzt im Bereich der Kleintiermedizin, Wiederkäuer- und Pferdemedizin. Zahlreiche Fort- und Zusatzausbildungen und seine ständige Mitarbeit in diversen Kleintierkliniken und -praxen runden seine jahrelange Berufspraxis ab. Dr. Moser engagiert sich seit 1998 in der ÖTK und VÖK und ist seit 2021 Generalsekretär bei UEVP (Union of European Veterinary Practitioners). Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher und klinischer Publikationen in Fachzeitschriften.
Zuletzt geändert: Februar 8, 2024

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