Hund hustet nach trinken

Kurz zusammengefasst

  • Dieser Artikel behandelt die Ursachen, Diagnose und Behandlung von Husten bei Hunden, insbesondere nach dem Trinken.
  • Es werden die Symptome von schwerwiegenderen Bedingungen wie Trachealkollaps und Herzprobleme erörtert sowie diagnostische Verfahren und therapeutische Ansätze aufgezeigt.
  • Die Wichtigkeit einer angepassten Behandlung und das frühzeitige Erkennen von Krankheitssymptomen stehen dabei im Vordergrund, um die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu sichern.

Prüfung / Online Redaktion

Nadja Sukalia
Online Redaktion

Husten bei Hunden nach dem Trinken kann ein Symptom für eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen sein, von harmlosen Ursachen bis hin zu ernsteren Bedingungen. Dieser Artikel geht auf die verschiedenen Gründe ein, warum Hunde nach dem Trinken husten können, und erläutert die spezifischen Symptome, die auf ernstere Erkrankungen wie Trachealkollaps, Kehlkopfentzündung oder Herzprobleme hinweisen können. Zudem werden diagnostische Methoden beschrieben, die zur Identifizierung der Hustenursache notwendig sind, sowie therapeutische Maßnahmen und Hausmittel, die zur Linderung des Hustens beitragen können. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei auf die spezifischen Ursachen und Behandlungen für Zustände wie Zwingerhusten und Trachealkollaps gelegt, die durch das Trinken verstärkt werden können.

Warum hustet mein Hund nach dem Trinken?

Wenn dein Hund nach dem Trinken hustet, kann dies zunächst besorgniserregend erscheinen. Es gibt jedoch verschiedene Erklärungen, die sowohl harmlose als auch ernstere Ursachen umfassen können. Ein häufiger Grund ist, dass der Hund zu schnell trinkt und dabei Luft schluckt, was zu einem reflexartigen Husten führen kann. Dies ist besonders bei jungen oder sehr energischen Hunden der Fall, die sich beim Trinken übereilen.

In anderen Fällen könnte der Husten ein Symptom einer zugrundeliegenden Gesundheitsstörung sein. Krankheiten wie Kehlkopfentzündung, Trachealkollaps, oder sogar Herzerkrankungen können Husten auslösen, der sich verstärkt bemerkbar macht, sobald der Hund trinkt. Dies liegt daran, dass das Trinken eine zusätzliche Belastung für die bereits empfindlichen Bereiche im Hals oder in der Luftröhre darstellt.

Ein weiterer Grund könnte eine allergische Reaktion sein. Manche Hunde reagieren empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe in ihrem Wasser, wie zum Beispiel Chemikalien oder Mineralien, die in Leitungswasser vorkommen können. Auch das Material des Trinkgefäßes, wie Kunststoff oder Metall, kann bei manchen Hunden allergische Reaktionen hervorrufen.

Es ist wichtig, auf die Häufigkeit und den Kontext des Hustens zu achten. Tritt er regelmäßig auf und ist er mit anderen Symptomen wie Apathie, Appetitlosigkeit oder Atemschwierigkeiten verbunden, solltest du einen Tierarzt konsultieren. Der Fachmann kann die genaue Ursache diagnostizieren und eine angemessene Behandlung empfehlen.

 

Welche Symptome deuten auf einen Trachealkollaps hin?

Der Trachealkollaps ist eine ernsthafte Erkrankung, die vor allem bei kleinen und mittelgroßen Hunderassen wie Yorkshire Terrier, Pommern und Pudeln auftritt. Dieser Zustand ist gekennzeichnet durch das Einsinken der Luftröhrenwände, was zu einer signifikanten Beeinträchtigung der Atmung führt.

Typische Symptome eines Trachealkollapses umfassen einen charakteristischen, metallisch klingenden Husten, der oft als „Gänsehusten“ beschrieben wird. Dieser Husten ist besonders auffällig, wenn der Hund aufgeregt ist, stark zieht oder eben nach dem Trinken. Neben dem Husten können weitere Anzeichen wie Atemnot, Hecheln mit erweiterten Nasenlöchern, veränderte oder laute Atemgeräusche und sogar ohnmachtsähnliche Zustände auftreten.

Die Diagnose eines Trachealkollapses erfolgt üblicherweise durch eine Röntgenaufnahme oder eine Endoskopie, um den Grad der Tracheaverengung zu bestimmen. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, um eine geeignete Behandlung einzuleiten und das Risiko von Komplikationen zu minimieren.

 

Wie lassen sich Anzeichen einer Kehlkopfentzündung erkennen?

Eine Kehlkopfentzündung, oder Laryngitis, bei Hunden äußert sich durch verschiedene Symptome, die auf eine Entzündung im Bereich des Kehlkopfs hindeuten. Typische Anzeichen sind eine heisere oder veränderte Stimme, Schwierigkeiten beim Schlucken und ein rauer, trockener Husten, der sich nach Aktivitäten wie Trinken verschlimmern kann.

Häufig versucht der Hund auch, durch vermehrtes Schlucken oder Lecken an der Nase die Beschwerden zu lindern. In schwereren Fällen kann es zu Atembeschwerden kommen, die durch die Schwellung im Kehlkopfbereich verursacht werden und die Luftzufuhr einschränken.

 

Wie diagnostiziert man Hustenursachen bei Hunden?

Die Diagnose der Ursachen von Husten bei Hunden erfordert eine gründliche Untersuchung durch einen Tierarzt. Zuerst wird der Tierarzt eine umfassende Anamnese aufnehmen, um mehr über die Krankengeschichte des Hundes und das Auftreten sowie die Art des Hustens zu erfahren. Dies beinhaltet Fragen zu Symptomen, deren Dauer und eventuellen Auslösern. Wichtig ist hierbei, ob der Husten nur nach dem Trinken auftritt oder auch unter anderen Umständen bemerkbar ist.

Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Tierarzt unter anderem die Lunge und den Kehlkopfbereich abhört und abtastet, um Auffälligkeiten festzustellen. Um die Diagnose weiter zu präzisieren, können zusätzliche Tests wie Röntgenaufnahmen, Blutuntersuchungen, Ultraschalluntersuchungen oder sogar eine Endoskopie angeordnet werden. Diese Tests helfen, die Gesundheit der Lunge und der Atemwege zu beurteilen und spezifische Ursachen wie Trachealkollaps, Infektionen oder Fremdkörper zu identifizieren.

Für bestimmte Fälle, insbesondere wenn eine Herzkrankheit vermutet wird, können auch spezielle kardiologische Untersuchungen wie ein EKG oder ein Herzultraschall erforderlich sein. Die genaue Ursache des Hustens festzustellen, ist entscheidend, um eine geeignete und wirksame Behandlung einzuleiten.

 

Welche Rolle spielen Lungenwürmer beim Husten nach dem Trinken?

Lungenwürmer sind eine ernstzunehmende Parasitenerkrankung, die den Atemtrakt von Hunden befallen kann und oft zu Husten führt. Der Husten, verursacht durch Lungenwürmer, kann durch Trinken verschärft werden, da die Flüssigkeitsaufnahme eine Reizung der bereits entzündeten Atemwege bewirken kann.

Lungenwürmer leben und vermehren sich in den Lungen, den Bronchien und manchmal im Herzen. Ihre Präsenz kann zu einer signifikanten Entzündungsreaktion führen, die Symptome wie Husten, Atemnot und allgemeine Schwäche verursacht. Da die Symptome langsam zunehmen können, wird der Zusammenhang zwischen dem Trinken und dem Auslösen von Husten oft nicht sofort erkannt.

Die Diagnose von Lungenwürmern erfolgt üblicherweise durch die Untersuchung einer Stuhlprobe auf Larven oder durch spezifische Bluttests, die auf Antikörper gegen die Parasiten testen. Die Behandlung umfasst in der Regel antiparasitäre Medikamente, die je nach Schweregrad der Infektion über einen längeren Zeitraum verabreicht werden müssen.

 

Welche therapeutischen Maßnahmen helfen bei Husten?

Die Behandlung von Husten bei Hunden hängt stark von der zugrundeliegenden Ursache ab. Sobald ein Tierarzt die Diagnose gestellt hat, kann er die am besten geeigneten therapeutischen Maßnahmen empfehlen. Bei bakteriellen Infektionen beispielsweise werden häufig Antibiotika verschrieben, um die Infektion zu bekämpfen. Bei einer viralen Ursache könnten dagegen antivirale Medikamente oder unterstützende Maßnahmen wie Flüssigkeitstherapie und Ruhe angezeigt sein.

Falls der Husten durch Allergien verursacht wird, können Antihistaminika oder Kortikosteroide zur Linderung der Symptome beitragen. Bei chronischen Erkrankungen wie einem Trachealkollaps oder fortgeschrittener Herzkrankheit sind oft umfassendere Behandlungsstrategien erforderlich, einschließlich spezialisierter Medikamente zur Unterstützung der Herzfunktion oder zur Stabilisierung der Luftröhre.

In einigen Fällen können auch physische Therapien wie Physiotherapie oder spezielle Übungen empfohlen werden, um die Atemwege zu stärken und den Husten zu lindern. Der Tierarzt kann zudem Ratschläge zur Anpassung der Umgebung des Hundes geben, wie die Reduzierung von Staub und Allergenen zu Hause, um den Husten nicht weiter zu provozieren.

 

Sind Hausmittel effektiv bei Husten nach dem Trinken?

Hausmittel können in einigen Fällen helfen, die Symptome von Husten bei Hunden zu lindern, besonders wenn es sich um eine leichte Reizung handelt oder wenn der Hund einfach nur durch schnelles Trinken zu husten beginnt. Eines der einfachsten Hausmittel ist, sicherzustellen, dass der Hund langsam und in kleinen Mengen trinkt. Spezielle Trinknäpfe, die das schnelle Trinken verhindern, können hierbei nützlich sein.

Feuchte Luft kann ebenfalls helfen, besonders wenn der Hund trockenen Husten hat. Ein Luftbefeuchter in der Nähe des Schlafplatzes des Hundes kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen und die Atemwege beruhigen. Auch eine leichte Brustmassage kann beruhigend wirken und helfen, Schleim zu lösen.

Natürliche Zusätze zum Trinkwasser, wie ein Teelöffel Honig, können ebenfalls beruhigend wirken, sofern keine Zuckerunverträglichkeiten vorliegen. Honig hat natürliche antibakterielle Eigenschaften und kann bei leichten Halsreizungen helfen, den Husten zu mildern.

 

Wie beeinflusst Zwingerhusten das Husten nach dem Trinken?

Zwingerhusten, eine hochansteckende Atemwegserkrankung bei Hunden, wird durch verschiedene Viren und Bakterien verursacht und ist für seinen trockenen, keuchenden Husten bekannt. Wenn ein Hund mit Zwingerhusten trinkt, kann das Schlucken den Hustenreflex auslösen oder verstärken, weil die Flüssigkeit die bereits gereizten und entzündeten Atemwege passiert. Dies kann besonders kurz nach dem Trinken zu einem Hustenanfall führen.

Da Zwingerhusten die Schleimhäute des Halses reizt, erleben viele Hunde eine Zunahme des Hustens nach Aktivitäten, die die Atemwege beanspruchen, einschließlich des Trinkens. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass während einer Infektion mit Zwingerhusten der Zugang zu frischem, sauberem Wasser leicht und stressfrei für den Hund gestaltet wird, um das Husten so gering wie möglich zu halten.

Die Behandlung von Zwingerhusten hängt von der Schwere der Symptome ab und umfasst oft Antibiotika zur Bekämpfung bakterieller Infektionen, Hustenstiller zur Linderung des Hustenreizes und in manchen Fällen auch Medikamente, die helfen, die entzündeten Atemwege zu beruhigen.

 

Was ist bei Husten durch Herzerkrankungen zu beachten?

Husten, der durch Herzerkrankungen bei Hunden verursacht wird, kann ein ernstes Warnsignal sein, besonders wenn er nach dem Trinken auftritt. Dieser Typ von Husten, oft als Herzhusten bezeichnet, ist in der Regel das Ergebnis einer Flüssigkeitsansammlung in den Lungen, die durch die verschlechterte Pumpfunktion des Herzens verursacht wird. Wenn ein Hund trinkt, kann das zusätzliche Volumen an Flüssigkeit im Körper den Druck auf das Herz erhöhen und den Husten verschlimmern.

Bei Verdacht auf eine Herzerkrankung sollte der Hund umgehend einem Tierarzt vorgestellt werden. Dieser kann mittels Diagnostik wie Röntgenaufnahmen, Echokardiographie oder EKG die Herzfunktion bewerten und entsprechende Behandlungen wie Diuretika zur Reduktion der Flüssigkeitsansammlung, ACE-Hemmer zur Verbesserung der Herzleistung oder spezielle Diäten empfehlen.

Es ist wichtig, die Flüssigkeitsaufnahme bei Hunden mit Herzerkrankungen zu überwachen und sicherzustellen, dass sie ausreichend hydratisiert bleiben, ohne das Herz zusätzlich zu belasten. Eine sorgfältige Überwachung und angepasste Behandlung sind entscheidend, um die Lebensqualität des Hundes zu erhalten und zu verbessern.

 

Welche Maßnahmen sind bei einem Trachealkollaps zu ergreifen?

Ein Trachealkollaps bei Hunden – eine Erkrankung, bei der die Trachealringe schwach werden und zusammenfallen – führt oft zu einem markanten, rasselnden Husten, der durch Trinken verschärft werden kann. Die Verengung der Luftröhre durch den Kollaps kann das Trinken erschweren und den Hustenreiz verstärken.

Die Behandlung eines Trachealkollapses hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab und umfasst oft konservative Maßnahmen wie Gewichtsmanagement, Vermeidung von stressigen Situationen und den Einsatz von Hustenstillern oder entzündungshemmenden Medikamenten. Bei schwereren Fällen kann auch eine chirurgische Stabilisierung der Trachea erforderlich sein.

Zusätzlich kann der Einsatz eines speziellen Geschirrs anstelle eines Halsbands helfen, den Druck auf die Luftröhre zu reduzieren und so den Husten zu lindern. Regelmäßige Überprüfungen und Anpassungen der Behandlung durch einen Tierarzt sind wichtig, um sicherzustellen, dass der Hund möglichst wenig Beschwerden hat und sein Zustand stabil bleibt.

 

Fazit

Das Verständnis der verschiedenen Ursachen für Husten bei Hunden nach dem Trinken ist entscheidend für die Einleitung einer effektiven Behandlung. Von der Diagnose über die Behandlung bis hin zur präventiven Pflege – jede Maßnahme trägt dazu bei, die Lebensqualität des betroffenen Hundes zu verbessern. Obwohl einige Ursachen mild sind und leicht behandelt werden können, erfordern andere Zustände eine sorgfältige und manchmal langfristige Managementstrategie. Tierbesitzer sollten bei anhaltenden Symptomen einen Tierarzt konsultieren, um eine spezifische Diagnose und entsprechende Behandlung zu erhalten, die auf die individuellen Bedürfnisse ihres Hundes zugeschnitten ist.

 

Qualitätsprüfung

Experte

Dr. med. vet. Volker Moser, studierte an der Veterinär-Universität Wien und schrieb seine Dissertation auf dem Gebiet Molekularmedizin (Tumorgenetik). Seit 1997 arbeitet Dr. Moser als selbstständiger Tierarzt im Bereich der Kleintiermedizin, Wiederkäuer- und Pferdemedizin. Zahlreiche Fort- und Zusatzausbildungen und seine ständige Mitarbeit in diversen Kleintierkliniken und -praxen runden seine jahrelange Berufspraxis ab. Dr. Moser engagiert sich seit 1998 in der ÖTK und VÖK und ist seit 2021 Generalsekretär bei UEVP (Union of European Veterinary Practitioners). Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher und klinischer Publikationen in Fachzeitschriften.
Zuletzt geändert: Juni 6, 2024

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