Lungenwurm

Medizinische Prüfung / Online Redaktion

Dr. Volker Moser
Dr. Volker Moser
Medizinischer Experte
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Nadja Sukalia
Online Redaktion

Unsere geliebten Hunde sind nicht nur treue Begleiter, sondern auch Mitglieder unserer Familien. Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen, und deshalb ist es wichtig, uns über mögliche Gefahren und Gesundheitsrisiken zu informieren, die unsere vierbeinigen Freunde betreffen können. Ein solches Risiko ist eine Infektion mit Lungenwürmern, einer parasitären Erkrankung, die Hunde betreffen kann. Mit welchen Symptomen diese Erkrankung verbunden ist und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Was genau sind Lungenwürmer?

Lungenwürmer sind parasitische Würmer, die sich in den Luftwegen von Hunden, insbesondere in den Bronchien und im Herz, ansiedeln. Die häufigsten Arten, die Hunde befallen, sind Angiostrongylus vasorum und Crenosoma vulpis. Während diese Parasiten primär für Hunde problematisch sind, können sie unter bestimmten Umständen auch andere Tiere infizieren.

Woher stammen Lungenwürmer bei Hunden?

Lungenwürmer bei Hunden haben ihre Ursprünge in der Umwelt und werden durch verschiedene Faktoren begünstigt. Diese parasitären Würmer sind vor allem in feuchten und milden Regionen anzutreffen. Die Lungenwurmlarven, die Hunde infizieren, gelangen durch Ausscheidungen von infizierten Tieren in die Umwelt, insbesondere von Wildtieren wie Füchsen, die als Zwischenwirte für die Lungenwurmlarven dienen. Diese Larven verteilen sich dann in der Umgebung, darunter Gras, Erde und Wasser. Die Larven infizieren Schnecken als Zwischenwirte. Wenn ein Hund eine infizierte Schnecke frisst oder anderweitig mit den Larven in Kontakt kommt, kann er sich anstecken.

Veränderungen in den klimatischen Bedingungen, wie mildere Winter oder feuchtere Jahreszeiten, können das Wachstum von Schnecken begünstigen und somit das Risiko für Lungenwurminfektionen bei Hunden erhöhen. Reisen mit Haustieren oder die Bewegung von Hunden über verschiedene Regionen hinweg können dazu führen, dass die Parasiten in neue Gebiete eingeschleppt werden, was die Verbreitung von Lungenwürmern begünstigt. Menschliche Aktivitäten, wie die Veränderung von Lebensräumen oder die Anlage von Gärten, können die Populationen von Schnecken erhöhen und somit das Risiko für Lungenwurminfektionen bei Hunden in bestimmten Gebieten steigern.

In den letzten Jahren haben sich Lungenwürmer aufgrund dieser Faktoren in Regionen ausgebreitet, in denen sie zuvor weniger verbreitet waren. Es ist entscheidend, die Umgebung Ihres Hundes im Auge zu behalten und präventive Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Dazu gehören regelmäßige Entwurmung, die Vermeidung von Kontakt mit Schnecken und Wildtieren sowie die Beachtung von Hygienepraktiken.

Wie verbreitet sind Lungenwürmer bei Hunden weltweit?

Die weltweite Verbreitung von Lungenwürmern ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Während sie früher auf bestimmte Regionen beschränkt waren, gibt es heute fast überall Berichte über Lungenwurminfektionen bei Hunden. Die Zunahme der Reisen mit Haustieren, der Import von Tieren und Klimaveränderungen haben zu dieser Verbreitung beigetragen.

Wie erfolgt die Ansteckung eines Hundes mit Lungenwürmern?

Die Hauptquelle der Infektion sind kleine Schnecken und Schlammschnecken, die die Lungenwurmlarven aufnehmen. Wenn ein Hund eine dieser Schnecken frisst oder mit ihnen in Kontakt kommt (zum Beispiel beim Schnüffeln oder Ablecken), kann er sich infizieren. Darüber hinaus können auch Füchse und andere Wildtiere als Zwischenwirte dienen. Es ist auch möglich, dass ein Hund die Larven indirekt über kontaminiertes Wasser oder Nahrung aufnimmt.

Wie sieht der Lebenszyklus des Lungenwurms aus?

Um das Problem der Lungenwürmer bei Hunden besser zu verstehen, ist es unerlässlich, den Lebenszyklus dieser Parasiten zu kennen. Der Lebenszyklus des Lungenwurms ist komplex und besteht aus mehreren Phasen:

  • Erwachsene Lungenwürmer legen Eier in den Lungen und Atemwegen des infizierten Hundes ab.
  • Die Eier entwickeln sich zu Larven, die dann von infizierten Hunden ausgehustet und ausgeschieden werden. Diese Larven können Schnecken als Zwischenwirte infizieren.
  • In den Schnecken entwickeln sich die Larven weiter und werden zu infektiösen Larvenstadien. Ein Hund kann sich infizieren, indem er eine infizierte Schnecke frisst oder in anderer Weise mit den Larven in Kontakt kommt.
  • Nach der Aufnahme durch den Hund gelangen die Larven in seine Atemwege, wo sie zu erwachsenen Lungenwürmern heranwachsen. Diese Würmer können sich in den Bronchien und im Herz des Hundes ansiedeln.

Der Lebenszyklus zeigt, wie komplex und gefährlich eine Lungenwurminfektion für Hunde sein kann. Selbst Hunde, die keine Symptome zeigen, können infizierte Larven ausscheiden und so zur Verbreitung der Parasiten beitragen.

Welche Gefahren stellen Lungenwürmer für Hunde dar?

Lungenwürmer können erhebliche Gesundheitsprobleme für Hunde verursachen. Hier sind einige der Gefahren, die mit einer Lungenwurminfektion einhergehen:

Atemwegserkrankungen

Lungenwürmer können Entzündungen in den Atemwegen verursachen, was zu Husten, Atembeschwerden und vermindertem Lungenvolumen führt.

Herzprobleme

In schweren Fällen können Lungenwürmer das Herz des Hundes beeinflussen, was in weiterer Folge zu Herzinsuffizienz und anderen lebensbedrohlichen Herzproblemen führen kann.

Allgemeine Schwäche und Abmagerung

Die parasitäre Belastung kann zu Müdigkeit, Gewichtsverlust und allgemeiner Schwäche des Hundes führen.

Blutungen und Blutarmut

Lungenwürmer können Blutungen in den Atemwegen verursachen, was zu Blutarmut führen kann.

Kreislaufprobleme

Durch die Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems können Hunde unter Schock oder Organversagen leiden.

Welche Symptome deuten auf eine Lungenwurminfektion beim Hund hin?

Die Anzeichen einer Lungenwurminfektion können variieren, abhängig von der Schwere der Infektion und individuellen Unterschieden der Hunde. Hier sind einige häufige Symptome, die auf eine Lungenwurminfektion hinweisen können:

 

  • hartnäckiger, anhaltender Husten
  • Atembeschwerden
  • Müdigkeit und Desinteresse
  • Gewichtsverlust
  • Nasenausfluss
  • erhöhte Herzfrequenz aufgrund der Belastung des Herz-Kreislauf-Systems
  • Appetitverlust

Nicht alle infizierten Hunde zeigen Symptome. Einige Hunde können Träger sein und keine offensichtlichen Anzeichen einer Infektion aufweisen, während andere schwerwiegende Symptome entwickeln.

Welche diagnostischen Methoden gibt es, um eine Lungenwurminfektion zu bestätigen?

Die Diagnose einer Lungenwurminfektion erfordert spezifische Tests und Untersuchungen, da die Symptome unspezifisch sein können und auch auf andere Gesundheitsprobleme hinweisen können. Röntgenbilder der Brust des Hundes können Veränderungen in den Atemwegen und Lungen zeigen, die auf eine Lungenwurminfektion hinweisen. Eine Blutuntersuchung kann auf Anzeichen von Entzündung und Anämie hinweisen, die bei einer Lungenwurminfektion auftreten können. Eine Untersuchung des Hundekots auf das Vorhandensein von Lungenwurmlarven kann zur Diagnose beitragen. In einigen Fällen kann eine Bronchoskopie durchgeführt werden, bei der ein Endoskop in die Atemwege des Hundes eingeführt wird, um direkt nach den Parasiten zu suchen. Serologische Tests können Antikörper gegen Lungenwürmer im Blut nachweisen und auf eine Infektion hinweisen.

Nach der Diagnose wird der Tierarzt den Schweregrad der Infektion bewerten und die am besten geeignete Behandlung empfehlen.

 

Wie werden Lungenwürmer bei Hunden behandelt?

Die Behandlung von Lungenwurminfektionen bei Hunden erfordert normalerweise eine gezielte Therapie, um die Parasiten effektiv zu bekämpfen und die Symptome zu lindern. Der Tierarzt wird in der Regel anthelminthische Medikamente verschreiben, die speziell gegen Lungenwürmer wirksam sind. Diese Medikamente werden oft über einen bestimmten Zeitraum verabreicht, um alle Stadien der Parasiten zu bekämpfen. In schweren Fällen, in denen eine Entzündung der Atemwege vorliegt, können entzündungshemmende Medikamente verschrieben werden, um die Symptome zu lindern. Zudem kann eine unterstützende Pflege im Sinne von ausgewogener Ernährung, ausreichend Ruhe und gegebenenfalls Sauerstofftherapie helfen, die Symptome zu lindern. Nach der Behandlung ist es wichtig, den Hund regelmäßig vom Tierarzt überwachen zu lassen, um sicherzustellen, dass die Infektion vollständig abgeklungen ist und keine Rückfälle auftreten.

Gibt es spezifische Medikamente oder Therapieansätze gegen Lungenwürmer?

Es gibt spezifische Medikamente, die gegen Lungenwürmer bei Hunden eingesetzt werden. Diese Medikamente werden in der Regel vom Tierarzt verschrieben und sind darauf ausgerichtet, die Parasiten gezielt zu bekämpfen. Zu den häufig verwendeten Medikamenten gehören Fenbendazol und Milbemycinoxim. Die genaue Behandlung und Dosierung hängen von der Art des Lungenwurms und dem Gesundheitszustand des Hundes ab.

Zusätzlich zur medikamentösen Behandlung ist die Unterstützung und Pflege des infizierten Hundes wichtig, um ihm bei der Genesung zu helfen.

Welche präventiven Maßnahmen können Hundebesitzer ergreifen, um eine Lungenwurminfektion zu verhindern?

Prävention ist oft der beste Ansatz, um Lungenwurminfektionen bei Hunden zu verhindern. Halten Sie Ihren Hund auf dem Laufenden mit entwurmenden Medikamenten, die von Ihrem Tierarzt empfohlen werden. Diese Medikamente können Lungenwürmer und andere parasitäre Infektionen verhindern. Reduzieren Sie den Kontakt Ihres Hundes mit Schnecken und Schlammschnecken, indem Sie den Zugang zu schneckenreichen Gebieten einschränken. Bringen Sie Ihren Hund regelmäßig zum Tierarzt, um eine frühzeitige Diagnose von Infektionen zu ermöglichen. Lungenwurmlarven können von Wildtieren auf Hunde übertragen werden. Halten Sie Ihren Hund von potenziellen Infektionsquellen fern. Informieren Sie sich über die Prävention und Symptome von Lungenwürmern, um rechtzeitig handeln zu können.

Können Lungenwürmer von einem infizierten Hund auf einen gesunden Hund übertragen werden?

Die Übertragung von Lungenwürmern von einem infizierten Hund auf einen gesunden Hund erfolgt in der Regel nicht direkt von Hund zu Hund. Stattdessen erfolgt die Infektion über Zwischenwirte, wie Schnecken oder Wildtiere. Ein Hund kann sich infizieren, indem er infizierte Schnecken frisst oder durch den Kontakt mit Ausscheidungen von infizierten Tieren, die die Larven enthalten.

Obwohl die direkte Übertragung von Hund zu Hund selten ist, kann die indirekte Übertragung durch das gemeinsame Herumstöbern und Spielen in Gebieten, die von infizierten Hunden frequentiert werden, das Risiko erhöhen. Daher ist es wichtig, Hunde von bekannten Infektionsquellen fernzuhalten und auf das Verhalten Ihres Hundes im Freien zu achten.

Besteht ein Risiko, dass sich Menschen durch einen infizierten Hund mit Lungenwürmern anstecken?

Lungenwürmer, die Hunde infizieren, gehören normalerweise zu Arten, die für Hunde spezifisch sind. Das bedeutet, dass sie in der Regel keine Bedrohung für den Menschen darstellen. Die meisten Lungenwürmer, die bei Hunden vorkommen, können nicht auf den Menschen übertragen werden.

Allerdings ist es dennoch wichtig, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, wenn Sie in engem Kontakt mit infizierten Hunden stehen, insbesondere wenn Sie Ihr Tier behandeln oder seine Hinterlassenschaften beseitigen. Das Tragen von Handschuhen und eine gute Hygienepraxis können dazu beitragen, das Risiko einer möglichen Übertragung auf den Menschen zu minimieren.

Welche Schutzmaßnahmen sollten Menschen ergreifen, die in engem Kontakt mit Hunden stehen?

Wenn Sie in engem Kontakt mit Hunden stehen, insbesondere wenn Sie Ihr eigenes Tier pflegen oder im Tierheim arbeiten, sollten Sie folgende Schutzmaßnahmen beachten:

  • Waschen Sie sich gründlich die Hände, insbesondere nach dem Umgang mit Hunden oder deren Ausscheidungen.
  • Tragen Sie bei Bedarf Schutzkleidung, insbesondere Handschuhe, wenn Sie mit infizierten Hunden arbeiten.
  • Halten Sie regelmäßige Tierarztbesuche für Ihren Hund ein, um Infektionen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund entwurmt und vor parasitären Infektionen geschützt ist, um das Risiko einer Infektion zu minimieren.
  • Entsorgen Sie Hundekot ordnungsgemäß und vermeiden Sie direkten Kontakt mit Ausscheidungen von Hunden.

 

Fazit

Lungenwurminfektionen bei Hunden stellen ein ernstes Gesundheitsrisiko dar. Aus diesem Grund ist es für Hundebesitzer wichtig, sich über diese durch Parasiten ausgelöste Erkrankung zu informieren. Mit umfassenden Wissen können Sie proaktiv handeln, um die Gesundheit Ihrer Vierbeiner zu schützen und sicherzustellen, dass sie ein langes und glückliches Leben führen können. Denken Sie daran, regelmäßige Tierarztbesuche und eine gesunde Lebensweise sind der Schlüssel zur Gesundheit Ihres Hundes.

Medizinische Qualitätsprüfung

Medizinischer Experte

Dr. med. vet. Volker Moser, studierte an der Veterinär-Universität Wien und schrieb seine Dissertation auf dem Gebiet Molekularmedizin (Tumorgenetik). Seit 1997 arbeitet Dr. Moser als selbstständiger Tierarzt im Bereich der Kleintiermedizin, Wiederkäuer- und Pferdemedizin. Zahlreiche Fort- und Zusatzausbildungen und seine ständige Mitarbeit in diversen Kleintierkliniken und -praxen runden seine jahrelange Berufspraxis ab. Dr. Moser engagiert sich seit 1998 in der ÖTK und VÖK und ist seit 2021 Generalsekretär bei UEVP (Union of European Veterinary Practitioners). Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher und klinischer Publikationen in Fachzeitschriften.
Zuletzt geändert: Januar 8, 2024

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