Tierpension oder Tiersitter? Betreuung im Urlaub finden
Eine Tierpension oder ein professioneller Tiersitter – die Frage, wer dein Haustier während deines Urlaubs am besten betreut, beschäftigt viele Tierhalter jedes Jahr aufs Neue. Die Entscheidung ist nicht immer einfach, denn beide Optionen haben ihre Stärken und Schwächen. In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du wissen musst, um die beste Betreuungslösung für dein Tier zu finden – von den Kosten über die Vorbereitung bis hin zur Eingewöhnung.
Zuhause oder Pension?
Manche Tiere fühlen sich in gewöhnter Umgebung mit einem Tiersitter wohler, andere genießen die Gesellschaft in einer Tierpension. Lerne deinen Vierbeiner kennen und triff die passende Wahl.
Sicherheit geht vor
Ob Tierpension oder Tiersitter – prüfe immer Referenzen, Qualifikationen und räumliche Verhältnisse. Dein Tier verdient eine Betreuung, der du blind vertrauen kannst.
Frühzeitig buchen
Gute Tierpensionen und Tiersitter sind in der Hochsaison schnell ausgebucht. Plane mindestens 4–6 Wochen im Voraus und führe einen Probebesuch durch.
Kosten realistisch einplanen
Tierpensionen kosten zwischen 20 und 50 Euro pro Tag, Tiersitter oft 15 bis 40 Euro pro Besuch. Vergleiche Leistungen und Preise sorgfältig, bevor du buchst.
Tierpension oder Tiersitter: Was ist besser für meinen Hund?
Die Frage nach der idealen Urlaubsbetreuung lässt sich nicht pauschal beantworten – sie hängt stark vom Charakter deines Hundes, seiner Verträglichkeit mit anderen Tieren und seinen individuellen Bedürfnissen ab. Dennoch lassen sich klare Vor- und Nachteile für beide Optionen benennen.
Die Tierpension – auch Tierhotel oder Hundehotel genannt – bietet strukturierte Betreuung rund um die Uhr. Dein Hund lebt für die Dauer deines Urlaubs in einem dafür eingerichteten Betrieb, oft zusammen mit anderen Hunden. Seriöse Einrichtungen verfügen über ausgebildetes Personal, gesicherte Ausläufe und feste Fütterungszeiten. Das ist besonders geeignet für:
- Gesellige Hunde, die gerne Kontakt zu anderen Artgenossen haben
- Tiere, die gut mit Veränderungen umgehen können
- Länger geplante Reisen, bei denen eine durchgehende Versorgung wichtig ist
- Hundehalter, die keine geeignete Vertrauensperson im Umfeld haben
Der Tiersitter kommt zu deinem Hund nach Hause oder nimmt ihn bei sich auf. Dein Tier bleibt in seiner gewöhnten Umgebung, was gerade für ängstliche, ältere oder kranke Hunde enormen Stress ersparen kann. Tiersitter eignen sich besonders für:
- Tiere mit starker Bindung an ihr Zuhause
- Hunde, die schlecht mit anderen Tieren verträglich sind
- Katzen, die ungerne reisen und ihren Revierbereich nicht verlassen wollen
- Haustiere mit speziellen medizinischen Bedürfnissen, z. B. Medikamentengaben
Eine dritte Möglichkeit ist die Betreuung durch Freunde oder Familie. Wenn du eine Vertrauensperson hast, die dein Tier kennt und liebt, ist das oft die stressärmste Lösung – vorausgesetzt, die Person ist zuverlässig und weiß, wie sie im Notfall reagieren muss. Vergiss nicht, auch ihr alle nötigen Informationen mitzugeben und sie über wichtige Punkte wie den aktuellen Impfstatus und die Ernährungsgewohnheiten deines Tieres aufzuklären.
Impfschutz und Gesundheitszeugnis für die Tierpension
Seriöse Tierpensionen verlangen vor der Aufnahme einen aktuellen Impfnachweis. Für Hunde sind das in der Regel die Grundschutzimpfungen gegen Staupe, Parvovirose, Hepatitis und Leptospirose sowie – je nach Einrichtung – die Impfung gegen Zwingerhusten. Katzen sollten gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft sein. Manche Pensionen fordern außerdem ein aktuelles Gesundheitszeugnis vom Tierarzt. Kläre das vorab und plane ausreichend Zeit ein, falls noch Auffrischungsimpfungen nötig sind. Achte auch darauf, dass dein Tier mit einem Mikrochip oder einer Tätowierung gekennzeichnet ist.
Worauf du bei der Wahl einer Tierpension achten solltest

Nicht jede Tierpension ist gleich gut. Um sicherzugehen, dass dein Tier in guten Händen ist, solltest du bei der Auswahl folgende Punkte prüfen:
Besichtigungstermin vereinbaren
Ein seriöser Betrieb lässt dich jederzeit vorbeikommen, um die Räumlichkeiten zu besichtigen. Achte auf Sauberkeit, ausreichend Platz für die Tiere, gut gesicherte Ausläufe und den allgemeinen Zustand der Einrichtung. Wie reagieren die dort untergebrachten Tiere – wirken sie gestresst oder entspannt? Vertrau deinem Bauchgefühl.
Betreuungsschlüssel und Qualifikationen
Frage nach, wie viele Tiere eine Betreuungsperson gleichzeitig versorgt. Ein gutes Verhältnis liegt bei nicht mehr als 6–8 Hunden pro Betreuer. Erkundige dich außerdem nach der Ausbildung des Personals – ein Sachkundenachweis oder eine Ausbildung zum Tierpfleger ist ein gutes Zeichen.
Tagesablauf und Auslaufzeiten
Wie oft werden die Hunde täglich ausgeführt, und wie lange? Gibt es Gruppenspiele oder Einzelbetreuung? Ein strukturierter Tagesablauf gibt deinem Tier Sicherheit und hilft, Stress zu reduzieren.
Notfallversorgung
Im Ernstfall zählt jede Minute. Kläre, welcher Tierarzt bei Problemen kontaktiert wird, und hinterlasse deine eigenen Kontaktdaten sowie die deines Tierarztes. Frage auch nach einer Tierkrankenversicherung der Pension für mögliche Behandlungskosten – und überlege, ob dein Tier selbst über eine Hundekrankenversicherung abgesichert ist.
Bewertungen und Empfehlungen
Online-Bewertungen auf Google oder speziellen Tierpensions-Portalen können aufschlussreich sein. Noch besser sind persönliche Empfehlungen von Hundehaltern in deiner Umgebung. Ein Besuch im lokalen Hundetreff oder in einer Facebook-Gruppe für Hundebesitzer kann schnell wertvolle Hinweise liefern.
Tiersitter zu Hause: Vorteile und wie du den Richtigen findest
Ein professioneller Tiersitter besucht dein Tier in deiner Wohnung oder Haus – oder wohnt sogar für die Dauer deines Urlaubs bei dir ein (sogenanntes „House Sitting“). Das hat klare Vorteile: Dein Tier bleibt in seiner gewöhnten Umgebung, folgt seinem gewöhnten Tagesrhythmus und hat einen vertrauten Geruch um sich. Gerade für Katzen, die sich stark an ihr Revier binden, ist das oft die beste Lösung.
Auch für Hunde mit Trennungsangst, Unsicherheiten gegenüber anderen Tieren oder gesundheitlichen Einschränkungen ist ein Tiersitter oft die schonendere Alternative. Wenn dein Hund täglich Medikamente bekommt, kann ein erfahrener Tiersitter diese verabreichen – etwas, das nicht jede Tierpension anbietet.
Wie du einen guten Tiersitter findest
Neben Online-Plattformen (dazu mehr im nächsten Abschnitt) sind folgende Wege sinnvoll:
- Tierärztliche Empfehlung: Dein Tierarzt kennt oft zuverlässige Tiersitter aus der Region
- Mundpropaganda: Frage Bekannte, Hundetrainer oder im Hundeverein nach
- Lokale Anzeigen: In Tierhandlungen oder Tierarztpraxen hängen häufig Angebote aus
- Social Media: Lokale Facebook-Gruppen oder Nextdoor-Einträge können weiterhelfen
Worauf du bei einem Tiersitter achten solltest
Auch beim Tiersitter gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Vereinbare immer ein erstes Kennenlernen mit deinem Tier, bevor du buchst. Dabei kannst du einschätzen, ob die Chemie zwischen Betreuer und Tier stimmt. Frage außerdem nach:
- Erfahrung mit deiner Tierart und -rasse
- Referenzen von anderen Tierhaltern
- Haftpflichtversicherung des Tiersitters
- Verfügbarkeit im Notfall und Kontakt zu einem Tierarzt
- Bereitschaft, regelmäßige Updates und Fotos zu schicken
Ein guter Tiersitter kommuniziert proaktiv, hält vereinbarte Zeiten ein und behandelt dein Tier so, als wäre es sein eigenes. Wenn du Bedenken hast, buche lieber jemand anderen.
Online-Plattformen für Tierbetreuung im Vergleich

In den letzten Jahren sind zahlreiche Vermittlungsplattformen entstanden, über die du professionelle Tiersitter und Pensionsplätze in deiner Nähe finden kannst. Hier ein Überblick über die bekanntesten Optionen:
Petbnb (jetzt: Pawshake)
Pawshake ist eine der führenden Plattformen in Deutschland und Österreich. Hier findest du geprüfte Tiersitter, die Hundebetreuung, Katzenbesuche, Gassi-Service und Übernachtungen anbieten. Alle Buchungen sind über die Plattform abgesichert, und es gibt eine integrierte Kommunikationsfunktion. Preise und Bewertungen sind transparent einsehbar.
Rover
Rover ist international sehr bekannt und auch in Deutschland aktiv. Die Plattform funktioniert ähnlich wie Pawshake und bietet eine große Auswahl an Betreuern. Rover hat ein umfangreiches Bewertungssystem und bietet eine Buchungsgarantie. Besonders stark ist Rover bei der Hundepension im Privathause des Betreuers.
DogBuddy
DogBuddy ist speziell auf Hunde ausgerichtet und bietet ähnliche Leistungen wie Rover und Pawshake. Die Plattform legt großen Wert auf die Überprüfung der Betreuer und bietet Versicherungsschutz für alle Buchungen.
Lokale Anbieter und Tierpensions-Portale
Neben den großen Plattformen gibt es in vielen Regionen lokale Verzeichnisse für Tierpensionen, z. B. über den Deutschen Tierschutzbund oder regionale Tierheim-Websites. Diese können oft besonders zuverlässige und gut überprüfte Einrichtungen listen.
Tipp: Vergleiche immer mehrere Plattformen und lies die Bewertungen sorgfältig. Besonders hilfreich sind Rezensionen von Haltern, die ähnliche Tiere wie du haben. Bedenke auch: Plattformen erheben Vermittlungsgebühren, was die Preise etwas höher machen kann als bei einer direkten Buchung.
💰 Kosten: Tierpension vs. Tiersitter pro Tag
Tierpension: 20–50 € pro Tag und Tier (je nach Region, Ausstattung und Leistungsumfang). Katzenbetreuung ist oft etwas günstiger als Hundebetreuung. Einige Pensionen verlangen Aufnahmegebühren oder bieten Wochenpauschalen an.
Tiersitter (Hausbesuch): 15–30 € pro Besuch (ca. 30–60 Min.), bei mehreren Besuchen täglich entsprechend mehr. Übernachtungs-Sitting kostet 40–80 € pro Nacht.
Tiersitter (Pension beim Betreuer): 20–40 € pro Tag, ähnlich wie eine Tierpension, aber oft persönlicher.
Gassi-Service: 10–20 € pro Runde (30–60 Min.), ergänzend zu anderen Betreuungsformen sinnvoll.
Tipp: Für längere Urlaube lohnt sich oft ein Wochenpaket oder die direkte Buchung außerhalb der Plattformen.
So bereitest du deinen Hund auf die Betreuungszeit vor

Ein gut vorbereiteter Hund kommt besser mit der Trennung klar und gewöhnt sich schneller an die neue Situation. Diese Maßnahmen helfen dabei:
Probeübernachtungen frühzeitig einplanen
Wenn möglich, buche eine oder zwei Probeübernachtungen oder kurze Betreuungseinheiten, bevor der eigentliche Urlaub beginnt. So kann dein Hund die neue Umgebung oder den Betreuer kennenlernen, ohne dass gleich die große Trennung bevorsteht. Das reduziert den Stress erheblich.
Vertraute Gegenstände mitgeben
Eine Lieblingsdecke, ein vertrautes Spielzeug oder ein Kleidungsstück mit deinem Geruch kann deinem Hund in der Pension oder beim Tiersitter viel Sicherheit geben. Diese vertrauten Gerüche wirken beruhigend und helfen, die Trennung zu überbrücken.
Routine beibehalten
Informiere den Betreuer über den normalen Tagesablauf deines Hundes – Fütterungszeiten, Gassi-Zeiten, Schlafplatz und Lieblingsbeschäftigungen. Je mehr die Betreuungszeit dem normalen Alltag ähnelt, desto wohler fühlt sich dein Tier.
Gesundheitszustand vorab klären
Sprich kurz vor dem Urlaub mit deinem Tierarzt, um sicherzustellen, dass dein Hund gesund ist und alle Impfungen aktuell sind. Besonders wenn du ins Ausland reist, benötigst du einen EU-Heimtierausweis. Auch die Anreise zur Tierpension sollte für deinen Hund möglichst stressfrei gestaltet sein.
Verabschiedung kurz und ruhig halten
Langes, emotionales Verabschieden überträgt deinen Stress auf deinen Hund. Gib ihm einen kurzen, ruhigen Abschiedskuss und geh dann zügig. Hunde spüren sofort, wenn ihr Mensch nervös oder traurig ist – eine entspannte Übergabe ist das Beste für beide Seiten.
Checkliste: Das gibst du dem Betreuer mit
Damit die Betreuungszeit reibungslos verläuft, sollte der Betreuer alle wichtigen Informationen über dein Tier haben. Hier eine vollständige Checkliste:
Dokumente und Gesundheit
- Aktueller Impfausweis (oder EU-Heimtierausweis)
- Nummer des Mikrochips und Registrierungsdaten
- Name und Telefonnummer deines Tierarztes
- Informationen über bestehende Erkrankungen oder Allergien
- Aktuelle Medikamente inkl. Dosierungsanleitung
Ernährung und Pflege
- Futtermenge und Fütterungszeiten (inkl. Hinweise zur artgerechten Ernährung)
- Unverträglichkeiten oder verbotene Lebensmittel
- Lieblingsfutter und Leckerlis
- Pflegebedarf (Bürsten, Baden etc.)
Verhalten und Gewohnheiten
- Besonderheiten im Sozialverhalten (mit Hunden, Kindern, Fremden)
- Ängste und Stressauslöser
- Lieblingsplätze und Rückzugsorte
- Kommandos und Erziehungsstand
Kontaktdaten
- Deine Erreichbarkeit im Urlaub (inkl. Zeitzone bei Auslandsreisen)
- Kontakt einer Notfallperson in Deutschland
- Tierarzt-Notfallnummer
Tipp: Schreib all diese Informationen übersichtlich auf einem Blatt zusammen und hinterlasse es zusammen mit dem Impfausweis beim Betreuer. Das spart Zeit und verhindert Missverständnisse.
Häufige Fragen zur Tierbetreuung im Urlaub
Quellen
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: Haustiere (2024)
Bundestierärztekammer: Impfempfehlungen für Hunde und Katzen (2023)
Pawshake: Tipps für die Tierbetreuung im Urlaub (2024)
Deutscher Tierschutzbund: Haustiere im Urlaub (2023)
Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH): Urlaubsbetreuung für Hunde (2024)