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Borreliose bei Katzen

Borreliose bei Katzen

Borreliose bei der Katze ist ein Thema, das in Halterforen oft viel größer wirkt, als es klinisch tatsächlich ist. Die Lyme-Borreliose, ausgelöst durch Bakterien aus dem Borrelia burgdorferi sensu lato Komplex, wird zwar regelmäßig im Blut von Katzen aus Mitteleuropa nachgewiesen, klinisch manifeste Fälle sind aber bei der Katze die absolute Ausnahme. Die meisten infizierten Katzen werden nie krank, weil das feline Immunsystem mit dem Erreger gut zurechtkommt. Trotzdem ist Borreliose immer wieder ein Thema, wenn deine Katze nach einem Zeckenbiss Lahmheit zeigt, schlapp wirkt oder Fieber bekommt. In Österreich gehören das Donautal, das Marchfeld, die Steiermark und die niederösterreichischen Wälder zu den Risikoregionen mit hoher Zeckendichte, in Deutschland und der Schweiz sind die süddeutschen und alpinen Regionen besonders betroffen. Dieser Ratgeber erklärt dir nüchtern, was Borrelien bei der Katze tatsächlich anrichten können, wann ein Test sinnvoll ist, welche Differenzialdiagnosen wichtiger sind und wie du deine Katze sinnvoll vor Zecken schützt. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.

Hinweis

Auf einen Blick

Katzen infizieren sich mit Borrelien, erkranken aber so gut wie nie klinisch. Antikörperraten in DACH liegen bei fünf bis 20 Prozent, klare Krankheitsfälle bleiben Einzelberichte. Wenn deine Katze nach einem Zeckenbiss lahmt, fiebert oder apathisch wirkt, ist die Wahrscheinlichkeit für andere Ursachen wie eine Zeckenstich-Sekundärinfektion, FIP, Toxoplasmose oder eine Mykoplasmose deutlich höher. Eine sinnvolle Abklärung kombiniert Anamnese, klinische Untersuchung, Blutbild und gezielte Erregertests, statt blind auf Borrelien zu testen. Prävention läuft über konsequente Zeckenprophylaxe und Kontrolle nach jedem Freigang.

Wie infizieren sich Katzen mit Borrelien?

Borrelien werden in Mitteleuropa fast ausschließlich durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) übertragen. Diese Schildzecke ist in Wäldern, Wiesen, Gärten und Parks verbreitet und braucht für eine erfolgreiche Übertragung der Borrelien typischerweise zwölf bis 24 Stunden Saugzeit. Anders als bei Frühsommer-Meningoenzephalitis-Viren (FSME), die schon nach Minuten übertragen werden können, hast du bei Borrelien ein Zeitfenster, in dem konsequente Zeckenkontrolle eine Infektion fast immer verhindert.

Eine Katze nimmt Zecken vor allem im Freigang auf, beim Streifen durch hohes Gras, Unterholz oder beim Liegen auf bemoosten Steinen. Die Zecke krabbelt von einem Halm oder Ast auf das Fell, wandert mehrere Stunden über den Körper und sucht eine warme, dünnhäutige Stelle, meist Kopf, Hals, Achseln oder Bauchfalten. Sobald sie sich festgesaugt hat, beginnt der Speichelaustausch, über den Borrelien aus dem Mitteldarm der Zecke in die Wunde gelangen können.

Die feline Antwort auf eine Borrelien-Infektion ist meist effektiv. Studien aus den USA, Deutschland und der Schweiz zeigen Antikörperprävalenzen von fünf bis 20 Prozent bei Freigängerkatzen, je nach Region und Studiendesign. Diese Tiere hatten Kontakt mit dem Erreger, eine Erkrankung haben aber nur sehr wenige davon entwickelt. In experimentellen Infektionen mit hoher Borrelien-Dosis traten bei Katzen vereinzelt Lahmheit, Fieber oder Lymphknotenschwellung auf, in der natürlichen Praxis sind solche Verläufe selten dokumentiert. Mehr zur Zeckenbiologie und zur korrekten Entfernung findest du im Ratgeber zur Zeckeninfektion bei der Katze.

Welche Symptome sind bei der Katze beschrieben?

Wenn überhaupt klinische Symptome auftreten, sind sie unspezifisch und überlappen mit vielen anderen Erkrankungen. Beschrieben wurden in Einzelfällen wechselnde Lahmheit, die mehrere Beine nacheinander betrifft, Mattigkeit, leichtes Fieber zwischen 39,5 und 40,5 Grad, Appetitverlust, Lymphknotenschwellung und gelegentlich Gelenksschwellungen mit warmer, druckempfindlicher Haut. Manche Tiere zeigen verminderte Sprungfreude, vermeiden den Kratzbaum oder ziehen sich zurück.

Eine sehr seltene Verlaufsform ist die akute Lyme-Nephritis, eine entzündliche Nierenerkrankung mit Eiweißverlust über den Harn, Erbrechen, Gewichtsverlust und progredientem Nierenversagen. Sie ist beim Hund (vor allem bei Bernern und Labradoren) deutlich besser dokumentiert als bei der Katze. Bei der Katze gibt es nur Einzelfallberichte, eine sichere Häufigkeit ist nicht etabliert. Mehr zur generellen Differenzialdiagnose der Niere findest du im Beitrag zur Niereninsuffizienz bei der Katze.

Wichtig zur Einordnung: Wenn deine Katze nach einem Zeckenbiss lahmt oder Fieber bekommt, ist eine direkte Folge des Bisses (kleine Sekundärinfektion an der Einstichstelle, lokales Hämatom, schmerzhafte Schwellung) deutlich wahrscheinlicher als eine systemische Borreliose. Auch andere Zeckenkrankheiten wie eine Mykoplasmose, eine seltene Anaplasmose oder eine Babesiose sind je nach Region möglich. Eine Apathie nach Zeckenbiss kann ebenso eine FIP, eine Toxoplasmose, eine Hämomykoplasmose oder ein Stresszustand sein. Symptome wie Erbrechen oder Durchfall ohne Bezug zum Zeckenbiss findest du detailliert in den Beiträgen zu Erbrechen bei Katzen und Durchfall bei Katzen.

Wie sieht eine sinnvolle Abklärung aus?

Eine sinnvolle Abklärung beginnt mit einer ausführlichen Anamnese. Wichtige Fragen sind: Wann war der letzte Zeckenkontakt, hast du eine Zecke entfernt und wie lange saß sie, gab es Lahmheit oder Fieber, wann begann das Symptom, hat sich der Zustand bessert oder verschlechtert. Die klinische Untersuchung umfasst Allgemeinzustand, Schleimhäute, Lymphknoten, Gelenke (Druckschmerz, Schwellung, Wärme), Nierengegend und Hautoberfläche zur Zeckensuche.

Die Basislabordiagnostik besteht aus einem großen Blutbild, einer klinischen Chemie mit Nieren- und Leberwerten, einer Urinuntersuchung mit Eiweißnachweis sowie einem FeLV/FIV-Test, weil eine Immunschwäche die Empfänglichkeit für Begleitinfektionen erhöht. Borrelien-Antikörper werden im sogenannten C6-ELISA oder im Western Blot nachgewiesen. Wichtig zu wissen: Ein positiver Antikörpertest belegt nur den Kontakt mit dem Erreger, nicht eine aktive Erkrankung. Bei den oben genannten Antikörperraten von fünf bis 20 Prozent in Risikoregionen würden viele gesunde Katzen positiv testen, ohne klinisch krank zu sein. Eine PCR auf Borrelien-DNA aus Blut, Synovialflüssigkeit oder Hautbiopsie ist möglich, aber wenig sensitiv, weil die Erreger sich vor allem in Bindegewebe verstecken.

Pragmatisch geht eine erfahrene Praxis deshalb zuerst gegen wahrscheinlichere Ursachen vor, etwa eine bakterielle Sekundärinfektion mit kurzer Antibiotikatherapie, eine Schmerztherapie bei Verdacht auf Zerrung, eine FIP-Diagnostik bei jungen Tieren mit Apathie und Fieber, eine Mykoplasmose-PCR bei Anämie und Lethargie. Borrelien-Diagnostik ist sinnvoll, wenn diese Ursachen ausgeschlossen wurden, der Zeckenkontakt klar ist und das klinische Bild zur Borreliose passt. Eine ausschließlich auf positiven Antikörpern basierende Therapie ohne klinische Symptome ist beim Tier wie beim Menschen umstritten und sollte gut begründet sein.

Wie wird Borreliose bei der Katze behandelt?

Wenn nach sorgfältiger Abklärung tatsächlich eine klinisch manifeste Borreliose vorliegt oder ein begründeter Verdacht besteht, ist Doxycyclin das Mittel der Wahl. Üblich sind Dosierungen von fünf Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht zweimal täglich oder zehn Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht einmal täglich oral über vier Wochen. Doxycyclin wirkt gegen Borrelien gut, wird von Katzen meist verträglich aufgenommen und ist in Österreich als Tablette oder Suspension verfügbar. Wichtig ist, dass die Tablette mit Wasser oder Futter eingegeben wird, weil sie sonst Reizungen der Speiseröhre verursachen kann.

Bei Verdacht auf eine seltene Lyme-Nephritis kommen Glukokortikoide, ACE-Hemmer und eine eiweißreduzierte Diät dazu, ergänzt durch eine engmaschige Überwachung der Nierenwerte und des Urin-Protein-Kreatinin-Quotienten. Eine intensivmedizinische Versorgung ist in Einzelfällen nötig. Eine zusätzliche Schmerztherapie bei Lahmheit erfolgt mit für Katzen zugelassenen Wirkstoffen wie Meloxicam oder Robenacoxib in tierärztlich angepasster Dosierung. Niemals selbst Schmerzmittel aus der Hausapotheke geben, weil Paracetamol für Katzen tödlich giftig ist und auch Ibuprofen schwere Nebenwirkungen verursacht.

Die Prognose ist bei rein muskuloskelettalen Symptomen unter Doxycyclin sehr gut, viele Tiere bessern sich innerhalb weniger Tage. Bei Nierenbeteiligung ist die Prognose vorsichtiger und hängt vom Ausmaß der Nierenschädigung ab. Eine bestehende Katzenversicherung trägt einen Großteil der Diagnostik- und Therapiekosten, vor allem bei intensivmedizinischer Behandlung mit Krankenhausaufenthalt.

Wie schützt du deine Katze vor Zecken und Borrelien?

Die wirksamste Vorsorge ist die konsequente Zeckenprophylaxe in Kombination mit täglicher Sichtkontrolle nach jedem Freigang. In Österreich, Deutschland und der Schweiz sind für Katzen verschiedene Spot-on-Präparate, Halsbänder und Kautabletten zugelassen, die je nach Wirkstoff Zecken abtöten oder ihre Saugaktivität unterbrechen, bevor Borrelien übertragen werden können. Lass dich in der Tierarztpraxis individuell beraten, weil viele Hundepräparate (etwa Permethrin-haltige Lösungen) für Katzen tödlich giftig sind und niemals umgewidmet werden dürfen.

Tägliche Sichtkontrolle ist trotz wirksamer Prophylaxe sinnvoll. Setz dich nach jedem längeren Freigang mit deiner Katze auf den Boden, streich gegen die Wuchsrichtung des Fells und taste systematisch Kopf, Hals, Brust, Bauch, Achseln und Innenseiten der Schenkel ab. Eine entdeckte Zecke entfernst du mit einer Zeckenkarte, einer Zeckenzange oder einem Zeckenhaken so nah an der Haut wie möglich, mit gleichmäßigem Zug, ohne zu drehen oder zu quetschen. Notiere Datum und Stelle, beobachte die Einstichstelle die folgenden zehn bis 14 Tage auf Rötung, Schwellung oder Wärme.

Im Garten lässt sich das Zeckenrisiko durch kurzes Mähen, das Entfernen von Laub- und Reisighaufen, die Trennung von Spielbereichen vom Übergangsbereich zur Wiese und gelegentlich durch professionelle Behandlungen gegen Zecken senken. Wenn du in einer Hochrisikoregion lebst, lohnt sich ein Gespräch mit der Tierarztpraxis über ganzjährige statt saisonale Prophylaxe, weil Zecken bei milden Wintern auch im Januar aktiv werden können. Eine spezifische Borrelien-Impfung ist für Katzen weder zugelassen noch sinnvoll, weil das klinische Erkrankungsrisiko zu gering ist, um den Aufwand zu rechtfertigen.

Welche Erkrankungen werden mit Borreliose verwechselt?

Weil Borreliose bei der Katze so selten klinisch wird, ist eine sorgfältige Differenzialdiagnose entscheidend. An erster Stelle stehen mechanische Probleme, also Zerrungen, kleine Frakturen, Bisswunden anderer Tiere, eingewachsene Krallen oder Pfotenverletzungen. Schau dir die betroffene Pfote sehr genau an, prüfe Krallen, Ballen, Zwischenzehen und das Sprung- oder Ellbogengelenk auf Schwellungen.

An zweiter Stelle infektiöse Differenzialdiagnosen. Eine Anaplasmose, ausgelöst durch Anaplasma phagocytophilum, kann ähnliche Symptome (Lahmheit, Fieber, Lethargie) hervorrufen. Eine Mykoplasmose mit Befall der roten Blutkörperchen führt eher zu Anämie, Blässe und schnellem Atmen. Eine FIP-Erkrankung in trockener Verlaufsform zeigt Fieber, Apathie, Gewichtsverlust und gegebenenfalls neurologische Symptome. Eine Toxoplasmose kann Lahmheit, Augenentzündung und neurologische Auffälligkeiten verursachen. Eine bakterielle Septikämie nach Bissverletzung ist bei Freigängerkatzen häufig und kann ein vergleichbares Krankheitsbild erzeugen.

An dritter Stelle nicht-infektiöse Differenzialdiagnosen. Eine immunmediierte Polyarthritis ist bei der Katze selten, aber beschrieben. Eine osteoarthritische Erkrankung bei älteren Katzen verursacht morgendliche Steifigkeit und reduzierte Sprungbereitschaft. Eine Hyperthyreose macht Unruhe, Gewichtsverlust und Verhaltensänderung. Eine Vergiftung, etwa nach Aufnahme von Schneckenkorn, Frostschutzmittel oder verseuchter Beute, verursacht Symptome, die rasch und dramatisch verlaufen. Wenn eine Mitkatze ähnliche Symptome zeigt, ist eine Umweltursache wahrscheinlich. Auch der Beitrag zur Wurminfektion bei Katzen liefert Differenzialdiagnose-Bausteine, weil schwerer Wurmbefall Schlappheit und Gewichtsverlust verursachen kann.

Wie unterstützt du deine Katze im Alltag bestmöglich?

Auch ohne Borrelien-Erkrankung lohnen sich gute Routinen. Eine konsequente Zeckenprophylaxe ist die wichtigste Maßnahme, weil sie nicht nur vor Borrelien, sondern auch vor Anaplasmose, Babesiose und anderen Zeckenkrankheiten schützt. Plane den Wirkstoffwechsel und Anwendungsabstände gemeinsam mit der Tierarztpraxis, halte das Datum der nächsten Anwendung in einem Kalender fest und protokolliere bei Spot-on, ob deine Katze in den Stunden danach geschluckt oder geleckt hat.

Eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigem Eiweiß, Taurin und ausreichend Wasser unterstützt das Immunsystem. Mehr zur passenden Fütterung im Beitrag zur artgerechten Ernährung der Katze. Bei Freigängerinnen lohnt sich ein Blick auf den Gesundheitscheck, der jährlich oder bei älteren Tieren halbjährlich Blutbild, klinische Chemie und Urinuntersuchung umfassen sollte. So fallen subtile Veränderungen früh auf, lange bevor sie klinisch werden.

Ein einfaches Gesundheitstagebuch mit Stichworten zu Trinkmenge, Appetit, Aktivität, Pflegeverhalten und entdeckten Zecken hilft dir, Trends früh zu erkennen. Schon zwei Sätze pro Woche reichen, um dem nächsten Tierarzttermin echte Substanz zu geben. Achte besonders nach Aufenthalten in Risikoregionen, etwa nach einem Wochenende am Wienerwald, im Nationalpark Donauauen, in den oberbayerischen Wäldern oder am Bodensee, in den folgenden zwei Wochen auf Lahmheit, Mattigkeit oder Fieber. Bei Verdacht auf eine ernste Erkrankung ist eine zeitnahe Vorstellung in der Praxis besser als das Abwarten von Tagen. Eine Katze, die plötzlich apathisch wird, frisst nicht oder versteckt sich, gehört noch am selben Tag zum Tierarzt.

Tierärztlicher Blick: Wann ist ein Borrelien-Test wirklich sinnvoll?

Aus tierärztlicher Sicht ist die häufigste Frage rund um Borreliose nicht „Muss ich therapieren?“, sondern „Muss ich testen?“. Ein Borrelien-Antikörpertest ist sinnvoll, wenn drei Bedingungen zusammentreffen: Erstens ein dokumentierter Zeckenkontakt in den vergangenen zwei bis acht Wochen. Zweitens passende klinische Symptome wie wechselnde Lahmheit, Fieber, geschwollene Gelenke, Lymphknotenschwellung oder Eiweißverlust über den Urin. Drittens der Ausschluss wahrscheinlicherer Differenzialdiagnosen wie Sekundärinfektion, FIP, Toxoplasmose oder mechanischer Verletzung. Ein blinder Antikörpertest ohne klinische Symptome ist epidemiologisch interessant, klinisch aber selten hilfreich.

Wenn das Testergebnis positiv ist und das Bild passt, beginnt eine Doxycyclin-Therapie über vier Wochen mit klinischer Verlaufskontrolle nach sieben Tagen. Bei ausbleibender Besserung oder Nierenbeteiligung ist die Überweisung in eine spezialisierte Klinik sinnvoll, etwa an die Universitätsklinik für Kleintiere der Vetmeduni Wien oder an eine Tierklinik mit internistischer Spezialisierung. Eine geeignete Praxis findest du über den Tierarzt-Finder, in der Bundeshauptstadt unter Tierarzt Wien.

Plane finanziell ein. Eine Erstuntersuchung mit Anamnese, klinischem Status, Blutbild, Chemie und Urin liegt in Österreich erfahrungsgemäß zwischen 120 und 250 Euro. Ein Borrelien-Antikörpertest kostet im Speziallabor 30 bis 60 Euro. Eine Doxycyclin-Therapie über vier Wochen liegt je nach Körpergewicht und Präparat zwischen 50 und 120 Euro. Eine intensivmedizinische Versorgung bei Nierenbeteiligung kann 1.500 bis 4.000 Euro kosten. Was du nie tun solltest: pflanzliche Mittel, kolloidales Silber, Schmerzmittel aus der Hausapotheke oder antibiotische Reste vom Hund verwenden. Borrelien sind ein Bakterium, das eine wirksame, ausreichend lange Antibiose braucht, sonst überleben einzelne Erreger und die Infektion kann chronisch werden.

Häufige Fragen zu Borreliose bei der Katze

Erkranken Katzen tatsächlich klinisch an Borreliose?
Sehr selten. Antikörperraten in DACH liegen bei fünf bis 20 Prozent der Freigängerkatzen, klinisch manifeste Verläufe sind aber Einzelberichte. Lahmheit oder Fieber nach Zeckenbiss haben in den meisten Fällen andere Ursachen, die zuerst abgeklärt werden müssen.
Soll ich nach jedem Zeckenbiss einen Borrelien-Test machen?
Nein. Ein Test ist nur sinnvoll, wenn deine Katze passende klinische Symptome zeigt und andere wahrscheinlichere Ursachen ausgeschlossen wurden. Ein blinder Antikörpertest ohne Beschwerden liefert oft unklare oder positive Ergebnisse, ohne dass eine Therapie nötig wäre.
Gibt es eine Borrelien-Impfung für Katzen?
Nein, in Österreich, Deutschland und der Schweiz ist keine Borrelien-Impfung für Katzen zugelassen. Wegen des sehr geringen klinischen Erkrankungsrisikos ist eine Impfung nach derzeitigem Stand auch nicht angezeigt.
Wie schnell muss ich eine Zecke entfernen?
Borrelien werden in der Regel nach zwölf bis 24 Stunden Saugzeit übertragen. Eine zeitnahe Entfernung innerhalb weniger Stunden senkt das Übertragungsrisiko deutlich. Verwende Zeckenkarte, Zeckenzange oder Zeckenhaken, ziehe gleichmäßig und ohne zu quetschen.
Welches Spot-on ist für meine Katze sicher?
Verwende ausschließlich für Katzen zugelassene Präparate. Permethrin-haltige Hundepräparate sind für Katzen tödlich giftig. Lass dich in der Tierarztpraxis individuell beraten, weil Wirkstoff, Anwendungsdauer und Verträglichkeit von Größe, Alter und Begleiterkrankungen abhängen.
Kann ich mich bei meiner Katze mit Borreliose anstecken?
Eine direkte Übertragung Katze auf Mensch ist nicht beschrieben. Du steckst dich aber wie deine Katze über denselben Zeckenstich an, wenn die Zecke vorher auf dir krabbelt. Konsequente Zeckenkontrolle bei dir und deiner Katze schützt beide.

VETTY — Dein Tier-Assistent

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