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Katzenfutter für Babykatzen (Kitten)

Katzenfutter für Babykatzen (Kitten)

Katzenfutter für Babykatzen entscheidet maßgeblich darüber, wie sich Knochen, Organe, Immunsystem und Verhalten deines Kittens in den ersten zwölf Monaten entwickeln. Anders als bei erwachsenen Katzen geht es in dieser Lebensphase nicht um Gewichtskontrolle oder Pflegezusätze, sondern um maximale Nährstoffdichte. Ein Kitten verdoppelt sein Geburtsgewicht in den ersten zwei Wochen und legt bis zur sechzehnten Woche etwa zwei Prozent Körpergewicht pro Tag zu. Diese Wachstumsrate verlangt ein Futter, das energiedichter, eiweißreicher und mineralstoffhaltiger ist als jedes Adultfutter.

In diesem Ratgeber bekommst du einen tierärztlich überprüften Überblick über die Ernährung deines Kittens: vom ersten Tag nach der Abgabe vom Züchter bis zum Übergang ins Adultfutter rund um den ersten Geburtstag. Wir zeigen dir, wie der Übergang von der Muttermilch zum Festfutter abläuft, welche Mahlzeitenfrequenz in welchem Alter sinnvoll ist, woran du gutes Kittenfutter erkennst und welche Fütterungsfehler du in den ersten Monaten unbedingt vermeiden solltest. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft und ersetzt keine Beratung durch deinen Tierarzt vor Ort.

Babyflasche-Icon

Kittenfutter mindestens bis zum ersten Geburtstag

Spezielle Kittenfutter sind bis zum zwölften Lebensmonat zwingend, bei großen Rassen wie Maine Coon oder Norwegischer Waldkatze sogar bis zum vierundzwanzigsten Monat. Adultfutter deckt den Energie- und Mineralstoffbedarf eines wachsenden Tieres nicht ab, und ein zu früher Wechsel kann zu Wachstumsstörungen führen.

Wie ist der Übergang von Muttermilch zu Festfutter?

In den ersten vier Lebenswochen ernähren sich Kitten ausschließlich von Muttermilch. Die Katzenmilch ist extrem konzentriert und liefert alle Nährstoffe in idealer Form. Ab der vierten bis fünften Woche beginnt der natürliche Übergang: das Kitten interessiert sich für das Futter der Mutter, beginnt zu schlecken und probiert kleine Bröckchen. Ein guter Züchter unterstützt diesen Prozess mit speziellem Aufzuchtbrei, der aus aufgeweichtem Kittennassfutter und etwas warmer Katzenmilchersatzmischung besteht.

Bis zur achten Lebenswoche sollte das Kitten weitgehend selbständig festes Futter aufnehmen, dabei aber weiterhin gelegentlich gesäugt werden. Eine Abgabe vor der zwölften Woche ist tiermedizinisch nicht empfehlenswert und in Österreich nach dem Tierschutzgesetz auch nicht zulässig. Bekommst du dein Kitten mit zwölf bis sechzehn Wochen, ist die Umstellungsphase weitgehend abgeschlossen und du übernimmst die volle Fütterung.

Wichtig: Frage den Züchter, welches Futter dein Kitten gewohnt ist, und führe es zumindest in den ersten zwei Wochen weiter. Eine Futterumstellung in der ohnehin stressigen Eingewöhnungsphase ist eine häufige Ursache für Durchfall. Wenn du später auf ein anderes Produkt wechseln willst, mach das langsam über zehn bis vierzehn Tage. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Futterumstellung bei der Katze.

Wie viele Mahlzeiten braucht ein Kitten pro Tag?

Die Mahlzeitenfrequenz richtet sich nach dem Alter. Bis zur achten Woche brauchen Kitten etwa fünf bis sechs kleine Mahlzeiten pro Tag, weil ihr Magen klein ist und sie viel Energie verbrauchen. Zwischen acht und sechzehn Wochen reichen vier Mahlzeiten, ab dem vierten Monat drei, und ab dem sechsten Monat können zwei bis drei Mahlzeiten gefüttert werden. Ab dem zwölften Monat (bei großen Rassen entsprechend später) wechselst du auf das adulte Schema mit zwei Mahlzeiten.

Konkret bei einem typischen Hauskatzen-Kitten von achthundert Gramm in der zwölften Woche: Tagesbedarf etwa zweihundert Kilokalorien, verteilt auf vier Mahlzeiten zu jeweils fünfzig Kilokalorien. Das entspricht beispielsweise vier kleinen Schüsseln von rund fünfzig Gramm hochwertigem Kittennassfutter, ergänzt durch eine kleine Trockenfutter-Portion über den Tag verteilt. Bei einer Maine-Coon-Mischung mit eintausendzweihundert Gramm in der gleichen Lebensphase landest du bei rund dreihundert Kilokalorien pro Tag.

Trinkwasser muss permanent in frischer Form bereitstehen, idealerweise an mehreren Plätzen in der Wohnung. Kitten lernen erst, regelmäßig am Napf zu trinken. Ein Trinkbrunnen kann helfen, wenn du den Eindruck hast, dass dein Kitten zu wenig trinkt. Wenn die Hauptmahlzeit aus Nassfutter besteht, ist der Wasserbedarf grundsätzlich besser gedeckt als bei reiner Trockenfütterung. Mehr Hintergrund in unserem Ratgeber zu Nassfutter für Katzen.

Was zeichnet hochwertiges Kittenfutter aus?

Gutes Kittenfutter erfüllt mehrere Kriterien. Erstens: hoher Anteil tierischer Proteine, mindestens fünfunddreißig Prozent in der Trockensubstanz. Zweitens: erhöhter Fettanteil von zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent als Energiequelle für das Wachstum. Drittens: ein optimales Calcium-Phosphor-Verhältnis von ungefähr 1,1 zu 1, was für die Knochenbildung essenziell ist. Viertens: ausreichend Taurin (mindestens 0,2 Prozent in der Trockensubstanz), Arachidonsäure und Vitamin A, weil Katzen diese Stoffe nicht selbst herstellen können.

Auf der Verpackung sollte zwingend „Kitten“ oder „Junior“ stehen, kombiniert mit dem Hinweis „Alleinfuttermittel“. Komplementärfutter (Ergänzungsfutter) ist als Hauptmahlzeit für ein Kitten ungeeignet, weil die kritischen Mineralstoffe und Vitamine nicht in ausreichender Menge enthalten sind. Auch Adultfutter ist keine Alternative, weil es weniger Energie und weniger Calcium liefert. Eine ausführliche Übersicht zur Nährstoffdeklaration findest du in unserem Ratgeber zur artgerechten Ernährung der Katze.

Verzichten kannst und solltest du auf Marketing-Etiketten wie „mit echtem Lachs“ ohne Mengenangabe oder bunte Verpackungen mit niedlichen Kitten-Bildern. Was zählt ist die Analyse auf der Rückseite. Eine seriöse Marke gibt die genaue Zusammensetzung mit Prozentangaben an, also etwa Hühnerfleisch siebzig Prozent, statt vager Bezeichnungen wie Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse.

Welche typischen Fehler musst du vermeiden?

Der häufigste Fehler ist Kuhmilch. Adulte Katzen sind in der Regel laktoseintolerant, und auch Kitten ab der achten Woche verlieren zunehmend die Fähigkeit, Laktose zu verdauen. Kuhmilch führt fast immer zu Durchfall. Wenn du Milch füttern willst, dann ausschließlich spezielle Katzenmilch ohne Laktose oder Katzenmilchersatz aus dem Tierfachhandel. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu der Frage, ob Katzen Milch trinken dürfen.

Zweiter Fehler: rohes Fleisch ohne Konzept. Rohfütterung (BARF) für Kitten ist möglich, erfordert aber eine sorgfältig berechnete Rezeptur mit allen Nährstoffen, Calcium-Supplementierung und absolute Hygiene. Eine selbst zusammengestellte Rohfleischmahlzeit ohne Beratung führt häufig zu Calcium-Phosphor-Verschiebungen, die im Wachstum zu Skelettdeformationen führen. Wenn du BARF planen willst, sprich vorher mit einem auf Tierernährung spezialisierten Tierarzt.

Dritter Fehler: Adultfutter zu früh. Auch wenn die Tagesration eines Adultfutters günstiger ist und die Verpackung ähnlich aussieht, deckt es den Energie- und Mineralstoffbedarf eines Kittens nicht ab. Halte unbedingt die Empfehlung bis zwölf Monate (bei großen Rassen vierundzwanzig Monate) ein. Vierter Fehler: zu viele Leckerlis. Auch Kittenleckerlis sind Kalorien und sollten nicht mehr als zehn Prozent der Tagesration ausmachen.

Wie verläuft das Wachstum gesund?

Ein gesundes Kitten wächst gleichmäßig. In den ersten zwölf Wochen verdoppelt sich das Gewicht jeden Monat, danach verlangsamt sich die Wachstumsrate. Mit sechs Monaten hat ein durchschnittliches Kitten etwa siebzig bis achtzig Prozent seines späteren Adultgewichts erreicht. Eine Hauskatze sollte mit zwölf Monaten zwischen drei und fünf Kilogramm wiegen, je nach Geschlecht und Rasse. Maine Coons, Bengalen oder Norweger erreichen mit zwölf Monaten oft erst sechzig Prozent ihres Endgewichts.

Wiege dein Kitten in den ersten sechs Monaten alle zwei Wochen. Eine Küchenwaage funktioniert für die ersten Wochen, später eine Personenwaage oder Babywaage. Notiere die Werte in einer Tabelle, so erkennst du Wachstumsrückstand oder ungewöhnliche Sprünge frühzeitig. Wenn dein Kitten eine Woche lang kaum zunimmt oder sogar abnimmt, ist das ein Anlass für einen Tierarztbesuch.

Achte auch auf den Body Condition Score. Ein gesundes Kitten hat tastbare, aber gut bemuskelte Rippen, eine erkennbare Taille und einen leicht eingezogenen Bauch (kein Hängebauch und kein dürrer Strich). Übergewicht im Wachstum erhöht das Risiko für spätere Adipositas und Gelenkprobleme deutlich. Mehr Hintergrund in unserem Ratgeber zur Fütterung von Wohnungskatzen.

Was tun, wenn dein Kitten nicht frisst?

Ein Kitten, das mehr als zwölf Stunden gar nichts frisst, ist immer ein Notfall. Anders als adulte Katzen haben Kitten kaum Reserven, und eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) entwickelt sich schnell. Kontaktiere in dem Fall sofort deinen Tierarzt. Bei kürzeren Phasen von ein paar Stunden ohne Fressen, etwa nach dem Umzug oder einem Schreck, kannst du erst einmal beobachten und dem Kitten Ruhe gönnen.

Häufige Ursachen für Futterverweigerung sind: zu kaltes Futter (Nassfutter aus dem Kühlschrank vor der Mahlzeit anwärmen), unbekannter Geruch (frisches Futter aus einer neuen Dose oder anderem Beutel), Stress nach dem Wechsel, oder ein medizinisches Problem wie eine beginnende Atemwegsinfektion. Wenn dein Kitten zusätzlich apathisch wirkt, niest, fiebert oder Durchfall hat, ist ein zeitnaher Tierarztbesuch geboten.

Auch Durchfall bei Katzen oder Erbrechen bei Katzen sind bei Kitten ernster zu nehmen als bei erwachsenen Tieren, weil sie schneller dehydrieren. Eine Faustregel: bei jedem Verdauungsproblem, das länger als vierundzwanzig Stunden anhält oder mit Apathie einhergeht, gehört das Kitten in tierärztliche Hand.

Wie gestaltest du den Übergang ins Adultfutter?

Mit dem zwölften Monat (bei großen Rassen entsprechend später) wechselst du langsam auf Adultfutter. Plane mindestens zwei Wochen für die Umstellung ein. In der ersten Woche mischst du etwa fünfundzwanzig Prozent Adultfutter unter das Kittenfutter, in der zweiten Woche fünfzig Prozent, in der dritten siebzig, in der vierten Woche stellst du komplett um. Diese langsame Umstellung schont das Verdauungssystem und reduziert das Risiko für Durchfall.

Falls du eine Kastration planst (Standard ist zwischen sechs und neun Monaten), wechsle nicht direkt nach dem Eingriff auf ein Kastrationsfutter, solange dein Tier noch wächst. Erst ab dem zwölften Monat (oder bei großen Rassen ab dem zwanzigsten) ist das richtige Timing. Im Übergang reduziere die Tagesration leicht und beobachte das Gewicht engmaschig, weil der Energiebedarf nach Kastration sinkt.

Falls du Kombi-Fütterung mit Trocken und Nass weiterführen willst, ist das eine ausgezeichnete Strategie. Mehr Hintergrund zu Trockenfutter findest du im Ratgeber zu Trockenfutter für Katzen.

Wie sieht ein Wochenplan für ein zwölf Wochen altes Kitten aus?

Ein typischer Tag mit einem zwölf Wochen alten Hauskatzen-Kitten von achthundert Gramm beginnt morgens um sieben Uhr mit der ersten Mahlzeit. Du bietest etwa fünfundvierzig bis fünfzig Gramm hochwertiges Kittennassfutter an, lauwarm temperiert. Gegen halb elf folgt die zweite Mahlzeit, ebenfalls Nassfutter oder eine kleine Portion Kittentrockenfutter (etwa fünf bis sieben Gramm), die du in einem Activity-Brett oder Futterball anbietest. So fördert das Kitten gleichzeitig seine Beuteinstinkte.

Mittags zwischen zwölf und vierzehn Uhr ist Spielphase und Schlafenszeit. Dazwischen brauchen Kitten viel Ruhe, weil sie im Schlaf wachsen. Gegen sechzehn Uhr folgt die dritte Mahlzeit, wieder Nassfutter mit etwa fünfundvierzig Gramm. Gegen zwanzig Uhr die vierte und letzte Hauptmahlzeit. Über die Nacht reicht das, weil ein gut gefüttertes Kitten meist sechs bis acht Stunden ohne weitere Ration auskommt.

Wasser steht permanent zur Verfügung, idealerweise an mindestens zwei Plätzen. Spielphasen verteilst du auf vier bis fünf kleine Einheiten von je fünf bis zehn Minuten über den Tag. Eine Federangel, ein Tunnel, kleine Bälle und etwas zum Verstecken sind ausreichend. Wichtig: nach jedem Spiel eine kurze Belohnungs-Krocketten-Portion, das verbindet Bewegung mit positivem Erlebnis und beugt frustriertem Beuteverhalten vor.

Tierärztlicher Blick: wann zum Profi?

Ein Kitten sollte in den ersten Wochen nach Übernahme einmal vom Tierarzt durchgecheckt werden, idealerweise innerhalb der ersten sieben Tage. Dabei werden Impfungen kontrolliert, Entwurmung aktualisiert, Mikrochip geprüft und die allgemeine Entwicklung beurteilt. Plane danach Termine zur zweiten und dritten Impfung mit acht und zwölf Wochen Abstand, sowie zur Kastration zwischen sechs und neun Monaten ein.

Bei jedem Hinweis auf Wachstumsprobleme, Verdauungsstörungen, Atemwegssymptomen oder Verhaltensauffälligkeiten gehört das Kitten zeitnah in tierärztliche Hand. In Österreich findest du Praxen über unseren Tierarzt-Finder, in der Hauptstadt hilft die regionale Übersicht Tierarzt Wien. Eine Katzenversicherung wird oft am günstigsten abgeschlossen, solange das Tier jung und gesund ist.

Häufige Fragen zu Kittenfutter

Wie lange muss ich Kittenfutter füttern?
Bis zum zwölften Lebensmonat, bei großen Rassen wie Maine Coon, Norwegischer Waldkatze oder Bengal bis zum vierundzwanzigsten Monat. Adultfutter zu früh führt zu Wachstumsstörungen.
Wie viele Mahlzeiten braucht mein Kitten pro Tag?
Bis zur achten Woche fünf bis sechs Mahlzeiten, bis zur sechzehnten Woche vier, bis zum sechsten Monat drei, danach zwei bis drei Mahlzeiten täglich.
Darf ich meinem Kitten Kuhmilch geben?
Nein. Kuhmilch enthält Laktose, die Kitten ab der achten Woche meist nicht mehr verdauen können. Folge: Durchfall. Wenn überhaupt Milch, dann nur spezielle laktosefreie Katzenmilch aus dem Tierfachhandel.
Was tun, wenn mein Kitten nicht frisst?
Mehr als zwölf Stunden ohne Fressen ist bei Kitten ein Notfall. Kontaktiere sofort deinen Tierarzt, weil schnell eine Hypoglykämie droht. Kürzere Phasen nach Stress sind in der Regel unproblematisch.
Kann ich Adultfutter mit Kittenfutter mischen?
Bevor das Kitten ein Jahr alt ist, nicht. Erst ab dem zwölften Monat (bei großen Rassen später) ist eine schrittweise Umstellung über zwei Wochen sinnvoll.
Sind BARF und Rohfütterung für Kitten geeignet?
Möglich, aber nur mit professionell berechneter Rezeptur und Calcium-Supplementierung. Selbst zusammengestellte Rohfütterung ohne Beratung führt häufig zu Wachstumsstörungen. Sprich vorher mit einem Ernährungsspezialisten.

VETTY — Dein Tier-Assistent

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