Katzengras und ungiftige Pflanzen für die Wohnung
Katzengras ist eine der einfachsten und wirkungsvollsten Möglichkeiten, deiner Katze etwas Gutes zu tun — und gleichzeitig deine Wohnung grüner und sicherer zu gestalten. Wohnungskatzen fehlt der natürliche Zugang zu Grünpflanzen draußen, weshalb viele instinktiv an Zimmerpflanzen knabbern. Damit das nicht zur Gefahr wird, zeigen wir dir, welche Pflanzen ungiftig und sogar förderlich für deine Katze sind, wie du Katzengras einfach selbst anbaust — und welche Pflanzen du unbedingt aus deiner Wohnung entfernen solltest.
Natürliche Ergänzung
Katzengras liefert Ballaststoffe, Chlorophyll und Mikronährstoffe, die Wohnungskatzen im Alltag fehlen. Es ist kein Ersatz für hochwertiges Katzenfutter, aber eine sinnvolle Ergänzung.
Instinktives Verhalten
Katzen fressen von Natur aus Gras und Pflanzen. Das ist keine Laune, sondern ein tief verwurzelter Instinkt, der zur Verdauung und Körperpflege beiträgt.
Sichere Alternativen
Mit den richtigen ungiftigen Zimmerpflanzen schützt du deine Katze vor Vergiftungen und gibst ihr gleichzeitig eine artgerechte Beschäftigung.
Vorsicht bei giftigen Pflanzen
Viele beliebte Zimmerpflanzen sind für Katzen hochgiftig. Lilien, Ficus und Dieffenbachie können zu schweren Vergiftungen führen — Aufklärung kann Leben retten.
Warum fressen Katzen Gras — und was bringt es ihnen?
Wenn du deine Katze dabei beobachtest, wie sie genüsslich an einem Büschel Gras kaut, fragst du dich vielleicht: Was hat das zu bedeuten? Dieses Verhalten ist bei Katzen aller Art weit verbreitet — von der Hauskatze bis zum Löwen — und hat tiefe evolutionäre Wurzeln.
Der wichtigste Grund ist die Regulierung der Verdauung. Katzen sind obligate Fleischfresser, deren Magen-Darm-Trakt auf tierisches Protein ausgelegt ist. Pflanzenfasern können nicht vollständig verdaut werden, regen aber die Darmbewegung an und helfen dabei, unverdauliche Bestandteile wie Haare, Federn oder Knochen auszuscheiden. Wenn deine Katze nach dem Grasfuttern erbricht, ist das kein Zeichen von Krankheit — sondern oft ein gezielter Reinigungsprozess.
Ein weiterer Nutzen ist die Ausscheidung von Haarballen. Katzen putzen sich täglich und schlucken dabei erhebliche Mengen loser Haare. Diese Haare sammeln sich im Magen und müssen irgendwann raus. Gras hilft dabei als natürlicher Trigger für den Würgereflex und erleichtert die Ausscheidung der unliebsamen Ballen erheblich. Wenn du weniger Haarballen in deiner Wohnung finden möchtest, ist Katzengras eine der effektivsten Maßnahmen — neben regelmäßigem Bürsten.
Dazu kommen Mikronährstoffe und Chlorophyll. Frisches Grünzeug enthält Folsäure, die für die Blutbildung wichtig ist, sowie Chlorophyll, das antibakteriell wirkt und den Atem erfrischt. In der Natur würden Katzen diese Nährstoffe über die Mageninhalt ihrer Beute aufnehmen — in der Wohnung fehlt diese Quelle. Katzengras schließt diese Lücke auf natürliche Weise.
Schließlich gibt es auch eine psychologische Komponente: Kauen und Knabbern an Pflanzen ist für viele Katzen eine Form der Beschäftigung und Stressreduktion. Besonders Wohnungskatzen, die keine Möglichkeit haben, draußen zu jagen, profitieren von dieser Art der Stimulation. Wenn du mehr über die Beschäftigung von Wohnungskatzen erfahren möchtest, lies auch unseren Artikel über Wohnungskatzen beschäftigen.
Achtung: Giftige Pflanzen sofort entfernen!
Viele gängige Zimmerpflanzen sind für Katzen lebensgefährlich. Lilien (alle Arten) können bei Katzen schon in kleinen Mengen zu akutem Nierenversagen führen. Auch Ficus, Dieffenbachie, Efeu und Weihnachtsstern sind giftig. Wenn du vermutest, dass deine Katze eine giftige Pflanze gefressen hat, gehe sofort zum Tierarzt — warte nicht auf Symptome. Eine vollständige Liste giftiger Pflanzen findest du weiter unten in diesem Artikel.
Katzengras anbauen: Die einfachste Methode

Katzengras ist nicht eine einzelne Pflanze, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Getreidegräser, die speziell für Katzen angebaut werden. Die gebräuchlichsten Arten sind:
- Gerste (Hordeum vulgare) — Wächst schnell, hat breite Blätter und ist besonders beliebt bei Katzen. Keimt innerhalb von 3–5 Tagen und ist nach etwa einer Woche erntereif.
- Weizen (Triticum ästivum) — Etwas feiner als Gerste, sehr zart und gut verträglich. Ideal für empfindliche Katzen oder Kitten.
- Hafer (Avena sativa) — Hat die meisten Ballaststoffe und wird oft in fertigen Katzengras-Sets verwendet. Wächst etwas langsamer, ist aber sehr robust.
- Tigergras (Miscanthus sinensis) — Technisch kein Getreide, sondern ein Ziergras. Wächst sehr schnell und hoch, regt den Spieltrieb an.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Selbstanbauen:
Du brauchst: Katzengras-Samen (im Zoohandel oder online erhältlich, ca. 2–5 Euro pro Packung), eine flache Schale oder einen Topf (mindestens 5 cm tief), handelsübliche Anzuchterde oder Katzengras-Erde, Wasser und einen hellen Standort.
- Fülle die Schale etwa 3–4 cm hoch mit Erde und drücke sie leicht an.
- Streue die Samen gleichmäßig aus — sie dürfen ruhig dicht liegen, aber nicht stapeln.
- Bedecke die Samen mit einer dünnen Erdschicht (ca. 0,5 cm) oder drücke sie leicht in die Erde.
- Gieße vorsichtig, sodass die Erde gleichmäßig feucht ist — aber nicht nass.
- Stelle die Schale an einen warmen, hellen Ort (aber nicht in direkte Mittagssonne).
- Halte die Erde in den ersten Tagen gleichmäßig feucht — ein tägliches Besprühen mit einer Sprühflasche reicht aus.
- Nach 3–7 Tagen keimen die Samen, nach 7–14 Tagen ist das Gras 8–12 cm hoch und kann deiner Katze angeboten werden.
Wichtige Pflegetipps: Schneide das Gras auf ca. 5 cm zurück, wenn es zu lang wird — dann treibt es neu aus. Tausche das Gras spätestens alle 3–4 Wochen aus, wenn es gelb wird oder schimmelig riecht. Viele Katzenbesitzer halten immer zwei Töpfe im Wechsel, sodass immer frisches Gras verfügbar ist.
Fertige Katzengras-Sets aus dem Handel sind ebenfalls eine gute Option, wenn du es besonders einfach haben möchtest. Diese enthalten meist bereits vorgekeimtes Gras und müssen nur noch gegossen werden.
Die 15 besten ungiftigen Zimmerpflanzen für Katzenhaushalte
Eine katzenfreundliche Wohnung muss nicht auf Grün verzichten. Diese Pflanzen sind laut ASPCA (American Society for the Prevention of Cruelty to Animals) für Katzen ungiftig und können bedenkenlos in Katzenhaushalten gehalten werden:
- Bromelien (Bromeliaceae) — Exotisch aussehend, vollständig ungiftig und sehr pflegeleicht. Brauchen wenig Wasser und vertragen auch weniger Licht. Eine tolle Option für jede Wohnung.
- Phalaenopsis-Orchideen — Die häufigsten Orchideen im Handel sind für Katzen ungiftig. Allerdings können andere Orchideenarten problematisch sein — kaufe also nur Phalaenopsis, wenn du sichergehen willst.
- Bambus (Bambusoideae) — Echter Bambus ist ungiftig, wächst schnell und wird von Katzen gerne bespielt. Achtung: Der sogenannte „Glücksbambus“ (Dracaena sanderiana) ist trotz des Namens leicht giftig — kauf nur echten Bambus.
- Petersilie (Petroselinum crispum) — Das Küchengewürz ist in kleinen Mengen unbedenklich für Katzen. In großen Mengen kann es die Nieren belasten, aber die normale Haushaltsmenge ist kein Problem.
- Minze (Mentha) — Viele Katzen lieben den Duft von Minze und knabbern gerne daran. Die Pflanze ist ungiftig und kann sogar beruhigend wirken.
- Catnip / Katzenminze (Nepeta cataria) — Streng genommen kein typisches Dekorationselement, aber eine der beliebtesten „Pflanzen“ für Katzen. Dazu mehr im Abschnitt weiter unten.
- Hänge-Maranthe (Calathea / Maranta) — Schöne Blattpflanze mit gemusterten Blättern, vollständig ungiftig und für feuchte Wohnräume geeignet.
- Afrikanisches Veilchen (Saintpaulia) — Klassische Fensterbank-Pflanze mit wunderschönen Blüten, ungiftig für Katzen und Hunde.
- Echte Kamille (Matricaria chamomilla) — In kleinen Mengen unbedenklich, hat sogar beruhigende Eigenschaften. Nicht mit Römischer Kamille verwechseln, die bei Katzen Magenbeschwerden verursachen kann.
- Gerber-Gänseblümchen / Gerbera (Gerbera jamesonii) — Farbenfrohe Blume, die zwar leicht reizend sein kann, aber keine ernsten Vergiftungen verursacht. Auf der sicheren Seite.
- Wachsblume (Hoya) — Elegante, rankende Pflanze mit wachsartigen Blättern. Ungiftig und sehr robust gegenüber Katzen, die gerne an Ranken ziehen.
- Schwertfarn (Nephrolepis exaltata) — Beliebte Hängepflanze, vollständig ungiftig. Achte aber auf andere Farnarten — nicht alle sind sicher.
- Zinnien (Zinnia) — Bunte Sommerblumen, ungiftig und ideal für sonnige Fensterbänke. Werden von Katzen meist in Ruhe gelassen, da kein besonderer Geruch.
- Rosinen-Baum / Apfelbaum-Bonsai — Kleine Obstbaum-Bonsais sind in der Regel ungiftig, solange sie nicht gespritzt wurden. Stelle sicher, dass keine Pestizide verwendet wurden.
- Kohlrabi und andere Gemüsepflanzen — Kohl, Salat und viele andere Gemüsepflanzen sind für Katzen ungiftig und können ohne Bedenken angebaut werden. Knabbern sie daran, schadet es nicht.
Tipp: Wenn du dir bei einer Pflanze nicht sicher bist, prüfe sie auf der ASPCA-Website unter aspca.org/pet-care/animal-poison-control/toxic-and-non-toxic-plants. Diese Datenbank ist kostenlos und sehr umfangreich.
Gleichzeitig empfehlen wir, die Wohnung insgesamt katzensicher zu gestalten. Lies dazu unseren Ratgeber Wohnung katzensicher machen für mehr Tipps.
Diese Pflanzen sind giftig für Katzen — unbedingt vermeiden!

Die folgende Liste enthält die häufigsten und gefährlichsten Zimmerpflanzen für Katzen. Wenn du eine oder mehrere davon in deiner Wohnung hast, solltest du sie entweder vollständig entfernen oder zumindest sicher außerhalb der Reichweite deiner Katze aufstellen:
Lebensgefährlich:
- Lilien (Lilium spp. und Hemerocallis spp.) — ALLE Teile der Pflanze, einschließlich Blütenstaub und Wasser in der Vase, sind für Katzen hochgiftig. Schon kleine Mengen können zu akutem Nierenversagen und Tod führen. Tulpen und Narzissen sind ebenfalls gefährlich.
- Oleander (Nerium oleander) — Enthält herzwirksame Glykoside, die zu Herzrhythmusstörungen, Erbrechen und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Auch in kleinen Mengen gefährlich.
- Engelstrompete / Brugmansia — Enthält starke Tropanalkaloide. Bereits kleine Mengen verursachen schwere neurologische Symptome.
Stark giftig:
- Ficus (Ficus benjamina und andere Ficusarten) — Der Milchsaft ist stark reizend und kann Haut- und Schleimhautreizungen, Erbrechen und Durchfall verursachen. Bei häufigem Kontakt können allergische Reaktionen entstehen.
- Dieffenbachie (Dieffenbachia) — Enthält Calciumoxalatkristalle, die sofortige Schmerzen im Maul, starken Speichelfluss, Schluckbeschwerden und Atemnot verursachen. Bei Katzen besonders gefährlich.
- Philodendron — Ebenfalls Calciumoxalat-haltig, ähnliche Symptome wie Dieffenbachie. Viele Kletterphilodendrons sind sehr verbreitet in Wohnungen.
- Calla / Zantedeschia — Enthält Oxalate und ist giftig für Katzen. Verursacht Reizungen im Maul- und Rachenraum sowie Magen-Darm-Beschwerden.
- Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) — Der Milchsaft enthält Euphorbin und verursacht Erbrechen, Durchfall und Reizungen der Schleimhäute.
- Pothos / Efeutute (Epipremnum aureum) — Eine der beliebtesten Hängepflanzen, aber giftig für Katzen. Verursacht Reizungen der Mundschleimhaut und des Magen-Darm-Trakts.
- Aloe vera — Oft als Heilpflanze angepriesen, aber für Katzen giftig. Das Latex in den Blättern verursacht Erbrechen und Durchfall.
- Ivy / Efeu (Hedera helix) — Enthält Falcarinol und andere Verbindungen, die zu Erbrechen, Schleimhautreizungen und in größeren Mengen zu neurolgischen Problemen führen.
Leicht giftig / mit Vorsicht zu genießen:
- Chrysanthemen — Enthalten Pyrethrine, die Erbrechen und Koordinationsstörungen verursachen können.
- Kalanchoe (Flammendes Käthchen) — Enthält herzwirksame Steroide. Bei regelmäßigem Fressen problematisch.
- Sanseveria / Schwiegermutterzunge — Verursacht Erbrechen und Durchfall, in der Regel nicht lebensbedrohlich.
- Jade-Pflanze / Crassula — Kann Erbrechen, Depression und koordinationsstörungen verursachen. Genaue giftige Substanz noch nicht vollständig bekannt.
Im Verdachtsfall gilt: Ruf sofort beim Tierarzt an oder kontaktiere eine Tiergift-Notfallnummer. In Deutschland ist das die Tiergiftnotrufzentrale Berlin: 030 / 19240. Warte nicht auf deutliche Symptome — bei Lilien können schon wenige Stunden entscheidend sein. Informationen zur richtigen Impfvorsorge für deine Katze findest du in unserem Artikel über Katzenimpfungen.
💰 Kosten: Katzengras und ungiftige Pflanzen im Überblick
Katzengras-Samen: 2–5 € pro Packung (reicht für mehrere Aussaaten) | Fertige Katzengras-Sets: 5–12 € (inkl. Erde und Schale) | Fertiges gewachsenes Katzengras: 2–4 € im Zoohandel | Ungiftige Zimmerpflanzen (z.B. Orchidee, Bromelien): 5–20 € je nach Größe | Laufende Kosten: Katzengras alle 3–4 Wochen erneuern, Gesamtkosten ca. 3–6 € pro Monat. Ein sehr günstiger Beitrag zur Gesundheit deiner Katze!
Catnip und Baldrian: Die berauschenden Alternativen

Neben Katzengras gibt es zwei weitere Pflanzen, die Katzen auf besondere Weise ansprechen und die du in keinem Katzenhaushalt vergessen solltest: Catnip (Katzenminze) und Baldrian. Beide sind ungiftig, wirken aber auf ganz andere Weise als normales Katzengras.
Catnip (Nepeta cataria) enthält das ätherische Öl Nepetalacton, das bei etwa 50–70 % aller Katzen eine euphorische Reaktion auslöst. Die Katze riecht an der Pflanze und beginnt zu rollen, zu reiben, zu vokalisieren und sich scheinbar in einem Rauschzustand zu befinden. Diese Reaktion dauert typischerweise 5–15 Minuten, danach folgt eine Refraktärphase von ca. 30 Minuten, in der die Katze nicht reagiert. Jungtiere unter 6 Monaten reagieren meist nicht auf Catnip — die Empfindlichkeit entwickelt sich erst mit der Geschlechtsreife. Auch ältere Katzen verlieren manchmal die Reaktion.
Catnip ist vollständig ungiftig und hat keinen Suchtpotenzial. Es kann als getrocknetes Kraut, als Spray oder als lebende Pflanze angeboten werden. Die lebende Pflanze hat den Vorteil, dass das ätherische Öl länger frisch und wirksam bleibt. Du kannst Catnip ganz einfach selbst auf der Fensterbank anbauen — es ist ähnlich pflegeleicht wie Katzengras.
Baldrian (Valeriana officinalis) wirkt auf Katzen durch das enthaltene Actinidin und verwandte Iridoid-Verbindungen. Die Reaktion ähnelt der auf Catnip, ist aber oft noch intensiver und kann bei manchen Katzen aggressiveres Verhalten auslösen. Baldrian riecht für Menschen streng und unangenehm — für Katzen ist es aber ein wahrer Genuss.
Im Gegensatz zu Catnip reagieren fast alle Katzen auf Baldrian, auch solche, die auf Catnip nicht ansprechen. Baldrian wird im Handel oft als getrocknete Wurzel oder in Spielzeug eingenäht verkauft. Die lebende Pflanze eignet sich auch als Zimmerpflanze, ist jedoch weniger dekorativ als Catnip.
Silberwein (Actinidia polygama) ist eine weniger bekannte dritte Option. Diese asiatische Kletterpflanze enthält Neomatatabiol, auf das etwa 80 % aller Katzen reagieren — inklusive jener, die auf Catnip nicht ansprechen. Silberwein ist in Deutschland noch nicht sehr verbreitet, aber im Fachhandel erhältlich und für Katzen völlig ungiftig.
Diese berauschenden Pflanzen sind nicht nur Spaß für die Katze — sie sind auch eine Form der Enrichment, also der Umweltanreicherung, die besonders für Wohnungskatzen wichtig ist. Sie stimulieren die Sinne, fördern Bewegung und reduzieren Stress. Mehr dazu in unserem Ratgeber über die Beschäftigung von Wohnungskatzen.
Katze frisst Pflanzen trotz Katzengras: Was tun?

Du hast Katzengras aufgestellt, aber deine Katze frisst trotzdem lieber an deinen Zimmerpflanzen? Das ist frustrierend, aber lösbar. Hier sind die häufigsten Ursachen und was du dagegen tun kannst:
1. Das Katzengras ist nicht attraktiv genug. Katzen bevorzugen frisches, grünes, saftig wirkendes Gras. Ist dein Katzengras vergilbt, trocken oder zu kurz, wird es ignoriert. Tausche es regelmäßig aus und biete immer frisches Gras an. Experimentiere auch mit verschiedenen Sorten — manche Katzen bevorzugen Gerste, andere Hafer.
2. Der Standort stimmt nicht. Stelle das Katzengras dort auf, wo deine Katze sich am liebsten aufhält — nicht in einer Ecke, die sie selten besucht. Probiere auch verschiedene Behälter aus: Manche Katzen trinken lieber aus einer bestimmten Schüsselform, was auch für Futterpflanzen gilt.
3. Langeweile und Stress. Wenn eine Katze trotz ausreichendem Katzengras exzessiv an Pflanzen kaut, kann das ein Zeichen von Unterstimulierung oder Stress sein. Überprüfe, ob deine Katze genug Beschäftigung hat. Neue Spielzeuge, Kratzbäume, Klettergerüste oder regelmäßige Spieleinheiten mit dir können helfen. Auch ein neues Kitten kann manchmal helfen — allerdings will das gut überlegt sein. Informationen dazu findest du in unserem Artikel über die Eingewöhnung eines Kittens.
4. Die Pflanzen sind zu verlockend. Wenn deine Katze eine bestimmte Pflanze immer wieder anknabbert, hilft es manchmal, diese Pflanze mit Zitrusduft (den Katzen in der Regel nicht mögen) abzuschrecken, oder sie in einen Raum zu stellen, zu dem die Katze keinen Zugang hat. Bitterspray aus dem Zoohandel kann ebenfalls helfen.
5. Gesundheitliche Ursachen. Wenn eine Katze plötzlich beginnt, exzessiv Pflanzen oder sogar Erde zu fressen (Pica-Verhalten), kann das auf Mangelernährung, Parasiten oder andere gesundheitliche Probleme hinweisen. In diesem Fall solltest du einen Tierarzt aufsuchen. Bei Übergewicht, das oft mit falscher Ernährung zusammenhängt, lies auch unseren Ratgeber zu Übergewicht bei Katzen.
Praktische Sofortmaßnahmen:
- Alle giftigen Pflanzen sofort entfernen oder in unzugängliche Bereiche stellen
- Mehr und frischeres Katzengras anbieten (mindestens 2 Töpfe)
- Täglich 15–20 Minuten aktiv mit der Katze spielen
- Kräutertöpfe (Minze, Petersilie) als erlaubte Knabberoptionen anbieten
- Umgebung mit Klettergerüsten und Verstecken bereichern
Wenn du neu mit einer Katze zusammenziehst oder einen Umzug planst, vergiss nicht, die Wohnung vorab katzensicher zu gestalten. Unser Artikel Wohnung katzensicher machen gibt dir einen detaillierten Überblick. Auch der Chip deiner Katze für den Notfall ist wichtig — lies dazu alles über Mikrochips für Haustiere.
Häufige Fragen zu Katzengras und Pflanzen
Quellen
ASPCA Animal Poison Control Center — Toxic and Non-Toxic Plants (2024)
Ludwig-Maximilians-Universität München, Tierärztliche Fakultät — Tiervergiftungen
Tiergesundheit.com — Katzengras: Wirkung und Anbau (2023)
PLOS ONE — Plant-based enrichment for domestic cats: nepetalactone and other compounds (2018)
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) — Vergiftungen durch Pflanzen bei Tieren