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Kitten entwurmen: Wann, wie oft und mit welchem Mittel?

Kitten entwurmen: Wann, wie oft und mit welchem Mittel?

Wer ein Kitten aufnimmt, steht schnell vor einer wichtigen Frage: Wann muss ich mein Kitten entwurmen, wie oft sollte das passieren – und welches Mittel ist das richtige? Kleinkätzchen sind besonders anfällig für Wurmbefall, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist und sie häufig schon von Geburt an mit Würmern in Kontakt kommen. Eine konsequente Entwurmung schützt dein Kitten, beugt ernsthaften Erkrankungen vor und ist – das wird oft vergessen – auch für die menschliche Familie relevant, denn einige Wurmarten sind auf den Menschen übertragbar.

In diesem Artikel erfährst du alles, was du über die Entwurmung von Kitten wissen musst: den richtigen Zeitplan, häufige Wurmarten, geeignete Mittel und worauf du dabei achten solltest. Außerdem zeigen wir dir, wann ein Tierarztbesuch unbedingt notwendig ist.

Entwurmungsplan

Zeitplan ab der 2. Lebenswoche

Kitten sollten ab der 2. Lebenswoche alle zwei Wochen entwurmt werden – bis zur 12. Woche. Danach folgt eine monatliche Entwurmung bis zum 6. Lebensmonat.

Entwurmungsmittel

Das richtige Mittel wählen

Ob Paste, Tablette oder Spot-on – die Darreichungsform hängt vom Alter und Gewicht deines Kittens ab. Manche Mittel sind rezeptfrei erhältlich, andere nur beim Tierarzt.

Häufige Würmer

Häufige Wurmarten bei Kitten

Spulwürmer, Hakenwürmer und Bandwürmer sind die häufigsten Parasiten bei Katzenwelpen. Spulwürmer kommen besonders oft vor und können bereits über die Muttermilch übertragen werden.

Schutz für Menschen

Schutz auch für die Familie

Bestimmte Wurmarten wie der Spulwurm können auf Menschen übertragen werden. Regelmäßige Entwurmung schützt daher nicht nur dein Kitten, sondern auch dich und deine Familie.

Warum müssen Kitten so früh und so oft entwurmt werden?

Kleinkätzchen kommen häufig schon mit einem Wurmbefall auf die Welt oder infizieren sich kurz nach der Geburt. Das liegt daran, dass Spulwurmlarven im Körper der Mutter jahrelang in Ruhestadien verharren können – und erst in der Schwangerschaft oder Stillzeit reaktiviert werden. Sie wandern dann über die Plazenta oder die Muttermilch in das Kitten ein. Das bedeutet: Selbst eine gewissenhaft entwurmte Mutterkatze kann ihren Nachwuchs infizieren.

Der Grund, warum die Entwurmung so häufig wiederholt werden muss, ist der Lebenszyklus der Würmer. Entwurmungsmittel wirken in der Regel nur gegen erwachsene Würmer im Darm – nicht gegen Larven, die sich noch in anderen Geweben befinden. Durch die wiederholte Behandlung werden die Würmer erfasst, sobald sie in ihr adultes Stadium eingetreten sind. So wird eine vollständige Elimination sichergestellt.

Der empfohlene Entwurmungsplan für Kitten

Dieser Zeitplan orientiert sich an den Empfehlungen der European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP):

  • Ab der 2. Lebenswoche: Erste Entwurmung des Kittens (gleichzeitig mit der Mutterkatze)
  • Alle 2 Wochen bis zur 12. Lebenswoche: Wiederholung der Entwurmung
  • Monatlich von der 12. Woche bis zum 6. Lebensmonat: Weiterführende Entwurmung
  • Ab dem 6. Lebensmonat: Mindestens 4x pro Jahr, bei Freiläufern häufiger

Welche Würmer befallen Kitten am häufigsten?

Kitten beim Tierarzt – Entwurmung und Gesundheitscheck

Nicht alle Würmer sind gleich gefährlich, und nicht alle Mittel wirken gegen alle Arten. Deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Parasiten bei Kitten besonders häufig auftreten.

Spulwürmer (Toxocara cati)

Der Katzenspu­lwurm ist mit Abstand der häufigste Darmparasit bei Kitten. Er kann bis zu 10 cm lang werden und lebt im Dünndarm. Infizierte Kitten scheiden täglich Millionen von Eiern mit dem Kot aus, die in der Umwelt sehr lange infektiös bleiben. Übertragungswege sind die Muttermilch, Eier aus der Umgebung oder infizierte Beutetiere. Wichtig: Spulwurmlarven können auch auf Menschen – besonders Kinder – übertragen werden und dort zu sogenannter Larva migrans visceralis führen.

Hakenwürmer (Ancylostoma tubäforme)

Hakenwürmer sind kleiner als Spulwürmer, aber deutlich aggressiver: Sie bohren sich in die Darmschleimhaut und ernähren sich von Blut. Das kann bei Kitten zu schwerer Blutarmut (Anämie) führen. Hakenwürmer kommen in Deutschland seltener vor als Spulwürmer, treten aber besonders bei Katzen auf, die in wärmeren Regionen gelebt haben oder viel Bodenkontakt haben.

Bandwürmer (Dipylidium caninum, Taenia spp.)

Bandwürmer werden häufig durch das Verschlucken infizierter Flöhe oder Nagetiere übertragen. Ein Kitten kann sich also nur dann mit Bandwürmern infizieren, wenn es Flöhe hat oder Mäuse frisst. Typisches Zeichen für Bandwurmbefall sind kleine, reiskornähnliche Wurmglieder im Fell rund um den After oder im Kot. Gegen Bandwürmer wirken nicht alle Standardpräparate – hier ist ein Mittel mit dem Wirkstoff Praziquantel nötig.

Woran erkennst du, dass dein Kitten Würmer hat?

Viele Kitten zeigen bei einem frühen oder leichten Befall keine deutlichen Symptome. Bei stärkerem Befall können jedoch folgende Anzeichen auftreten:

  • Aufgeblähter, kugelrunder Bauch (typisch bei Spulwurmbefall)
  • Durchfall oder Erbrechen – manchmal mit sichtbaren Würmern im Erbrochenen oder Kot
  • Schlechtes Wachstum und mangelnde Gewichtszunahme trotz gutem Appetit
  • Glanzloses Fell und allgemeine Mattheit
  • Anämie (blasse Schleimhäute) – vor allem bei Hakenwurmbefall
  • Scheuern am Boden (sog. Schlittenfahren) – ein mögliches Zeichen für Bandwurmbefall
  • Sichtbare Würmer oder Wurmsegmente im Kot oder im Fell um den After

Wenn du eines dieser Symptome bei deinem Kitten beobachtest, solltest du unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Einen passenden Tierarzt in deiner Nähe findest du über Go4Vet – Tierarztsuche. Außerdem empfehlen wir dir, auch unsere Artikel zu häufigen Kitten-Krankheiten und Durchfall beim Kitten zu lesen.

Tierarzt untersucht ein Kitten – Entwurmungsmittel und Behandlung

Welche Entwurmungsmittel gibt es für Kitten?

Die Auswahl an Entwurmungsmitteln für Kitten ist groß – aber nicht jedes Mittel ist für jedes Alter geeignet. Entscheidend sind das Alter, das Gewicht und der vermutete Wurmtyp.

Wirkstoffe im Überblick

  • Pyrantel: Wirkt gegen Spulwürmer und Hakenwürmer. Gut verträglich, auch für sehr junge Kitten geeignet (ab 2 Wochen). Häufig in Pasten für Welpen und Kitten enthalten.
  • Fenbendazol: Breitbandmittel gegen Spulwürmer, Hakenwürmer und bestimmte Bandwurmarten. Wird oft über mehrere Tage gegeben.
  • Praziquantel: Unverzichtbar bei Bandwurmbefall. Wirkt ausschließlich gegen Band- und Saugwürmer – sollte kombiniert werden, wenn auch Spulwürmer vermutet werden.
  • Emodepsid + Praziquantel (z. B. Profender Spot-on): Kombinationspräparat, wird auf die Haut aufgetragen. Erst ab einem bestimmten Gewicht und Alter zugelassen.

Darreichungsformen

  • Paste: Besonders geeignet für sehr junge Kitten ab 2 Wochen. Leicht zu dosieren, da das Gewicht des Kittens berücksichtigt werden muss.
  • Tablette: Bewährt für ältere Kitten. Kann im Futter versteckt oder direkt eingegeben werden.
  • Spot-on: Tropfen auf die Haut – praktisch, wenn das Kitten keine Tabletten schlucken will. Erst ab einem bestimmten Mindestalter und -gewicht anwendbar.

Rezeptfrei vs. verschreibungspflichtig

Viele Entwurmungsmittel sind rezeptfrei in der Apotheke oder im Zoohandel erhältlich. Allerdings sind rezeptfreie Produkte oft nur gegen eine oder zwei Wurmarten wirksam. Breitband-Präparate, die gegen alle wichtigen Wurmarten wirken, sind häufig verschreibungspflichtig. Für eine gezielte Behandlung – etwa wenn bereits Symptome bestehen oder ein bestimmter Wurmtyp vermutet wird – empfehlen wir immer den Gang zum Tierarzt. Dieser kann auch eine Kotuntersuchung veranlassen, um den genauen Befall festzustellen.

Können Würmer vom Kitten auf Menschen übertragen werden?

Kitten gesund und munter nach der Entwurmung

Ja – und das ist ein ernstzunehmender Aspekt, der oft unterschätzt wird. Vor allem der Katzenspu­lwurm (Toxocara cati) kann auf Menschen übertragen werden. Die mikroskopisch kleinen Eier gelangen über verunreinigte Erde, Sand oder Katzenkot in die menschliche Umgebung. Besonders gefährdet sind Kinder, die im Sand spielen, sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Im menschlichen Körper können die Larven durch verschiedene Organe wandern und sogenannte Larva migrans visceralis oder Larva migrans ocularis (mit Sehstörungen) verursachen. Obwohl ernsthafte Erkrankungen selten sind, ist Vorsicht geboten:

  • Katzenkot regelmäßig und zeitnah entsorgen (Spulwurmeier werden erst nach mehreren Tagen in der Umwelt infektiös)
  • Hände waschen nach dem Kontakt mit Kitten oder Katzenklo
  • Kinder vom Sandkasten fernhalten, der von Katzen als Klo genutzt wird
  • Regelmäßige Entwurmung des Kittens konsequent durchführen

Bandwürmer (Dipylidium caninum) können ebenfalls auf Menschen übertragen werden – allerdings nur durch das Verschlucken infizierter Flöhe, was beim Menschen selten vorkommt.

💰 Was kostet die Entwurmung eines Kittens?

Die Kosten für die Entwurmung variieren je nach Mittel und ob du zum Tierarzt gehst oder frei erhältliche Präparate nutzt:

  • Rezeptfreie Paste/Tablette (Zoohandel/Apotheke): ca. 5–15 € pro Behandlung
  • Verschreibungspflichtiges Breitband-Präparat: ca. 10–25 € pro Behandlung (zzgl. Tierarztbesuch)
  • Tierarztbesuch inkl. Entwurmung: ca. 30–60 € je nach Praxis und Bundesland
  • Kotuntersuchung auf Wurmeier: ca. 15–30 € (sinnvoll bei Symptomen oder zur Kontrolle)

Berücksichtige, dass du in den ersten 6 Lebensmonaten häufig entwurmen musst. Plane für den gesamten Zeitraum etwa 80–150 € für die Entwurmungsbehandlungen ein – abhängig davon, ob du rezeptfreie oder tierärztlich verschriebene Mittel einsetzt.

Tipps für die Entwurmung – So klappt es auch mit widerspenstigen Kitten

Kitten beim Tierarzt – Gesundheitsvorsorge und Entwurmung

Nicht jedes Kitten lässt sich problemlos entwurmen. Hier sind einige praktische Tipps, damit die Behandlung stressfrei gelingt:

  • Paste ins Futter mischen: Wenn du eine Entwurmungspaste verwendest, kannst du sie gut in eine kleine Menge Nassfutter oder Leckerlis mischen. Viele Kitten nehmen sie so problemlos an.
  • Tablette im Leckerli verstecken: Viele Kitten schlucken eine Tablette, wenn sie in einem Leckerli oder Futterbällchen versteckt ist. Spezielle Tablettenporter aus der Apotheke helfen dabei.
  • Tablette direkt eingeben: Wenn nichts hilft, kann die Tablette direkt auf die Zungenwurzel gelegt werden. Danach den Mund kurz geschlossen halten und den Hals sanft massieren, bis das Kitten schluckt.
  • Spot-on korrekt anwenden: Das Fell im Nacken auseinanderschieben, bis die Haut sichtbar ist, und das Mittel direkt auf die Haut auftragen – nicht ins Fell. Danach das Kitten kurz ablenken, damit es die Stelle nicht ableckt.
  • Gewicht exakt beachten: Entwurmungsmittel werden immer nach Körpergewicht dosiert. Eine Unterdosierung ist wirkungslos, eine Überdosierung kann gefährlich sein. Wiege dein Kitten also stets vor der Behandlung.

Entwurmung und weitere Gesundheitsmaßnahmen für dein Kitten

Die Entwurmung ist ein wichtiger Baustein in der Gesundheitsvorsorge für dein Kitten – aber nicht der einzige. Gleichzeitig mit der Entwurmung solltest du auf folgende Maßnahmen achten:

  • Impfungen: Kitten sollten ab der 8. Lebenswoche gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und ggf. Leukose geimpft werden. Mehr dazu findest du in unserem Artikel Katze impfen – Impfplan und Kosten.
  • Flohschutz: Da Flöhe Bandwürmer übertragen, ist ein konsequenter Flohschutz eng mit der Entwurmung verknüpft. Frag deinen Tierarzt nach einem geeigneten Flohschutzmittel für Kitten.
  • Kastration: Ab einem Alter von etwa 4–6 Monaten kann dein Kitten kastriert werden. Alles dazu erfährst du in unserem Artikel Kitten kastrieren – Wann ist der richtige Zeitpunkt?
  • Eingewöhnung: Damit sich dein Kitten in seinem neuen Zuhause wohlfühlt, lies unseren Ratgeber zur Eingewöhnung des Kittens.
  • Allgemeine Gesundheit: Einen umfassenden Überblick über typische Erkrankungen und Vorsorge gibt unser Artikel zu Kitten-Krankheiten.

Häufige Fragen zur Kitten-Entwurmung

Ab wann kann ich mein Kitten entwurmen?
Die erste Entwurmung sollte bereits ab der 2. Lebenswoche erfolgen – idealerweise gleichzeitig mit der Mutterkatze. Ab diesem Alter gibt es speziell für Kitten geeignete Pasten, die sicher dosiert werden können.
Wie oft muss ich ein Kitten entwurmen?
Von der 2. bis zur 12. Lebenswoche alle zwei Wochen, dann monatlich bis zum 6. Lebensmonat. Ab dem 6. Monat mindestens viermal pro Jahr. Bei Freiläufern oder Katzen mit erhöhtem Infektionsrisiko empfiehlt sich eine häufigere Entwurmung – spreche dazu mit deinem Tierarzt.
Welches Entwurmungsmittel ist für Kitten geeignet?
Für sehr junge Kitten (ab 2 Wochen) eignen sich Pasten mit dem Wirkstoff Pyrantel. Für ältere Kitten gibt es Tabletten oder Spot-ons mit Breitbandwirkstoffen wie Fenbendazol oder die Kombination Pyrantel/Praziquantel. Welches Mittel das richtige ist, hängt vom Alter, Gewicht und der vermuteten Wurmart ab – frag im Zweifelsfall deinen Tierarzt.
Kann ich mein Kitten mit Hausmitteln entwurmen?
Nein. Es gibt keine wissenschaftlich belegten Hausmittel, die wirksam gegen Würmer bei Kitten sind. Mittel wie Knoblauch können für Katzen sogar giftig sein. Verwende ausschließlich tierärztlich empfohlene oder zugelassene Präparate.
Was passiert, wenn ich mein Kitten nicht entwurme?
Ein unbehandelter Wurmbefall kann zu Wachstumsverzögerungen, Blutarmut, Durchfall, Erbrechen und im schlimmsten Fall zu schwerwiegenden Organschäden führen. Außerdem besteht das Risiko der Übertragung auf andere Tiere und Menschen. Entwurmung ist daher keine optionale Maßnahme, sondern fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge.
Ist die Entwurmung beim Tierarzt Pflicht?
Es gibt keine gesetzliche Pflicht zur Entwurmung in Deutschland oder Österreich. Allerdings ist sie aus veterinärmedizinischer und hygienischer Sicht dringend empfohlen. Bestimmte Präparate (Breitband-Entwurmungsmittel) sind verschreibungspflichtig und nur über den Tierarzt erhältlich.

VETTY — Dein Tier-Assistent

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