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Die häufigsten Krankheiten bei Kitten und ihre Anzeichen

Die häufigsten Krankheiten bei Kitten und ihre Anzeichen

Wenn du ein Kitten bei dir aufnimmst, beginnt eine wunderbare Zeit voller Entdeckungen – aber auch eine Phase, in der dein junges Kätzchen besonders anfällig für Krankheiten ist. Das Immunsystem von Kitten ist noch nicht vollständig ausgereift, und viele Erreger können kleine Katzen schnell und heftig treffen. Je früher du Anzeichen erkennst und handelst, desto besser sind die Chancen auf eine schnelle Genesung. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Erkrankungen bei Kitten besonders häufig vorkommen, woran du sie erkennst und wann ein Besuch beim Tierarzt unbedingt nötig ist.

Infektionskrankheiten

Infektionskrankheiten

Katzenschnupfen, Katzenseuche und Herpesvirus gehören zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Kitten. Sie verbreiten sich schnell und können unbehandelt lebensbedrohlich werden.

Parasiten

Parasiten

Würmer, Flöhe und Milben befallen Kitten besonders leicht. Regelmäßige Entwurmung und Flohschutz sind daher von Anfang an wichtig.

Magen-Darm-Probleme

Magen-Darm-Probleme

Durchfall und Erbrechen sind bei Kitten keine Seltenheit. Die Ursachen reichen von Futterwechsel über Parasiten bis hin zu ernsthaften Infektionen.

Pilzinfektionen

Pilzinfektionen

Ringelflechte ist die häufigste Pilzinfektion bei Kitten und kann auch auf Menschen übertragen werden. Frühes Erkennen schützt die ganze Familie.

Was ist Katzenschnupfen und woran erkennst du ihn bei deinem Kitten?

Katzenschnupfen ist eine der verbreitetsten Erkrankungen bei Kitten und wird durch verschiedene Erreger ausgelöst, vor allem durch das feline Herpesvirus Typ 1 (FHV-1) und das feline Calicivirus (FCV). Beide Viren gehören zum sogenannten Katzenschnupfen-Komplex und sind in Katzenpopulationen weit verbreitet.

Typische Anzeichen bei deinem Kitten sind eine laufende oder verstopfte Nase mit wässrigem bis eitrigem Ausfluss, Niesen und Husten, tränende oder verkrustete Augen sowie Appetitlosigkeit und Mattigkeit. Bei schwerem Verlauf kann sich auch Fieber entwickeln. Besonders gefährlich ist, dass Kitten aufgrund von Nasenatmungsbehinderung oft aufhören zu fressen – was bei kleinen Katzen rasch zu gefährlichem Gewichtsverlust führt.

Das Herpesvirus bleibt nach einer Infektion lebenslang im Körper und kann in Stressphasen reaktiviert werden. Daher ist eine rechtzeitige Impfung gegen Katzenschnupfen der beste Schutz für dein Kitten. Die Grundimmunisierung sollte ab der 8. Lebenswoche beginnen. Das Calicivirus verursacht zusätzlich zu Schnupfensymptomen häufig schmerzhafte Maulgeschwüre, die das Fressen erschweren.

Kitten beim Tierarzt – Untersuchung auf Katzenschnupfen und andere Infektionskrankheiten

Warnsignale: Sofort zum Tierarzt!

Diese Anzeichen erfordern einen sofortigen Tierarztbesuch:

Atemnot oder Keuchen – dein Kitten ringt nach Luft
Kein Fressen seit mehr als 24 Stunden – besonders gefährlich bei kleinen Kitten
Blutiger Durchfall oder Erbrechen
Hohes Fieber über 39,5 Grad kombiniert mit extremer Teilnahmslosigkeit
Neurologische Symptome wie Kreisbewegungen, Taumeln oder Krampfanfälle
Plötzliche Blässe der Schleimhäute (Zahnfleisch ist weiß statt rosa)
Stark aufgeblähter Bauch – mögliches Zeichen für Wurmbefall oder Flüssigkeitsansammlung

Wie erkennst du Durchfall und Gastroenteritis bei Kitten?

Tierarzt untersucht ein Kitten – Diagnose bei Magen-Darm-Erkrankungen

Durchfall gehört zu den häufigsten Gründen, warum Kitten zum Tierarzt gebracht werden. Die Ursachen sind vielfältig: Ein plötzlicher Futterwechsel, Parasiten, bakterielle oder virale Infektionen sowie Stress können alle zu weichem oder flüssigem Kot führen. Bei sehr jungen Kitten unter 12 Wochen ist Durchfall besonders ernst zu nehmen, da sie durch den Flüssigkeitsverlust schnell austrocknen können.

Eine Gastroenteritis – eine Entzündung von Magen und Darm – kann durch das feline Parvovirus (Katzenseuche), Campylobacter-Bakterien, Giardia-Parasiten oder Coronaviren verursacht werden. Neben Durchfall treten oft Erbrechen, Bauchschmerzen (erkennbar an Rückzug und gekrümmter Haltung) sowie Fressunlust auf. Lies mehr dazu in unserem Artikel über Durchfall bei Kitten.

Bei leichtem Durchfall ohne weitere Symptome kannst du zunächst auf leichte Kost umstellen – etwa gekochtes Hühnchen ohne Gewürze oder eine Schonkostdiät vom Tierarzt. Hält der Durchfall länger als 48 Stunden an oder kommen weitere Symptome dazu, ist ein Tierarztbesuch unbedingt notwendig. Der Tierarzt wird eine Kotprobe untersuchen, um Parasiten, Bakterien oder Viren als Ursache auszuschließen. Wichtig: Sorge immer für ausreichend Flüssigkeitsaufnahme – ein ausgetrocknetes Kitten ist ein Notfall.

Welche Parasiten befallen Kitten am häufigsten und wie erkennst du sie?

Parasiten sind bei Kitten extrem verbreitet – viele werden bereits von der Mutter infiziert oder nehmen Parasiten über die Umgebung auf. Es gibt drei Hauptgruppen, die du kennen solltest.

Würmer: Häufige innere Parasiten bei Kitten

Spulwürmer sind die häufigsten inneren Parasiten bei Kitten. Sie können über die Muttermilch übertragen werden, weshalb viele Kitten bereits mit Würmern auf die Welt kommen. Anzeichen sind ein aufgeblähter Bauch (oft als „Wurmbauch“ bezeichnet), stumpfes Fell, Gewichtsverlust trotz gutem Appetit und sichtbare Würmer im Kot. Hakenwürmer und Bandwürmer kommen ebenfalls vor – Bandwürmer häufig in Verbindung mit Flohbefall. Eine regelmäßige Entwurmung deines Kittens ist daher unerlässlich: In den ersten Lebensmonaten alle zwei Wochen, dann alle drei Monate.

Flöhe: Die häufigsten äußeren Parasiten

Flöhe sind die häufigsten äußeren Parasiten bei Katzen. Du erkennst einen Flohbefall an intensivem Kratzen und Beißen, sichtbarem schwarzem Flohkot im Fell (kleine schwarze Pünktchen, die sich beim Anfeuchten rot färben), kahlen Stellen durch übermäßiges Putzen sowie Hautreizungen und Krusten. Bei starkem Befall können Kitten durch Blutarmut geschwächt werden – besonders bei sehr kleinen Kitten ist das lebensbedrohlich. Denke daran: Wenn du Flöhe bei deinem Kitten findest, musst du auch die Wohnung behandeln, da sich bis zu 95 % der Flöhe als Eier, Larven und Puppen in der Umgebung befinden.

Milben: Ohrmilben, Demodex und Räudemilben

Ohrmilben sind bei Kitten weit verbreitet und äußern sich durch intensives Kratzen an den Ohren, dunkle krümelige Ablagerungen im Gehörgang sowie Kopfschütteln. Demodex-Milben können Haarausfall und Hautirritationen verursachen, sind aber bei Katzen seltener als bei Hunden. Räudemilben (Notoedres cati) verursachen intensive Krusten vor allem im Gesichtsbereich und sind hochgradig ansteckend. Bei Verdacht auf Milbenbefall sollte immer ein Tierarzt die genaue Milbenart bestimmen, da die Behandlung je nach Erreger unterschiedlich ist.

Kitten wird auf Parasiten und äußere Erkrankungen untersucht

💰 Was kosten Tierarztbesuche bei kranken Kitten?

Die Kosten können je nach Erkrankung stark variieren:

Erstuntersuchung: ca. 30–60 Euro
Blutbild: ca. 50–120 Euro
Kotuntersuchung auf Parasiten: ca. 20–40 Euro
Infusionstherapie (stationär, pro Tag): ca. 80–200 Euro
Behandlung Katzenschnupfen: ca. 60–150 Euro
Entwurmung: ca. 10–25 Euro
Flohbehandlung (Mittel + Beratung): ca. 20–50 Euro
Ringelflechte-Behandlung: ca. 50–150 Euro

Eine Tierkrankenversicherung kann sinnvoll sein – besonders bei Kitten, deren Grundimmunisierung noch nicht abgeschlossen ist.

Was ist die Katzenseuche und warum ist sie so gefährlich für Kitten?

Die feline Panleukopenie, bekannt als Katzenseuche, ist eine der gefährlichsten Viruserkrankungen bei Katzen – und Kitten sind besonders gefährdet. Das Parvovirus, das die Katzenseuche verursacht, ist extrem widerstandsfähig und kann jahrelang in der Umwelt überleben. Es befällt sich schnell teilende Zellen, vor allem im Darm und im Knochenmark.

Die Symptome beginnen oft plötzlich: hohes Fieber, schwere Apathie, starkes Erbrechen und blutiger Durchfall. Da das Virus auch das Knochenmark angreift, sinkt die Zahl der weißen Blutkörperchen stark ab (Panleukopenie), was die Immunabwehr dramatisch schwächt. Kitten können innerhalb weniger Tage sterben, wenn sie keine intensive tierärztliche Behandlung erhalten.

Die gute Nachricht: Gegen die Katzenseuche gibt es eine sehr wirksame Impfung, die zur Grundimmunisierung jedes Kittens gehört. Wenn dein Kitten vollständig geimpft ist, ist das Erkrankungsrisiko minimal. Ungeimpfte Kitten, die in Kontakt mit infizierten Katzen oder kontaminierten Umgebungen kommen, sind dagegen in höchster Gefahr.

Tierarzt untersucht Kitten auf Hauterkrankungen und Ringelflechte

Wie erkennst du Ringelflechte bei deinem Kitten?

Ringelflechte (Dermatophytose) ist keine Wurmerkrankung, obwohl der Name es vermuten lässt – sie wird durch Pilze der Gattung Microsporum und Trichophyton verursacht. Kitten sind besonders anfällig, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Besonders häufig ist Microsporum canis, das auch auf Menschen übertragen werden kann.

Typische Anzeichen sind kreisrunde, schuppige, haarlose Stellen im Fell, oft im Gesichtsbereich, an den Ohren oder an den Pfoten. Die betroffenen Hautbereiche können gerötet und verkrustet sein. Manchmal zeigt das Kitten kaum Juckreiz, was die Erkennung erschwert. Manche Kitten sind bereits ansteckend, bevor sichtbare Symptome auftreten.

Die Diagnose erfolgt beim Tierarzt durch eine Wood-Lampen-Untersuchung, Pilzkultur oder mikroskopische Untersuchung von Haarproben. Die Behandlung umfasst antimykotische Shampoos, Spot-ons oder Tabletten und dauert mehrere Wochen. Da Ringelflechte auf Menschen übertragbar ist, solltest du beim Umgang mit einem infizierten Kitten Handschuhe tragen und gute Hygiene einhalten.

Weiterführende Informationen und nächste Schritte für dein Kitten

Wenn du ein Kitten neu aufnimmst, solltest du es so früh wie möglich einem Tierarzt vorstellen – auch wenn es scheinbar gesund wirkt. Eine Grunduntersuchung, Kotprobe auf Parasiten und der Start der Impfserie sind die wichtigsten ersten Schritte. Lies dazu mehr in unserem Ratgeber zum Eingewöhnen von Kitten. Informiere dich auch über weitere wichtige Themen:

Häufige Fragen

Welche Krankheiten kommen bei Kitten am häufigsten vor?
Die häufigsten Erkrankungen bei Kitten sind Katzenschnupfen (verursacht durch Herpesvirus und Calicivirus), Magen-Darm-Infektionen mit Durchfall und Erbrechen, Parasitenbefall durch Würmer, Flöhe und Milben, die Katzenseuche (Panleukopenie) sowie Pilzinfektionen wie Ringelflechte. Viele dieser Erkrankungen lassen sich durch frühzeitige Impfungen und regelmäßige Entwurmung verhindern oder abmildern.
Wann muss ich mit meinem Kitten sofort zum Tierarzt?
Sofortige tierärztliche Hilfe ist nötig bei: Atemnot oder Keuchen, mehr als 24 Stunden kein Fressen, blutigem Durchfall oder Erbrechen, hohem Fieber über 39,5 Grad kombiniert mit Apathie, neurologischen Auffälligkeiten wie Taumeln oder Krampfanfällen sowie stark aufgeblähtem Bauch. Bei Kitten kann sich der Zustand sehr schnell verschlechtern – im Zweifel lieber einmal zu viel zum Tierarzt gehen.
Wie erkenne ich, ob mein Kitten Würmer hat?
Typische Anzeichen für Wurmbefall sind ein runder, aufgeblähter Bauch, stumpfes Fell, Gewichtsverlust trotz gutem Appetit, Durchfall sowie sichtbare Würmer oder Wurmsegmente im Kot oder um den After. Bei Bandwurmbefall sind die Segmente oft wie Reiskörner um den After zu sehen. Eine regelmäßige Entwurmung und Kotuntersuchung beim Tierarzt sind die zuverlässigste Methode zur Diagnose und Kontrolle.
Kann Ringelflechte von meinem Kitten auf mich übertragen werden?
Ja, Ringelflechte ist eine Zoonose und kann vom Kitten auf Menschen übertragen werden. Beim Menschen zeigen sich typischerweise runde, gerötete, schuppende Hautflecken. Beim Umgang mit einem infizierten Tier solltest du Handschuhe tragen, dich danach gründlich die Hände waschen und gemeinsam genutzte Gegenstände desinfizieren. Wenn du selbst Hautveränderungen bemerkst, empfiehlt sich ein Besuch beim Hautarzt.
Wie schütze ich mein Kitten am besten vor Krankheiten?
Die wichtigsten Schutzmaßnahmen sind: frühzeitige und vollständige Impfung gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und Tollwut, regelmäßige Entwurmung (bei Kitten zunächst alle 2 Wochen, später alle 3 Monate), konsequenter Floh- und Parasitenschutz, qualitativ hochwertiges Futter und frisches Wasser, regelmäßige tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen sowie ein stressarmes, sicheres Zuhause. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Eingewöhnen von Kitten.
Bleibt das feline Herpesvirus lebenslang im Körper der Katze?
Ja, das feline Herpesvirus Typ 1 (FHV-1) verbleibt nach einer Infektion lebenslang in einem latenten Zustand in den Nervenzellen der Katze. In Stressphasen kann das Virus reaktiviert werden und erneut Symptome auslösen. Eine Impfung verhindert zwar nicht zu 100 % eine Infektion, mildert aber den Verlauf erheblich und schützt vor schweren Erkrankungen.

VETTY — Dein Tier-Assistent

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