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Kitten nachts schreien: Ursachen und was du tun kannst

Kitten nachts schreien: Ursachen und was du tun kannst

Es ist mitten in der Nacht, alles ist ruhig – und dann beginnt es: Dein Kitten schreit. Laut, ausdauernd, fast verzweifelt klingend. Du weißt nicht, was los ist, und schläfst seit Tagen kaum mehr durch. Wenn du dich in dieser Situation wiederfindest, bist du nicht allein. Das nächtliche Schreien junger Katzen gehört zu den häufigsten Sorgen, die Katzenbesitzer nach der Adoption beschäftigen. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen steckt ein ganz konkreter Grund dahinter – und du kannst aktiv etwas tun.

In diesem Artikel erfährst du, warum Kitten nachts schreien, welche Ursachen harmlos und welche ernst zu nehmen sind, und was dir wirklich hilft, damit ihr beide wieder ruhig schlafen könnt.

Einsamkeit

Einsamkeit & Trennungsangst

Kitten wurden gerade erst von Mutter und Geschwistern getrennt. Nachts, wenn es still wird, vermissen sie die vertraute Wärme und Nähe besonders stark – und schreien, um Kontakt herzustellen.

Hunger

Hunger oder Durst

Junge Katzen haben kleine Mägen und einen hohen Energiebedarf. Wenn die letzte Mahlzeit zu lange zurückliegt, geben sie das lautstark zu verstehen – gerade in den frühen Morgenstunden.

Orientierung

Orientierungslosigkeit

Alles ist neu: die Wohnung, die Gerüche, die Geräusche. Kitten können sich nachts in ihrer neuen Umgebung verloren fühlen und rufen, um sich zu vergewissern, dass jemand da ist.

Schmerzen

Schmerzen oder Unwohlsein

Manchmal steckt ein körperliches Problem hinter dem nächtlichen Lärm – von Bauchschmerzen über Verletzungen bis hin zu ernsteren Erkrankungen. Wenn das Schreien plötzlich auftritt oder sich verändert, solltest du einen Tierarzt aufsuchen.

Warum schreit dein Kitten nachts – die häufigsten Ursachen im Detail

Um das Schreien deines Kittens wirklich verstehen und gezielt reagieren zu können, lohnt es sich, die einzelnen Ursachen genauer zu betrachten. Katzen kommunizieren fast ausschließlich mit Menschen durch Lautäußerungen – in der Wildnis kommunizieren erwachsene Katzen kaum miteinander über Laute. Was dein Kitten nachts von sich gibt, ist also eine direkte Botschaft an dich.

Einsamkeit und Trennungsschmerz

Der mit Abstand häufigste Grund, warum Kitten in den ersten Wochen nach der Adoption nachts schreien, ist Einsamkeit. Bis zur Abgabe lebten sie in einer Gruppe: Mutter, Geschwister, vertraute Gerüche, ständige Körperwärme. Die plötzliche Stille einer Wohnung – besonders nachts – ist für ein junges Tier ein erheblicher Stressor. Das Schreien ist dabei kein Protest, sondern ein Hilferuf: „Wo seid ihr alle?“

Typisch für diesen Trennungsschmerz ist, dass das Schreien besonders in den ersten ein bis zwei Wochen auftritt und nach und nach nachlässt, sobald sich das Kitten in seiner neuen Umgebung sicher fühlt. Tagsüber, wenn Ablenkung und Aktivität überwiegen, ist das Tier oft deutlich ruhiger.

Hunger und unregelmäßige Fütterung

Kitten bis zu einem Alter von etwa sechs Monaten sollten vier bis fünf Mahlzeiten täglich bekommen. Ihr Magen ist klein, ihr Stoffwechsel schnell. Wenn die letzte Mahlzeit am frühen Abend gegeben wurde, kann ein Kitten um zwei oder drei Uhr nachts tatsächlich hungrig sein – und das unmissverständlich kommunizieren.

Prüfe, ob du die letzte Mahlzeit weiter nach hinten in den Abend verschieben kannst. Ein automatischer Futterspender, der kurz vor der üblichen Aufwachzeit eine kleine Portion freigibt, kann Wunder wirken. Wichtig: Füttere dein Kitten niemals als Reaktion auf das nächtliche Schreien, da du sonst das Verhalten gezielt verstärkst.

Orientierungslosigkeit in der neuen Umgebung

Die Wohnung eines Menschen ist für ein Kitten eine riesige, unbekannte Welt voller fremder Gerüche, Geräusche und Strukturen. Tagsüber entdeckt und erkundet das Tier neugierig – nachts, wenn die schützende Ablenkung fehlt, kann das Gefühl des Verlorenseins überwiegen. Manche Kitten laufen dann durch die Wohnung und rufen, gleichsam auf der Suche nach etwas Vertrautem.

Helfen kann hier eine bewusste Eingewöhnungsphase: Biete dem Kitten zunächst nur einen oder zwei Räume an, bevor du die ganze Wohnung freigibst. So bleibt der Raum überschaubar und das Tier kann sich schrittweise sicher fühlen. Mehr dazu findest du in unserem Artikel zum richtigen Eingewöhnen eines Kittens.

Wusstest du? Katzenmütter kommunizieren mit Kitten über Laute

Erwachsene Katzen miauen fast nie miteinander – dieses Verhalten haben sie speziell für die Kommunikation mit Menschen entwickelt. Schon als Kitten rufen sie ihre Mutter durch Laute. Wenn dein Kitten dich nachts ruft, behandelt es dich also tatsächlich wie seine Bezugsperson. Das ist zwar schlafstörend, aber ein Zeichen von Vertrauen.

Ist das Schreien deines Kittens normal – oder ein Warnsignal?

Kitten schreit nachts und sucht Aufmerksamkeit

Die meisten Fälle von nächtlichem Schreien bei Kitten sind harmlos und vorübergehend. Es gibt jedoch Anzeichen, bei denen du aufmerksamer sein solltest. Das normale Schreien junger Katzen ist charakterisiert durch:

  • Es tritt vor allem in den ersten Wochen nach der Adoption auf
  • Es wird mit der Zeit weniger, sobald sich das Kitten eingewöhnt
  • Das Tier ist tagsüber aktiv, neugierig und frisst normal
  • Das Schreien hört auf, wenn du zum Tier gehst oder es Gesellschaft hat

Besorgniserregend ist das Schreien hingegen, wenn:

  • Es plötzlich und ohne erkennbaren Auslöser einsetzt oder sich stark verändert
  • Das Kitten dabei apathisch wirkt, nicht frisst oder trinkt
  • Das Tier beim Berühren zusammenzuckt oder einen bestimmten Körperteil nicht bewegen möchte
  • Das Schreien von anderen Symptomen wie Durchfall, Erbrechen oder Atemnot begleitet wird
  • Das Kitten nach einer Verletzung schreit

Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel beim Tierarzt vorstellig werden als eine ernsthafte Erkrankung zu übersehen. Gerade bei sehr jungen Tieren kann sich der Gesundheitszustand schnell verschlechtern.

Praktische Tipps: So findest ihr nachts wieder Ruhe

Kitten allein im Dunkeln – Einsamkeit als Ursache nächtlichen Schreiens

Hier kommen die Maßnahmen, die wirklich helfen – kurzfristig und langfristig. Wichtig vorab: Einige Dinge brauchen einfach Zeit. Ein Kitten, das gerade erst adoptiert wurde, wird sich nicht über Nacht entspannen. Aber mit den richtigen Strategien kannst du den Prozess deutlich beschleunigen.

Den richtigen Schlafplatz einrichten

Der Schlafplatz deines Kittens sollte warm, ruhig und geschützt sein. Ein Katzenbett mit hohen Rändern oder eine kleine Höhle vermittelt dem Tier das Gefühl von Geborgenheit. Lege ein getragenes T-Shirt von dir hinein – dein Geruch wirkt beruhigend. Manche Besitzer legen auch ein mit warmem Wasser befülltes Wärmekissen (in ein Handtuch eingewickelt, nicht zu heiß!) dazu, das die Körperwärme der Mutter imitiert.

Platziere das Bett zunächst in Zimmernähe oder sogar im Schlafzimmer. Viele Kitten beruhigen sich erheblich, wenn sie die Atemgeräusche und die Anwesenheit ihres Menschen spüren können. Ob das Kitten dauerhaft im Schlafzimmer schlafen soll, kannst du später noch entscheiden.

Spielroutine vor dem Schlafengehen

Katzen sind von Natur aus dämmerungsaktiv – sie jagen bevorzugt in der Morgen- und Abenddämmerung. Eine intensive Spieleinheit kurz vor deiner Schlafenszeit ahmt die Jagd nach, erschöpft das Kitten auf natürliche Weise und löst anschließend das natürliche Fress-Pflege-Schlaf-Muster aus: Nach der Jagd frisst eine Katze, putzt sich und schläft. Wenn du diese Abfolge täglich einhältst – Spielen, dann Füttern, dann Nacht – wirst du schnell einen Unterschied bemerken.

Nutze dafür Angel-Spielzeug, das du aktiv führst, oder interaktive Spielzeuge wie Laserpunkte (immer mit einem greifbaren Objekt enden lassen!). Zehn bis fünfzehn Minuten intensive Aktivität reichen meist aus, um ein Kitten wirklich zu ermüden.

Ein zweites Kitten als Lösung?

Wenn das Schreien aus Einsamkeit kommt, ist ein zweites Kitten tatsächlich eine der effektivsten Lösungen. Zwei Kitten, die gemeinsam aufwachsen, halten sich gegenseitig Gesellschaft, spielen miteinander und kuscheln nachts zusammen – sie schlafen buchstäblich besser. Der Mehraufwand ist überschaubar, da zwei junge Katzen sich in vielen Bereichen selbst beschäftigen.

Wenn du über diese Option nachdenkst, lies unbedingt unseren Ratgeber zum Halten von zwei Kitten – dort erfährst du, worauf du bei der Auswahl und Eingewöhnung achten solltest. Auch die Sozialisation von Kitten spielt dabei eine wichtige Rolle.

💰 Spartipp: Automatischer Futterspender

Ein programmierbarer Futterspender (ab ca. 30–50 €) kann das nächtliche Schreien aus Hunger deutlich reduzieren. Stelle ihn so ein, dass er kurz vor deiner üblichen Aufwachzeit eine kleine Portion freigibt – dein Kitten lernt schnell, auf den Spender zu warten, statt dich zu wecken. Kombiniere das mit einer späten Abendfütterung für optimale Ergebnisse.

Was tun, wenn dein Kitten rollig ist und nachts schreit?

Katze miaut nachts – mögliche Rolligkeit als Ursache

Ab einem Alter von etwa vier bis sechs Monaten können weibliche Kitten das erste Mal rollig werden – und das nächtliche Schreien nimmt dann eine ganz andere Qualität an. Es ist lauter, insistierender, manchmal fast klagend. Dazu kommen typische Verhaltensänderungen: Das Kitten rollt sich auf dem Boden, reckt das Hinterteil hoch (Lordosehaltung), reibt sich an allem, ist unruhig und will unbedingt nach draußen.

Rolligkeit ist kein Krankheitszustand, aber für das Tier und für dich als Besitzer sehr belastend. Sie dauert in der Regel fünf bis zehn Tage und kann sich alle zwei bis drei Wochen wiederholen. Die einzige dauerhafte Lösung ist die Kastration.

Kastration: Wann und warum?

Die Kastration einer weiblichen Katze wird in der Regel ab dem Alter von fünf bis sechs Monaten empfohlen, idealerweise bevor die erste Rolligkeit einsetzt. Sie verhindert nicht nur das belastende nächtliche Schreien, sondern schützt auch vor ernsthaften Gesundheitsrisiken wie Gebärmutterentzündung (Pyometra) und Mammatumoren. Auch bei männlichen Kitten kann die Kastration das Reviermarkieren und nächtliches Umherwandern reduzieren.

Informiere dich in unserem ausführlichen Artikel zur Kastration von Kitten über den richtigen Zeitpunkt, den Ablauf und die Kosten. Bei Unsicherheiten ist der Tierarzt dein bester Ansprechpartner.

Wann musst du unbedingt zum Tierarzt?

Wie bereits erwähnt, ist das meiste nächtliche Schreien von Kitten harmlos und entwicklungsbedingt. Es gibt jedoch Situationen, in denen ein Tierarztbesuch dringend notwendig ist. Gehe nicht davon aus, dass sich alles von selbst ergibt, wenn folgende Zeichen auftreten:

  • Plötzliches, ungewöhnliches Schreien bei einem Kitten, das vorher ruhig war
  • Schreien beim Fressen, Trinken oder bei der Katzentoilette – mögliche Hinweise auf Harnwegsprobleme, Verstopfung oder Schmerzen
  • Neurologische Auffälligkeiten wie Taumeln, Kreislaufen oder Starren ins Leere
  • Deutlich reduziertes Allgemeinbefinden: kein Appetit, Apathie, gesträubtes Fell
  • Sichtbare Verletzungen oder Lahmheit

Bei Kitten kann sich ein schlechter Gesundheitszustand innerhalb von Stunden deutlich verschlechtern. Wenn du unsicher bist, zögere nicht, direkt einen Tierarzt zu kontaktieren. Mehr zu häufigen Erkrankungen bei jungen Katzen findest du in unserem Artikel zu Kitten-Krankheiten.

Wenn du in Wien oder Umgebung einen guten Tierarzt suchst, findest du auf Go4Vet eine Übersicht von Tierärzten in Wien, die auf Katzen spezialisiert sind.

Kitten schläft friedlich – so sieht eine ruhige Nacht aus

Häufige Fragen

Wie lange schreit ein Kitten nachts?
Das nächtliche Schreien aus Einsamkeit oder Eingewöhnungsstress dauert meist ein bis drei Wochen. Mit den richtigen Maßnahmen – ruhiger Schlafplatz, Spielroutine, regelmäßige Fütterung – lässt es sich deutlich abkürzen. Wenn das Schreien nach vier Wochen noch genauso stark ist, empfiehlt sich ein Tierarztbesuch, um körperliche Ursachen auszuschließen.
Soll ich zu meinem schreienden Kitten hingehen oder es ignorieren?
In den ersten Tagen und Wochen ist es sinnvoll, zum Kitten zu gehen und es kurz zu beruhigen – so baut es Vertrauen zu dir auf. Vermeide es jedoch, das Tier ans Bett zu holen oder ausgiebig zu streicheln, da das die Erwartungshaltung verstärkt. Wenn du sicher bist, dass das Kitten nicht hungrig, verletzt oder krank ist, kann es nach einiger Zeit helfen, konsequent ruhig zu bleiben und nicht zu reagieren.
Darf ich mein Kitten nachts bei mir schlafen lassen?
Das ist eine persönliche Entscheidung. Für das Kitten ist es beruhigend und fördert die Bindung. Wenn du allerdings einen unruhigen Schläfer hast oder allergisch reagierst, kann das auf Dauer problematisch sein. Viele Experten empfehlen, das Kitten von Anfang an an einen eigenen Schlafplatz in Zimmernähe zu gewöhnen, statt das gemeinsame Schlafen später wieder abgewöhnen zu müssen.
Was hilft sofort gegen das nächtliche Schreien?
Kurzfristig helfen: ein getragenes T-Shirt von dir im Bett des Kittens, ein Wärmekissen, eine ruhige Spieleinheit kurz vor dem Schlafengehen und eine späte Abendfütterung. Auch ein leises Herzschlag-Audiofile (auf Spotify oder YouTube zu finden) kann beruhigend wirken und die Wärme der Mutter imitieren. Mittelfristig helfen Konsequenz und Routine am meisten.
Kann ein Kitten wegen Schmerzen schreien, ohne dass ich es sehe?
Ja, absolut. Katzen sind Meister darin, Schmerzen und Schwäche zu verbergen – das ist ein evolutionärer Schutzmechanismus. Ein Kitten, das Schmerzen hat, zeigt das nicht immer durch sichtbare Verletzungen. Achte auf subtile Hinweise: verändertes Fressverhalten, veränderter Gang, Schreckhaftigkeit beim Berühren bestimmter Körperstellen oder ein veränderter Laut beim Schreien.
Hilft ein zweites Kitten gegen das nächtliche Schreien?
In vielen Fällen ja – vor allem wenn Einsamkeit die Hauptursache ist. Zwei Kitten, die zusammen aufwachsen, halten sich gegenseitig Gesellschaft und sind insgesamt ausgeglichener. Es ist allerdings kein Allheilmittel: Kommt das Schreien aus anderen Gründen wie Hunger, Rolligkeit oder Schmerzen, ändert ein zweites Tier nichts daran.

VETTY — Dein Tier-Assistent

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