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Meerschweinchen Ernährung: Was dürfen sie essen, was ist giftig?

Meerschweinchen Ernährung: Was dürfen sie essen, was ist giftig?

Die richtige Ernährung ist der Grundstein für die Gesundheit deines Meerschweinchens. Viele Erkrankungen entstehen durch falsche Fütterung. Dazu gehören Zahnprobleme, Übergewicht, Vitamin-C-Mangel und Durchfall. Mit dem richtigen Futterplan kannst du diese Probleme vermeiden.

Meerschweinchen sind reine Pflanzenfresser mit einem empfindlichen Verdauungssystem. Sie brauchen ständig Nahrung, um ihren Stoffwechsel in Gang zu halten. Schon wenige Stunden ohne Futter können den Darm aus dem Gleichgewicht bringen.

In diesem Artikel erfährst du alles über die optimale Ernährung für dein Meerschweinchen. Du lernst, welches Gemüse geeignet ist und welches giftig. Außerdem erklären wir dir, warum Vitamin C so lebenswichtig ist und wie ein idealer Futterplan aussieht.

Heu ist die Basis
70 bis 80 Prozent der Nahrung sollte aus Heu bestehen — täglich frisch und immer zugänglich.

Vitamin C ist Pflicht
Meerschweinchen können kein Vitamin C selbst produzieren — frisches Gemüse ist deshalb lebensnotwendig.

Giftpflanzen kennen
Einige häufige Gemüsesorten und Pflanzen sind giftig für Meerschweinchen und dürfen niemals verfüttert werden.

Was bildet die Grundlage einer gesunden Ernährung?

Heu ist das wichtigste Futtermittel für dein Meerschweinchen. Es sollte 70 bis 80 Prozent der täglichen Nahrung ausmachen. Heu liefert die nötigen Rohfasern für eine gesunde Verdauung. Gleichzeitig sorgt es für den lebensnotwendigen Zahnabrieb.

Die Zähne deines Meerschweinchens wachsen ein Leben lang nach. Nur durch das intensive Kauen von Heu nutzen sie sich gleichmäßig ab. Zu wenig Heu führt zu Zahnfehlstellungen und schmerzhaften Zahnspitzen. Deshalb sollte Heu immer unbegrenzt zur Verfügung stehen.

Neben Heu braucht dein Meerschweinchen täglich frisches Gemüse. Der Gemüseanteil sollte 15 bis 20 Prozent der Nahrung ausmachen. Gemüse liefert wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Wasser. Besonders Vitamin C ist dabei entscheidend.

Hochwertiges Trockenfutter kann in kleinen Mengen als Ergänzung dienen. Es sollte maximal 5 Prozent der Nahrung ausmachen. Achte darauf, dass es keinen Zucker, Melasse oder bunte Flocken enthält. Viele handelsübliche Futtermischungen sind leider ungesund.

Frisches Wasser muss immer verfügbar sein. Wechsle das Wasser täglich. Offene Schüsseln werden von vielen Meerschweinchen besser angenommen als Nippeltrinkflaschen. Biete am besten beides an.

Meerschweinchen fressen Heu gesunde Ernährung

Welches Gemüse dürfen Meerschweinchen täglich fressen?

Rote Paprika ist das ideale tägliche Gemüse. Sie hat den höchsten Vitamin-C-Gehalt aller gängigen Gemüsesorten mit circa 190 Milligramm pro 100 Gramm. Auch gelbe und grüne Paprika sind geeignet, enthalten aber weniger Vitamin C.

Gurke ist ein beliebtes und verträgliches Frischfutter. Sie hat einen hohen Wassergehalt und liefert zusätzliche Flüssigkeit. Gurke eignet sich besonders gut an heißen Sommertagen. Auch für Meerschweinchen mit Blasenproblemen ist sie empfehlenswert.

Weitere tägliche geeignete Gemüsesorten sind: Grüner Salat wie Kopfsalat oder Romana, Chicorée, Zucchini und Fenchel. Fenchel hat den zusätzlichen Vorteil, dass er die Verdauung unterstützt. Er eignet sich besonders gut für empfindliche Tiere.

Mehrmals wöchentlich kannst du zusätzlich Möhren, Sellerie und Kohlrabi anbieten. Möhren enthalten relativ viel Zucker und sollten nicht übermäßig gefüttert werden. Sellerie hat einen hohen Wassergehalt und ist gut für die Harnwege.

Kräuter sind eine wertvolle Ergänzung. Petersilie liefert viel Vitamin C mit circa 150 Milligramm pro 100 Gramm. Auch Basilikum, Dill, Melisse und Kamille dürfen verfüttert werden. Wasche alle Kräuter gründlich vor dem Verfüttern.

Welche Lebensmittel sind giftig für Meerschweinchen?

Es gibt einige Lebensmittel, die du niemals an dein Meerschweinchen verfüttern darfst. Sie können schwere Vergiftungen verursachen und im schlimmsten Fall tödlich enden. Kenne diese Liste und halte sie konsequent ein.

Zwiebeln, Knoblauch und Lauch gehören zur Familie der Lauchgewächse. Sie enthalten schwefelhaltige Verbindungen, die die roten Blutkörperchen zerstören. Schon kleine Mengen können eine Blutarmut (Anämie) verursachen.

Avocado enthält den Giftstoff Persin. Er kann bei Meerschweinchen Herzrhythmusstörungen und Atemnot auslösen. Auch der Avocadokern und die Schale sind giftig. Halte Avocados deshalb immer fern von deinen Tieren.

Rohe Kartoffeln und grüne Kartoffelstellen enthalten Solanin. Dieser Giftstoff schädigt das Nervensystem und den Verdauungstrakt. Auch Tomatenblätter und Tomatenstiele enthalten Solanin. Die reife Tomatenfrucht selbst ist in kleinen Mengen unbedenklich.

Weitere giftige Pflanzen und Lebensmittel sind: Rhabarber, rohe Bohnen, Aubergine, Eisbergsalat in großen Mengen und alle Kohlarten in großen Mengen. Schokolade, Brot, Nudeln und alle Milchprodukte sind ebenfalls tabu.

Giftig und verboten für Meerschweinchen
Niemals füttern: Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Avocado, Rhabarber, rohe Kartoffeln, Tomatenblätter, rohe Bohnen, Schokolade, Brot und Milchprodukte. Im Zweifel vorher recherchieren oder den Tierarzt fragen.

Warum ist Vitamin C für Meerschweinchen so lebenswichtig?

Meerschweinchen gehören zu den wenigen Säugetieren, die kein Vitamin C selbst produzieren können. Ihnen fehlt das Enzym L-Gulonolactonoxidase, das für die Vitamin-C-Synthese notwendig ist. Sie sind daher komplett auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen.

Ein erwachsenes Meerschweinchen braucht täglich circa 10 bis 30 Milligramm Vitamin C pro Kilogramm Körpergewicht. Trächtige, säugende oder kranke Tiere haben einen erhöhten Bedarf. Bei ihnen kann der Bedarf auf bis zu 50 Milligramm pro Kilogramm steigen.

Vitamin-C-Mangel führt zu Skorbut. Die Symptome sind schmerzhaft und ernst. Dein Meerschweinchen zeigt geschwollene und blutende Gelenke. Das Zahnfleisch entzündet sich und blutet. Die Zähne lockern sich. Ohne Behandlung ist Skorbut tödlich.

Die besten natürlichen Vitamin-C-Quellen für dein Meerschweinchen sind: rote Paprika mit circa 190 Milligramm pro 100 Gramm, Petersilie mit circa 150 Milligramm und Brokkoli mit circa 90 Milligramm. Täglich eine Scheibe rote Paprika deckt den Grundbedarf.

Meerschweinchen Paprika Vitamin C Fütterung

Vitamin-C-Tropfen im Trinkwasser sind nicht empfehlenswert
Vitamin C zerfällt bei Licht und Wärme sehr schnell. Im Trinkwasser verliert es innerhalb weniger Stunden seine Wirkung. Außerdem verändert es den Wassergeschmack. Besser ist es, täglich frisches Vitamin-C-reiches Gemüse anzubieten.

Wie sieht ein idealer Fütterungsplan aus?

Morgens und abends solltest du frisches Gemüse anbieten. Pro Meerschweinchen rechne mit circa 100 bis 150 Gramm Frischfutter täglich. Verteile die Menge auf zwei Mahlzeiten. So hat dein Tier über den Tag verteilt gleichmäßig Zugang zu Vitaminen.

Biete täglich mindestens drei verschiedene Gemüsesorten an. Abwechslung stellt sicher, dass dein Meerschweinchen alle nötigen Nährstoffe erhält. Wechsle die Sorten regelmäßig durch. Eintönige Fütterung kann zu Mangelerscheinungen führen.

Neue Futtersorten führst du immer langsam ein. Beginne mit einer kleinen Menge und steigere sie über mehrere Tage. Plötzliche Futterwechsel können Durchfall und Verdauungsprobleme auslösen. Gib dem Darm Zeit, sich an neue Nahrung zu gewöhnen.

Frischfutterreste entfernst du nach spätestens einem halben Tag aus dem Gehege. Welkes oder schimmeliges Futter kann Verdauungsprobleme und Infektionen verursachen. Wasche alle Gemüsesorten gründlich, bevor du sie anbietest.

Trockenfutter gibst du am besten einmal täglich in einer kleinen, abgemessenen Menge. Ein Esslöffel pro Tier und Tag ist ausreichend. Verteile das Trockenfutter an verschiedenen Stellen im Gehege. So förderst du die natürliche Futtersuche und sorgst für Bewegung.

Achte auf die Qualität des Heus. Gutes Heu riecht frisch und aromatisch. Es hat eine goldgelbe bis grünliche Farbe und ist frei von Staub und Schimmel. Lagere Heu trocken und dunkel, damit es seine Qualität behält. Feuchtes oder muffig riechendes Heu solltest du sofort entsorgen.

Dürfen Meerschweinchen Obst fressen?

Obst ist grundsätzlich erlaubt, aber nur in kleinen Mengen. Der Grund: Obst enthält viel Fruchtzucker. Zu viel Zucker kann zu Übergewicht und Verdauungsproblemen führen. Obst sollte deshalb nur als gelegentliches Leckerli dienen.

Geeignete Obstsorten sind Apfel, Birne, Erdbeere und Heidelbeere. Eine kleine Scheibe Apfel oder eine einzelne Erdbeere pro Tag ist ausreichend. Entferne immer Kerne und Stiele, da diese giftige Blausäure enthalten können.

Zitrusfrüchte wie Orange und Mandarine sind in kleinen Mengen erlaubt. Sie liefern zusätzliches Vitamin C. Die Säure kann aber bei empfindlichen Tieren den Mund reizen. Beobachte dein Meerschweinchen nach der ersten Gabe genau.

Wie erkennst du Fütterungsfehler und ihre Folgen?

Übergewicht erkennst du daran, dass die Rippen nicht mehr spürbar sind. Ein gesundes Meerschweinchen hat eine leicht birnenförmige Figur. Die Rippen sollten mit leichtem Druck tastbar sein. Ist das nicht der Fall, reduziere das Trockenfutter und die Obstgabe.

Zu wenig Heu erkennst du an kleinen, unregelmäßigen Kotkügelchen. Gesunder Kot ist gleichmäßig oval und fest. Auch Zahnprobleme wie Sabbern oder selektives Fressen deuten auf zu wenig Heukonsum hin.

Vitamin-C-Mangel äußert sich durch Bewegungsunlust und geschwollene Gelenke. Dein Meerschweinchen bewegt sich steif und ungern. Das Fell wird struppig und glanzlos. Bei diesen Symptomen solltest du sofort den Tierarzt aufsuchen und die Vitamin-C-Zufuhr erhöhen.

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Quellen

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