Fohlen auf der Weide: Was du beachten musst
Ein Fohlen auf der Weide zu sehen – galoppierend, neugierig, voller Lebensfreude – gehört zu den schönsten Momenten in der Pferdehaltung. Doch damit dieser Moment sicher und gesund verläuft, brauchst du als Pferdehalter:in einiges an Vorbereitung und Wissen. In diesem Artikel erfährst du alles, was du über den ersten und dauerhaften Weidegang deines Fohlens wissen musst: vom richtigen Zeitpunkt über die Wahl des Zauns bis hin zu gefährlichen Giftkräutern und Parasiten.
Wann darf ein Fohlen erstmals auf die Weide?
Die Frage, wann ein Fohlen zum ersten Mal auf die Weide darf, ist eine der häufigsten, die sich Pferdehalter:innen stellen. Die gute Nachricht: Grundsätzlich können gesunde Fohlen bereits in den ersten Lebenstagen mit ihrer Mutter auf die Weide gehen – vorausgesetzt, die Bedingungen stimmen.
In der Praxis empfehlen erfahrene Pferdezüchter:innen und Tierärzt:innen, mit dem ersten Weidegang frühestens ab dem dritten bis siebten Lebenstag zu warten. In dieser Zeit hat das Fohlen bereits ausreichend Biestmilch (Kolostrum) aufgenommen, die Nabelschnur ist trocken und verheilt, und das Fohlen steht sicher auf seinen Beinen. Wichtig ist außerdem, dass die Stute das Fohlen kennt und beide eine stabile Bindung aufgebaut haben.
Folgende Faktoren bestimmen den idealen Zeitpunkt:
- Gesundheitszustand: Das Fohlen sollte vital, aktiv und appetitfreudig sein. Fieber, Durchfall oder Apathie sind absolute Kontraindikationen.
- Witterung: Kalte, nasse oder sehr windige Tage sind ungeeignet. Optimal sind milde, trockene Frühlingstage mit Temperaturen über 15 Grad.
- Weidegröße: Für den ersten Ausgang eignet sich ein kleines, überschaubares Paddock oder eine eingezäunte Teilfläche besser als eine große Weide.
- Begleitung: Das Fohlen sollte immer zusammen mit seiner Mutter auf die Weide gehen – niemals allein.
Im Winter geborene Fohlen (sogenannte Frühjahrsfohlen, die bereits im Februar oder März zur Welt kommen) benötigen oft längere Wartezeiten, da die Außentemperaturen noch zu niedrig sein können. Hier empfiehlt sich zunächst ein Paddock mit Windschutz, bevor es auf die offene Weide geht.
Tierärztlicher Hinweis: Lass das Fohlen vor dem ersten Weidegang von einer Tierärztin oder einem Tierarzt untersuchen. Besonders die Gelenkentwicklung und der Nabelbereich sollten gecheckt werden, um Infektionen oder Entwicklungsstörungen frühzeitig zu erkennen.

Wie bereitest du die Weide für ein Fohlen vor?
Eine gut vorbereitete Weide ist die Grundlage für den sicheren Weidegang deines Fohlens. Anders als bei erwachsenen Pferden musst du bei Fohlen besonders sorgfältig vorgehen, da sie noch keine Erfahrung mit Gefahren haben und viel neugieriger und unvorsichtiger sind als ihre Mütter.
Checkliste zur Weidevorbereitung für Fohlen:
- Gefahrenquellen entfernen: Kontrolliere die gesamte Weidefläche auf Löcher, spitze Gegenstände, herausragende Nägel, alte Zaunpfähle oder liegengebliebene Werkzeuge. Fohlen erkunden ihre Umgebung intensiv – auch mit dem Maul.
- Giftkräuter kartieren: Gehe die Weide systematisch ab und entferne alle giftigen Pflanzen (mehr dazu in einem eigenen Abschnitt). Besonders Jakobskreuzkraut, Eibe und Herbstzeitlose sind tödlich gefährlich.
- Wasserversorgung prüfen: Tränken müssen fohlensicher sein. Tiefe Tröge können für sehr kleine Fohlen zur Falle werden. Stelle sicher, dass das Fohlen selbstständig trinken kann oder ausreichend Muttermilch erhält.
- Schattenmöglichkeiten schaffen: Fohlen überhitzen schnell. Bäume, Unterstände oder Schutzdächer sind bei warmen Temperaturen unverzichtbar.
- Bodenbeschaffenheit checken: Nasser, matschiger Boden ist rutschig und erhöht das Verletzungsrisiko für die noch ungelenken Fohlen. Steile Hänge sollten für die ersten Weidegänge gemieden werden.
- Weide abmähen (bei Bedarf): Sehr hohes Gras kann für kleine Fohlen unübersichtlich sein und birgt mehr Parasiteneier. Eine kurze bis mittelhohe Grasnarbe ist ideal.
Für den allerersten Weidegang empfiehlt es sich, die Fläche auf ein Minimum zu beschränken. Ein eingezäunter Bereich von etwa 500 bis 1.000 Quadratmetern reicht für die ersten Ausflüge völlig aus. Später kannst du die Fläche schrittweise vergrößern.
Welche Weidezaunarten sind für Fohlen sicher?
Der Weidezaun ist das zentrale Sicherheitselement jeder Pferdekoppel – und bei Fohlen gilt das noch mehr als bei ausgewachsenen Pferden. Fohlen sind klein, neugierig, schnell und kennen Grenzen noch nicht. Ein ungeeigneter Zaun kann zu schweren Verletzungen führen.
Empfehlenswerte Zaunarten für Fohlen:
- Holzzäune (Pferdegatternetz): Klassisch, robust und fohlensicher – wenn die Abstände zwischen den Latten oder Stangen so eng sind, dass ein Fohlen nicht durchschlüpfen kann (maximal 15–20 cm). Holzzäune sind optisch gut sichtbar und bieten keinen Verletzungsrisiken durch scharfe Kanten.
- Weidezaunnetz (Pferdegitterdraht): Speziell entwickeltes Pferdenetz mit kleinen Maschen (z.B. 15 x 15 cm) ist für Fohlen sehr gut geeignet. Es verhindert, dass sich Beine oder Köpfe verheddern.
- Elastische Zaunbänder (breit, gut sichtbar): Breite Elektrozaunbänder (min. 4 cm) in Kombination mit einem Elektrifizierungsgerät sind praktisch und verbreitet. Wichtig: Fohlen müssen zunächst sanft an den Elektrozaun herangeführt werden – ein erster Schock kann zu Panik und gefährlichem Durchbrechen führen.
Zaunarten, die für Fohlen ungeeignet sind:
- Stacheldraht: Absolut verboten bei Pferden und besonders gefährlich für Fohlen. Bei Kontakt entstehen tiefe Schnitt- und Schürfwunden.
- Knotengitterzaun (Wildschutznetz): Die großen Maschen können Fohlenhufe oder -köpfe einfangen. Lebensgefährliche Strangulationsgefahr.
- Einzeldraht (dünn, schlecht sichtbar): Schlecht wahrnehmbar und bei Kontakt hochverletzend.
Wichtig: Kontrolliere den Zaun täglich – besonders bei Fohlen. Frisch gesetzte Zaunpfähle können sich lockern, Bänder reißen oder Netzmaschen sich weiten. Ein defekter Zaun ist ein gefährlicher Zaun.
Die Zaunhöhe sollte bei Fohlen mindestens 1,20 Meter betragen, besser 1,40 Meter. Denke auch daran, dass die unterste Latte oder das unterste Band nicht zu hoch angebracht sein darf – sonst können sich kleine Fohlen darunter durchquetschen.

Wie gewöhnst du ein Fohlen schonend ans Weidegras?
Frisches Weidegras ist reich an Zucker (Fruktane) und kann bei einer zu schnellen Umstellung zu gefährlichen Verdauungsproblemen führen – darunter Kolik und im schlimmsten Fall Hufrehe. Das gilt zwar primär für ältere Pferde, doch auch Fohlen sollten behutsam an das frische Gras gewöhnt werden, sobald sie beginnen, selbst zu grasen (ab etwa der zweiten bis vierten Lebenswoche).
So läuft die schrittweise Eingewöhnung:
- Erste Woche: Täglich 30–60 Minuten auf kurzem, nicht zu saftigen Gras. Ideal ist Gras, das nicht unmittelbar nach dem Regen oder früh morgens mit Tau bedeckt ist (hoher Zuckergehalt).
- Zweite Woche: Steigerung auf 1–2 Stunden täglich. Das Fohlen beobachten: Trinkt es noch ausreichend Muttermilch? Ist der Kot normal?
- Ab der dritten Woche: Schrittweise Verlängerung auf mehrere Stunden pro Tag. Das Fohlen beobachten, ob es Koliksymptome oder Unruhe zeigt.
- Ab dem zweiten Monat: Bei gesundem Verlauf kann die Weidezeit weiter gesteigert werden bis hin zum ganztägigen Weidegang.
Beachte: Die Stute bestimmt maßgeblich, wie viel das Fohlen frisst. Ein gut genährtes Fohlen, das ausreichend Muttermilch bekommt, wird zunächst wenig Gras fressen. Das ist normal und gesund.
Bei Fohlen, die im Frühjahr abgefohlt werden und direkt Zugang zu sehr üppigen Weiden bekommen, ist besondere Vorsicht geboten. Das frische Frühjahresgras ist besonders zuckerreich. Schränke hier die Weidezeit aktiv ein – auch wenn Stute und Fohlen mehr wollen.
Welche Giftkräuter sind gefährlich für Fohlen?
Giftige Pflanzen auf der Weide sind ein ernstes Thema, das du als Pferdehalter:in nicht unterschätzen darfst. Fohlen sind neugieriger als Stuten und fressen – gerade am Anfang – experimentierfreudiger. Das macht sie besonders anfällig für Vergiftungen.
Hier sind die wichtigsten Giftpflanzen, die du von der Weide deines Fohlens fernhalten musst:
Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea)
Das wohl bekannteste Giftgewächs auf deutschen Pferdewiesen. Es enthält Pyrrolizidinalkaloide, die die Leber schädigen – und das kumulativ, also durch mehrfache kleine Mengen über Wochen und Monate. Besonders tückisch: Im Heu ist es noch giftiger, weil der natürliche Bittergeschmack, der Pferde normalerweise abschreckt, im getrockneten Zustand verloren geht. Erkennungszeichen: gelbe Blüten, stark zerteilte Blätter.
Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)
Extrem giftig für Pferde. Schon wenige Gramm der Pflanze können tödlich sein. Erscheint im Frühjahr mit Blättern (ohne Blüten!) und ist daher leicht zu übersehen. Im Herbst folgen die rosa Blüten ohne Blätter. Bevorzugter Standort: feuchte Wiesen, Auwälder.
Eibe (Taxus baccata)
Die gesamte Pflanze (außer dem roten Fruchtfleisch der Beeren) ist hochgiftig. Schon wenige Gramm der Nadeln können ein Pferd töten. Eiben dürfen niemals in der Nähe von Pferdeweiden wachsen – kein Ast, kein Schnittgut darf in die Koppel gelangen.
Hahnenfuß (Ranunculus spp.)
Verschiedene Hahnenfußarten kommen auf feuchten Wiesen vor. Frisch enthält er das Gift Protoanemonin, das Schleimhäute reizt. Beim Trocknen (im Heu) wird er überwiegend ungiftig. Auf der Weide meiden Pferde ihn meist selbst, doch Fohlen tun das noch nicht sicher.
Adlerfarn (Pteridium aquilinum)
Der Adlerfarn enthält Thiaminase und kann bei regelmäßigem Verzehr zu neurologischen Ausfällen führen. Kommt häufig auf trockenen, mageren Weiden vor.
Weitere gefährliche Pflanzen: Bilsenkraut, Stechapfel, Schierling, Blauer Eisenhut, Maiglöckchen, Goldregen (bei angrenzenden Gärten beachten).
Tipp: Führe mindestens zweimal im Jahr eine Giftkräuterkontrolle auf deiner Weide durch – einmal im Frühjahr (wenn viele Pflanzen erst austreiben) und einmal im Sommer (wenn Jakobskreuzkraut blüht und leichter erkennbar ist). Ziehe Pflanzen mit Wurzel heraus und entsorge sie über den Hausmüll – niemals auf den Kompost.
Welche Krankheiten können durch Weidegang entstehen?
Weidegang hat viele Vorteile für die Entwicklung von Fohlen – Bewegung, soziale Kontakte, frische Luft und die Möglichkeit, die natürliche Umgebung zu erkunden. Doch der Weidegang birgt auch gesundheitliche Risiken, die du kennen und im Blick behalten solltest.
Sommerkolik / Weidegraskolik: Durch zu schnelle Umstellung auf Weidegras oder übermäßig zuckerreiches Gras kann es zu Verdauungsstörungen bis hin zur Kolik kommen. Symptome: Scharren, Wälzen, Blähungen, Unruhe. Sofort Tierarzt rufen.
Hufrehe: Hufrehe (Laminitis) beim Fohlen ist seltener als bei adulten Pferden, kann aber bei genetischer Veranlagung und übermäßigem Graskonsum auftreten. Anzeichen: Heiße, pulserende Hufe, Lahmen, „Schmerzstellung“ (Entlastung der Vorderbeine). Auch hier gilt: sofort zum Tierarzt.
Ringwurm (Dermatophytose): Ein häufiger Pilzinfekt der Haut, der vor allem in feuchten Bedingungen und bei Kontakt mit infizierten Pferden oder kontaminierten Gegenständen übertragen wird. Typisch: kreisrunde, schuppige, haarlose Stellen auf der Haut. Gut behandelbar, aber ansteckend (auch auf Menschen).
Regengallen und Mauke: Feuchte Weidebedingungen und ständiges Stehen im nassen Gras begünstigen Regengallen (Ansammlungen von Gelenksflüssigkeit, meist an den Fesselgelenken) und Mauke (bakterielle Hautentzündung an den Fesseln, besonders bei Fohlen mit Fesselhaaren). Regelmäßige Beinkontrollen sind Pflicht.
Sarcoid: Sarkoid ist der häufigste Hauttumor bei Pferden. Er wird mit dem bovinen Papillomavirus (BPV) in Verbindung gebracht und tritt häufig erstmals im jungen Pferdeleben auf. Weidegang erhöht die Exposition gegenüber Insekten, die als Vektoren fungieren können.
Tetanus: Weidehaltung erhöht das Verletzungsrisiko – und damit auch das Tetanusrisiko. Stelle sicher, dass dein Fohlen rechtzeitig geimpft wird (empfohlen ab dem 5.–6. Lebensmonat, zuvor schützt die Impfung der Mutter über das Kolostrum).

Wie schützt du das Fohlen vor Insekten und Parasiten?
Der Weidegang bringt das Fohlen unweigerlich in Kontakt mit Insekten und Parasiten. Ein gut überlegter Schutz ist deshalb essenziell – und muss auf das Alter und die Empfindlichkeit des Fohlens abgestimmt sein.
Insektenschutz:
- Fliegendecke und Fliegenmütze: Speziell für Fohlen entwickelte Fliegendecken schützen vor Bremsen, Mücken und anderen stechenden Insekten. Achte auf eine korrekte Passform – eine zu große Decke kann sich verheddern und zum Sturz führen.
- Insektenschutzspray: Für Fohlen solltest du nur speziell für Pferde zugelassene, milde Produkte verwenden. Viele herkömmliche Sprays sind für Fohlen unter sechs Monaten nicht geeignet. Frag deinen Tierarzt oder deine Tierärztin nach einer Empfehlung.
- Stall während Hauptflugzeiten: Bremsen und Mücken sind besonders in den frühen Morgenstunden und am Abend aktiv. In stark befallenen Regionen empfiehlt sich, Fohlen in dieser Zeit im Stall zu lassen.
Wurmbehandlung (Entwurmung):
Fohlen sind besonders anfällig für Parasiten, da ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist. Folgende Endoparasiten spielen eine besondere Rolle:
- Großer Pferderundwurm (Parascaris equorum): Kommt vor allem bei Fohlen und Jungpferden vor. Kann zu Wachstumsstörungen, Kolik und im schlimmsten Fall zu Darmverschluss führen. Erste Entwurmung empfohlen ab dem 60. Lebenstag (nach Rücksprache mit dem Tierarzt).
- Kleine Strongyliden: Ab dem Weidegang nehmen Fohlen Larven der kleinen Strongyliden auf. Diese werden mit dem regelmäßigen Entwurmungsprogramm kontrolliert.
- Bandwurm (Anoplocephala perfoliata): Wird über Moosmilben übertragen, die auf der Weide vorkommen. Behandlung mit Praziquantel (z.B. in Kombination mit Ivermectin).
Lass immer eine Kotprobe analysieren (quantitative Kotuntersuchung, z.B. McMaster-Methode), bevor du entwurmst. Blinde Entwurmungen fördern Resistenzentwicklungen. Dein Tierarzt oder deine Tierärztin erstellt dir einen individuellen Entwurmungsplan für das Fohlen.
Weidemanagement gegen Parasiten: Miste die Weide regelmäßig ab (täglich oder mehrfach pro Woche), oder lass die Kotmengen mindestens einmal wöchentlich einsammeln. Je weniger Kot auf der Weide, desto weniger Parasitenlarven nehmen deine Pferde auf. Zudem solltest du Weiden rotieren – ein Abstand von 6–8 Wochen zwischen Beweidungszyklen reduziert die Larvenbelastung erheblich.
Wie lange darf ein Fohlen täglich auf der Weide sein?
Die optimale Weidedauer hängt von mehreren Faktoren ab: dem Alter des Fohlens, der Jahreszeit, der Witterung und dem allgemeinen Gesundheitszustand. Als grobe Orientierung gilt:
Altersabhängige Weidedauer:
- 1.–2. Lebenswoche: 30–60 Minuten täglich, immer mit der Stute, bei gutem Wetter
- 3.–4. Lebenswoche: 1–2 Stunden täglich, Beobachtung auf Verträglichkeit
- 2.–3. Lebensmonat: 2–4 Stunden täglich, schrittweise Steigerung
- Ab dem 4. Lebensmonat: Bei gutem Gesundheitszustand 4–8 Stunden täglich möglich
- Ab dem 6. Lebensmonat: Ganztägiger Weidegang unter Aufsicht oder mit Unterstand möglich
Diese Angaben sind Richtwerte – beobachte dein Fohlen genau. Zeigt es nach dem Weidegang Unruhe, Blähungen oder Koliksymptome, war die Zeit oder die Grasmenge zu viel. Wirkt es erschöpft, hat es möglicherweise zu wenig getrunken oder war zu stark der Sonne ausgesetzt.
Saisonale Anpassungen:
- Frühling: Besondere Vorsicht wegen zuckerreichem Junggrases. Weidezeit zunächst kurz halten und langsam steigern.
- Sommer: Hitzeperioden erfordern Weidegang in den kühleren Morgen- und Abendstunden. Mittagshitze und intensive Insektenplage vermeiden.
- Herbst/Winter: Kältere Temperaturen und feuchte Böden erfordern besondere Aufmerksamkeit. Bei Frost, starkem Regen oder Schnee Weidezeit verkürzen oder aussetzen.
Ein gut eingerichteter Unterstand auf der Weide ist nicht nur im Sommer gegen Sonne wichtig, sondern auch im Herbst gegen Regen und Wind. Fohlen können sich zwar rasch akklimatisieren, sind aber empfindlicher als ausgewachsene Pferde.
FAQ
Ab welchem Alter kann ein Fohlen alleine auf die Weide?
Fohlen sollten bis zur Entwöhnung (meist mit 4–6 Monaten) immer zusammen mit ihrer Mutter auf die Weide gehen. Nach dem Absetzen können sie in einer Gruppe mit anderen gleichaltrigen Pferden oder ruhigen älteren Stuten auf die Weide – niemals jedoch vollständig allein. Pferde sind soziale Tiere und leiden unter Isolation.
Muss ein neugeborenes Fohlen sofort auf die Weide?
Nein. In den ersten Lebenstagen ist es wichtiger, dass das Fohlen ausreichend Kolostrum trinkt, warm und trocken liegt und die Bindung zur Mutter festigt. Erst ab dem dritten bis siebten Lebenstag – bei gutem Wetter und nach tierärztlicher Freigabe – ist der erste Weidegang sinnvoll. Bei ungünstiger Witterung kann es länger dauern.
Kann ein Fohlen Hufrehe durch Weidegang bekommen?
Hufrehe beim Fohlen ist seltener als bei adulten Pferden, aber möglich – besonders bei genetisch veranlagten Rassen (z.B. Ponys, Warmblüter mit metabolischem Syndrom in der Verwandtschaft) und bei übermäßiger Aufnahme von zuckerreichem Frühjahresgras. Symptome wie heiße Hufe, Pulsation an den Fesselarterien oder Lahmen sollten sofort tierärztlich abgeklärt werden.
Welche Impfungen braucht ein Fohlen vor dem ersten Weidegang?
Der Grundschutz durch das Kolostrum (Biestmilch der Mutter) hält in der Regel die ersten 3–6 Monate an – vorausgesetzt, die Stute war korrekt aufgefrischt. Ab dem 5.–6. Lebensmonat beginnt die eigene Grundimmunisierung des Fohlens, u.a. gegen Tetanus und Influenza. Besprich den genauen Impfplan mit deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin – er hängt von Haltung, Region und Risikoprofil ab.
Quellen:
- Dietz, O. & Huskamp, B. (Hrsg.) (2006). Handbuch Pferdepraxis (3. Auflage). Enke Verlag, Stuttgart.
- Pilliner, S., Elmhurst, S. & Davies, Z. (2002). The Horse in Motion. Blackwell Science, Oxford.
- Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): Informationen zu Giftpflanzen bei Nutztieren. Verfügbar unter: www.bvl.bund.de (abgerufen März 2026).