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Die häufigsten Fohlenkrankheiten und ihre Symptome

Die häufigsten Fohlenkrankheiten und ihre Symptome

Fohlenkrankheiten sind die Schreckensgespenster jeder Züchterin. Während ein erwachsenes Pferd oft tagelang Schmerzen oder Unwohlsein kompensiert, verschlechtert sich der Zustand eines Fohlens innerhalb weniger Stunden dramatisch. Das Immunsystem ist in den ersten Lebenswochen unreif, der Stoffwechsel hochsensibel und Reserven minimal. Wer hier zu spät reagiert, riskiert das Leben des Tieres. In diesem ausführlichen Pillar-Ratgeber zeigen wir dir die häufigsten und gefährlichsten Erkrankungen vom ersten Lebenstag bis zum Absetzalter, die typischen Symptome, die wichtigsten tierärztlichen Notfälle und die Vorsorge in Zucht und Aufzucht. Wir behandeln Mekonium-Verhalt, neonatale Septikämie, Kolostrum-Mangel, Fohlenlähme, Rhodococcus-Pneumonie, Durchfallerkrankungen, Nabelinfektionen, Gelenksinfektionen, Wachstumsstörungen wie OCD und Stellungsfehler, sowie genetische Erkrankungen. Wir gehen auf die spezifischen Bedingungen in Österreich (AT) und Deutschland ein und erklären den engen Zeitrahmen für Diagnostik und Therapie. Dazu liefern wir konkrete Hinweise, wann du sofort eine Tierärztin holen musst und wie du deinen Stall, deine Box und deine Hygiene auf eine sichere Aufzucht ausrichtest. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.

Notfall Fohlenkrankheiten

Notfall: Bei diesen Symptomen sofort Tierärztin rufen

Wenn dein Fohlen apathisch wirkt, nicht trinkt, kein Mekonium absetzt, Durchfall hat, fiebert (ab 39,5 Grad), schwer atmet, lahmt, eine geschwollene Gelenke zeigt oder zusammenbricht, ist das ein lebensbedrohlicher Notfall. Reagiere binnen Minuten. Bei Fohlen zählt jede Stunde, oft jede halbe Stunde. Halte Telefonnummer der Pferdetierärztin und der nächsten Klinik immer griffbereit.

Welche Risiken bestehen in den ersten Lebensstunden?

Die ersten zwölf Lebensstunden eines Fohlens sind die kritischste Zeit überhaupt. Drei Meilensteine müssen unbedingt erreicht werden. Erstens, das Fohlen muss spätestens 60 Minuten nach der Geburt aufstehen. Zweitens, es muss spätestens zwei bis drei Stunden nach der Geburt am Euter saugen. Drittens, es muss spätestens innerhalb der ersten zwölf Stunden Mekonium absetzen, also den dunklen Darmpechstuhl, der sich vor der Geburt im Darm angesammelt hat. Wird einer dieser Meilensteine verfehlt, drohen ernste Probleme.

Das Kolostrum, also die erste Milch der Stute, ist überlebenswichtig, weil das Fohlen ohne Antikörper geboren wird. Plazenta und Gebärmutter der Stute sind so aufgebaut, dass keine mütterlichen Antikörper über das Blut auf das Ungeborene übergehen. Die Aufnahme erfolgt erst nach der Geburt über das Kolostrum. Das Fohlen kann diese Antikörper nur in den ersten 18 bis 24 Stunden über die Darmschleimhaut resorbieren, danach schließt sich das Resorptionsfenster. Wenn dein Fohlen zu spät, zu wenig oder kein Kolostrum bekommt, bleibt es ohne Immunschutz, eine sogenannte Failure of Passive Transfer (FPT). Das Risiko für Septikämie und tödliche Infektionen steigt dramatisch. Lass deshalb 18 bis 24 Stunden nach der Geburt einen Bluttest auf Immunglobulin G (IgG) durchführen, der zeigt zuverlässig, ob die Immunisierung geklappt hat.

Was sind die häufigsten Erkrankungen in den ersten zwei Lebenswochen?

Mekonium-Verhalt ist eines der häufigsten Probleme der ersten Stunden. Wenn das Fohlen kein dunkles Darmpech absetzt, drückt sich, hebt den Schweif, läuft unruhig im Kreis oder rollt sich auf den Rücken, ist das ein Notfall. Tierärztinnen lösen das Problem mit einem warmen, paraffinhaltigen Einlauf, in seltenen Fällen ist eine intensivere Behandlung nötig. Unbehandelt kann ein Mekoniumstau zu schwerer Kolik, Darmperforation und Tod führen. Hengstfohlen sind häufiger betroffen als Stutfohlen.

Neonatale Septikämie, also eine Blutvergiftung im Neugeborenenalter, ist die gefährlichste Erkrankung. Bakterien wie E. coli, Streptokokken oder Klebsiellen gelangen über Nabel, Atemwege oder Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf und vermehren sich rasend schnell. Symptome sind Apathie, schwacher Saugreflex, Fieber oder Untertemperatur, beschleunigte Atmung, blasse oder gerötete Schleimhäute. Ohne sofortige intravenöse Antibiose und Intensivpflege liegt die Mortalität bei über 50 Prozent. Eine weitere typische Erkrankung der ersten Wochen ist die Fohlenlähme oder Polyarthritis. Bakterien siedeln sich in Gelenken an und verursachen Schwellungen, Lahmheit und Fieber. Auch hier zählt jede Stunde. Mehr zur Aufzucht und Sozialisation findest du im Beitrag Fohlen-Aufzucht.

Welche Atemwegserkrankungen sind besonders gefährlich?

Die Pneumonie durch Rhodococcus equi ist eine der gefürchtetsten Atemwegserkrankungen bei Fohlen zwischen drei Wochen und sechs Monaten. Der Erreger lebt im Boden vieler Pferdeweltreal-Ställe, vor allem auf älteren Anlagen mit lehmigem oder staubigem Boden. Fohlen atmen die Bakterien ein, sie nisten sich in der Lunge ein und bilden Abszesse. Erste Symptome sind subtile Atemveränderungen, leichtes Husten, beschleunigte Atmung, milde Belastungsintoleranz. In fortgeschrittenen Stadien siehst du deutliche Atemnot, Fieber, Apathie und Gewichtsverlust. Die Diagnose erfolgt über Ultraschall der Lunge, Röntgen, Blutbild und gegebenenfalls Trachealspülung.

Die Therapie ist langwierig und teuer, kombinierte Antibiose mit Makroliden wie Azithromycin oder Clarithromycin plus Rifampicin über vier bis acht Wochen. In Österreich und Deutschland gibt es regional sehr unterschiedliche Belastungen, manche Gestüte haben Probleme, andere bleiben jahrzehntelang verschont. Vorsorge bedeutet gute Stallhygiene, regelmäßiges Misten, gute Belüftung, Vermeidung staubiger Böden und routinemäßiger Ultraschall-Screening der Fohlenlunge ab der dritten Lebenswoche in betroffenen Gestüten. Andere Atemwegserkrankungen wie Streptococcus equi (Druse), Influenza und Herpesviren können Fohlen ebenfalls betreffen, sind aber meist über die Stutenherdenimpfung zu kontrollieren. Mehr zu Stallhygiene findest du in unserem Beitrag Desinfektion im Pferdestall.

Welche Magen-Darm-Erkrankungen sind typisch?

Durchfall ist beim Fohlen kein lapidares Symptom, sondern oft ein veterinärmedizinischer Notfall. Schon ein einziger Tag mit wässrigem Durchfall kann zu schwerem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust führen, Kreislaufversagen und Tod folgen rasch. Ursachen reichen von viralen Erregern wie Rotaviren über bakterielle Infektionen mit Salmonellen, Clostridien oder E. coli bis zu Parasiten wie Cryptosporidien oder Strongyloides. Auch der sogenannte Foal-heat-Diarrhoea, also leichter Durchfall in der ersten Rosse der Stute mit etwa neun Tagen, ist häufig. Solange das Fohlen munter, fiebersfrei und durstig ist, kann das selbstlimitierend sein. Bei Apathie, Fieber oder Verschlechterung sofort Tierärztin holen.

Magengeschwüre treten bei Fohlen häufiger auf als gedacht. Stress, Infektionen, NSAID-Behandlung und unregelmäßige Saugzeiten begünstigen sie. Symptome sind Zähneknirschen, Speicheln, häufiges Hinlegen, Bauchschmerzen und Saugmüdigkeit. Diagnose über Gastroskopie, Therapie mit Säurehemmern und Ursachenbehandlung. Bei älteren Fohlen ab drei Monaten kommen Parasiten ins Spiel, allen voran Spulwürmer (Parascaris equorum), die in großen Mengen Darmverschlüsse verursachen können. Eine kontrollierte Entwurmung ab acht bis zehn Wochen mit angepassten Wirkstoffen ist wichtig, gemeinsame Strategien mit der Tierärztin zu Routinen sind besser als pauschale Behandlungen. Mehr Hintergrund findest du in unserem Ratgeber Durchfall beim Pferd.

Was sind Nabel- und Gelenkinfektionen?

Der Nabel ist die Eintrittspforte Nummer eins für Bakterien beim Neugeborenen. Direkt nach der Geburt sollte der Nabel mit einer milden, jodhaltigen Lösung oder einem Chlorhexidin-Präparat desinfiziert werden, mehrfach in den ersten Lebenstagen. Eine Nabelentzündung (Omphalitis) zeigt sich durch Schwellung, Rötung, Wärme und Schmerz am Nabel, manchmal mit eitrigem Ausfluss. Die Bakterien können von dort in den Blutkreislauf, in die Leber, in die Gelenke oder in die Knochen wandern und schwere Folgekrankheiten auslösen. Diagnose über Ultraschall des Nabels und Blutbild, Therapie über systemische Antibiose und gegebenenfalls chirurgische Entfernung des entzündeten Gewebes.

Gelenkinfektionen, also septische Arthritis, sind die häufigste Folge einer ungehemmten Septikämie oder einer aufsteigenden Nabelinfektion. Typische Symptome sind eine plötzliche, deutliche Lahmheit, eine warme, geschwollene und schmerzempfindliche Gelenke, oft am Karpal- (Vorderfuß), Sprung- oder Fesselgelenk. Das Fohlen entlastet das betroffene Bein, wirkt apathisch und fiebert oft. Die Behandlung ist langwierig und intensiv, Gelenkspülung in Narkose, intra-artikuläre und systemische Antibiose, oft mehrfach wiederholt. Selbst bei rascher Therapie bleibt häufig eine bleibende Bewegungseinschränkung. Vorsorge bedeutet konsequente Nabeldesinfektion, saubere Boxen, hygienische Geburtshilfe und Kolostrum-Kontrolle.

Welche Wachstums- und Stellungsstörungen treten auf?

Beugesehnenkontrakturen, also angeborene oder erworbene Verkürzungen der Beugesehnen, sind eine der häufigsten Stellungsstörungen. Sie zeigen sich entweder bei der Geburt mit überstrecktem Karpalgelenk oder zwischen drei und 18 Monaten mit zunehmender Bockhufstellung. Frühzeitige Diagnose und Therapie sind entscheidend. Behandlungsoptionen reichen von kontrollierter Bewegung, Streichen, Verbänden, Tetracyclin-Infusionen bis zu chirurgischen Sehnenschnitten in fortgeschrittenen Fällen. Auch Achsenfehlstellungen wie Karpus valgus oder varus, also Schiefstellungen am Vorderfußwurzelgelenk, müssen früh erkannt werden, weil sie sich in den Wachstumsfugen oft noch korrigieren lassen, wenn rechtzeitig orthopädische Hufpflege und Bewegungstherapie eingesetzt werden.

OCD (Osteochondrosis dissecans) ist eine Verknöcherungsstörung der Wachstumsfugen, die beim heranwachsenden Fohlen entsteht und sich oft erst beim Anreiten als Lahmheit zeigt. Risikofaktoren sind genetische Disposition, übermäßige Energiezufuhr, Mineralstoffungleichgewichte, schnelles Wachstum und Bewegungsmangel oder umgekehrt Überbelastung. Vorsorge bedeutet ausgewogene Fütterung, freie Bewegung in der Aufzuchtgruppe und kontrollierte Wachstumskurve. Mehr Detail dazu findest du in unserem Beitrag zum Jungpferd füttern. Auch Hufprobleme wie Bockhuf, Plattfuß oder ungleiche Hufhöhen müssen früh durch eine erfahrene Hufschmiedin korrigiert werden, ideal alle vier bis sechs Wochen ab dem ersten Lebensmonat.

Welche genetischen und seltenen Erkrankungen muss ich kennen?

Genetische Erkrankungen sind selten, aber für die betroffenen Linien existenziell. SCID (Severe Combined Immunodeficiency) tritt fast ausschließlich bei Vollblutarabern auf und führt zu einem völligen Fehlen von Immunzellen, betroffene Fohlen sterben meist innerhalb der ersten Lebensmonate an opportunistischen Infektionen. Eine genetische Vortest-Untersuchung der Eltern ist Standard. JEB (Junctional Epidermolysis Bullosa) bei Belgian Drafts und Sächsischer Schwerer Warmblutpferd zeigt sich durch schmerzhafte Hautablösungen und ist tödlich. HERDA (Hereditary Equine Regional Dermal Asthenia) bei amerikanischen Quarter Horses verursacht reißende Haut. PSSM (Polysaccharid-Speichermyopathie) ist beim Quarter Horse und Warmblut nachgewiesen und zeigt sich oft erst in der späteren Reitkarriere als Muskelproblem.

Auch nicht-genetische, aber seltene Krankheiten wie Neonatale Isoerythrolyse (NI) sind wichtig zu kennen. Dabei zerstört das Kolostrum der Stute die Erythrozyten des Fohlens, weil Antikörper gegen Blutgruppenmerkmale gebildet wurden. Symptome treten innerhalb der ersten 24 bis 72 Stunden auf, Apathie, gelbe Schleimhäute, dunkler Urin, schneller Verfall. Bei bekannter Risikokonstellation aus Vorerfahrung mit der Stute kann das Kolostrum vorher getestet werden. Auch Spätfolgen schwerer Geburten wie das sogenannte Dummy-Foal-Syndrom (Neonatal Maladjustment Syndrome) sind ernst zu nehmen. Diese Fohlen wirken desorientiert, finden das Euter nicht, haben Krampfanfälle. Mit moderner Intensivtherapie und der sogenannten Madigan-Squeeze-Technik haben viele dieser Fohlen heute gute Überlebenschancen.

Wie schützt du dein Fohlen vor Krankheiten?

Vorsorge beginnt vor der Geburt. Eine gut betreute, geimpfte und entwurmte Stute mit ausgewogener Fütterung legt das Fundament für ein gesundes Fohlen. Impfungen gegen Influenza, Tetanus, Herpesvirus und je nach Region Tollwut sollten zeitlich passend zum Geburtszeitpunkt liegen, damit das Kolostrum reich an Antikörpern ist. Ein gut vorbereiteter Geburtsbereich, sauber, trocken, gut belüftet und ruhig, reduziert Stress und Infektionsrisiken erheblich. Plane die Geburtsbegleitung mit deiner Tierärztin durch, sie sollte spätestens 24 Stunden nach der Geburt das Fohlen klinisch untersuchen und einen IgG-Test durchführen.

In den ersten Lebenswochen ist die Hygiene entscheidend. Saubere Box, regelmäßiges Misten, frisches Heu, sauberes Wasser, getrennte Eimer für jedes Pferd. Der Nabel wird in den ersten drei bis fünf Tagen mehrfach desinfiziert. Bewegung an der frischen Luft ist wichtig, ideal mit der Mutter und später in der Aufzuchtgruppe. Kontrollen durch Tierärztin und Hufschmiedin alle vier bis sechs Wochen sichern frühe Diagnose von Stellungsproblemen. Wenn dein Fohlen Symptome zeigt, zögere keine Sekunde, ruf sofort die Tierärztin. Bei einer Pferdekrankenversicherung gelten oft besondere Bedingungen für Fohlen, prüfe die Tarife frühzeitig. Mehr zur Versicherung findest du auf unserer Seite zur Pferdekrankenversicherung. Eine Praxis in deiner Nähe findest du im Tierärzteverzeichnis von Go4Vet.

Tierärztlicher Blick auf Fohlenkrankheiten

Aus tierärztlicher Sicht ist die Fohlenmedizin Hochgeschwindigkeitsmedizin. Was wir bei Erwachsenen in Tagen behandeln, müssen wir beim Fohlen in Stunden entscheiden. Wir sehen täglich, dass die Prognose weniger von der Schwere der Erkrankung abhängt als vom Zeitpunkt der Vorstellung. Ein Fohlen mit beginnender Septikämie, das innerhalb von zwei Stunden in der Klinik ist, hat realistische Heilungschancen, dasselbe Fohlen nach 24 Stunden Verzögerung kämpft ums Überleben.

Wir empfehlen dir folgendes Vorgehen. Plane die Geburt deiner Stute mit der Tierärztin durch, lass das Fohlen 18 bis 24 Stunden nach der Geburt klinisch untersuchen und einen IgG-Test machen, halte Notfall-Telefonnummern griffbereit, dokumentiere täglich Trinkverhalten, Mekoniumabsatz und Allgemeinbefinden in den ersten Wochen, miss bei Auffälligkeiten Fieber (normal sind 37,5 bis 38,5 Grad). Lass den Nabel mehrfach desinfizieren, achte auf Hygiene, biete eine ruhige, saubere Geburtsbox und plane regelmäßige tierärztliche Routinen. Wenn dein Fohlen apathisch wird, nicht mehr trinkt, lahmt oder Durchfall hat, ist das ein Notfall, kein Beobachtungsfall. Ein erfahrenes Pferdeteam aus Tierärztin, Züchterin, Stallbetreiberin und Hufschmiedin reduziert das Risiko erheblich. Plane für die Aufzucht ausreichend Bewegung in der Gruppe und gehe Stellungsfehler oder Wachstumsprobleme früh an. Mehr zur weiteren Aufzucht findest du in unseren Ratgebern zum Fohlen absetzen und zum Jungpferd.

Häufige Fragen zu Fohlenkrankheiten

Wann muss ich beim Fohlen sofort die Tierärztin rufen?
Bei Apathie, fehlendem Saugreflex, fehlendem Mekoniumabsatz innerhalb von zwölf Stunden, Durchfall, Fieber über 39,5 Grad, Atemnot, Lahmheit, Gelenkschwellung oder Zusammenbrechen ist sofortige tierärztliche Hilfe erforderlich. Bei Fohlen zählt jede Stunde, oft jede halbe Stunde.
Was ist Failure of Passive Transfer und wie erkenne ich sie?
Failure of Passive Transfer liegt vor, wenn das Fohlen zu wenig Antikörper aus dem Kolostrum aufgenommen hat. Erkennbar nur über Bluttest auf Immunglobulin G (IgG) zwischen 18 und 24 Stunden nach der Geburt. Werte unter 400 Milligramm pro Deziliter sind kritisch und müssen mit Plasma-Infusion korrigiert werden.
Wie oft sollte ich das Fohlen in den ersten Wochen kontrollieren?
In den ersten Tagen mehrmals täglich, danach täglich mindestens zweimal. Achte auf Trinkverhalten, Allgemeinbefinden, Mekoniumabsatz, Atmung, Bewegung und Hautzustand. Wöchentliche Tierarztkontakte in den ersten vier Wochen sind sinnvoll, ergänzt durch ein gewissenhaft geführtes Beobachtungs-Tagebuch.
Welche Impfungen braucht ein Fohlen wann?
Erste Impfungen gegen Tetanus und Influenza zwischen vier und sechs Monaten, je nach Impfstoff zwei bis drei Auffrischungen im ersten Jahr. Herpesviren-Impfung je nach Risikoeinschätzung. Sprich den genauen Plan mit deiner Tierärztin ab, weil Empfehlungen in Österreich und Deutschland leicht variieren.
Was kostet die tierärztliche Betreuung in den ersten Lebenswochen?
Geburtsbegleitung 200 bis 600 Euro, IgG-Test 50 bis 100 Euro, Routineuntersuchung 80 bis 150 Euro, Notfallbehandlung mit Klinikaufenthalt schnell 1.000 bis 5.000 Euro. Eine Pferdekrankenversicherung mit Fohlen-Tarif kann diese Beträge erheblich reduzieren.
Wie kann ich Rhodococcus-Infektionen vorbeugen?
Gute Stallhygiene, regelmäßiges Misten, gute Belüftung, vermeiden staubiger Böden, schattige Liegeplätze und in Risikogestüten regelmäßiger Lungenultraschall ab der dritten Lebenswoche. Eine Impfung gibt es bisher nicht, eine prophylaktische Plasma-Gabe in der Geburt wird in betroffenen Beständen diskutiert.

VETTY — Dein Tier-Assistent

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