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Stoffwechselstörung Pferd

Stoffwechselstörung Pferd

Stoffwechselstörungen beim Pferd sind ein wachsendes Problem in der modernen Pferdehaltung. Die häufigsten Diagnosen sind das Equine Metabolische Syndrom (EMS) und die Equine Cushing-Erkrankung (PPID). Beide Erkrankungen verändern die Hormonbalance, den Zuckerstoffwechsel und die Energieverwertung tiefgreifend. Folge sind Übergewicht, Hufrehe, Muskelabbau, Fellveränderungen, schlechte Wundheilung und ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko. Wer früh erkennt und konsequent managt, kann betroffenen Pferden ein langes, leistungsfähiges Leben ermöglichen.

In diesem Pillar-Ratgeber bekommst du einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Stoffwechselstörungen beim Pferd, ihre Ursachen, typische Symptome, sichere Diagnose und ein praxisnahes Management aus Fütterung, Bewegung, tierärztlicher Begleitung und Notfallprävention. Wir gehen auf Versorgung in Deutschland und Österreich (AT) ebenso ein wie auf Risikogruppen, Lebensphasen und Hufrehe-Notfälle. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft und richtet sich an Halter:innen, die Verantwortung für ein stoffwechselsensibles Pferd übernehmen oder eine Erkrankung im Frühstadium erkennen wollen.

Hufrehe Notfall

Hufrehe ist immer ein Notfall

Wenn dein Pferd plötzlich klamm geht, sich in der typischen Hufrehe-Stellung mit nach vorne gestreckten Vorderbeinen aufstellt oder einen pulsierenden Hufpuls zeigt, sofort Tierarzt rufen, kein Bewegungstraining und kein Spaziergang. Stoffwechselsensible Pferde haben ein deutlich erhöhtes Hufrehe-Risiko, vor allem bei plötzlichem Weidezugang oder hohen Zuckermengen.

Was bedeutet Stoffwechselstörung beim Pferd?

Eine Stoffwechselstörung ist eine dauerhafte Veränderung im Energie-, Zucker- oder Hormonstoffwechsel. Beim Pferd dominieren zwei Krankheitsbilder: das Equine Metabolische Syndrom (EMS) und die Equine Cushing-Erkrankung (PPID, Pituitary Pars Intermedia Dysfunction). EMS entsteht meist durch Überernährung, Bewegungsmangel und genetische Veranlagung, vor allem bei robusten Rassen wie Pony, Haflinger, Iberer oder Quarter Horse. PPID ist eine altersbedingte Funktionsstörung der Hirnanhangsdrüse, betrifft überwiegend Pferde über fünfzehn Jahren und ist nicht direkt durch Fütterung verursacht.

Beide Krankheiten verbinden eines: ein gestörter Zuckerstoffwechsel mit deutlich erhöhtem Hufrehe-Risiko. Während EMS vor allem über Insulinresistenz wirkt, verursacht PPID hormonelle Entgleisungen mit Cortisol-Überschuss, Muskelabbau und Immunschwäche. Beide Krankheiten können gleichzeitig auftreten, vor allem bei älteren leichtfuttrigen Pferden. Eine sichere Unterscheidung gelingt nur über Bluttest und tierärztliche Diagnose.

Was ist das Equine Metabolische Syndrom (EMS)?

EMS ist ein hormonelles Syndrom mit drei Kernmerkmalen: Adipositas (Übergewicht mit typischen Fettpolstern an Mähnenkamm, Schulterregion und Schweifansatz), Insulinresistenz (verminderte Reaktion der Zellen auf Insulin) und einem deutlich erhöhten Hufrehe-Risiko. Betroffene Pferde nehmen schon bei normalen Futtermengen weiter zu, weil Insulin nicht mehr wirkt und der Körper Energie als Fett einlagert. Das gespeicherte Fettgewebe produziert zusätzlich entzündungsfördernde Botenstoffe, die den Stoffwechsel weiter destabilisieren.

Risikorassen sind Ponys (Shetland, Welsh, Connemara), Haflinger, Norweger, Iberer (Andalusier, Lusitano, Kaltblüter), Quarter Horses, Friesen und Tinker. Auch Mischlinge dieser Rassen sind betroffen. Vollblut, Trakehner oder Hannoveraner sind weniger häufig betroffen, aber nicht ausgeschlossen. EMS entwickelt sich meist über Jahre und wird oft erst sichtbar, wenn ein Hufrehe-Schub auftritt. Wer einen typischen Mähnenkamm, schwere Atmung beim Trab oder schwankendes Gewicht trotz wenig Futter beobachtet, sollte tierärztlich abklären lassen.

Die Diagnose erfolgt über einen oralen Glucose-Test oder einen kombinierten Insulin-Test. Beide Verfahren messen, wie der Körper auf Zuckergaben reagiert. Eine sichere Diagnose ist die Grundlage für jedes seriöse Management, weil viele Symptome auch andere Ursachen haben können.

Was ist Cushing (PPID) und wer ist betroffen?

PPID ist eine Funktionsstörung der Hirnanhangsdrüse, bei der die Pars Intermedia überaktiv wird und zu viele Hormone, vor allem Cortisol-ähnliche Substanzen, produziert. Folge sind ein verändertes Fellbild (lange, lockige, nicht abhaarende Haare, das sogenannte Hirsutismus), Muskelabbau über der Wirbelsäule und Hinterhand, vermehrtes Trinken und Wasserlassen, schlechte Wundheilung, häufige Infekte und ein erhöhtes Hufrehe-Risiko.

Betroffen sind überwiegend Pferde über fünfzehn Jahren, gehäuft in der Altersgruppe zwanzig bis dreißig Jahre. Frühe Stadien zeigen oft nur einzelne Symptome wie schlechtes Fellbild, langsamen Fellwechsel oder Muskelabbau. Spätstadien sind eindeutiger und gehen mit massivem Hirsutismus, ausgeprägtem Muskelabbau und wiederkehrenden Hufrehe-Schüben einher. Eine sichere Diagnose erfolgt über einen ACTH-Bluttest, idealerweise im Herbst, weil saisonale Hormonschwankungen die Aussagekraft verbessern.

PPID ist nicht heilbar, aber gut managebar. Das Standardmedikament Pergolid (Prascend) reguliert die Hormonsekretion und stabilisiert den Stoffwechsel über Jahre. Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Dosis und wird über Bluttest-Kontrollen schrittweise angepasst. Begleitend ist eine angepasste Fütterung mit niedrigem Zucker- und Stärkegehalt wichtig, mehr dazu im Ratgeber zu Diät-Futter für Pferde.

Wie hängen Stoffwechselstörungen mit Hufrehe zusammen?

Hufrehe ist die gefürchtetste Folge von EMS und PPID. Bei einer Hufrehe entzünden sich die Lederhautblättchen im Huf, die Verbindung zwischen Hufbein und Hufkapsel löst sich, der Hufbein kann absinken oder rotieren. Das ist extrem schmerzhaft und kann das Pferd in schweren Fällen das Leben kosten. Stoffwechselsensible Pferde haben ein vielfach erhöhtes Hufrehe-Risiko, vor allem bei Insulinpeaks nach hohen Zuckergaben oder plötzlichem Weidezugang im Frühjahr und Herbst.

Die Hauptauslöser sind frisches Gras mit hohem Fruktangehalt (vor allem im Frühjahr und Herbst), hohe Mengen Stärke aus Hafer, Gerste oder Mais, Apfeltrester, Melasse, Karotten in großen Mengen oder versteckter Zucker in Müslis und Leckerlis. Bewegungsmangel verstärkt das Risiko zusätzlich. Wer ein EMS- oder PPID-Pferd hält, sollte konsequent zucker- und stärkearm füttern, Weidezugang stark einschränken und nur in den ungefährlichen Tageszeiten gewähren (idealerweise frühmorgens, nicht nachmittags und nicht in Frostnächten).

Ein Notfallplan gehört in jeden Stall mit stoffwechselsensiblen Pferden. Tierarzt-Telefonnummer griffbereit, Eis-Kühlpackungen für die Hufe (in einem Hufrehe-Schub können kalte Hufkühlungen über zwei bis drei Tage den Schaden begrenzen), bequemes Stroh statt harter Stallmatten und keine Bewegung außer das Pferd bewegt sich selbst. Über die Go4Vet-Tierarztsuche findest du schnellstmöglich eine Praxis mit Pferdefachkenntnis.

Wie sieht die richtige Fütterung bei Stoffwechselstörungen aus?

Die Fütterung ist das wichtigste Management-Instrument bei EMS und PPID. Grundlage ist hochwertiges, möglichst zuckerarmes Heu mit einem Fruktangehalt unter zehn Prozent in der Trockenmasse. Heu sollte vor der Fütterung gewässert werden (eine Stunde in Wasser einlegen reduziert den Zuckeranteil um bis zu dreißig Prozent), bei Bedarf auch zweimal nacheinander. Die Tagesration liegt bei eineinhalb bis zwei Kilogramm Heu pro hundert Kilogramm Körpergewicht. Stroh kann in kleinen Mengen ergänzend gefüttert werden, hat aber zu wenig Eiweiß und Mineralien für die Alleinversorgung.

Krippenfutter mit Stärke (Hafer, Gerste, Mais, Apfeltrester, Müsli mit Melasse) ist tabu. Stattdessen kommen zucker- und stärkearme Spezialprodukte zum Einsatz, gerne mit hohem Faseranteil und niedrigem glykämischen Index. Mineralfutter sollte ebenfalls zucker- und melassenfrei sein. Eine vertiefte Übersicht zur stoffwechselsensiblen Fütterung findest du im Ratgeber zur Fütterungsempfehlung Pferd sowie im Pillar-Ratgeber zu Mineralstoffen beim Pferd.

Für Untergewicht-Strategien bei PPID-Pferden mit Muskelabbau eignen sich Öle (Leinöl, Sojaöl) als zuckerfreie Energiequelle. Eiweißzulagen über Sojaextraktionsschrot oder Bierhefe unterstützen den Muskelaufbau. Achtung: Auch viele „natürliche“ Komponenten wie Karotten, Äpfel oder Bananen enthalten viel Zucker und sind bei stoffwechselsensiblen Pferden zu vermeiden. Mehr zur Differenzierung Untergewicht versus Übergewicht findest du im Ratgeber zu Dickmacher für Pferde.

Welche Rolle spielt Bewegung beim Management?

Bewegung ist nach der Fütterung der zweite Hebel im Stoffwechselmanagement. Regelmäßige Bewegung verbessert die Insulinsensitivität, reduziert das Fettpolster und stabilisiert den Stoffwechsel. Empfohlen werden mindestens fünf bis sieben Tage pro Woche aktive Bewegung, davon mindestens vier Tage mit mittlerer Intensität (Trab und Galopp im Wechsel mit Schritt, gerne länger als dreißig Minuten).

Wichtig ist die Anpassung an den Hufrehe-Status. Pferde nach einem akuten Hufrehe-Schub brauchen erst eine schmerzfreie Zeit von vier bis sechs Wochen, bevor mit kontrolliertem Schritt-Training begonnen werden kann. Eine Belastungssteigerung erfolgt langsam und nur nach tierärztlicher Freigabe. Pferde im chronischen EMS-Stadium ohne akute Hufrehe profitieren von Longentraining, Bodenarbeit, Spaziergängen und ruhigem Reiten. Hochintensive Belastungen wie Springtraining oder Galopprennen sind bei akuter Hufrehe-Gefahr nicht angezeigt.

Die Weide ist ein zweischneidiges Schwert. Bewegung auf der Weide ist gut, der Zuckergehalt im Gras dagegen schlecht. Lösung: Maulkorb mit Fressbremse, Auslauf in einem abgegrasten Paddock oder Schritt-Spaziergänge auf einem zuckerarmen Untergrund. Im Frühjahr und Herbst, wenn Fruktan im Gras besonders hoch ist, ist äußerste Vorsicht geboten.

Wie wird eine Stoffwechselstörung sicher diagnostiziert?

Die sichere Diagnose beginnt mit einer ausführlichen tierärztlichen Anamnese: Symptome, Lebensgeschichte, Fütterung, Bewegung, Hufrehe-Vorgeschichte, Rasse und Alter. Es folgt eine klinische Untersuchung mit Beurteilung von Body Condition Score (BCS), Fettpolstern, Hufzustand, Hufpuls, Fellbild und Muskulatur. Auf dieser Basis entscheidet die Praxis, welche Bluttests sinnvoll sind.

Für EMS sind ein oraler Glucose-Test oder ein kombinierter Insulin-Glucose-Test die Standardverfahren. Sie messen, wie schnell und stark Insulin nach einer Zuckergabe ansteigt. Für PPID ist die ACTH-Messung im Bluttest entscheidend, idealerweise zwischen August und Oktober, weil die saisonalen Hormonschwankungen in dieser Zeit die Diagnose erleichtern. Begleitend werden oft Glucose, Lipide, Leber- und Nierenwerte sowie ein Großes Blutbild bestimmt.

Die Kosten für eine umfassende Stoffwechseldiagnostik liegen in Deutschland und Österreich (AT) zwischen einhundertfünfzig und vierhundert Euro je nach Umfang. Diese Investition ist sehr lohnend, weil sie ein zielgerichtetes lebenslanges Management ermöglicht statt ständiger Notfallbehandlungen. Eine spezialisierte Praxis findest du über die Go4Vet-Tierarztsuche.

Welche Medikamente kommen zum Einsatz?

Bei PPID ist Pergolid (Prascend) das Standardmedikament. Es reguliert die Hormonsekretion der Hirnanhangsdrüse und stabilisiert den Stoffwechsel über Jahre. Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Dosis (meist ein Milligramm pro Tag) und wird je nach klinischer Reaktion und ACTH-Werten angepasst. Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit oder Apathie sind zu Beginn möglich, lassen sich aber durch langsame Eindosierung minimieren.

Bei EMS gibt es kein Standardmedikament. In Einzelfällen werden Metformin oder Levothyroxin eingesetzt, um den Stoffwechsel zu stabilisieren oder die Insulinempfindlichkeit zu verbessern. Die Wirkung ist umstritten, der Schwerpunkt bleibt klar auf Fütterung und Bewegung. Hufrehe-Schübe werden symptomatisch behandelt: Schmerzmittel (Phenylbutazon oder Firocoxib), Hufkühlung, weiche Einstreu, kurzzeitige Boxenruhe und in schweren Fällen orthopädische Hufbeschläge oder Polster.

Begleitend können Magenschoner sinnvoll sein, weil viele Schmerzmittel die Magenschleimhaut belasten. Antioxidantien wie Vitamin E (tausend bis zweitausend internationale Einheiten pro Tag) unterstützen Muskel- und Zellgesundheit, mehr dazu im Ratgeber zu Vitaminen für das Pferd.

Wie unterscheidet sich das Management bei Senioren?

Senioren mit PPID brauchen eine besonders aufmerksame Betreuung. Die Zähne sollten regelmäßig kontrolliert werden, weil Zahnverlust die Kauleistung reduziert und Heuverdaulichkeit beeinträchtigt. Bei sehr alten Pferden kann eingeweichtes Heucobs oder Heupellets das klassische Heu ersetzen. Kraftfutter sollte zucker- und stärkearm sein, idealerweise als Senior-Spezialprodukt mit hohem Faser- und Eiweißanteil.

Bewegung bleibt wichtig, muss aber an die orthopädischen Möglichkeiten angepasst werden. Schrittspaziergänge, lockere Bodenarbeit oder ruhige Ausritte sind für die meisten Senioren bis ins hohe Alter machbar. Ein angepasstes Mineralfutter mit erhöhter Bioverfügbarkeit unterstützt die schwächere Verdauungsleistung, mehr dazu im Ratgeber zu alte Pferde richtig füttern.

Tierärztlicher Blick: Wann ist eine Spezialklinik sinnvoll?

Eine Spezialklinik mit internistischem Schwerpunkt lohnt sich bei komplexen Fällen mit gleichzeitig EMS und PPID, bei wiederkehrenden Hufrehe-Schüben trotz Management, bei unklaren Stoffwechselbefunden oder bei der Erstdiagnose mit umfassender Tests-Batterie. Die Klinik kann oraler Glucose-Test, ACTH-Messung, Hufröntgen und orthopädische Beratung in einem Termin bündeln.

Im Alltag ist eine pferdefachlich ausgerichtete Praxis mit regelmäßigen Bluttest-Kontrollen meist ausreichend. Empfohlen werden Bluttest-Kontrollen alle sechs bis zwölf Monate bei stabilen PPID-Pferden, alle drei bis sechs Monate bei akuten oder eingestellten Pferden. Die Investition liegt in Deutschland und Österreich (AT) bei rund einhundertfünfzig bis dreihundert Euro pro Jahr für routinemäßige Kontrollen, deutlich höher in Krisensituationen. Über die Go4Vet-Tierarztsuche findest du Praxen und Kliniken mit ausgewiesenem Schwerpunkt Pferdeinternistik. Achte auf Erfahrung mit EMS, PPID und Hufrehe sowie auf eine gute Zusammenarbeit mit Hufschmied und Fütterungsberatung.

Häufige Fragen zu Stoffwechselstörungen beim Pferd

Was ist der Unterschied zwischen EMS und Cushing (PPID)?
EMS ist ein Stoffwechselsyndrom mit Insulinresistenz, Übergewicht und erhöhtem Hufrehe-Risiko, meist bei jüngeren leichtfuttrigen Pferden und Ponys. PPID (Cushing) ist eine altersbedingte Hormonstörung der Hirnanhangsdrüse, betrifft überwiegend Pferde über fünfzehn Jahren und zeigt sich an Hirsutismus, Muskelabbau und ebenfalls erhöhtem Hufrehe-Risiko. Beide Erkrankungen können gleichzeitig auftreten.
Welche Symptome deuten auf eine Stoffwechselstörung hin?
Typische Anzeichen sind ein dicker Mähnenkamm, Fettpolster an Schulter und Schweifansatz, schlechter Fellwechsel, Hirsutismus (lange lockige Haare), vermehrtes Trinken, Muskelabbau, häufige Infekte und Hufrehe-Schübe. Bei einem oder mehreren Symptomen sofort tierärztlich abklären lassen.
Kann eine Stoffwechselstörung geheilt werden?
Beide Erkrankungen sind nicht heilbar, aber sehr gut managebar. EMS lässt sich oft über konsequente Fütterung und Bewegung dauerhaft kontrollieren, PPID wird zusätzlich medikamentös mit Pergolid behandelt. Mit gutem Management leben viele Pferde noch viele Jahre stabil und schmerzfrei.
Welches Heu ist für stoffwechselsensible Pferde geeignet?
Heu mit niedrigem Zucker- und Fruktangehalt (unter zehn Prozent in der Trockenmasse). Eine Heuanalyse beim Heulieferanten oder Labor schafft Klarheit. Bei unbekanntem Heu hilft Wässern für eine Stunde vor der Fütterung, das reduziert den Zuckeranteil um bis zu dreißig Prozent.
Darf ein EMS-Pferd auf die Weide?
Eingeschränkt ja, mit Vorsicht. Beste Zeit ist frühmorgens vor Sonnenaufgang, weil dann der Fruktangehalt am niedrigsten ist. Im Frühjahr und Herbst sowie nach Frostnächten ist das Hufrehe-Risiko stark erhöht. Maulkorb mit Fressbremse oder zeitlich begrenzter Auslauf auf einem abgegrasten Paddock sind sinnvolle Strategien.
Wie oft sollten Bluttest-Kontrollen erfolgen?
Bei stabilen PPID-Pferden alle sechs bis zwölf Monate, bei akuten oder neu eingestellten Pferden alle drei bis sechs Monate. EMS-Pferde sollten mindestens einmal pro Jahr eine Insulin-Bestimmung bekommen, bei Symptomverschlechterung häufiger. Eine pferdefachlich versierte Praxis stellt den Kontrollplan individuell auf.

VETTY — Dein Tier-Assistent

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