Mit Hund nach Australien und Neuseeland
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Du träumst davon, mit deinem Hund ans andere Ende der Welt zu ziehen? Australien und Neuseeland gehören zu den wenigen Ländern, die du nicht spontan ansteuern kannst. Beide Staaten sind tollwutfrei und schützen diesen Status mit den strengsten Einreiseregeln der Welt. Eine Importgenehmigung, mehrere Bluttests über Monate, eine verpflichtende Quarantäne nach Ankunft und ein sehr langer Flug: Das ist kein Urlaub, sondern ein Projekt, das ein halbes Jahr und mehr Vorlauf braucht.
In diesem Ratgeber erklären wir dir ehrlich, was auf dich und deinen Hund zukommt, wie der Ablauf grob aussieht und warum sich der Aufwand fast nur für Auswanderer lohnt. Wenn du nur für ein paar Wochen Ferien planst, lies bis zum Schluss: Die bessere Lösung ist oft, dass dein Hund zu Hause in guten Händen bleibt.
Warum Australien und Neuseeland so streng sind
Beide Länder haben keine Tollwut und keine Reihe weiterer Tierkrankheiten, die in Europa vorkommen. Dieser Status ist für ihre Landwirtschaft und Tierwelt extrem wertvoll. Deshalb behandeln die Behörden jede Einreise eines Hundes wie ein Risiko, das lückenlos kontrolliert werden muss. Es gibt keine Ausnahmen aus Mitleid und keine Abkürzung gegen Aufpreis.
Anders als bei einer Reise innerhalb der EU, für die der EU-Heimtierausweis meist ausreicht, zählt hier jeder Tag und jedes Dokument. Ein einziger Fehler im Zeitplan kann bedeuten, dass du von vorne anfangen musst oder dein Hund nicht einreisen darf.

Wichtig vorab: Das ist kein Urlaub mit Hund
Die Vorbereitung dauert mindestens sechs Monate, oft länger. Es fallen mehrere Tausend Euro an, dein Hund verbringt nach der Ankunft Zeit in einer Quarantänestation, und manche Herkunftsländer sowie einige Rassen sind komplett ausgeschlossen. Plane diesen Schritt nur, wenn du dauerhaft auswanderst.
Die größten Hürden im Überblick
Bevor wir in den Ablauf gehen, solltest du die zentralen Hindernisse kennen. Genau an diesen Punkten scheitern die meisten spontanen Pläne.
Importgenehmigung lange im Voraus
Du brauchst eine offizielle Einfuhrgenehmigung, die du bei der zuständigen Behörde beantragst. Ohne diese Genehmigung darf dein Hund das Flugzeug gar nicht erst betreten. Der Antrag muss früh gestellt werden, weil viele weitere Schritte erst danach gültig sind.
Mehrere Tollwut-Titer und Bluttests über Monate
Dein Hund muss gegen Tollwut geimpft sein, und danach wird im Blut gemessen, ob genug Antikörper gebildet wurden. Dieser sogenannte Tollwut-Titer-Test ist Pflicht. Je nach Land sind weitere Bluttests und Wartezeiten von mehreren Monaten zwischen Test und Einreise vorgeschrieben. Erst wenn alle Werte stimmen und die Fristen eingehalten sind, startet die eigentliche Reiseplanung.
Verpflichtende Quarantäne nach Ankunft
Selbst wenn alle Papiere stimmen, geht dein Hund nach der Landung nicht mit dir nach Hause. Er kommt in eine staatliche Quarantänestation, in der er einige Zeit unter Beobachtung bleibt. Das ist nicht verhandelbar und gehört fest zum Verfahren.
Hohe Kosten
Importgenehmigung, mehrere Tierarztbesuche, Bluttests, eine zugelassene Flugbox, der Flug selbst, eine spezialisierte Tiertransport-Agentur und die Quarantäne-Gebühren summieren sich schnell auf einen vierstelligen Betrag, in vielen Fällen mehrere Tausend Euro.
Ausgeschlossene Herkunftsländer und Rassen
Hunde aus Ländern, die als nicht tollwutfrei gelten, können oft nur über ein zugelassenes Zwischenland und mit zusätzlichen Wartezeiten einreisen. Zusätzlich sind bestimmte Rassen und Kreuzungen, die als gefährlich eingestuft werden, generell verboten. Prüfe diesen Punkt ganz am Anfang, sonst ist die gesamte Planung umsonst.
Der sehr lange Flug
Von Österreich aus gibt es keinen Direktflug. Dein Hund ist mit Umstieg leicht 24 Stunden und länger unterwegs, meist im klimatisierten Frachtraum in einer zugelassenen Transportbox. Für ältere, ängstliche oder gesundheitlich angeschlagene Hunde ist das eine erhebliche Belastung. Sprich vor der Buchung ehrlich mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt darüber, ob dein Hund diese Strapaze gut verkraftet.
Wie eine Flugreise mit Hund grundsätzlich abläuft, welche Boxen erlaubt sind und worauf du beim Transport achtest, liest du in unserem Ratgeber zur Reisevorbereitung mit Hund.
Schritt für Schritt: So läuft die Einreise grob ab
Der genaue Ablauf unterscheidet sich zwischen Australien und Neuseeland und hängt von deinem Herkunftsland ab. Als Orientierung sieht der Weg ungefähr so aus:
- Früh informieren: Prüfe direkt bei der zuständigen Behörde, ob dein Land und die Rasse deines Hundes zugelassen sind, und welche Fristen gelten.
- Mikrochip und Tollwutimpfung: Dein Hund braucht einen lesbaren Mikrochip, der vor der Impfung gesetzt wurde. Danach folgt die Tollwutimpfung.
- Tollwut-Titer-Test: Nach einer Wartezeit wird das Blut auf ausreichende Antikörper geprüft. Ab diesem Test beginnt oft eine mehrmonatige Wartefrist bis zur frühestmöglichen Einreise.
- Importgenehmigung beantragen: Mit den vorliegenden Nachweisen stellst du den offiziellen Antrag auf Einfuhr.
- Weitere Behandlungen und Tests: Je nach Land sind zusätzliche Bluttests, Wurmkuren und Behandlungen gegen Parasiten in einem festen Zeitfenster vor Abflug nötig.
- Amtstierärztliche Untersuchung und Gesundheitszeugnis: Kurz vor der Reise bestätigt eine amtliche Stelle, dass dein Hund alle Anforderungen erfüllt.
- Flug und Ankunft: Der Transport erfolgt meist über eine spezialisierte Agentur. Nach der Landung geht es direkt in die Quarantänestation.
- Quarantäne: Dein Hund bleibt die vorgeschriebene Zeit in der Station, bevor du ihn abholen darfst.
Setz auf eine spezialisierte Tiertransport-Agentur. Diese Firmen kennen die aktuellen Vorgaben, koordinieren Termine und Dokumente und verhindern teure Fehler im Zeitplan. Bei einem Verfahren, das so wenig Spielraum lässt, ist professionelle Begleitung das Geld meist wert.

Ehrliche Einordnung: Für wen lohnt sich das?
Wir sagen es klar: Eine Einreise nach Australien oder Neuseeland mit Hund ist fast nur für Auswanderer sinnvoll, die dauerhaft dort leben werden. Der Aufwand von sechs Monaten und mehr, die hohen Kosten und die Quarantäne stehen in keinem Verhältnis zu einer normalen Urlaubsreise.
Wenn du über einen längeren Aufenthalt nachdenkst, etwa ein Auslandssemester oder eine befristete Entsendung, rechne ehrlich durch, ob dein Hund die Strapazen wirklich braucht. Für einen klassischen Sommerurlaub bleiben innerhalb Europas viele entspannte Ziele. Welche Länder besonders hundefreundlich sind und welche Einreiseregeln dort gelten, findest du in unserer Übersicht zu Urlaub mit Hund nach Ländern.
Die bessere Alternative: Betreuung daheim
Für eine zeitlich begrenzte Reise ist es in den allermeisten Fällen die tierfreundlichere und günstigere Lösung, deinen Hund zu Hause betreuen zu lassen. Ihm bleibt der extrem lange Flug erspart, er bleibt in seiner gewohnten Umgebung, und du sparst dir den ganzen bürokratischen Marathon.
Eine gute Tierpension oder eine vertraute Betreuungsperson sorgen dafür, dass dein Hund während deiner Abwesenheit gut versorgt ist. Such die Betreuung rechtzeitig aus, lass deinen Hund die Umgebung vorab kennenlernen und gib alle wichtigen Infos zu Futter, Routine und Gesundheit weiter. Wie du deinen Hund generell stressfrei auf Abwesenheit oder Reisen vorbereitest, zeigen wir dir in unserem grossen Reise-Ratgeber für Hunde.
Fazit
Australien und Neuseeland sind das Gegenteil eines spontanen Reiseziels mit Hund. Importgenehmigung, mehrere Tollwut-Titer und Bluttests über Monate, eine verpflichtende Quarantäne nach Ankunft, hohe Kosten und ein sehr langer Flug machen aus der Einreise ein Projekt von einem halben Jahr und mehr. Manche Herkunftsländer und Rassen sind sogar komplett ausgeschlossen.
Für Auswanderer, die dauerhaft dort leben werden, ist dieser Weg machbar, wenn er früh und gewissenhaft geplant wird, am besten mit einer spezialisierten Agentur und in enger Abstimmung mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt. Für einen normalen Urlaub gilt: Lass deinen Hund lieber gut betreut zu Hause und such dir ein näher gelegenes Ziel.
Häufige Fragen zur Hunde-Einreise nach Australien und Neuseeland
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