Mit Hund nach Island: strenge Einreise und Quarantäne
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Island steht auf vielen Reise-Bucketlists: Geysire, schwarze Strände, endlose Hochebenen. Wenn du mit deinem Hund dorthin willst, gilt aber eine harte Wahrheit gleich vorweg. Island hat eine der strengsten Tier-Einreisen der Welt, und ein spontaner Hundeurlaub ist praktisch ausgeschlossen. Es gibt keine offene Grenze wie innerhalb der EU, keinen schnellen Grenzübertritt mit EU-Heimtierausweis und kein „wir buchen einfach den Flug“.
Stattdessen brauchst du eine Einfuhrgenehmigung im Voraus, musst zahlreiche Tests und Impfungen nachweisen und deinen Hund mehrere Wochen in eine staatlich überwachte Quarantäne geben. Dieser Ratgeber erklärt dir ehrlich, was die Einreise nach Island mit Hund wirklich bedeutet, warum das Land so vorgeht und warum für die meisten ab Österreich Reisenden eine ganz andere Lösung sinnvoller ist.
WICHTIG: Island ist kein Urlaubsziel für deinen Hund
Island gehört nicht zur EU und nicht zum gemeinsamen Reiseraum für Heimtiere. Für die hund island einreise brauchst du eine vorab beantragte Genehmigung, eine mehrwöchige Pflichtquarantäne, umfangreiche Untersuchungen und musst die Rassebeschränkungen beachten. Für einen normalen, zeitlich begrenzten Urlaub ist das in aller Regel nicht praktikabel. Sinnvoll wird der Aufwand fast nur bei einem dauerhaften Umzug.

Warum Island so streng ist
Island ist eine isolierte Insel im Nordatlantik mit einem empfindlichen Ökosystem und einem besonderen Gesundheitsstatus bei Tieren. Das Land gilt als frei von Tollwut und von mehreren Krankheiten, die auf dem europäischen Festland verbreitet sind. Diesen Status will Island unbedingt halten, denn einmal eingeschleppte Erreger lassen sich auf einer Insel kaum wieder loswerden.
Dazu kommt der Schutz der einheimischen Tierbestände, etwa der isländischen Schafe und Pferde, die teils eine sehr eigene Genetik und ein schwaches Immunsystem gegenüber „fremden“ Erregern haben. Die strenge Einreise ist also kein bürokratischer Selbstzweck, sondern Inselschutz im Wortsinn. Wer das versteht, sieht die vielen Auflagen weniger als Schikane und mehr als das, was sie sind: eine Quarantäne-Logik wie bei klassischen Inselstaaten.
Diese Hürden erwarten dich konkret
Die Anforderungen ändern sich gelegentlich, der Rahmen ist aber seit Jahren stabil. Du solltest mit folgenden Punkten rechnen, die du allesamt vor der Abreise erfüllen musst.
Einfuhrgenehmigung im Voraus
Ohne vorab beantragte und erteilte Einfuhrgenehmigung der isländischen Lebensmittel- und Veterinärbehörde (MAST) reist dein Hund gar nicht erst ein. Diese Genehmigung musst du frühzeitig beantragen, oft Monate im Voraus, weil auch der Quarantäneplatz limitiert ist und gebucht werden muss.
Quarantäne ist Pflicht
Dein Hund kommt nach der Ankunft in eine staatlich anerkannte Quarantänestation. Du kannst ihn dort nicht einfach täglich besuchen wie in einer Pension, der Zugang ist stark reglementiert. Die Quarantäne dauert mehrere Wochen, historisch waren es bis zu vier Wochen. Die Kosten für Platz, Betreuung und Untersuchungen trägst du selbst, und sie sind erheblich.
Umfangreiche Tests und Impfungen
Vor der Reise steht ein ganzes Untersuchungsprogramm an, das exakt getimt sein muss. Dazu zählen typischerweise:
- Mikrochip zur eindeutigen Identifikation
- Gültige Tollwutimpfung plus Bluttest (Tollwut-Antikörper-Titer) mit Mindestabstand
- Behandlungen und Tests gegen weitere Parasiten und Krankheiten (zum Beispiel Bandwurm, Leishmaniose, Brucellose und weitere, je nach aktueller Vorgabe)
- Tierärztliche Gesundheitsbescheinigungen in der von Island geforderten Form
Schon ein verpasstes Zeitfenster oder ein fehlendes Dokument kann die ganze Reise platzen lassen. Lass dir den genauen Ablauf von deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt zusammen mit der aktuellen MAST-Liste planen.
Viele Hunderassen sind verboten
Island führt eine Liste verbotener Hunderassen und Kreuzungen, darunter mehrere als „Kampfhunde“ eingestufte Typen. Gehört dein Hund dazu, ist eine Einreise grundsätzlich nicht möglich, unabhängig davon, wie brav er ist. Prüfe das daher als Allererstes, bevor du überhaupt mit der Planung beginnst.
Gut zu wissen: Innerhalb der EU reist du mit deinem Hund unkompliziert mit dem EU-Heimtierausweis. Island ist genau das Gegenteil dieser Freizügigkeit. Verwechsle die beiden Welten nicht, der EU-Ausweis allein reicht für Island bei Weitem nicht.
Realistische Einschätzung: lohnt sich das?
Sei ehrlich zu dir und vor allem zu deinem Hund. Für einen ein- oder zweiwöchigen Urlaub ergibt die Island-Einreise keinen Sinn. Dein Hund würde einen großen Teil der Reise in Quarantäne verbringen, statt mit dir unterwegs zu sein. Dazu kommen hohe Kosten, ein monatelanger Vorlauf und das reale Risiko, dass ein Detail nicht passt und alles scheitert.
Praktikabel wird der Aufwand eigentlich nur in einem Fall: bei einem dauerhaften Umzug nach Island, etwa beruflich, oder bei einem sehr langen Aufenthalt von vielen Monaten. Dann steht der einmalige Quarantäne-Aufwand in einem vernünftigen Verhältnis zur Zeit, die ihr danach gemeinsam dort lebt.
Wenn dich das Reisefieber gepackt hat, gibt es entspanntere Ziele. Innerhalb Europas kannst du mit deinem Hund deutlich leichter unterwegs sein. Einen Überblick über hundefreundliche Länder und ihre Einreiseregeln findest du in unserem Länder-Überblick für den Hundeurlaub.

Ablauf Schritt für Schritt
Wenn du dich nach reiflicher Überlegung wirklich für Island entscheidest, etwa wegen eines Umzugs, läuft es grob in dieser Reihenfolge ab. Plane mehrere Monate Vorlauf ein.
- Schritt 1: Rasse prüfen. Stelle sicher, dass dein Hund nicht auf der Liste verbotener Rassen und Kreuzungen steht.
- Schritt 2: Genehmigung beantragen. Reiche bei MAST die Einfuhrgenehmigung ein und buche frühzeitig einen Quarantäneplatz.
- Schritt 3: Untersuchungsplan erstellen. Plane mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt alle Impfungen, Bluttests und Behandlungen exakt nach den vorgegebenen Fristen.
- Schritt 4: Dokumente sammeln. Lass alle Gesundheitsbescheinigungen korrekt ausstellen und prüfen. Eine sorgfältige Reisevorbereitung entscheidet hier über Erfolg oder Misserfolg.
- Schritt 5: Transport organisieren. Ab Österreich heißt das in der Regel Flug, oft mit Umstieg. Kläre Tierbeförderung, Box-Vorgaben und Übergabe an die Quarantänestation vorab.
- Schritt 6: Quarantäne durchlaufen. Dein Hund verbringt die vorgeschriebene Zeit in der Station, danach darf er offiziell einreisen.
Verlasse dich bei jedem Schritt auf die aktuelle Originalvorgabe der isländischen Behörde, nicht auf ältere Reiseberichte. Gerade Fristen und Testpflichten werden angepasst, und ein veralteter Wert kann die gesamte Planung kippen.
Die bessere Alternative: Hund daheim betreuen lassen
Für die allermeisten Island-Reisenden ab Österreich ist die ehrlichste und tierfreundlichste Lösung, den Hund gar nicht mitzunehmen. Eine kurze Reise lohnt den Quarantäne-Stress nicht, und dein Hund hat zu Hause in vertrauter Umgebung oft deutlich weniger Belastung als auf einer aufwendigen Fernreise.
Du hast dafür mehrere gute Optionen. Eine professionelle Tierpension bietet feste Betreuung, Auslauf und tierärztliche Anbindung. Alternativ kommen vertraute Personen aus dem Familien- oder Freundeskreis infrage, die deinen Hund in seiner gewohnten Umgebung versorgen. Wichtig ist in beiden Fällen, dass dein Hund die Betreuung schon vor der Abreise kennenlernt, damit der Wechsel ruhig verläuft.
So oder so gehört eine geplante Hundereise immer gut vorbereitet. Wie du jede Reise sinnvoll angehst, von Dokumenten über Gesundheit bis Transport, liest du in unserem großen Ratgeber zum Reisen mit Hund.
Fazit
Mit Hund nach Island zu reisen ist möglich, aber kein gewöhnlicher Urlaub. Einfuhrgenehmigung im Voraus, mehrwöchige Pflichtquarantäne, ein striktes Test- und Impfprogramm und ein Rasseverbot machen die Einreise zu einem der aufwendigsten Vorhaben überhaupt. Der Grund dahinter ist nachvollziehbar: Island schützt seine Tollwutfreiheit und seine isolierte Tierwelt.
Für einen normalen Urlaub ist das schlicht nicht praktikabel, sinnvoll wird der Weg fast nur bei einem Umzug oder sehr langen Aufenthalt. Willst du wirklich Island sehen, ist die beste Lösung für deinen Hund oft, dass er entspannt zu Hause bleibt und du ihn nach der Reise gesund und ohne Quarantäne-Stress wieder in die Arme schließt.
Häufige Fragen zur Hund-Einreise nach Island
Quellen
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