Analdrüsenentzündung beim Hund

Kurz zusammengefasst

  • Eine Analdrüsenentzündung ist eine häufige Erkrankung bei Hunden, die Schmerzen, Juckreiz, Entzündungen, Schwellungen, Blutungen und Fieber verursachen kann.
  • Eine unbehandelte Analdrüsenentzündung kann sich ausbreiten und zu einer Sepsis führen, was lebensbedrohlich sein kann.
  • Eine Analdrüsenentzündung kann chronisch werden, wenn sie nicht richtig behandelt wird oder wenn der Hund an einer Grunderkrankung leidet, die die Analdrüsen beeinflusst.

Medizinische Prüfung / Online Redaktion

Dr. Volker Moser
Dr. Volker Moser
Medizinischer Experte
Profil ansehen
Nadja Sukalia
Online Redaktion

Eine Analdrüsenentzündung, auch bekannt als Analsäckchenentzündung, ist eine häufige Erkrankung bei Hunden, die oft unbehandelt bleibt und schwerwiegende Folgen haben kann. Dieser Artikel richtet sich an Hundebesitzer und informiert über die Symptome, die Ursachen und die Behandlung von Analdrüsenentzündungen, sowie wie man mögliche Komplikationen vermeiden kann.

Was versteht man unter einer Analdrüsenentzündung beim Hund?

Die Analdrüsenentzündung bezieht sich auf eine Entzündung der Analdrüsen bei Hunden. Analdrüsen sind kleine Drüsen, die sich neben dem After befinden und eine wässrige Substanz produzieren, die als Analdrüsensekret bezeichnet wird, in den Analbeuteln, kleinen Säckechen gespeichert wird und dazu dient, den Kot zu markieren und zu beschichten. Wenn diese Drüsen bzw. Säckchen blockiert oder infiziert sind, kann dies zu Schmerzen, Juckreiz und Entzündungen führen.

Wie gefährlich ist eine Analdrüsenentzündung für einen Hund?

Eine Entzündung der Analdrüsen kann zu einer Ansammlung von Eiter und Schleim führen, die zu Schmerzen und Juckreiz im Bereich des Anus führen kann. Zudem können Blutungen, Schwellungen und Fieber auftreten. Eine unbehandelte Analdrüsenentzündung kann sich ausbreiten und zu einer Sepsis führen, was lebensbedrohlich sein kann.

Ein Hund mit Analdrüsenentzündung sollte von einem Tierarzt untersucht werden. Der Tierarzt wird eine Drainage der Analdrüsen durchführen, um den Eiter abfließen zu lassen, sowie Antibiotika verschreiben, um die Infektion zu bekämpfen.

Wie häufig kommt eine Analdrüsenentzündung bei Hunden vor?

Eine Analdrüsenentzündung ist eine häufige Erkrankung bei Hunden, besonders bei mittelgroßen und großen Rassen. Sie tritt sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Hunden auf und kann in jedem Alter auftreten.

Es ist nicht möglich, eine genaue Häufigkeit zu nennen, da es keine verlässlichen statistischen Daten gibt. Allerdings ist bekannt, dass die Erkrankung häufiger bei bestimmten Rassen wie z. B. dem Labrador Retriever, dem Golden Retriever, dem Bulldog, dem Cocker Spaniel und dem Beagle vorkommt. Es ist auch bekannt, dass übergewichtige Hunde und solche, die an Hämorrhoiden leiden, ein höheres Risiko haben, eine Analdrüsenentzündung zu bekommen.

Wie verläuft eine Analdrüsenentzündung bei einem Hund?

Eine Analdrüsenentzündung bei Hunden kann unterschiedlich verlaufen, je nachdem wie schwer die Entzündung ist und wie schnell sie behandelt wird.

Im Frühstadium der Entzündung kann der Hund Schmerzen oder Unbehagen im Analbereich verspüren, sowie Juckreiz, Rötung und Schwellungen können auftreten. Wenn die Analdrüsen nicht entleert werden, kann es zu einer Blockierung kommen und dies führt zu einer Ansammlung von Eiter in den Drüsen. Die Folge ist eine schmerzhafte Schwellung.

Bei einer fortgeschrittenen Entzündung kann es zu einer Infektion kommen und die Analdrüsen können anschwellen und sich rot verfärben. Zudem kann sich Eiter oder Blut aus dem Anus entleeren, wodurch der Hund Fieber bekommt und unruhig oder lethargisch wird.

Eine Analdrüsenentzündung kann auch chronisch werden, wenn sie nicht richtig behandelt wird oder wenn der Hund an einer Grunderkrankung leidet, die die Analdrüsen beeinflusst. In diesem Fall tritt die Entzündung immer wieder auf und es kann zu anderen Problemen wie Hautinfektionen oder einer Vergrößerung der Analdrüsen kommen.

Welche Ursachen gibt es für eine Analdrüsenentzündung beim Hund?

Eine Analdrüsenentzündung beim Hund kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden.

Unterfunktion der Analdrüsen

Einige Hunde produzieren nicht genügend Sekret, um die Analdrüsen zu entleeren, was zu einer Ansammlung und einer Entzündung führen kann.

Verstopfung

Wenn der Hund Verstopfung hat, kann dies dazu führen, dass er sich unnötig anstrengt, was die Analdrüsen belastet und zu einer Entzündung führen kann.

Infektion

Bakterielle oder Pilzinfektionen können die Analdrüsen angreifen und zu Entzündungen führen.

Allergien

Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel oder Umweltfaktoren können Hautreizungen und Entzündungen in den Analdrüsen verursachen

Parasiten

Parasiten wie Flöhe und Zecken können die Haut des Hundes reizen und zu Entzündungen in den Analdrüsen führen.

Trauma

Verletzungen, z. B. durch aggressive Reinigung der Analdrüsen, können zu Entzündungen führen.

Welche Symptome gibt es bei einer Analdrüsenentzündung beim Hund?

Die Symptome einer Analdrüsenentzündung beim Hund können variieren, je nachdem wie schwer die Entzündung ist.

Einige häufige Symptome sind:

  • Schmerzen oder Unbehagen im Analbereich
  • Juckreiz im Analbereich
  • Rötung und Schwellung der Analdrüsen
  • Eiter oder Blut aus dem Anus
  • Fieber
  • Appetitlosigkeit, Unruhe oder Lethargie

Wie wird eine Analdrüsenentzündung bei einem Hund behandelt?

Eine Analdrüsenentzündung bei einem Hund wird in der Regel von einem Tierarzt behandelt. Die Behandlung hängt von der Schwere der Erkrankung und den Symptomen des Hundes ab.

Die Behandlung kann folgende Schritte umfassen:

  • Drainage der Analdrüsen: Der Tierarzt wird die Analdrüsen des Hundes manuell entleeren, um den Druck zu reduzieren und die Entzündung zu lindern.
  • Medikamente: Der Tierarzt verschreibt gegebenenfalls Antibiotika, um die Infektion zu bekämpfen. Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente werden verordnet, um die Schmerzen des Hundes zu lindern.
  • Wundpflege: Die Wunden werden gereinigt und gepflegt, um die Heilung zu beschleunigen und eine erneute Infektion zu vermeiden.
  • Diät: Eventuell empfiehlt Ihnen der Tierarzt eine spezielle Diät, um die Darmfunktion zu unterstützen und die Analdrüsen zu entlasten.
  • Gewichtskontrolle: Übergewichtige Hunde sollten ihr Gewicht reduzieren, um die Belastung auf die Analdrüsen zu verringern.
  • Nachsorge: Der Hund sollte regelmäßig von einem Tierarzt untersucht werden, um sicherzustellen, dass die Entzündung vollständig abgeklungen ist und um Komplikationen zu vermeiden.

Wie wird eine Analdrüsenentzündung bei einem Hund diagnostiziert?

Eine Analdrüsenentzündung bei einem Hund kann durch eine gründliche körperliche Untersuchung des Tieres und durch die Befragung des Besitzers über dessen Symptome und Verhaltensweisen diagnostiziert werden.

Der Tierarzt untersucht die Analdrüsen des Hundes und beurteilt das Aussehen und die Konsistenz des Sekrets in den Drüsen. Er schaut sich auch die Haut um die Analdrüsen herum an, um eventuelle Rötungen, Schwellungen oder Abszesse zu erkennen.

In manchen Fällen entnimmt der Tierarzt eine Probe des Sekrets aus den Analdrüsen und untersucht dieses auf Bakterien oder Pilze und gibt gegebenenfalls eine passende Behandlungsempfehlung.

Weitere Untersuchungen wie Blut- und Urinproben können auch durchgeführt werden, um eventuelle systemische Erkrankungen auszuschließen.

Wenn der Tierarzt der Meinung ist, dass weitere Untersuchungen notwendig sind, kann er zusätzliche Untersuchungen wie Röntgenaufnahmen oder Ultraschall empfehlen.

Wie sieht die Prognose bei einer Analdrüsenentzündung beim Hund aus?

Die Prognose bei einer Analdrüsenentzündung beim Hund hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Alter des Hundes, dem Grad der Entzündung und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres. Im Allgemeinen ist die Prognose jedoch günstig, wenn die Entzündung früh erkannt und behandelt wird. Eine korrekte Diagnose, eine angemessene Behandlung und eine sorgfältige Nachsorge sind entscheidend, um eine erfolgreiche Behandlung der Analdrüsenentzündung zu gewährleisten.

Worauf ist nach der Behandlung einer Analdrüsenentzündung bei einem Hund zu achten?

Nach der Behandlung einer Analdrüsenentzündung bei einem Hund ist es wichtig, die Gesundheit des Tieres sorgfältig zu überwachen und die Anweisungen des Tierarztes genau zu befolgen, um eine erneute Entzündung zu vermeiden.

Einige wichtige Punkte, auf die geachtet werden sollte, sind:

  • Medikamente: Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund alle verschriebenen Medikamente wie Antibiotika oder entzündungshemmende Medikamente einhält und befolgen Sie die Anweisungen des Tierarztes in Bezug auf Dosierung und Dauer der Behandlung.
  • Reinigung: Reinigen Sie den Analbereich des Hundes regelmäßig und sanft, um die Bildung von Sekret in den Analdrüsen zu verhindern. Vermeiden Sie es, den Bereich zu stark oder zu oft zu reinigen, damit keine weiteren Irritationen entstehen. 
  • Ernährung: Stellen Sie sicher, dass Ihr Hund eine ausgewogene Ernährung erhält, um Verstopfung zu vermeiden und die Gesundheit der Analdrüsen zu unterstützen.
  • Bewegung: Fördern Sie Bewegung und Ausdauer des Hundes, um die Darmfunktion zu unterstützen und Verstopfung zu vermeiden.
  • Kontrolle: Lassen Sie Ihren Hund regelmäßig von einem Tierarzt untersuchen, um sicherzustellen, dass die Analdrüsen gesund sind und keine Anzeichen einer erneuten Entzündung vorliegen.

Wie kann man einer Analdrüsenentzündung beim Hund vorbeugen?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die dazu beitragen können, einer Analdrüsenentzündung beim Hund vorzubeugen:

  • Fütterung: Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, das Risiko von Analdrüsenproblemen zu verringern.
  • Gewicht: Übergewicht kann das Risiko von Analdrüsenentzündungen erhöhen, weshalb Sie Gewicht Ihres Hundes im Auge behalten sollten und gegebenenfalls seine Diät anpassen sollten.
  • Hygiene: Regelmäßige Reinigung der Analregion und des Felles um die Analdrüsen kann das Risiko von Entzündungen verringern.
  • Bewegung: Bewegung und Auslauf können dazu beitragen, die Darmbewegungen zu fördern und dadurch die Entleerung der Analdrüsen zu erleichtern.
  • Tierarztbesuch: Regelmäßige Tierarztbesuche können dazu beitragen, Analdrüsenprobleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Welche Komplikationen können bei der Behandlung einer Analdrüsenentzündung beim Hund passieren?

Einige mögliche Komplikationen, die bei der Behandlung einer Analdrüsenentzündung bei einem Hund auftreten können, sind:

  • Chronische Entzündung: Wenn die Analdrüsenentzündung nicht vollständig behandelt wird oder wenn die Analdrüsen des Hundes anatomisch anfällig sind, kann sich die Entzündung chronisch entwickeln und immer wiederkehren.
  • Abszesse: Eine Analdrüsenentzündung kann zu Abszessen in den Analdrüsen führen, die entweder durch eine Infektion oder durch die Ansammlung von Eiter verursacht werden. Abszesse können Schmerzen und Fieber verursachen und müssen oft chirurgisch behandelt werden.
  • Fistelbildung: Eine Analdrüsenentzündung kann auch Fisteln bilden, die Verbindungen zwischen den Analdrüsen und anderen Organen oder Geweben des Hundes bilden. Fisteln können Schmerzen und Entzündungen verursachen und müssen oft chirurgisch behandelt werden.
  • Analinkontinenz: Eine Analdrüsenentzündung kann zu Schäden an den Muskeln und Nerven rund um die Analdrüsen führen, was zu Analinkontinenz führen kann, was ungewolltes Ablassen von Kot oder Urin bedeutet.

Kann eine Analdrüsenentzündung beim Hund alleine abheilen?

Eine Analdrüsenentzündung kann in manchen Fällen von alleine abheilen, aber es ist besser, einen Tierarzt aufzusuchen, damit es nicht zu Komplikationen kommt.

Häufig entsteht eine Analdrüsenentzündung durch eine unterliegende Erkrankung oder Störung, die auch behandelt werden muss. Ein Tierarzt ist in der Lage, die richtige Diagnose und Behandlung zu stellen und sorgt dafür, dass die Analdrüsenentzündung vollständig geheilt wird und keine Rückfälle auftreten.

Welche Hausmittel gibt es gegen eine Analdrüsenentzündung beim Hund?

Es gibt einige Hausmittel, die man gegen eine Analdrüsenentzündung beim Hund verwenden kann, allerdings sollten diese immer in Absprache mit einem Tierarzt angewendet werden.

  • Warmes Wasser: Ein warmes Wasserbad oder warme Kompressen können Schmerzen und Schwellungen lindern und die Durchblutung fördern.
  • Teebaumöl: Teebaumöl hat eine entzündungshemmende Wirkung und kann in geringen Mengen an die betroffene Stelle aufgetragen werden, um Entzündungen zu reduzieren.
  • Heilerde: Heilerde hat entzündungshemmende und abschwellende Eigenschaften und kann als Paste auf die betroffene Stelle aufgetragen werden.
  • Haferflocken: Ein Bad in Haferflocken kann helfen, die Haut zu beruhigen und Entzündungen zu reduzieren.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Nährstoffen ist, unterstützt die Darmfunktion und kann dadurch die Entleerung der Analdrüsen erleichtern. 

Fazit:

Eine Analdrüsenentzündung bei Hunden ist eine ernste und häufig auftretende Erkrankung, die durch eine Blockierung oder Infektion der Analdrüsen verursacht wird. Sie führt zu Schmerzen, Juckreiz, Schwellungen und kann schwerwiegende Komplikationen wie Sepsis nach sich ziehen, wenn sie unbehandelt bleibt. Besonders anfällig sind mittelgroße und große Rassen, übergewichtige Hunde sowie Hunde mit bestimmten Grunderkrankungen. Die Behandlung durch einen Tierarzt ist unerlässlich und umfasst in der Regel die Drainage der Drüsen und die Verabreichung von Antibiotika. Faktoren wie Unterfunktion der Drüsen, Verstopfung, Infektionen und Allergien können zu dieser Erkrankung führen. Früherkennung und richtige Behandlung sind entscheidend, um eine Chronifizierung der Entzündung und weitere gesundheitliche Probleme zu verhindern. Für Hundebesitzer ist es wichtig, auf Anzeichen einer Analdrüsenentzündung zu achten und bei Verdacht umgehend einen Tierarzt aufzusuchen.

Medizinische Qualitätsprüfung

Medizinischer Experte

Dr. med. vet. Volker Moser, studierte an der Veterinär-Universität Wien und schrieb seine Dissertation auf dem Gebiet Molekularmedizin (Tumorgenetik). Seit 1997 arbeitet Dr. Moser als selbstständiger Tierarzt im Bereich der Kleintiermedizin, Wiederkäuer- und Pferdemedizin. Zahlreiche Fort- und Zusatzausbildungen und seine ständige Mitarbeit in diversen Kleintierkliniken und -praxen runden seine jahrelange Berufspraxis ab. Dr. Moser engagiert sich seit 1998 in der ÖTK und VÖK und ist seit 2021 Generalsekretär bei UEVP (Union of European Veterinary Practitioners). Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher und klinischer Publikationen in Fachzeitschriften.
Zuletzt geändert: November 17, 2023

Weitere Beiträge:

Ausgewählte Tierärzt:innen:

Finde jetzt passende Tierärzt:innen in Deiner Nähe:

Cookie Consent mit Real Cookie Banner