Tierarzt in meiner Nähe finden
Startseite Ratgeber Hund Krankheiten Fieber beim Hund
Fieber beim Hund

Fieber beim Hund

War dieser Beitrag hilfreich?
Danke für deine Bewertung! Speichere Beiträge und erhalte passende Empfehlungen: kostenlos registrieren
Du interessierst dich für Tiergesundheit?
Hol dir deinen persönlichen Bereich mit gespeicherten Beiträgen, Empfehlungen und Tierarzt-Terminen.
Mein go4vet kostenlos starten

Fieber beim Hund ist ein wichtiges Warnsignal des Körpers, das auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweist. Anders als beim Menschen liegt die normale Körpertemperatur deines Hundes höher, nämlich zwischen achtunddreißig und neununddreißig Grad Celsius. Erst wenn die Temperatur dauerhaft über neununddreißigkommafünf Grad Celsius steigt, sprechen Tierärztinnen und Tierärzte von Fieber, fachsprachlich auch Pyrexie genannt. Werte über einundvierzig Grad gelten als hochgradig und können lebensbedrohliche Folgen haben. Werte über zweiundvierzig Grad führen zu Eiweißzerfall im Körper und bedeuten einen tiermedizinischen Notfall.

Fieber ist keine Erkrankung an sich, sondern eine Reaktion des Immunsystems auf Infektionen, Entzündungen, Tumorerkrankungen, immunvermittelte Prozesse oder Toxine. Die Differenzialdiagnose ist breit. Dieser Ratgeber erklärt dir, wie du Fieber zuverlässig misst, welche Ursachen wahrscheinlich sind, welche Diagnostik in der Tierarztpraxis erfolgt und wann du sofort handeln musst. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.

Notfall

Notfall ab 41 Grad

Bei Körpertemperaturen über einundvierzig Grad Celsius, bei Atemnot, Krampfanfällen oder Kreislaufschwäche zählt jede Minute. Fahre sofort in die nächste Tierklinik. In Wien erreichst du eine Notfall-Tierarztpraxis Wien rund um die Uhr.

Wie misst du die Körpertemperatur deines Hundes richtig?

Die einzige verlässliche Methode ist die rektale Messung mit einem digitalen Fieberthermometer. Ohrthermometer, Stirnscanner oder Tasteindrücke sind ungenau und führen häufig zu Fehlentscheidungen. Verwende ein Hundethermometer mit weicher Spitze, fette es leicht mit Vaseline oder Olivenöl ein und führe es etwa zwei bis drei Zentimeter tief in den After ein. Lass dir von einer zweiten Person helfen, die Ruhe und Sicherheit vermittelt. Halte den Schwanz seitlich angehoben, schiebe das Thermometer langsam ein und warte den Signalton ab.

Die normale Temperatur liegt zwischen achtunddreißig und neununddreißig Grad. Welpen können kurzfristig etwas höhere Werte haben, weil ihre Wärmeregulation noch nicht ausgereift ist. Auch nach körperlicher Belastung, an heißen Sommertagen, bei starkem Stress beim Tierarztbesuch oder direkt nach dem Aufwachen können einzelne Messungen leicht erhöht ausfallen. Miss in solchen Fällen nach einer Ruhephase von fünfzehn bis zwanzig Minuten erneut.

Dokumentiere die Messwerte mit Uhrzeit. Eine kontinuierliche Verlaufskurve über zwölf bis vierundzwanzig Stunden ist diagnostisch wertvoller als eine einzelne Messung. Bei Verdacht auf Fieber notiere zusätzlich Atem- und Pulsfrequenz sowie Verhalten und Trinkmenge. Diese Daten helfen deiner Tierärztin bei der Einordnung erheblich.

Fieber beim Hund – go4vet

Welche Ursachen können Fieber auslösen?

Die Differenzialdiagnose ist umfangreich. An erster Stelle stehen Infektionen, sowohl bakteriell als auch viral, parasitär oder durch Pilze verursacht. Klassische Beispiele sind Bissverletzungen mit nachfolgender Phlegmone, Pyometra bei unkastrierten Hündinnen, Pneumonie, Pyelonephritis, Borreliose, Leishmaniose, Anaplasmose, Babesiose, Leptospirose oder Parvovirose. Auch Zahnwurzelabszesse oder infizierte Analbeutel sind häufige Ursachen, die manchmal übersehen werden.

An zweiter Stelle stehen entzündliche Prozesse ohne klare infektiöse Ursache. Dazu zählen Pankreatitis, Hepatitis, Polyarthritis, Meningitis-Arteriitis und steroidresponsive Erkrankungen. Diese Krankheiten sprechen meist gut auf entzündungshemmende Therapie an, müssen aber sicher diagnostiziert werden, bevor Glukokortikoide verabreicht werden. Eine breite Diagnostik ist daher unverzichtbar.

An dritter Stelle folgen Tumorerkrankungen wie Lymphom, Histiozytäres Sarkom oder andere maligne Prozesse, die paraneoplastisches Fieber auslösen können. Auch Bluterkrankungen wie immunhämolytische Anämie oder Thrombozytopenie verursachen oft Fieber. Schließlich kommen Vergiftungen mit Schimmelpilzen, Schneckenkorn, Schokolade oder bestimmten Medikamenten als Auslöser infrage. Bei Welpen ist auch an Impfreaktionen zu denken, die meist innerhalb von vierundzwanzig Stunden abklingen.

Wie unterscheidest du Fieber von Hyperthermie?

Diese Unterscheidung ist diagnostisch und therapeutisch entscheidend. Fieber bezeichnet eine aktive, vom Hypothalamus gesteuerte Anhebung des Sollwerts der Körpertemperatur, ausgelöst durch sogenannte Pyrogene. Diese Stoffe stammen aus Krankheitserregern oder Entzündungszellen und wirken auf das Temperaturregulationszentrum im Gehirn. Der Körper verteidigt diese erhöhte Temperatur aktiv, weshalb klassische Kühlmaßnahmen wie kalte Tücher oder Eis kontraproduktiv sind und Schüttelfrost auslösen können.

Hyperthermie hingegen entsteht passiv, wenn die Wärmeabgabe nicht ausreicht. Klassisches Beispiel ist der Hitzschlag, etwa bei einem Hund im aufgeheizten Auto, bei Überanstrengung im Sommer oder bei Brachycephalen mit eingeschränkter Atmung. Hier kann die Körpertemperatur innerhalb kurzer Zeit auf Werte über zweiundvierzig Grad ansteigen, mit dramatischen Folgen wie Multiorganversagen. Die Behandlung der Hyperthermie ist die rasche aktive Kühlung mit lauwarmem Wasser, Ventilation und Infusionstherapie. Die Behandlung des Fiebers besteht hingegen in der Behandlung der Grunderkrankung.

Welche Symptome begleiten Fieber typischerweise?

Hunde mit Fieber wirken matt, ziehen sich zurück, fressen weniger oder verweigern das Futter komplett. Sie wirken kraftlos, wollen nicht spielen und liegen mehr als sonst. Die Atmung kann beschleunigt sein, der Puls ist häufig erhöht. Manche Tiere zittern, was leicht mit Kälte verwechselt wird, tatsächlich aber ein Schüttelfrost im Rahmen einer Sollwert-Verschiebung ist. Die Nase kann trocken und warm sein, wobei dieses Symptom allein nicht zuverlässig auf Fieber hinweist.

Wichtig sind Begleitsymptome, die auf die Ursache hindeuten. Husten und Atemnot sprechen für Lungen- oder Herzerkrankungen. Erbrechen und Durchfall deuten auf gastrointestinale Infektionen oder Pankreatitis hin. Lahmheit oder Gelenkschwellungen weisen auf Polyarthritis oder Borreliose. Hauterkrankungen mit Pusteln oder Knoten können auf eine Sepsis ausgehende Wunde hinweisen. Bei Hündinnen ist eine vaginale Sekretion nach der Läufigkeit ein klares Alarmzeichen für Pyometra, einen lebensbedrohlichen Notfall.

Achte besonders auf neurologische Symptome wie Krampfanfälle, Wesensveränderung, Kopfschiefhaltung oder Gleichgewichtsstörungen. Sie können auf eine Meningitis-Encephalitis hinweisen, eine ernsthafte Erkrankung, die rasche Diagnostik und Therapie erfordert. Bei jungen Hunden bestimmter Rassen wie Beagle, Berner Sennenhund oder Jack Russell Terrier kommt die Steroid-Responsive-Meningitis-Arteriitis vor, die mit Fieber, Nackenschmerz und steifem Gang einhergeht.

Welche Diagnostik kommt in der Tierarztpraxis zum Einsatz?

Die Erstabklärung beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und einer gründlichen klinischen Untersuchung. Deine Tierärztin tastet Lymphknoten, Bauchorgane und Gelenke, untersucht Maul, Ohren und Haut und auskultiert Herz und Lunge. Die Basislabordiagnostik umfasst ein Differenzialblutbild, Nieren- und Leberwerte, Elektrolyte, Glukose, Gesamteiweiß und Akut-Phase-Proteine wie CRP. Eine Urinuntersuchung ist meist sinnvoll und kann eine okkulte Pyelonephritis aufdecken.

Bei unklaren Fällen folgen erweiterte Untersuchungen wie Thorax- und Abdomenröntgen, Ultraschall des Bauchraums, Echokardiographie, Knochenmarkpunktion und gegebenenfalls Liquorentnahme. Die mikrobiologische Diagnostik mit Blutkulturen, Urinkulturen oder Wundabstrichen kann den Erreger identifizieren und eine gezielte Antibiotikatherapie ermöglichen. Bei Verdacht auf vektorübertragene Infektionen werden serologische Tests auf Borrelien, Anaplasmen, Babesien, Leishmanien und Ehrlichien durchgeführt.

Bei Hunden mit Fieber unklarer Genese, dem sogenannten Fever of Unknown Origin, kann eine schrittweise Diagnostik notwendig sein, manchmal über mehrere Wochen. Plane für eine umfassende Erstabklärung mehrere Stunden ein und rechne mit Kosten zwischen zweihundert und achthundert Euro, je nach Umfang der Untersuchung. Eine Hundekrankenversicherung in Österreich übernimmt diese Kosten oft anteilig oder vollständig, was bei aufwendiger Diagnostik eine spürbare Entlastung darstellt.

Fieber beim Hund – go4vet

Welche Behandlung ist sinnvoll und welche gefährlich?

Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Bakterielle Infektionen werden mit Antibiotika nach Antibiogramm behandelt. Virusinfektionen erfordern symptomatische und supportive Therapie. Immunvermittelte Erkrankungen sprechen oft auf Glukokortikoide oder andere Immunsuppressiva an. Tumorerkrankungen werden je nach Diagnose chirurgisch, mit Chemotherapie oder palliativ behandelt. Bei Pyometra ist die rasche Operation in den meisten Fällen unumgänglich.

Bei moderatem Fieber bis vierzig Grad ist eine Fiebersenkung meist nicht nötig, weil das Fieber selbst eine sinnvolle Immunantwort ist. Bei starker Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens oder bei Werten über vierzigkommafünf Grad kann deine Tierärztin nicht-steroidale Entzündungshemmer einsetzen, etwa Meloxicam, Carprofen oder Robenacoxib. Diese Wirkstoffe sind speziell für Hunde entwickelt und werden in tierärztlich abgestimmter Dosierung verabreicht. Wichtig ist eine ausreichende Hydration vor und während der Therapie, weil entzündungshemmende Mittel die Nierenfunktion belasten können.

Niemals solltest du deinem Hund humane Schmerz- oder Fiebermittel geben. Paracetamol kann bei Hunden in höheren Dosen eine schwere Lebervergiftung auslösen. Acetylsalicylsäure aus Aspirin verursacht Magenblutungen und Nierenschäden. Ibuprofen ist für Hunde besonders gefährlich und kann bereits in geringen Mengen tödlich sein. Diese Mittel gehören niemals in die Reichweite deines Hundes.

Wie unterstützt du deinen Hund zu Hause?

Sorge für eine ruhige, kühle Umgebung. Stelle frisches Wasser bereit und ermutige deinen Hund zum Trinken. Bei Fressunlust kannst du leicht verdauliches Futter wie gekochtes Hühnerfleisch mit Reis oder spezielles Schonfutter anbieten. Vermeide Belastung, fordere deinen Hund nicht zum Spielen auf, sondern lass ihn ruhen. Eine kurze Toilettenrunde ist meist ausreichend.

Misst die Körpertemperatur alle vier bis sechs Stunden und dokumentiere die Werte. Beobachte das Allgemeinbefinden, die Atmung, die Schleimhautfarbe und die Fresslust. Bei Verschlechterung, anhaltender Apathie über mehr als zwölf Stunden, neuen Symptomen wie Erbrechen oder Durchfall oder bei Anstieg der Temperatur über einundvierzig Grad ist eine erneute oder erste tierärztliche Vorstellung dringend nötig. Lass dich nicht von kurzzeitigen Besserungen täuschen, sondern halte den Verlauf konsequent fest.

Hinweis

Wichtiger Hinweis

Fieber über vierundzwanzig Stunden, Fieber bei Welpen oder älteren Hunden, Fieber mit Apathie oder weiteren Symptomen sowie Werte über vierzigkommafünf Grad gehören in tierärztliche Abklärung. Eigenständige Behandlung mit menschlichen Medikamenten ist gefährlich und kann tödlich enden.

Tierärztlicher Blick

In der Notfallaufnahme ist Fieber eines der häufigsten Vorstellungssymptome. Wir sehen es bei Bissverletzungen genauso wie bei schweren systemischen Erkrankungen. Die größte Herausforderung ist das Fever of Unknown Origin, also Fieber ohne klare Ursache trotz Basisdiagnostik. Hier braucht es Geduld, schrittweise Erweiterung der Diagnostik und manchmal auch mutige Entscheidungen, etwa eine Knochenmarkpunktion oder eine Liquorentnahme.

Wichtig ist mir, dass Halterinnen und Halter ihre Beobachtungen ernst nehmen und uns konkrete Verlaufskurven mitbringen. Eine einzelne Messung sagt wenig, ein Verlauf über zwölf bis vierundzwanzig Stunden ist diagnostisch Gold wert. Eine erfahrene Tierärztin oder einen erfahrenen Tierarzt für die Abklärung findest du über die Tierarztsuche von Go4Vet. Auch Symptome wie Durchfall oder Erbrechen in Kombination mit Fieber liefern wichtige Hinweise.

Häufige Fragen zu Fieber beim Hund

Ab welcher Temperatur hat mein Hund Fieber?
Ab neununddreißigkommafünf Grad Celsius rektal gemessen sprechen Tierärzte von Fieber. Werte über vierzig Grad sind deutlich erhöht, über einundvierzig Grad lebensbedrohlich.
Kann ich meinem Hund Paracetamol oder Ibuprofen geben?
Auf keinen Fall. Beide Wirkstoffe sind für Hunde toxisch und können zu Leber- oder Nierenversagen führen. Verwende ausschließlich tierärztlich verordnete Schmerzmittel.
Wie messe ich die Temperatur am besten?
Rektal mit einem digitalen Hundethermometer, leicht eingefettet, etwa zwei bis drei Zentimeter tief eingeführt. Ohrthermometer sind ungenau.
Kann Fieber von einer Impfung kommen?
Ja, leichtes Fieber bis vierzig Grad nach der Impfung ist möglich und klingt meist innerhalb von vierundzwanzig Stunden ab. Bei längerer Dauer oder Verschlechterung gehört der Hund tierärztlich vorgestellt.
Was kostet die Abklärung in Österreich?
Eine Erstuntersuchung mit Blutbild und Basislabor kostet meist zwischen einhundertfünfzig und dreihundert Euro. Erweiterte Diagnostik wie Ultraschall, Röntgen oder Serologie kann zusätzlich zwischen zweihundert und sechshundert Euro betragen.
Soll ich meinen Hund mit kalten Tüchern kühlen?
Bei echtem Fieber nein, weil dies Schüttelfrost auslöst und kontraproduktiv ist. Bei Hyperthermie wie Hitzschlag dagegen ist aktive Kühlung mit lauwarmem Wasser sinnvoll.
War dieser Beitrag hilfreich?
Danke für deine Bewertung! Speichere Beiträge und erhalte passende Empfehlungen: kostenlos registrieren
Du interessierst dich für Tiergesundheit?
Hol dir deinen persönlichen Bereich mit gespeicherten Beiträgen, Empfehlungen und Tierarzt-Terminen.
Mein go4vet kostenlos starten

VETTY — Dein Tier-Assistent

Hallo! Ich bin VETTY, dein KI-Assistent rund ums Tier. Wie kann ich dir helfen?