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Bloodhound

Bloodhound

Der Bloodhound ist eine der ältesten und beeindruckendsten Spürhundrassen der Welt. Mit seiner unvergleichlichen Nase kann er Fährten verfolgen, die mehrere Tage alt sind. Sein sanftes Wesen steht im Kontrast zu seiner imposanten Erscheinung. Ursprünglich von Mönchen in Belgien gezüchtet, dient er bis heute Polizei und Rettungskräften weltweit. Wenn du einen einzigartigen und charakterstarken Hund suchst, ist der Bloodhound eine besondere Wahl.

Steckbrief Bloodhound

Größe 58–69 cm
Gewicht 36–50 kg
Lebenserwartung 10–12 Jahre
Gruppe Laufhunde
Herkunft Belgien/Frankreich
Fell Kurz, dicht, wetterfest
Farben Schwarz-Tan, Leber-Tan, Rot
Charakter Sanft, beharrlich, geduldig
Bewegungsdrang Hoch
Pflegeaufwand Niedrig
Familientauglichkeit Gut
Für Anfänger Nein

Woher stammt der Bloodhound?

Der Bloodhound hat eine über tausendjährige Geschichte. Mönche der Abtei Saint-Hubert in den belgischen Ardennen züchteten ihn ab dem 7. Jahrhundert. Der Name „Bloodhound“ bedeutet „Bluthund“ im Sinne von „Hund reinen Blutes“. Er hat nichts mit Blutvergießen zu tun. Wilhelm der Eroberer brachte die Rasse im 11. Jahrhundert nach England. Dort setzten Adlige ihn zur Jagd auf Großwild ein. Die FCI führt ihn unter der Nummer 84 als „Chien de Saint-Hubert“. Ab dem 19. Jahrhundert entdeckte die Polizei seine Fähigkeiten zur Personensuche. Bis heute ist der Bloodhound der Goldstandard unter den Spürhunden.

Wie sieht der Bloodhound aus?

Der Bloodhound ist ein großer und kräftiger Hund mit edler Ausstrahlung. Rüden erreichen eine Schulterhöhe von 64 bis 69 cm. Hündinnen werden 58 bis 63 cm groß. Das Gewicht liegt zwischen 36 und 50 kg. Sein auffälligstes Merkmal ist die lose, faltige Haut am Kopf. Die langen, tief angesetzten Ohren reichen bis unter den Fang. Die Lefzen hängen tief herab. Diese Hautfalten unterstützen die Geruchsaufnahme. Das Fell ist kurz, dicht und wetterfest. Es kommt in drei Farbvarianten vor: Schwarz-Tan, Leber-Tan und einfarbig Rot. Der Körper ist lang und muskulös. Die Rute wird säbelförmig getragen.

Welchen Charakter hat der Bloodhound?

Der Bloodhound ist ein sanfter Riese mit bemerkenswerter Geduld. Im Haus ist er ruhig und gelassen. Er liebt die Nähe seiner Menschen und zeigt sich anhänglich. Sein Wesen ist freundlich und nie aggressiv. Gegenüber Kindern verhält er sich tolerant und gutmütig. Sobald er eine Fährte aufnimmt, ändert sich sein Verhalten komplett. Dann wird er beharrlich und unermüdlich. Er verfolgt eine Spur mit absoluter Hingabe. Andere Kommandos ignoriert er dabei oft vollständig. Diese Eigenschaft macht ihn zum besten Spürhund der Welt. Sie macht die Erziehung aber auch herausfordernd.

⚠ Warnung: Der Bloodhound ist kein Anfängerhund. Auf der Fährte ist er kaum zu stoppen und ignoriert Kommandos. Er braucht erfahrene Halter, die seine Eigenständigkeit respektieren und kanalisieren können. Freilauf ist nur in sicherem Gelände möglich.

Wie viel Bewegung braucht ein Bloodhound?

Der Bloodhound braucht täglich 1,5 bis 2 Stunden Auslauf. Dabei ist Nasenarbeit wichtiger als reines Laufen. Mantrailing und Fährtenarbeit sind die idealen Beschäftigungen. Sie nutzen seine natürliche Begabung und lasten ihn geistig aus. Ausgedehnte Spaziergänge in abwechslungsreicher Umgebung begeistern ihn. Er schnüffelt ausdauernd und braucht dafür Zeit. Joggen und Radfahren sind weniger geeignet. Er ist kein Sprinter, sondern ein ausdauernder Fährtenhund. Ein eingezäunter Garten bietet zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten. Der Zaun muss allerdings sicher sein, denn er ist erstaunlich geschickt im Ausbrechen.

Wie erziehe ich einen Bloodhound?

Die Erziehung des Bloodhounds erfordert viel Geduld und Humor. Er ist intelligent, aber eigensinnig. Klassischer Gehorsam im Sinne eines Schäferhundes ist nicht sein Ding. Positive Verstärkung mit Futterbelohnung funktioniert am besten. Trainingseinheiten sollten kurz und abwechslungsreich sein. Wiederholungen langweilen ihn schnell. Beginne früh mit der Sozialisierung. Der Bloodhound muss lernen, an lockerer Leine zu gehen. Sein Gewicht macht Leinenziehen zum ernsthaften Problem. Rückruftraining ist schwierig, aber unerlässlich. Sei realistisch in deinen Erwartungen. Ein perfekt gehorsamer Bloodhound ist die Ausnahme.

Wie pflege ich einen Bloodhound?

Die Fellpflege ist einfach. Wöchentliches Bürsten reicht aus. Der Bloodhound haart mäßig. Die Hautfalten am Kopf erfordern besondere Aufmerksamkeit. Reinige sie regelmäßig, um Infektionen zu vermeiden. Die langen Ohren sind anfällig für Entzündungen. Kontrolliere und reinige sie wöchentlich. Die hängenden Lefzen verursachen vermehrten Speichelfluss. Halte Handtücher bereit. Nach dem Trinken verteilt er Wasser großzügig. Die Augen können durch die lose Haut zu Entzündungen neigen. Zahnpflege mit Kauartikeln unterstützt die Zahngesundheit.

⚠ Wichtig: Der Bloodhound sabbert stark und verteilt nach dem Trinken Wasser in der Umgebung. Das ist rassetypisch und nicht änderbar. Empfindliche Sauberkeitsfanatiker sollten sich dessen bewusst sein.

Welche Gesundheitsprobleme hat der Bloodhound?

Die Lebenserwartung liegt bei 10 bis 12 Jahren. Der Bloodhound hat einige rassetypische Gesundheitsprobleme. Die Magendrehung ist bei dieser großen Rasse ein ernstes Risiko. Füttere mehrere kleine Mahlzeiten und vermeide Aktivität nach dem Fressen. Hüft- und Ellenbogendysplasie kommen vor. Augenprobleme wie Entropium (einwärts gerolltes Lid) und Ektropium (auswärts gerolltes Lid) sind häufig. Ohrinfektionen treten aufgrund der langen Ohren regelmäßig auf. Hautfalteninfektionen müssen durch regelmäßige Pflege vermieden werden. Blähungen sind beim Bloodhound leider ein häufiges Thema.

⚠ Gesundheitshinweis: Die Magendrehung ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Symptome sind aufgeblähter Bauch, Unruhe und erfolglose Brechversuche. Sofort den Tierarzt aufsuchen. Eine prophylaktische Gastropexie kann das Risiko deutlich senken.

Was frisst ein Bloodhound?

Ein erwachsener Bloodhound frisst etwa 400 bis 600 g Trockenfutter täglich. Hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil ist wichtig. Verteile die Tagesration auf mindestens zwei, besser drei Mahlzeiten. Das reduziert das Risiko einer Magendrehung. Ein erhöhter Futternapf kann ebenfalls helfen. Im Wachstum braucht er spezielles Futter für große Rassen. Übergewicht muss unbedingt vermieden werden. Es belastet die Gelenke zusätzlich. Leckerlis rechnest du von der Tagesration ab. Frisches Wasser sollte immer verfügbar sein.

Ist der Bloodhound für Familien geeignet?

Der Bloodhound ist ein guter Familienhund für erfahrene Hundehalter. Er ist geduldig mit Kindern und zeigt keine Aggression. Seine Größe erfordert Aufsicht bei kleinen Kindern. Er könnte sie versehentlich umstoßen. Mit anderen Hunden versteht er sich in der Regel gut. Er ist ein Rudeltier und genießt Gesellschaft. Ein Haus mit großem Garten ist ideal. Der Garten muss sicher eingezäunt sein. Wohnungshaltung ist aufgrund seiner Größe und des Speichelflusses nicht empfehlenswert. Er braucht engen Familienanschluss und sollte nicht isoliert leben.

Was kostet ein Bloodhound?

Ein Bloodhound-Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.500 und 3.000 Euro. Die Rasse ist selten, daher gibt es lange Wartezeiten. Monatliche Futterkosten liegen bei 80 bis 150 Euro. Tierarztkosten fallen bei großen Rassen höher aus. Rechne mit 400 bis 800 Euro jährlich. Ohr- und Augenpflege verursachen zusätzliche Kosten. Hundehaftpflicht und Steuer kommen hinzu. Die Gesamtkosten im ersten Jahr betragen etwa 4.000 bis 6.500 Euro.

Häufig gestellte Fragen zum Bloodhound

Warum heißt der Bloodhound Bloodhound?

Der Name bedeutet „Hund reinen Blutes“ und bezieht sich auf seine edle Abstammung. Er hat nichts mit Blut oder Jagd zu tun.

Wie gut ist die Nase des Bloodhounds?

Der Bloodhound hat etwa 300 Millionen Geruchsrezeptoren. Er kann Fährten verfolgen, die über 300 Stunden alt sind. Seine Spurergebnisse sind vor US-Gerichten als Beweis zugelassen.

Sabbert der Bloodhound wirklich so viel?

Ja, der Bloodhound gehört zu den Rassen mit dem stärksten Speichelfluss. Das liegt an seinen hängenden Lefzen und ist nicht vermeidbar.

Kann man mit dem Bloodhound Mantrailing machen?

Der Bloodhound ist die Mantrailing-Rasse schlechthin. Seine Nase und Beharrlichkeit machen ihn zum idealen Partner für diese Disziplin.

Ist der Bloodhound ein guter Wachhund?

Nein. Der Bloodhound ist zu freundlich für die Wacharbeit. Er begrüßt Fremde eher herzlich als misstrauisch.

Wie alt wird ein Bloodhound?

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 10 bis 12 Jahren. Regelmäßige Gesundheitsvorsorge kann die Lebensqualität verbessern.

Kann man den Bloodhound frei laufen lassen?

Nur in sicher eingezäuntem Gelände. Auf einer Fährte vergisst er alles um sich herum und läuft davon.

Verträgt der Bloodhound Hitze?

Er ist hitzeempfindlich. Bei hohen Temperaturen solltest du Aktivitäten auf die kühleren Tageszeiten verlegen und Schatten anbieten.

Quellen

  • FCI-Rassestandard Nr. 84 – Chien de Saint-Hubert (Bloodhound)
  • American Bloodhound Club: Breed History and Health
  • VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen: Rassebeschreibung Bloodhound
  • Fédération Cynologique Internationale: Rasseportrait Bloodhound

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