Die 10 besten Hunderassen für Anfänger
Die Wahl der richtigen Hunderassen für Anfänger ist eine der wichtigsten Entscheidungen, die du als zukünftiger Hundebesitzer treffen wirst – denn nicht jede Rasse passt zu jedem Lebensumfeld und Erfahrungsstand. Ein Hund ist ein treuer Begleiter für 10 bis 15 Jahre, und damit diese Zeit für Mensch und Tier harmonisch verläuft, sollte die Rasse zu deinem Alltag, deiner Wohnsituation und deinen Fähigkeiten passen. In diesem Ratgeber stellen wir dir die 10 besten Hunderassen für Anfänger vor – mit ehrlichen Einschätzungen zu Charakter, Pflegeaufwand und Bewegungsbedarf.
Anfängerfreundlich
Die besten Hunderassen für Einsteiger zeichnen sich durch Gelassenheit, Lernfreude und unkomplizierten Charakter aus.
Familienkompatibel
Viele anfängerfreundliche Rassen sind besonders kinderlieb und vertragen sich gut mit anderen Haustieren.
Pflegeaufwand beachten
Manche Rassen brauchen regelmäßiges Trimmen oder tägliches Bürsten – das solltest du von Anfang an einplanen.
Bewegungsbedarf einschätzen
Ob tägliche Spaziergänge oder intensive Sporteinheiten – wähle eine Rasse, deren Energielevel zu deinem passt.
Welche Kriterien machen eine Hunderasse anfängerfreundlich?
Bevor wir die einzelnen Rassen vorstellen, ist es wichtig zu verstehen, was eine Rasse überhaupt für Anfänger geeignet macht. Nicht jeder Hund ist gleich – Temperament, Intelligenz, Sturkopfigkeit und körperliche Anforderungen variieren enorm. Bei der Auswahl solltest du folgende Kriterien berücksichtigen:
- Erziehbarkeit: Lernfreudige Hunde, die auf positive Verstärkung ansprechen, sind für Einsteiger deutlich leichter zu erziehen.
- Sozialverhalten: Rassen, die gut mit Menschen, Kindern und anderen Tieren auskommen, erleichtern den Alltag erheblich.
- Gesundheitsrobustheit: Manche Rassen neigen zu erblichen Erkrankungen – ein gesunder Grundhund spart Kosten und Sorgen.
- Bewegungsbedarf: Erst wenn du weißt, wie viel Zeit du täglich für den Hund hast, kannst du die passende Rasse wählen.
- Pflegeaufwand: Langes Fell, empfindliche Ohren oder Falten brauchen regelmäßige Pflege – das solltest du realistisch einschätzen.
- Wohnsituation: Große Hunde brauchen Platz; für Wohnungshalter eignen sich oft kleinere oder ruhigere Rassen besser.
Wenn du diese Faktoren ehrlich mit deinem eigenen Lebensstil abgeglichen hast, bist du schon einen großen Schritt weiter. Lies auch unseren Ratgeber zu den Kosten rund um einen Hund, denn finanzielle Planung ist ebenfalls Teil einer verantwortungsvollen Entscheidung.
Gut zu wissen: Mischling oder Reinrassig?
Auch Mischlinge können hervorragende Familienhunde sein. Wenn du jedoch als Anfänger ein möglichst berechenbares Temperament und bekannte Pflegebedürfnisse bevorzugst, ist ein reinrassiger Hund vom seriösen Züchter oft die sicherere Wahl. Achte auf VDH-Zuchtbücher und verzichte auf Welpen aus dubiosen Quellen oder dem Ausland.
Welche großen Hunderassen eignen sich für Anfänger?

1. Golden Retriever – Der klassische Familienhund
Der Golden Retriever ist wohl die bekannteste Anfängerrasse überhaupt – und das aus gutem Grund. Er ist geduldig, liebevoll, intelligent und unglaublich lernwillig. Golden Retriever beißen selten, sind selten aggressiv und kommen mit fast jedem gut aus: Kindern, anderen Hunden, Katzen und Fremden. Ihr einziger „Nachteil“ ist ihr Energielevel: Sie brauchen täglich 1–2 Stunden Bewegung und geistige Beschäftigung. Das goldene Fell sollte regelmäßig gebürstet werden. Für aktive Familien oder Paare mit Garten ist der Golden Retriever ein nahezu perfekter Einstiegshund.
- Charakter: Sanft, verspielt, ausgeglichen, sehr sozial
- Bewegungsbedarf: Hoch (täglich 1–2 Stunden)
- Pflegeaufwand: Mittel (regelmäßiges Bürsten, Fellpflege)
- Geeignet für: Familien mit Kindern, aktive Paare, Ersthundehalter mit Garten
2. Labrador Retriever – Vielseitig und unkompliziert
Kaum eine Rasse ist so beliebt und vielseitig wie der Labrador Retriever. Labradors sind fröhlich, ausgeglichen und außerordentlich lernfreudig – kein Wunder, dass sie weltweit als Blindenführhunde, Therapiehunde und Suchhunde eingesetzt werden. Für Anfänger ist besonders positiv, dass sie sehr verzeihend sind: Kleine Erziehungsfehler werden nicht tragisch. Ihr kurzes Fell ist pflegeleicht, der einzige Punkt ist ihr ausgeprägter Appetit – Übergewicht ist bei Labradors ein echtes Thema. Ausreichend Bewegung und eine kontrollierte Fütterung halten deinen Lab fit. Mehr zur richtigen Ernährung findest du in unserem Hunde-Ernährungs-Ratgeber.
- Charakter: Fröhlich, zuverlässig, geduldig, kinderlieb
- Bewegungsbedarf: Hoch (mindestens 1–1,5 Stunden täglich)
- Pflegeaufwand: Gering (kurzes, pflegeleichtes Fell)
- Geeignet für: Familien, Singles, aktive Rentner, Einsteiger aller Art

3. Cavalier King Charles Spaniel – Sanft und wohnungstauglich
Der Cavalier King Charles Spaniel ist einer der wenigen Hunde, der wirklich für die Wohnungshaltung gemacht zu sein scheint. Er ist klein, ruhig, anhänglich und äußerst sozial. Cavaliers lieben Menschen über alles – sie sind regelrechte Schmusehunde. Ihr Bewegungsbedarf ist moderat: Tägliche Spaziergänge genügen, auf intensive Sporteinheiten können sie gut verzichten. Allerdings neigen sie zu Herzproblemen (Mitralklappen-Erkrankung) und sollten regelmäßig tierärztlich untersucht werden. Wähle einen Züchter, der auf Herz-Screening achtet. Für ruhigere Menschen, ältere Personen oder Stadtbewohner ist der Cavalier oft die ideale Wahl.
- Charakter: Sanft, liebevoll, anpassungsfähig, verspielt
- Bewegungsbedarf: Moderat (30–60 Minuten täglich)
- Pflegeaufwand: Mittel (langes seidiges Fell, Ohrenpflege)
- Geeignet für: Wohnungshalter, ältere Menschen, ruhigere Familien
4. Bichon Frisé – Allergikerfreundlich und fröhlich
Der Bichon Frisé ist ein kleiner, weißer Lockenkopf mit einem großen Herz. Er gilt als besonders allergikerfreundlich, da er kaum Haare verliert. Bichons sind fröhlich, lebhaft und sehr sozial – sie mögen keine langen Phasen alleine und blühen in Gesellschaft auf. Die Erziehung fällt Anfängern leicht, da Bichons lernwillig sind. Das lockige Fell muss allerdings regelmäßig beim Hundefriseur getrimmt werden. Für Allergiker oder Menschen, die keinen Hundehaare-Stress wollen, ist der Bichon eine ausgezeichnete Wahl.
- Charakter: Fröhlich, sozial, verspielt, robust für seine Größe
- Bewegungsbedarf: Moderat (30–45 Minuten täglich)
- Pflegeaufwand: Hoch (regelmäßiges Trimmen beim Profi erforderlich)
- Geeignet für: Allergiker, Wohnungshalter, Familien mit älteren Kindern
Welche kleinen Hunderassen passen zu Anfängern in der Wohnung?

5. Mops – Gelassen und liebenswert
Der Mops ist eine Rasse mit einer treuen Fangemeinde – und das nicht ohne Grund. Möpse sind ruhig, anhänglich und unglaublich komisch-liebenswert. Für Anfänger ist ihr geringer Bewegungsbedarf attraktiv: Kurze Spaziergänge genügen. Allerdings musst du auf ihre Gesundheit besonders achten: Als brachyzephale Rasse (Kurzschnauze) neigen sie zu Atemproblemen, besonders bei Hitze. Falten im Gesicht müssen regelmäßig gereinigt werden. Achte beim Kauf unbedingt auf Züchter, die auf Gesundheit und weite Nasenlöcher selektieren. Möpse sind ideal für ruhigere Haushalte und Menschen, die keinen sportlichen Begleiter suchen.
- Charakter: Ruhig, anhänglich, witzig, stur aber liebenswert
- Bewegungsbedarf: Gering (kurze, moderate Spaziergänge)
- Pflegeaufwand: Mittel (Faltenreinigung, Augen- und Ohrenpflege)
- Geeignet für: Senioren, Stadtbewohner, ruhige Singles, wenig aktive Familien
6. Havaneser – Charmanter Alleskönner
Der Havaneser ist Kubas einzige Nationalrasse und hat sich weltweit als hervorragender Familien- und Anfängerhund etabliert. Er ist intelligent, verspielt, sozial und hat einen ausgeglichenen Charakter. Havaneser lernen schnell, sind selten aggressiv und kommen gut mit Kindern und anderen Tieren aus. Das seidige Fell braucht regelmäßige Pflege, verliert aber kaum. Für Ersthundehalter, die einen kleineren Hund mit Persönlichkeit suchen, ist der Havaneser eine erstklassige Wahl. Denk auch frühzeitig an die richtige Welpenerziehung – das prägt das ganze Hundeleben.
- Charakter: Fröhlich, clever, anhänglich, verspielt
- Bewegungsbedarf: Moderat (45–60 Minuten täglich)
- Pflegeaufwand: Mittel bis hoch (regelmäßiges Bürsten)
- Geeignet für: Familien, Singles, Wohnungshalter, Anfänger mit Zeit für Pflege
💰 Kosten realistisch einplanen
Ein Hund kostet im Durchschnitt 1.000–2.500 Euro pro Jahr – ohne einmalige Anschaffungskosten wie Kaufpreis, Erstausstattung und Impfungen. Plane auch für unvorhergesehene Tierarztkosten. Eine Tierkrankenversicherung kann hier sinnvoll sein, besonders bei Rassen mit bekannten Gesundheitsproblemen. Lass deinen Welpen außerdem früh chippen – das ist in Deutschland Pflicht.
7. Beagle – Neugierig und familientauglich
Der Beagle ist ein fröhlicher, wissbegieriger Hund mit einem ausgeprägten Jagdtrieb und einer beneidenswerten Belastbarkeit. Für Familien mit Kindern ist er eine tolle Wahl: robust, ausdauernd und immer für ein Abenteuer bereit. Als Anfänger solltest du jedoch wissen: Beagles folgen ihrer Nase – oft mit ausgeblendetem Rückruf. Konsequente Erziehung von klein auf und ein sicheres Auslaufgelände sind wichtig. Ihr kurzes Fell ist pflegeleicht, die Ohren brauchen regelmäßige Kontrolle. Für aktive Familien und Menschen mit Garten sind Beagles wunderbare, lebendige Begleiter.
- Charakter: Fröhlich, neugierig, stur, kinderlieb
- Bewegungsbedarf: Hoch (mind. 1–1,5 Stunden täglich)
- Pflegeaufwand: Gering (kurzes Fell, aber Ohrenpflege nötig)
- Geeignet für: Aktive Familien, Menschen mit Garten, erfahrenere Einsteiger
8. Shih Tzu – Ruhiger Palasthund für Wohnungshalter
Der Shih Tzu wurde jahrhundertelang als Palasthund chinesischer Kaiser gehalten – entsprechend ruhig und majestätisch ist sein Auftreten. Er ist ein kleiner, gelassener Hund, der wenig Bewegung braucht und sich hervorragend für die Wohnungshaltung eignet. Shih Tzus sind menschenorientiert und anpassungsfähig, sie verstehen sich auch gut mit anderen Haustieren. Das lange, seidige Fell ist pflegeintensiv: Tägliches Bürsten oder ein kurzer Pflegeschnitt beim Groomer sind nötig. Für ruhigere Haushalte oder Menschen, die gerne pflegen und kuscheln, ist der Shih Tzu eine charmante Wahl.
- Charakter: Ruhig, anhänglich, selbstsicher, verspielt
- Bewegungsbedarf: Gering bis moderat (30 Minuten täglich genügen)
- Pflegeaufwand: Hoch (tägliches Bürsten oder regelmäßiges Trimmen)
- Geeignet für: Senioren, Wohnungshalter, ruhigere Singles oder Paare

9. Pudel – Intelligent und hypoallergen
Der Pudel ist einer der intelligentesten Hunde der Welt – und das merkt man. Er lernt unglaublich schnell, macht Übungen mit Begeisterung mit und liebt mentale Herausforderungen. Für Anfänger, die einen lernwilligen Begleiter suchen, ist der Pudel ideal. Es gibt ihn in vier Größen (Groß-, Mittel-, Zwerg- und Toypudel), sodass er sich auch für Wohnungshalter eignet. Das lockige Fell verliert kaum und gilt als allergikerfreundlich, muss aber regelmäßig beim Profi geschnitten werden. Pudel sind sozial, ausgeglichen und außerordentlich vielseitig. Der Impfschutz sollte von Anfang an vollständig sein – hier hilft unser Welpen-Impfplan.
- Charakter: Hochintelligent, fröhlich, sozial, lernfreudig
- Bewegungsbedarf: Mittel bis hoch (je nach Größe)
- Pflegeaufwand: Hoch (regelmäßiges Trimmen nötig)
- Geeignet für: Allergiker, Anfänger mit Ehrgeiz, Familien, Singles
10. Border Collie – Nur für sehr aktive Anfänger
Der Border Collie ist der intelligenteste Hund der Welt – und das ist sowohl sein größter Vorzug als auch seine größte Herausforderung. Border Collies brauchen extrem viel Bewegung und geistige Auslastung: Mehrere Stunden täglich sind keine Übertreibung. Für wirklich aktive Anfänger, die bereit sind, viel Zeit und Energie zu investieren, kann ein Border Collie ein fantastischer Begleiter sein. Ohne ausreichende Beschäftigung entwickeln sie jedoch problematische Verhaltensweisen. Empfehlenswert ist dieser Hund nur, wenn du viel Zeit hast, ihn mit Agility, Frisbee oder Hütearbeit auslastest. Lies dazu unseren Ratgeber zu moderner Hundeerziehung.
- Charakter: Hochintelligent, energiegeladen, fokussiert, sensibel
- Bewegungsbedarf: Sehr hoch (2–3+ Stunden täglich plus mentale Auslastung)
- Pflegeaufwand: Mittel (Langhaar-Variante braucht mehr Pflege)
- Geeignet für: Sehr aktive Anfänger mit viel Zeit und Erfahrung mit Hunden
Welche weiteren Schritte solltest du vor der Anschaffung kennen?
Nachdem du eine Rasse ins Auge gefasst hast, gibt es wichtige Schritte vor der tatsächlichen Anschaffung. Informiere dich über seriöse Züchter (VDH-Mitgliedschaft ist ein gutes Zeichen), besuche die Welpen bei der Mutter, und frag nach Gesundheitstests der Elterntiere. Alternativ bieten Tierheime viele wundervolle Hunde, auch Welpen. Informiere dich außerdem frühzeitig über die Pflichtthemen:
- Chipkennzeichnung: In Deutschland für alle Hunde Pflicht – mehr dazu im Ratgeber Hund chippen lassen.
- Impfungen: Den vollständigen Impfplan für Welpen findest du hier: Welpen-Impfplan.
- Versicherung: Eine Tierkrankenversicherung oder OP-Versicherung kann sinnvoll sein. Vergleiche hier: Hunde-Versicherung.
- Erziehung: Melde deinen Welpen früh in einer Welpenstunde an. Unsere Tipps: Welpen erziehen.
- Kosten: Unterschätze nie die laufenden Kosten. Unser Überblick: Was kostet ein Hund?