Chow-Chow
Der Chow-Chow ist eine der ältesten Hunderassen der Welt. Mit seiner löwenartigen Mähne und der charakteristischen blauen Zunge ist er ein wahrer Blickfang. Doch hinter dem plüschigen Äußeren steckt ein eigenständiger Hund. Er bindet sich meist an eine einzige Bezugsperson. Deshalb gilt er als typischer Ein-Personen-Hund. In diesem Ratgeber erfährst du alles über Charakter, Haltung und Pflege des Chow-Chow.
Steckbrief Chow-Chow
| Größe | 46–56 cm |
| Gewicht | 20–32 kg |
| Lebenserwartung | 9–15 Jahre |
| FCI-Gruppe | Spitze und Hunde vom Urtyp |
| Herkunft | China |
| Fell | Lang oder kurz, dicht und üppig |
| Farben | Rot, Schwarz, Blau, Creme, Zimt |
| Charakter | Unabhängig, würdevoll, loyal |
| Bewegungsbedarf | Niedrig bis Mittel |
| Pflegeaufwand | Hoch |
| Familientauglichkeit | Bedingt |
| Anfängergeeignet | Nein |
Woher stammt der Chow-Chow ursprünglich?
Der Chow-Chow gehört zu den ältesten Hunderassen überhaupt. DNA-Analysen zeigen eine enge Verwandtschaft mit dem Wolf. Seine Ursprünge liegen in China und der Mongolei. Dort wurde er vor über 2.000 Jahren als Wach-, Jagd- und Schlittenhund eingesetzt. Chinesische Kaiser schätzten ihn als Palasthund. Im 18. Jahrhundert brachten britische Seefahrer die ersten Exemplare nach Europa. Der Name „Chow-Chow“ stammt vermutlich vom pidgin-englischen Wort für Handelswaren.
Wie sieht der Chow-Chow aus?
Der Chow-Chow ist ein kompakt gebauter Hund mit quadratischem Körperbau. Sein auffälligstes Merkmal ist die dichte Mähne rund um den Kopf. Sie verleiht ihm ein löwenartiges Aussehen. Es gibt zwei Fellvarianten: die langhaarige und die kurzhaarige. Beide Varianten besitzen eine dichte Unterwolle. Die blaue bis blauschwarze Zunge ist ein weiteres Erkennungszeichen. Kein anderer reinrassiger Hund teilt dieses Merkmal außer dem Shar-Pei. Die Rute wird über dem Rücken getragen und ist dicht behaart.
Die Augen sind dunkel und mandelförmig. Die kleinen, dreieckigen Ohren stehen aufrecht. Der Chow-Chow bewegt sich mit einem stelzenden Gang. Dieser entsteht durch die relativ geraden Hinterläufe. In der Schulterhöhe erreicht er 46 bis 56 cm. Das Gewicht liegt zwischen 20 und 32 kg.
Welchen Charakter hat der Chow-Chow?
Der Chow-Chow ist kein typischer Familienhund. Er gilt als einer der unabhängigsten aller Hunderassen. Sein Wesen wird oft mit dem einer Katze verglichen. Er zeigt seine Zuneigung zurückhaltend und auf seine eigene Art. Fremden gegenüber verhält er sich distanziert bis ablehnend.
Die Bindung zu seiner Bezugsperson ist jedoch intensiv. Er ist loyal und beschützend. Allerdings ordnet er sich nicht bedingungslos unter. Ein Chow-Chow entscheidet selbst, wann er gehorcht. Das erfordert viel Geduld und Verständnis vom Halter. Dominantes Auftreten oder Härte sind bei dieser Rasse kontraproduktiv. Der Chow-Chow braucht eine ruhige und souveräne Führung.
Wie viel Bewegung braucht ein Chow-Chow?
Der Bewegungsbedarf des Chow-Chow ist moderat. Zwei bis drei Spaziergänge pro Tag von je 20 bis 30 Minuten genügen. Er ist kein Hund für Ausdauersport oder lange Wanderungen. Besonders bei Hitze solltest du vorsichtig sein. Das dichte Fell macht ihn hitzeempfindlich. Im Sommer sind Spaziergänge in den kühlen Morgen- und Abendstunden ideal. Hundesportarten wie Agility sind für den Chow-Chow wenig geeignet. Er bevorzugt gemütliche Runden in seiner gewohnten Umgebung.
Wie erziehst du einen Chow-Chow richtig?
Die Erziehung eines Chow-Chow ist eine echte Herausforderung. Er gilt als stur und wenig kooperativ. In Gehorsams-Rankings belegt er regelmäßig die letzten Plätze. Das bedeutet aber nicht, dass er unintelligent ist. Er entscheidet lediglich selbst, ob ein Befehl es wert ist.
Beginne mit der Sozialisierung so früh wie möglich. Welpen sollten viele verschiedene Menschen, Tiere und Situationen kennenlernen. Positive Verstärkung funktioniert am besten. Leckerlis und Lob sind effektiver als Strenge. Trainingseinheiten sollten kurz und abwechslungsreich sein. Lange Wiederholungen langweilen den Chow-Chow schnell. Grundkommandos wie Sitz, Platz und Hier solltest du täglich üben.
Wie aufwendig ist die Fellpflege beim Chow-Chow?
Die Fellpflege des langhaarigen Chow-Chow ist zeitintensiv. Du solltest ihn mindestens drei- bis viermal pro Woche gründlich bürsten. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten nötig. Eine Unterwollbürste und ein grobzinkiger Kamm sind unverzichtbar. Verfilzungen entstehen besonders hinter den Ohren und an den Hinterläufen.
Die kurzhaarige Variante ist pflegeleichter. Zweimaliges Bürsten pro Woche reicht meist aus. Baden solltest du den Chow-Chow nur alle zwei bis drei Monate. Zu häufiges Waschen entfettet das Fell. Die Ohren solltest du wöchentlich kontrollieren und bei Bedarf reinigen. Auch die Krallen benötigen regelmäßige Pflege.
Welche Gesundheitsprobleme sind beim Chow-Chow häufig?
Der Chow-Chow ist anfällig für einige rassetypische Erkrankungen. Hüftdysplasie (HD) kommt bei dieser Rasse häufig vor. Auch Ellbogendysplasie (ED) tritt regelmäßig auf. Augenerkrankungen wie Entropium sind verbreitet. Dabei rollt sich das Augenlid nach innen. Das verursacht Reizungen und Schmerzen. Eine operative Korrektur ist dann nötig.
Die Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) betrifft viele Chow-Chows. Symptome sind Gewichtszunahme, Lethargie und Fellprobleme. Regelmäßige Blutuntersuchungen beim Tierarzt helfen bei der Früherkennung. Auch Magenüberladung und Magendrehung können vorkommen. Füttere deshalb lieber mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Die Lebenserwartung liegt bei 9 bis 15 Jahren.
Was frisst ein Chow-Chow am besten?
Der Chow-Chow neigt zu Übergewicht. Deshalb ist eine kontrollierte Fütterung besonders wichtig. Hochwertiges Futter mit einem hohen Fleischanteil ist ideal. Getreide sollte nur in geringen Mengen enthalten sein. Die tägliche Futtermenge richtet sich nach Gewicht und Aktivitätslevel. Ein erwachsener Chow-Chow benötigt circa 300 bis 400 Gramm Trockenfutter pro Tag. Alternativ kannst du auch barfen oder Nassfutter geben.
Teile die Tagesration auf zwei bis drei Mahlzeiten auf. Das schont den Magen und beugt einer Magendrehung vor. Frisches Wasser muss jederzeit verfügbar sein. Leckerlis solltest du von der Tagesration abziehen. Übergewicht belastet die ohnehin anfälligen Gelenke zusätzlich.
Ist der Chow-Chow als Familienhund geeignet?
Der Chow-Chow ist nur bedingt als Familienhund geeignet. Er toleriert Kinder, sucht aber selten aktiv ihre Nähe. Kleinkinder können seine Grenzen unbeabsichtigt überschreiten. Das kann zu Konflikten führen. Ältere Kinder, die respektvoll mit ihm umgehen, akzeptiert er eher. Eine Haltung in Familien mit sehr kleinen Kindern ist nicht empfehlenswert.
Gegenüber anderen Haustieren ist der Chow-Chow oft wenig verträglich. Besonders gleichgeschlechtliche Hunde können Probleme bereiten. Katzen akzeptiert er manchmal, wenn er von klein auf mit ihnen aufwächst. Der ideale Halter ist eine ruhige Einzelperson oder ein Paar ohne kleine Kinder.
Was kostet ein Chow-Chow in der Haltung?
Ein Chow-Chow Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Die monatlichen Haltungskosten liegen bei etwa 150 bis 250 Euro. Darin enthalten sind Futter, Tierarztkosten und Versicherung. Die Fellpflege verursacht zusätzliche Kosten. Professionelles Grooming kostet pro Sitzung 60 bis 120 Euro. Viele Halter lassen den Hund vier- bis sechsmal im Jahr zum Groomer. Tierarztkosten können bei rassetypischen Erkrankungen deutlich höher ausfallen. Eine Hüftoperation kostet schnell 2.000 bis 4.000 Euro. Eine Krankenversicherung für den Hund ist daher empfehlenswert.
Worauf solltest du beim Kauf eines Chow-Chow achten?
Kaufe einen Chow-Chow ausschließlich bei einem seriösen Züchter. Ein guter Züchter ist Mitglied im VDH oder einem anerkannten Rassehundeverein. Er zeigt dir die Elterntiere und deren Gesundheitszeugnisse. HD- und ED-Untersuchungen sollten vorliegen. Auch Augenuntersuchungen sind wichtig. Der Züchter stellt Fragen zu deiner Lebenssituation. Er möchte sicherstellen, dass sein Welpe ein gutes Zuhause bekommt.
Verzichte auf Welpen aus dem Internet oder vom Wühltisch. Diese stammen oft aus Vermehrerstationen. Die Hunde sind häufig krank und schlecht sozialisiert. Auch ein Chow-Chow aus dem Tierschutz kann eine Option sein. Hier brauchst du aber besonders viel Geduld und Erfahrung.
Häufige Fragen zum Chow-Chow
Warum hat der Chow-Chow eine blaue Zunge?
Die blaue bis blauschwarze Zunge ist ein genetisches Merkmal. Pigmentzellen lagern Melanin in der Zungenschleimhaut ein. Welpen werden mit rosa Zungen geboren. Die Verfärbung setzt ab der achten Lebenswoche ein.
Kann der Chow-Chow in einer Wohnung leben?
Ja, der Chow-Chow ist wohnungstauglich. Er ist ruhig und bellt wenig. Regelmäßige Spaziergänge müssen aber gewährleistet sein. Ein Garten ist ein Plus, aber keine zwingende Voraussetzung.
Wie viel haart der Chow-Chow?
Der Chow-Chow haart stark. Besonders während des Fellwechsels verliert er große Mengen Unterwolle. Regelmäßiges Bürsten reduziert die Haare in der Wohnung erheblich.
Versteht sich der Chow-Chow mit anderen Hunden?
Der Chow-Chow ist oft unverträglich mit anderen Hunden. Besonders gleichgeschlechtliche Artgenossen können Konflikte auslösen. Frühzeitige Sozialisierung hilft, ist aber keine Garantie.
Ist der Chow-Chow ein guter Wachhund?
Ja, der Chow-Chow ist ein natürlicher Wachhund. Er ist territorial und misstrauisch gegenüber Fremden. Übermäßiges Bellen ist aber nicht typisch für die Rasse.
Wie alt wird ein Chow-Chow?
Die Lebenserwartung liegt bei 9 bis 15 Jahren. Bei guter Pflege und Gesundheitsvorsorge erreichen viele Chow-Chows 12 bis 13 Jahre.
Darf man einen Chow-Chow im Sommer scheren?
Nein, das Fell sollte niemals geschoren werden. Die Unterwolle schützt vor Hitze und Sonnenbrand. Nach dem Scheren wächst das Fell oft nicht mehr richtig nach.
Wie teuer ist ein Chow-Chow vom Züchter?
Ein Welpe kostet bei einem seriösen VDH-Züchter zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Preise unter 1.000 Euro deuten auf unseriöse Zucht hin.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 205 – Chow-Chow
- VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen: Rasseportrait Chow-Chow
- The Chow Chow Club (UK) – Breed Information
- Parker, H. G. et al. (2004): Genetic Structure of the Purebred Domestic Dog. Science, 304(5674)
- Veterinary Ophthalmology: Entropion prevalence in brachycephalic breeds