Havaneser
Der Havaneser ist die Nationalhunderasse Kubas. Sein Name leitet sich von der kubanischen Hauptstadt Havanna ab. Spanische Seefahrer brachten seine Vorfahren im 16. Jahrhundert auf die Karibikinsel. Dort entwickelte sich aus den kleinen Bichon-Hunden die eigenständige Rasse Havaneser.
Lange Zeit war der Havaneser fast ausgestorben. Nach der kubanischen Revolution von 1959 flohen einige Familien mit ihren Havanesen in die USA. Von diesen wenigen Hunden stammen fast alle heutigen Havaneser ab. Seit den 1990er Jahren erfreut sich die Rasse weltweit wachsender Beliebtheit.
Du möchtest wissen, ob ein Havaneser der richtige Hund für dich ist? In diesem Ratgeber erfährst du alles Wichtige über seinen fröhlichen Charakter, die artgerechte Haltung und die notwendige Fellpflege. Außerdem lernst du, welche Gesundheitsthemen du kennen solltest.

Steckbrief Havaneser
| Größe | 23–27 cm |
| Gewicht | 3–6 kg |
| Lebenserwartung | 13–15 Jahre |
| FCI-Gruppe | Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde (Bichons) |
| Herkunft | Kuba |
| Fell | Lang, seidig, wellig |
| Farben | Alle Farben |
| Charakter | Fröhlich, anhänglich, verspielt |
| Bewegungsdrang | Mittel |
| Pflegeaufwand | Hoch |
| Familientauglichkeit | Sehr gut |
| Für Anfänger geeignet | Ja |
Wie ist der Charakter des Havanesers?
Der Havaneser ist ein echter Sonnenschein unter den Hunderassen. Seine fröhliche und ausgelassene Art ist ansteckend. Er hat immer gute Laune und verbreitet diese in seiner gesamten Umgebung. Sein federnder, tänzelnder Gang unterstreicht seine lebensfrohe Ausstrahlung.
Er ist ein äußerst menschenbezogener Hund. Die Nähe zu seiner Familie ist ihm das Wichtigste im Leben. Er folgt seinen Menschen gerne von Zimmer zu Zimmer und will immer dabei sein. Deshalb wird er manchmal auch als „Kletthund“ bezeichnet.
Der Havaneser ist intelligent und lernfreudig. Er liebt es, Kunststücke zu lernen und seine Menschen damit zu unterhalten. In seiner Heimat Kuba wurde er früher sogar als Zirkushund eingesetzt. Diese Freude an der Zusammenarbeit macht ihn zu einem angenehmen Trainingspartner.
Trotz seiner geringen Größe ist der Havaneser kein ängstlicher Hund. Er begegnet neuen Situationen neugierig und aufgeschlossen. Anderen Hunden und Menschen gegenüber zeigt er sich freundlich und sozial. Aggression ist ihm vollkommen fremd. Das macht ihn zu einem idealen Familienhund.
Was muss ich bei der Haltung eines Havanesers beachten?
Der Havaneser ist ein unkomplizierter Mitbewohner. Er passt sich problemlos an verschiedene Wohnsituationen an. Ob Stadtwohnung oder Landhaus: Solange er bei seinen Menschen ist, fühlt er sich überall wohl. Ein Garten ist schön, aber nicht zwingend erforderlich.
Sein Bewegungsbedarf liegt im mittleren Bereich. Zwei bis drei Spaziergänge am Tag von jeweils 20 bis 30 Minuten sind ideal. Zusätzlich freut er sich über kurze Spieleinheiten in der Wohnung oder im Garten. Er ist dabei erstaunlich ausdauernd für seine Größe.
Der Havaneser kann nicht gut allein bleiben. Mehr als drei bis vier Stunden solltest du ihn nicht allein lassen. Wenn du berufstätig bist, brauchst du eine Betreuungslösung. Eine zweite Bezugsperson, ein Hundesitter oder ein freundlicher Nachbar können helfen. Auch ein zweiter Hund kann die Einsamkeit lindern.
Bei der Fütterung gilt: Qualität vor Quantität. Hochwertiges Hundefutter mit einem hohen Fleischanteil ist die beste Wahl. Der Havaneser neigt bei Überfütterung zu Übergewicht. Wiege sein Futter ab und halte dich an die Empfehlungen auf der Verpackung. Passe die Menge an seine Aktivität an.

Wie pflege ich einen Havaneser richtig?
Die Fellpflege ist der zeitaufwendigste Teil der Havaneser-Haltung. Sein langes, seidiges Fell muss täglich gebürstet werden. Ohne regelmäßige Pflege verfilzt es schnell bis auf die Haut. Verwende einen grobzinkigen Kamm und eine weiche Bürste für die tägliche Pflege.
Beginne das Bürsten immer an den Beinen und arbeite dich nach oben vor. Teile das Fell in einzelne Partien und bürste jede Partie sorgfältig durch. Besonders anfällig für Verfilzungen sind die Stellen hinter den Ohren, unter den Achseln und im Leistenbereich.
Viele Havaneser-Halter entscheiden sich für einen kürzeren Schnitt. Das reduziert den täglichen Pflegeaufwand deutlich. Alle sechs bis acht Wochen sollte ein Besuch beim Hundefriseur eingeplant werden. Dort wird das Fell gewaschen, geschnitten und in Form gebracht.
Die Augen des Havanesers neigen zu Tränenfluss. Reinige die Augenpartie täglich mit einem feuchten Tuch. Braune Tränenverfärbungen im hellen Fell kannst du mit speziellen Reinigungslösungen behandeln. Kontrolliere auch die Ohren wöchentlich und reinige sie bei Bedarf mit einem Ohrenreiniger für Hunde.
Welche rassetypischen Krankheiten hat der Havaneser?
Der Havaneser ist insgesamt eine gesunde und robuste Rasse. Seine Lebenserwartung von 13 bis 15 Jahren liegt im oberen Bereich für Hunde seiner Größe. Dennoch gibt es einige Erkrankungen, die bei dieser Rasse häufiger vorkommen.
Die Legg-Calvé-Perthes-Krankheit (eine Durchblutungsstörung des Oberschenkelkopfs) kann beim Havaneser auftreten. Sie zeigt sich im jungen Alter durch Lahmheit und Schmerzen im Hüftbereich. Die Erkrankung wird in der Regel operativ behandelt. Die Prognose nach einer Operation ist gut.
Augenerkrankungen wie die Katarakt (grauer Star) und die progressive Retinaatrophie (fortschreitende Netzhautdegeneration) kommen beim Havaneser gelegentlich vor. Regelmäßige Augenuntersuchungen beim Tierarzt helfen, diese Probleme frühzeitig zu erkennen. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere augenärztlich untersuchen.
Ohrenentzündungen (Otitis externa) treten beim Havaneser häufiger auf. Seine hängenden, dicht behaarten Ohren schaffen ein feuchtwarmes Klima im Gehörgang. Das begünstigt das Wachstum von Bakterien und Hefepilzen. Regelmäßige Ohrenreinigung und das Entfernen von Haaren im Gehörgang beugen Entzündungen vor.
Mit welchen Kosten muss ich bei einem Havaneser rechnen?
Ein Havaneser Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.200 und 2.000 Euro. Im Preis enthalten sind Impfungen, Entwurmungen, Mikrochip und Ahnentafel. Achte darauf, dass der Züchter dem VDH oder einem anerkannten Zuchtverein angehört.
Die Erstausstattung kostet zwischen 200 und 350 Euro. Du brauchst ein weiches Hundebett, Näpfe, Geschirr, Leine, Transportbox, Bürsten, Kamm und Spielzeug. Für hochwertiges Futter planst du monatlich 30 bis 50 Euro ein. Der Havaneser frisst aufgrund seiner Größe vergleichsweise wenig.
Die professionelle Fellpflege beim Hundefriseur kostet 40 bis 65 Euro pro Termin. Bei einem Besuch alle sechs bis acht Wochen ergeben sich 300 bis 550 Euro im Jahr. Wenn du das Fell selbst pflegst, sparst du diesen Betrag, brauchst aber entsprechendes Werkzeug und Übung.
Die jährlichen Tierarztkosten für Routineversorgung liegen bei 200 bis 350 Euro. Die Hundehaftpflichtversicherung kostet 50 bis 80 Euro im Jahr. Die Hundesteuer variiert je nach Gemeinde zwischen 50 und 180 Euro jährlich. Für unerwartete Tierarztkosten legst du monatlich 25 bis 40 Euro zurück.
Wie erziehe ich einen Havaneser?
Der Havaneser ist ein dankbarer Erziehungspartner. Er lernt gerne und schnell. Seine Motivation, seinem Menschen zu gefallen, macht das Training angenehm. Positive Verstärkung mit Leckerlis, Lob und Spielzeug funktioniert bei ihm hervorragend.
Trotz seines liebenswerten Wesens braucht der Havaneser klare Regeln. Er ist charmant genug, um seine Menschen um den Finger zu wickeln. Wenn du nicht aufpasst, tanzt er dir auf der Nase herum. Bleibe konsequent, auch wenn er dich mit großen Augen ansieht.
Die Stubenreinheit gelingt beim Havaneser in der Regel problemlos. Gehe anfangs alle zwei Stunden mit ihm nach draußen und lobe ihn ausgiebig für jedes Geschäft im Freien. Die meisten Havaneser sind mit 16 bis 20 Wochen zuverlässig stubenrein.
Das Alleinbleiben musst du schrittweise trainieren. Beginne mit wenigen Minuten und steigere die Dauer langsam. Verknüpfe das Alleinsein mit positiven Erfahrungen wie einem gefüllten Kauknochen. Verabschiede dich nicht überschwänglich und begrüße ihn bei der Rückkehr erst, wenn er sich beruhigt hat.
Passt ein Havaneser zu dir?
Der Havaneser ist ein idealer Hund für viele Lebenslagen. Er eignet sich für Familien mit Kindern, Paare, Singles und Senioren. Seine Anpassungsfähigkeit und sein freundliches Wesen machen ihn zum perfekten Begleithund für Hundeanfänger.
Du solltest bereit sein, täglich Zeit für die Fellpflege aufzubringen. Ohne regelmäßiges Bürsten verfilzt das Fell und dein Havaneser leidet darunter. Wenn dir die tägliche Pflege zu aufwendig ist, kann ein Kurzhaarschnitt die Lösung sein.
Der Havaneser braucht viel menschliche Gesellschaft. Wenn du den ganzen Tag außer Haus bist und keine Betreuung organisieren kannst, ist er nicht der richtige Hund für dich. Er braucht seine Menschen um sich und leidet unter Einsamkeit.
Wenn du einen fröhlichen, unkomplizierten und liebevollen Begleiter suchst, ist der Havaneser eine ausgezeichnete Wahl. Er bringt Freude in dein Leben und ist für seine Familie ein unendlich treuer Gefährte. Seine positive Ausstrahlung wird deinen Alltag bereichern.
Häufig gestellte Fragen zum Havaneser
Wie groß wird ein Havaneser?
Haart der Havaneser?
Kann ein Havaneser allein bleiben?
Ist der Havaneser für Allergiker geeignet?
Wie viel Auslauf braucht ein Havaneser?
Versteht sich der Havaneser mit Kindern?
Wie oft muss ein Havaneser zum Friseur?
Wie alt wird ein Havaneser?
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 250 – Havaneser
- VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen: Rassebeschreibung Havaneser
- Krämer, E.-M. (2017): Der große Kosmos Hundeführer. Franckh-Kosmos Verlag.
- Havaneser Club Deutschland e.V.: Zuchtordnung und Gesundheitsprogramm
- Veterinary Ophthalmology (2015): Inherited Eye Diseases in Purebred Dogs