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Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Nova Scotia Duck Tolling Retriever am Wasser

Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever ist eine faszinierende und noch relativ seltene Hunderasse aus Kanada. Er wurde ursprünglich zum Anlocken und Apportieren von Enten gezüchtet. Sein ungewöhnlicher Name verrät seine einzigartige Jagdmethode: das sogenannte „Tolling“. Dabei lockt er durch spielerisches Verhalten am Ufer neugierige Wasservögel an. Hier erfährst du alles Wichtige über diesen außergewöhnlichen Hund.

Steckbrief: Nova Scotia Duck Tolling Retriever

  • Größe: 42–51 cm
  • Gewicht: 17–23 kg
  • Lebenserwartung: 12–14 Jahre
  • FCI-Gruppe: Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde
  • Herkunft: Kanada (Nova Scotia)
  • Fell: Mittellang, dicht, wasserabweisend
  • Farben: Rot bis Orange mit weißen Abzeichen
  • Charakter: Intelligent, verspielt, ausdauernd
  • Bewegungsdrang: Sehr hoch
  • Pflegeaufwand: Mittel
  • Familientauglichkeit: Sehr gut (aktive Familien)
  • Für Anfänger geeignet: Bedingt

Woher stammt der Nova Scotia Duck Tolling Retriever?

Die Rasse entstand im 19. Jahrhundert in der kanadischen Provinz Nova Scotia. Fischer und Jäger beobachteten, dass Füchse am Ufer spielten und so Enten anlockten. Diese natürliche Jagdstrategie wollten sie mit einem Hund nachahmen. So entstand durch gezielte Zucht der Toller.

Die genaue Herkunft der Rasse ist nicht vollständig dokumentiert. Vermutlich flossen Cocker Spaniel, Setter und Retriever in die Zucht ein. Auch kleine Farm-Collies könnten beteiligt gewesen sein. Die offizielle Anerkennung durch den Canadian Kennel Club erfolgte 1945.

In Europa ist der Toller erst seit den 1980er Jahren bekannt. In Deutschland gibt es nur wenige Züchter dieser Rasse. Das macht ihn zu einem echten Geheimtipp für erfahrene Hundeliebhaber.

Was zeichnet den Charakter des Tollers aus?

Der Toller ist ein außergewöhnlich intelligenter und vielseitiger Hund. Er besitzt einen starken Arbeitswillen und lernt begeistert neue Aufgaben. Seine Spielfreude ist dabei legendär. Kaum eine andere Retriever-Rasse zeigt so viel Enthusiasmus beim Apportieren.

Im Haus kann der Toller erstaunlich ruhig und entspannt sein. Voraussetzung dafür ist ausreichende körperliche und geistige Auslastung. Ohne Beschäftigung wird er schnell unruhig und sucht sich eigene Aufgaben. Das kann zu unerwünschtem Verhalten führen.

Gegenüber Fremden verhält sich der Toller oft zunächst reserviert. Das ist ein rassetypisches Merkmal und kein Zeichen von Aggression. In seiner Familie zeigt er sich dagegen äußerst anhänglich und verspielt. Er baut eine sehr enge Bindung zu seinen Menschen auf.

⚠️ Wichtiger Hinweis: Der Toller ist bekannt für seinen „Toller-Schrei“. Dabei stößt er bei großer Aufregung einen durchdringenden, hohen Laut aus. Das kann in der Nachbarschaft für Irritation sorgen. Du solltest das beim Training berücksichtigen.

Wie viel Bewegung braucht der Toller wirklich?

Der Bewegungsbedarf des Tollers ist sehr hoch. Mindestens zwei Stunden aktive Bewegung pro Tag sind notwendig. Einfache Spaziergänge an der Leine reichen dabei nicht aus. Er braucht die Möglichkeit zum Rennen, Schwimmen und Apportieren.

Wasser ist das Element des Tollers. Seine wasserabweisende Unterwolle und die Schwimmhäute zwischen den Zehen machen ihn zum perfekten Wasserhund. Regelmäßiges Schwimmen und Wasserarbeit gehören zum idealen Bewegungsprogramm.

Im Hundesport zeigt der Toller herausragende Leistungen. Agility, Obedience und Dummy-Training sind hervorragend geeignet. Auch Mantrailing und Fährtenarbeit liegen ihm sehr. Die Kombination aus körperlicher und geistiger Auslastung ist der Schlüssel.

Welches Futter eignet sich für den Toller am besten?

Der Toller benötigt ein hochwertiges Futter mit hohem Proteinanteil. Als aktiver Arbeitshund hat er einen erhöhten Energiebedarf. Die tägliche Futtermenge liegt bei etwa 250 bis 350 Gramm Trockenfutter. Das hängt vom Aktivitätslevel ab.

Achte auf einen Fleischanteil von mindestens 60 Prozent. Hochwertige Proteinquellen wie Huhn, Lamm oder Fisch sind ideal. Omega-3-Fettsäuren unterstützen das dichte Fell und die Gelenkgesundheit. Fischöl als Ergänzung kann sinnvoll sein.

Die Fütterung sollte auf zwei Mahlzeiten pro Tag aufgeteilt werden. Nach dem Fressen braucht der Toller eine Ruhephase. Das beugt einer gefährlichen Magendrehung vor. Leckerlis für das Training rechnest du von der Tagesration ab.

Nova Scotia Duck Tolling Retriever beim Apportieren

Wie pflegst du das Fell des Tollers richtig?

Das dichte, wasserabweisende Fell des Tollers braucht regelmäßige Pflege. Zwei- bis dreimal pro Woche solltest du ihn gründlich bürsten. Während des Fellwechsels im Frühling und Herbst ist tägliches Bürsten nötig. Der Toller haart in dieser Zeit erheblich.

Das Fell sollte niemals geschoren oder getrimmt werden. Die natürliche Fellstruktur schützt vor Kälte, Hitze und UV-Strahlung. Nur die Haare zwischen den Ballen kannst du kürzen. Das verhindert das Ansammeln von Schmutz und Eis.

Nach dem Schwimmen solltest du den Toller gründlich abtrocknen. Besonders die Ohren verdienen Aufmerksamkeit. Feuchtigkeit im Gehörgang kann zu Ohrenentzündungen führen. Kontrolliere die Ohren regelmäßig auf Rötungen oder unangenehmen Geruch.

Welche Gesundheitsprobleme sind rassetypisch?

Der Toller ist grundsätzlich eine gesunde Rasse mit einer Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren. Dennoch gibt es einige erbliche Erkrankungen, die auftreten können.

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) kommt beim Toller gelegentlich vor. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere röntgen und bewerten. Nur HD-freie oder leicht betroffene Hunde sollten zur Zucht eingesetzt werden. Achte beim Welpenkauf auf die HD-Befunde der Eltern.

Die Addison-Krankheit (Hypoadrenokortizismus) tritt beim Toller häufiger auf als bei anderen Rassen. Dabei produziert die Nebenniere zu wenig Hormone. Die Symptome sind oft unspezifisch und werden leicht übersehen. Regelmäßige Blutuntersuchungen sind empfehlenswert.

⚠️ Gesundheitswarnung: Die Immunvermittelte Rheumatische Polymyositis (IMRP) ist eine seltene, aber ernste Erkrankung beim Toller. Sie betrifft Gelenke und Muskeln und äußert sich durch Steifheit und Schmerzen. Bei entsprechenden Symptomen solltest du sofort den Tierarzt aufsuchen.

Wie erziehst du einen Toller erfolgreich?

Die Erziehung des Tollers erfordert Erfahrung und Konsequenz. Er ist hochintelligent und lernt schnell. Das bedeutet auch, dass er Fehler in der Erziehung ebenso schnell abspeichert. Positive Verstärkung ist der beste Ansatz.

Der Toller reagiert empfindlich auf harte Erziehungsmethoden. Druck und Strafe können das Vertrauensverhältnis nachhaltig beschädigen. Stattdessen arbeitest du am besten über seine natürliche Spielfreude. Apportierübungen eignen sich hervorragend als Trainingsmotivation.

Frühe Sozialisierung ist beim Toller besonders wichtig. Seine natürliche Reserviertheit gegenüber Fremden sollte nicht in Scheu umschlagen. Regelmäßiger Kontakt mit verschiedenen Menschen und Situationen beugt dem vor. Eine gute Hundeschule ist sehr empfehlenswert.

Passt der Toller in deine Familie?

Der Toller ist ein hervorragender Familienhund für aktive Familien. Er liebt Kinder und spielt geduldig mit ihnen. Seine mittlere Größe macht ihn robust genug für das Familienleben. Gleichzeitig ist er nicht so groß, dass er kleine Kinder umwerfen würde.

Die wichtigste Voraussetzung ist ein aktiver Lebensstil. Wandern, Joggen, Radfahren oder Schwimmen sollten zu deinem Alltag gehören. Ein Garten ist von Vorteil, ersetzt aber die gemeinsamen Aktivitäten nicht. Der Toller möchte Teil aller Familienunternehmungen sein.

Mit anderen Hunden versteht sich der Toller meist gut. Auch mit Katzen kann er zusammenleben, wenn die Gewöhnung früh beginnt. Bei Kleintieren wie Kaninchen oder Vögeln solltest du vorsichtig sein. Der Jagdtrieb kann durchschlagen.

Was kostet ein Toller vom Züchter?

Ein Toller-Welpe vom seriösen Züchter kostet zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Die Rasse ist selten, daher gibt es oft Wartelisten. Plane ausreichend Zeit für die Züchtersuche ein. Gute Züchter sind über den Deutschen Retriever Club (DRC) zu finden.

Die monatlichen Kosten für einen Toller liegen bei etwa 120 bis 180 Euro. Darin enthalten sind Futter, Tierarzt, Versicherung und Zubehör. Der erhöhte Bewegungsbedarf kann zusätzliche Kosten verursachen. Zum Beispiel für Hundesportkurse oder Schwimmmöglichkeiten.

Beachte auch die Zeitinvestition. Ein Toller braucht mindestens zwei Stunden aktive Beschäftigung pro Tag. Dazu kommt die Zeit für Fellpflege und Training. Unterschätze den Aufwand für diese Rasse nicht.

Häufig gestellte Fragen zum Nova Scotia Duck Tolling Retriever

Wie groß wird ein Toller?

Der Toller erreicht eine Schulterhöhe von 42 bis 51 cm und wiegt zwischen 17 und 23 kg. Er ist damit der kleinste aller Retriever-Rassen.

Was bedeutet „Tolling“?

Tolling bezeichnet eine Jagdmethode. Der Hund spielt auffällig am Ufer und lockt so neugierige Enten in Schussreichweite. Dieses Verhalten wurde von Füchsen abgeschaut.

Ist der Toller ein Anfängerhund?

Der Toller ist nur bedingt für Anfänger geeignet. Er braucht erfahrene Halter, die seinen hohen Bewegungsbedarf und seine Intelligenz richtig einschätzen können.

Wie viel Auslauf braucht ein Toller?

Mindestens zwei Stunden aktive Bewegung pro Tag sind notwendig. Dazu gehören Apportierübungen, Schwimmen und Hundesport. Reine Spaziergänge reichen nicht aus.

Haart der Toller stark?

Ja, besonders während des Fellwechsels im Frühling und Herbst haart der Toller stark. Tägliches Bürsten ist in dieser Zeit unerlässlich.

Kann der Toller alleine bleiben?

Der Toller kann nach schrittweisem Training für einige Stunden alleine bleiben. Längere Abwesenheiten verträgt er nicht gut. Er braucht die Nähe seiner Familie.

Was ist der Toller-Schrei?

Der Toller-Schrei ist ein hoher, durchdringender Laut, den der Hund bei großer Aufregung ausstößt. Er tritt häufig vor dem Apportieren oder bei Vorfreude auf.

Wie selten ist der Toller in Deutschland?

Der Toller ist in Deutschland eine seltene Rasse. Pro Jahr werden nur etwa 100 bis 150 Welpen beim VDH registriert. Wartezeiten bei Züchtern sind üblich.

Quellen

  • FCI-Rassestandard Nr. 312 – Nova Scotia Duck Tolling Retriever
  • Deutscher Retriever Club e.V. (DRC): Rassebeschreibung Toller
  • MacMillan, G. (2009): Nova Scotia Duck Tolling Retriever. Comprehensive Owner’s Guide. Kennel Club Books.
  • Alderton, D. (2020): Hunderassen. Über 200 Rassen aus aller Welt. Dorling Kindersley.

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