Mit der Fähre reisen: Hund an Bord
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Wenn die Strecke ans Mittelmeer über eine Fähre führt, stellt sich schnell die Frage: Darf dein Hund mit, und worauf musst du achten? Die gute Nachricht: Fast alle großen Reedereien in der Adria, nach Griechenland und nach Italien nehmen Hunde mit. Die Regeln unterscheiden sich aber von Reederei zu Reederei deutlich, und genau das entscheidet darüber, ob die Überfahrt für deinen Hund entspannt oder stressig wird.
Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Fähren Hunde transportieren, welche Regeln an Bord gelten, was die Mitnahme kostet und wie du die Überfahrt von Österreich aus gut vorbereitest. Wenn du noch ganz am Anfang deiner Reiseplanung stehst, lohnt vorab ein Blick in unseren Überblick Reisen mit Hund.
Welche Fähren nehmen Hunde mit?
Ob Adria, griechische Inseln oder die Verbindungen nach Italien: Hunde sind auf den meisten Routen willkommen. Die Bedingungen reichen von einfacher Mitnahme an Deck bis zu eigenen Haustier-Kabinen.
Adria und Kroatien
Auf den kroatischen Inselverbindungen ist der Hund Alltag. Die staatliche Reederei Jadrolinija transportiert Hunde auf nahezu allen Linien zwischen Festland und Inseln wie Brač, Hvar oder Korčula. Auf kurzen Tagesüberfahrten bleibt dein Hund meist an Deck oder im Auto. Auch Krilo (Kapetan Luka) und SNAV nehmen Hunde mit. Planst du den ganzen Urlaub, hilft dir unser Ratgeber Urlaub mit Hund in Kroatien bei den nächsten Schritten.
Griechische Inseln
Für die griechischen Inseln sind Reedereien wie Blue Star Ferries, ANEK Lines, Minoan Lines und SeaJets die üblichen Anbieter. Blue Star Ferries gilt unter Hundehaltern als besonders entspannt, weil viele Schiffe ausgewiesene Hundebereiche und teilweise Pet-Kabinen anbieten. Auf den schnellen Katamaranen von SeaJets gelten dagegen oft strengere Regeln: Hunde müssen dort meist in einer Transportbox reisen oder dürfen nur in festgelegten Zonen sitzen.
Italien
Auf den Italien-Routen, etwa von Ancona oder Venedig nach Griechenland oder zwischen italienischem Festland und Sardinien, Sizilien und Elba, sind Grimaldi Lines, GNV, Moby Lines, Tirrenia und Corsica Ferries aktiv. Moby und Corsica Ferries werben aktiv mit hundefreundlichen Angeboten samt Pet-Kabinen und kleinen Auslaufbereichen an Deck.

Regeln an Bord: Leine, Maulkorb, Hundebereiche und Kabinen
Die wichtigste Regel zuerst: An Bord gilt fast überall Leinenpflicht. Auf vielen Schiffen ist zusätzlich ein Maulkorb vorgeschrieben, sobald dein Hund die öffentlichen Decks betritt, also Gänge, Treppenhäuser und Außenbereiche. Hab den Maulkorb deshalb immer griffbereit, auch wenn dein Hund ihn vielleicht nie braucht.
Wo dein Hund während der Fahrt bleiben darf, hängt stark von der Reederei und der Dauer ab:
- Ausgewiesene Hundebereiche: Viele Fähren haben Außendecks oder einzelne Zonen, in denen Hunde erlaubt sind. In Restaurants, Bars und Innenlounges sind sie meist tabu.
- Zwinger oder Kennel an Bord: Auf längeren Überfahrten bieten manche Reedereien feste Hundezwinger an Deck an. Dort ist es oft windig und laut, viele Hunde fühlen sich darin unwohl.
- Pet-Kabinen: Auf Nachtüberfahrten ist eine Haustier-Kabine die entspannteste Lösung. Dein Hund bleibt bei dir, hat Ruhe und du musst nicht ständig zwischen Deck und Kabine pendeln. Diese Kabinen sind begrenzt und schnell ausgebucht.
- Hund im Auto während der Überfahrt: Auf vielen Tagesfähren bleibt der Hund im Auto auf dem Fahrzeugdeck. Das ist heikel. Das Deck ist während der Fahrt in der Regel gesperrt, du kommst nicht heran, und es kann dort sehr heiß und stickig werden. Auf kurzen Überfahrten von 30 bis 60 Minuten ist das oft die einzige Option, aber stell das Fahrzeug schattig, sorge für Belüftung und frag das Bordpersonal, ob ein begleiteter Zugang während der Fahrt möglich ist.
Buchung und Kosten
Plane die Hundemitnahme von Anfang an in die Buchung ein. Auf vielen Fähren ist die Zahl der erlaubten Tiere pro Überfahrt begrenzt, gerade Pet-Kabinen sind in der Hochsaison früh weg. Buch deshalb so früh wie möglich, am besten gleich mit dem Ticket.
Die Kosten unterscheiden sich stark:
- Kurze Adria-Überfahrten: Häufig eine kleine Tiergebühr von rund 5 bis 15 Euro, auf manchen Inselrouten reist der Hund im Auto sogar kostenfrei mit.
- Griechische Inseln: Je nach Reederei und Strecke etwa 10 bis 40 Euro pro Hund und Strecke.
- Lange Nachtüberfahrten Italien nach Griechenland: Hier kommt der Aufpreis für die Pet-Kabine dazu, oft 30 bis 90 Euro zusätzlich zum normalen Kabinenpreis.
Halte beim Buchen die Daten aus dem EU-Heimtierausweis bereit, manche Reedereien verlangen die Chipnummer schon bei der Reservierung. Wie die Anreise mit Auto, Bahn oder Flug bis zum Fährhafen am besten klappt, liest du in unserem Ratgeber Mit Hund reisen: Transport.
Vorbereitung auf die Überfahrt
Eine ruhige Überfahrt beginnt vor dem Einchecken. Mit ein paar einfachen Vorbereitungen ersparst du deinem Hund viel Anspannung.
Wenn dein Hund generell empfindlich auf Reisen reagiert, hilft dir unser Ratgeber Reisestress bei Hund und Katze mit konkreten Tipps zur Entspannung.

Einreise-Papiere kurz erklärt
Ob Kroatien, Griechenland oder Italien: Alle drei gehören zur EU, deshalb gelten die EU-Regeln für die Mitnahme von Heimtieren. Dein Hund braucht einen gültigen EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung. Die Erstimpfung muss mindestens 21 Tage vor der Einreise erfolgt sein.
Tipps gegen Stress an Bord
Eine Fähre ist eine fremde Umgebung voller neuer Gerüche, Vibrationen und Geräusche. Mit der richtigen Vorbereitung bleibt dein Hund trotzdem ruhig.
- Vertrautes mitnehmen: Eine Decke oder ein Körbchen, das nach Zuhause riecht, gibt deinem Hund Sicherheit. Leg sie an den Platz, an dem er die Überfahrt verbringt.
- Ruhigen Platz suchen: Wähle, wenn möglich, einen geschützten Bereich abseits von Treppen und Lautsprechern. In Pet-Kabinen ist es am ruhigsten.
- Bezugsperson bleibt dabei: Lass deinen Hund auf längeren Fahrten nicht allein. Deine Nähe wirkt beruhigender als jedes Hilfsmittel.
- Beschäftigung mitnehmen: Ein Kauknochen oder ein gefülltes Spielzeug lenkt ab und baut Anspannung ab.
- Ruhe ausstrahlen: Hunde spüren deine Anspannung. Bleib selbst gelassen, sprich ruhig und vermeide hektische Bewegungen.
Wenn dein Hund das Reisen noch nicht gewohnt ist, gewöhne ihn schrittweise an Auto, Box und neue Umgebungen, bevor die erste große Überfahrt ansteht. Das macht nicht nur die Fähre, sondern jede Etappe der Reise entspannter.
Häufige Fragen zur Fähre mit Hund
Quellen
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