Reisekrankheiten beim Hund: Vorsorge vor dem Urlaub
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Ein Urlaub mit Hund klingt nach Strand, langen Wanderungen und entspannten Abenden auf der Terrasse. Was viele unterschätzen: Im Ausland lauern Krankheiten und Risiken, die es bei uns in Österreich kaum oder gar nicht gibt. Reisekrankheiten beim Hund reichen von harmlosem Durchfall durch fremdes Wasser bis zu Infektionen, die erst Wochen nach der Rückkehr ausbrechen.
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung senkst du das Risiko deutlich. In diesem Ratgeber erfährst du, welche Gefahren je nach Reiseziel drohen, wie du deinen Hund vor der Abreise schützt und worauf du nach dem Urlaub achten solltest.
Reisekrankheiten beim Hund: Welche Risiken wo lauern
Welche Krankheiten für deinen Hund relevant werden, hängt stark vom Reiseziel ab. Je weiter du nach Süden oder Osten fährst, desto mehr Erreger kommen ins Spiel, die in Mitteleuropa selten sind. Eine kurze Orientierung nach Region:
- Mittelmeerraum (Italien, Kroatien, Spanien, Griechenland, Portugal): Hier sind die sogenannten Mittelmeerkrankheiten verbreitet, übertragen durch Sandmücken, Zecken und Stechmücken. Dazu zählen Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose und die Herzwurmerkrankung.
- Osteuropa (Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Balkan): Erhöhtes Tollwut-Restrisiko in manchen Gebieten, dazu Zeckenkrankheiten wie Babesiose und ein höherer Streuner-Anteil mit entsprechendem Kontaktrisiko.
- Alpenregion und Nordeuropa: Insgesamt risikoärmer, aber Zecken (FSME, Borreliose) und Hitzeprobleme an Seen und auf langen Touren bleiben Thema, gerade ab Österreich Richtung Süden.
Bevor du buchst, lohnt ein Blick auf die typischen Erreger deines Ziellandes. Wer von Wien aus mit dem Auto oder der ÖBB nach Kroatien oder Italien fährt, sollte sich anders vorbereiten als bei einem Kurztrip an einen österreichischen Bergsee.

Mittelmeerkrankheiten gezielt abgrenzen
Die Mittelmeerkrankheiten sind die bekanntesten und gefürchtetsten Reisekrankheiten. Sie verdienen einen eigenen Blick, weil sie sich von anderen Reiserisiken deutlich unterscheiden: Sie werden durch Parasiten und blutsaugende Insekten übertragen, können lange unbemerkt bleiben und brechen teils erst Monate später aus.
Weil das Thema komplex ist, haben wir es in einem eigenen, ausführlichen Beitrag aufbereitet. Dort findest du Details zu Leishmaniose, Babesiose und Co., zu Symptomen und zum gezielten Schutz vor Sandmücken. Lies dazu unbedingt unseren Artikel zu den Mittelmeerkrankheiten beim Hund sowie speziell zur Leishmaniose im Italien-Urlaub.
Gut zu wissen
Mittelmeerkrankheiten sind kein Grund, auf den Süden zu verzichten. Mit konsequentem Sandmücken- und Zeckenschutz plus einem Test nach der Rückkehr lässt sich das Risiko stark reduzieren. Entscheidend ist, dass du den Schutz von Tag eins an mitdenkst.
Andere Reiserisiken: nicht nur Insekten sind gefährlich
Neben den Mittelmeerkrankheiten gibt es eine Reihe von Risiken, die mit Parasiten gar nichts zu tun haben, aber im Urlaub genauso schnell den Tag verderben. Diese werden oft übersehen:
Magen-Darm-Probleme durch fremdes Wasser und Futter
Anderes Leitungswasser, ungewohntes Futter oder Essensreste vom Strand: Der Hundemagen reagiert sensibel auf Veränderungen. Durchfall und Erbrechen gehören zu den häufigsten Urlaubsbeschwerden. Nimm das gewohnte Futter in ausreichender Menge mit und biete möglichst Wasser in Flaschenqualität an, vor allem in den ersten Tagen.
Hitzschlag
Im Süden klettern die Temperaturen schnell über 30 Grad. Hunde regulieren Hitze fast nur über das Hecheln und überhitzen rasch, besonders im geparkten Auto oder bei Mittagsspaziergängen. Ein Hitzschlag ist ein Notfall. Plane Spaziergänge in die kühlen Morgen- und Abendstunden, sorge für Schatten und Wasser und lass deinen Hund niemals im Auto zurück.
Verletzungen, Giftköder und Stachel
Scharfkantige Felsen, heisser Asphalt, Dornen und Glasscherben am Strand führen zu Pfotenverletzungen. In manchen Regionen sind ausgelegte Giftköder ein reales Problem. Achte auf das, was dein Hund am Boden aufnimmt, und übe vorab das Abbruchsignal.
Schlangen, Quallen und Krötengift
Im Mittelmeerraum kommen giftige Schlangen wie die Vipera-Arten vor. Auch der Kontakt mit Quallen im Meer oder mit giftigen Kröten kann gefährlich werden. Halte deinen Hund in unbekanntem Gelände an der Leine und meide hohes, undurchsichtiges Gras in der warmen Jahreszeit.
Vorsorge vor der Reise: der wichtigste Schritt
Die meisten Reisekrankheiten lassen sich nicht heilen, aber gut verhindern. Die Vorsorge beginnt am besten einige Wochen vor der Abreise, denn manche Impfungen brauchen Vorlauf.
- Gesundheitscheck: Lass deinen Hund vor längeren Reisen durchchecken. Ist er fit genug für Hitze und lange Wege? Bestehende Erkrankungen besprichst du am besten vorab. Mehr dazu in unserer Reisevorbereitung für den Hund.
- Impfungen und EU-Heimtierausweis: Eine gültige Tollwutimpfung ist für die meisten EU-Reisen Pflicht und muss rechtzeitig erfolgen. Den Nachweis führst du im EU-Heimtierausweis mit, der zusammen mit dem Mikrochip ohnehin Voraussetzung für die Einreise ist.
- Parasitenschutz: Das A und O gegen Mittelmeerkrankheiten. Du brauchst einen Schutz, der nicht nur Zecken, sondern auch Sandmücken abwehrt. Welche Präparate sich eignen und worauf es beim Timing ankommt, liest du im Detail in unserem Beitrag zum Zeckenschutz auf Reisen.
Du bist unsicher, ob dein Hund den Strapazen gewachsen ist? Mach den kostenlosen Reisetauglichkeit-Check und finde in zwei Minuten heraus, worauf du achten musst.
Ist dein Hund reisetauglich?
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Das gehört in die Reiseapotheke
Eine gute Reiseapotheke überbrückt die Zeit bis zur nächsten Tierarztpraxis und versorgt kleine Wehwehchen direkt vor Ort. Diese Basics sollten dabei sein:
- Verbandsmaterial, Mullbinden, selbsthaftende Bandage und eine Pinzette für Splitter oder Stachel
- Wunddesinfektion und eine Zeckenzange
- Elektrolytpulver für den Flüssigkeitsausgleich bei Durchfall
- Eventuell vorab besprochene Medikamente gegen Reiseübelkeit
- Kopie des EU-Heimtierausweises und Kontaktdaten der nächsten Tierklinik am Urlaubsort
- Zeckenschutzmittel und Wasser zum Pfoten-Kühlen bei Hitze
Eine vollständige Packliste mit allen Details und Mengenangaben findest du in unserem Ratgeber zur Reiseapotheke für den Hund. Welche Medikamente für deinen Hund sinnvoll sind, besprichst du am besten vorab mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt.
Im Ausland gut abgesichert
Eine Behandlung im Urlaub kann teuer werden. Eine Hundekrankenversicherung übernimmt Kosten auch im Ausland.
Nach der Reise: aufmerksam bleiben
Der Urlaub ist vorbei, dein Hund ist gesund zurück? Bleib trotzdem wachsam. Gerade Mittelmeerkrankheiten haben lange Inkubationszeiten und zeigen sich teils erst Wochen oder Monate später. Beobachte deinen Hund in den folgenden Monaten genau und achte auf Warnzeichen wie:
- Anhaltende Mattigkeit, Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust
- Hautveränderungen, Haarausfall rund um die Augen oder schlecht heilende Wunden
- Fieber, Lahmheit oder geschwollene Lymphknoten
- Blasse Schleimhäute oder dunkler Urin
Wenn du nach einer Südreise solche Anzeichen bemerkst, sprich mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt und erwähne den Reiseort. Viele Fachleute empfehlen nach Reisen in den Mittelmeerraum einen Bluttest (oft als Mittelmeer-Check bezeichnet), etwa sechs bis zwölf Wochen nach der Rückkehr. So lassen sich Infektionen früh erkennen, auch wenn der Hund noch keine Symptome zeigt.
Hygiene unterwegs: kleine Gewohnheiten, grosse Wirkung
Viele Probleme lassen sich mit einfachen Routinen vermeiden. Diese Gewohnheiten kosten kaum Aufwand und schützen wirksam:
- Eigenes Wasser: Biete möglichst sauberes Wasser an und lass deinen Hund nicht aus Pfützen oder stehenden Gewässern trinken.
- Futter im Griff: Bleib beim gewohnten Futter und lass keine Essensreste am Boden liegen, die andere Tiere anlocken.
- Pfoten und Fell kontrollieren: Such deinen Hund nach jedem Spaziergang nach Zecken ab, vor allem an Ohren, Achseln und zwischen den Zehen.
- Kontakt zu Streunern meiden: Halte Abstand zu fremden, freilaufenden Tieren, gerade in Osteuropa und im Mittelmeerraum.
- Schatten und Pausen: Plane Ruhephasen in der Mittagshitze und meide heissen Asphalt, der die Pfoten verbrennt.
Wer Reisen mit Hund grundsätzlich plant, findet in unserem grossen Ratgeber zum Reisen mit Hund alle Themen von Transport über Unterkunft bis zur Einreise gebündelt. So startest du gut vorbereitet in den nächsten Urlaub.
Häufige Fragen zu Reisekrankheiten beim Hund
Quellen
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