Katzengras: Alle Informationen – Risiken & Wirkung

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Dr. Volker Moser
Dr. Volker Moser
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Nadja Sukalia
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Katzengras bietet zahlreiche Vorteile für die Gesundheit unserer felligen Freunde. Von der Unterstützung der Verdauung bis hin zur Vorbeugung von Haarballenbildung kann Katzengras ein wesentlicher Bestandteil der Katzengesundheit sein.

Was ist Katzengras genau?

Katzengras ist ein Sammelbegriff für verschiedene Grasarten, die speziell für den Verzehr durch Hauskatzen angebaut werden. Es dient als Nahrungsergänzung und bietet den Katzen eine natürliche Möglichkeit, Ballaststoffe aufzunehmen und ihre Verdauung zu unterstützen.

Die meisten Hauskatzen zeigen ein natürliches Interesse an Gras und anderen Pflanzen, da diese in der freien Natur einen wichtigen Teil ihrer Ernährung darstellen würden. Gras enthält Folsäure, ein essentielles Vitamin, das in der Leber der Katze eine Rolle spielt, und kann dazu beitragen, Haarballen zu verhindern und den Magen zu reinigen.

Warum wird Katzen Katzengras angeboten?

Katzengras wird Katzen als natürliche und gesunde Ernährungsergänzung angeboten. Freigänger-Katzen fressen instinktiv Gras, um Verdauungsprozesse zu unterstützen und eventuelle Haarballen loszuwerden. Wohnungskatzen haben oft nicht die Möglichkeit, frisches Gras zu fressen, daher ist Katzengras eine wertvolle Alternative.

Es unterstützt die Katze nicht nur bei der Verdauung, sondern auch bei der Zahnreinigung. Zudem kann es Katzen dazu animieren, mehr zu trinken, was die Nierenfunktion positiv beeinflussen kann.

Welche Sorten an Katzengras gibt es?

Es gibt verschiedene Sorten von Katzengras, die sich in ihrer Beschaffenheit, ihrem Nährstoffgehalt und ihrer Wirkung auf die Katze unterscheiden können. Zu den bekanntesten Sorten gehören die Grünlilie, das Zyperngras, Keimgräser wie Weizen-, Roggen- und Gerstenkeimgras sowie Wiesengras.

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Sorten?

Jede Sorte Katzengras hat ihre spezifischen Eigenschaften, die im Folgenden genauer betrachtet werden:

Grünlilie

Die Grünlilie ist eigentlich keine Grasart, sondern eine Zimmerpflanze, die sich jedoch durch ihre langen, schmalen Blätter und ihre Unbedenklichkeit bei der Einnahme durch Katzen als Katzengras etabliert hat. Sie ist pflegeleicht und benötigt wenig Licht, was sie zu einer idealen Pflanze für den Innenbereich macht.

(Zwerg-) Zyperngras

Das Zyperngras, insbesondere das Zwerg-Zyperngras, ist bei Katzen sehr beliebt. Es hat einen höheren Faseranteil als andere Gräser, was es besonders gut für die Verdauung macht. Zyperngras benötigt viel Wasser und einen hellen Standort.

Weizen-, Roggen- und Gerstenkeimgras

Keimgräser wie Weizen-, Roggen- und Gerstenkeimgras sind besonders nährstoffreich und enthalten eine Vielzahl von Vitaminen und Mineralstoffen. Sie sind einfach zu Hause anzuziehen und stellen eine gesunde Ergänzung zur Ernährung der Katze dar.

Wiesengras

Wiesengras ist ein Überbegriff für verschiedene Gräser, die auf Wiesen wachsen. Es ist eine natürliche und unverarbeitete Grasquelle und kann direkt von einer Wiese geerntet werden, sofern diese nicht mit Pestiziden oder anderen Chemikalien behandelt wurde.

Welche Wirkung hat Katzengras auf Katzen?

Katzengras hat mehrere positive Wirkungen auf Katzen. Es bietet eine natürliche Quelle von Faserstoffen, die die Verdauung fördern, und kann dabei helfen, Haarballen zu verhindern und zu entfernen. Weiterhin regt es den Appetit an und kann beruhigend auf den Magen wirken.

Wie unterstützt Katzengras die Gesundheit der Katze?

Katzengras ist reich an Folsäure, einem Vitamin, das für die Sauerstoffversorgung des Blutes essentiell ist und bei der Produktion von Hämoglobin, einem Protein in den roten Blutkörperchen, eine wichtige Rolle spielt. Folsäure ist besonders wichtig für Katzen, die an Blutarmut leiden. Darüber hinaus enthält Katzengras verschiedene Nährstoffe, Mineralien und Antioxidantien, die das Immunsystem stärken und zur allgemeinen Gesundheit der Katze beitragen können.

Warum ist Katzengras gut für die Magenreinigung bei Katzen?

Das Kauen von Katzengras regt den Speichelfluss an, was dabei hilft, die in der Magenschleimhaut angesammelten Haare zu binden und durch den Verdauungstrakt zu transportieren. Das Gras fördert auch die Peristaltik, die wellenartige Bewegung der Muskulatur im Verdauungstrakt, und hilft somit, verschluckte Haare und andere unverdauliche Partikel auszuscheiden, anstatt sie im Magen zu sammeln, wo sie Haarballen bilden können.

Wie beugt Katzengras der Haarballenbildung vor?

Durch die Anregung der Verdauung und der Peristaltik hilft Katzengras, die Bildung von Haarballen zu verhindern. Wenn Katzen sich putzen, verschlucken sie ihre Haare. Sie können dann im Magen zu Ballen verklumpen, wenn sie nicht durch den Verdauungstrakt transportiert werden. Katzengras ermöglicht es den verschluckten Haaren, leichter durch den Verdauungstrakt zu gleiten und auf natürlichem Wege ausgeschieden zu werden.

Wieso sollte man Katzen Katzengras anbieten?

Es gibt viele Gründe, warum man Katzen Katzengras anbieten sollte. Wie bereits erwähnt, hat Katzengras zahlreiche gesundheitliche Vorteile, darunter die Unterstützung der Verdauung und die Vorbeugung von Haarballen. Katzen haben den natürlichen Instinkt, Gras zu fressen. Es hilft ihnen, ihre Nahrung zu ergänzen und unverdauliche Substanzen aus ihrem Körper zu entfernen. Zusätzlich kann Katzengras auch eine Form von Enrichment für Wohnungskatzen sein, da es ihnen erlaubt, ihrem natürlichen Verhalten nachzugehen und ihre Umgebung zu erkunden.

Ist Katzengras gefährlich für Katzen?

Im Allgemeinen ist Katzengras eine sichere und gesunde Ergänzung für die Ernährung von Katzen. Allerdings kann zu viel Gras dazu führen, dass eine Katze erbricht, insbesondere wenn sie zu schnell oder zu viel davon frisst. Es ist wichtig, Katzengras in Maßen anzubieten und die Reaktion der Katze darauf zu beobachten, um eventuelle Unverträglichkeiten festzustellen.

Einige Katzen sind möglicherweise allergisch gegen bestimmte Grasarten, und es ist entscheidend, sicherzustellen, dass das Katzengras frei von Pestiziden, Herbiziden und anderen Chemikalien ist, die für Katzen schädlich sein können.

Was passiert, wenn man den Katzen kein Katzengras gibt?

Wenn Katzen kein Katzengras haben, suchen sie möglicherweise nach anderen Pflanzen in der Umgebung, um ihren Instinkt zu befriedigen. Dies kann problematisch sein, da viele Zimmerpflanzen für Katzen giftig sind. Eine Katze, die keinen Zugang zu Katzengras oder einer sicheren Alternative hat, könnte also unbeabsichtigt giftige Pflanzen fressen.

Ohne Katzengras haben Katzen möglicherweise auch Schwierigkeiten, verschluckte Haare loszuwerden, was zu einer erhöhten Bildung von Haarballen und damit verbundenen gesundheitlichen Problemen führen kann, wie Verstopfung und Magen-Darm-Beschwerden.

Warum gibt es Bedenken gegen Katzengras?

Die Bedenken gegen Katzengras sind meistens auf die potenziellen Risiken zurückzuführen, die oben genannt wurden. Einige Katzenbesitzer machen sich Sorgen, dass ihre Katzen zu viel Gras fressen und dadurch erbrechen könnten. Andere sind besorgt über die Möglichkeit von Allergien oder dem Konsum von kontaminiertem Gras.

Jedoch können die meisten dieser Bedenken durch sorgfältige Überwachung und die Auswahl von hochwertigem, nicht kontaminiertem Katzengras adressiert werden. Der Nutzen von Katzengras überwiegt in der Regel die potenziellen Risiken, besonders wenn man die Bedürfnisse und Reaktionen der Katze berücksichtigt.

Wie zieht man Katzengras selbst an?

Das Anziehen von Katzengras ist ein recht einfacher Prozess und kann eine befriedigende Möglichkeit sein, Ihrer Katze eine gesunde und frische Nahrungsquelle zu bieten. Zunächst sollten Sie Katzengrassamen auswählen, die für Katzen sicher sind, wie Weizen, Roggen, Gerste oder Hafer. Besorgen Sie auch einen Topf oder eine Schale und füllen Sie diese mit Anzuchterde. Katzengras bevorzugt gut durchlässige Erde. Säen Sie die Samen gleichmäßig über die Erdoberfläche und bedecken Sie sie leicht mit Erde. Bewässern Sie die Erde gleichmäßig und stellen Sie den Behälter an einen warmen, hellen Ort, aber nicht in direktes Sonnenlicht. Sie sollten innerhalb einer Woche Keimlinge sehen.Wenn das Gras etwa 10-15 cm hoch ist, können Sie es Ihrer Katze anbieten.

Katzengras-Samen anpflanzen – wie macht man das richtig?

Der richtige Anbau von Katzengras-Samen folgt im Wesentlichen den oben aufgeführten Schritten. Es ist wichtig, den Boden ständig feucht zu halten und einen geeigneten Standort für die Keimung und das Wachstum der Pflanzen zu wählen. Einige Sorten von Katzengras, wie Weizen- oder Hafergras, können schneller wachsen als andere, also achten Sie auf die Anforderungen Ihrer gewählten Sorte.

Katzengras Pflege: Wie geht es richtig?

Um sicherzustellen, dass Ihr Katzengras gesund und kräftig wächst, sollten Sie folgende Pflegehinweise beachten:

  • Katzengras benötigt regelmäßige Bewässerung, aber Überwässerung sollte vermieden werden, damit sich kein Schimmel bildet.
  • Ein heller, aber nicht direkter Sonnenstandort ist ideal.
  • Ernten Sie das Gras, wenn es 10-15 cm hoch ist, und lassen Sie es nicht zu hoch wachsen, da es dann härter wird.
  • Katzengras erschöpft seine Nährstoffe schnell, also planen Sie, alle paar Wochen neues Gras anzupflanzen.

Kann man Katzengras auch fertig kaufen?

Fertiges Katzengras ist in vielen Tierhandlungen, Gartencentern und Online-Shops erhältlich. Es kann in Töpfen oder bereits ausgewachsen in Behältern gekauft werden. Beim Kauf von fertigem Katzengras ist es wichtig, dass es frisch und frei von Schädlingen und Krankheiten ist. Überprüfen Sie auch, ob keine schädlichen Düngemittel oder Pestizide verwendet wurden.

Wie oft darf die Katze Katzengras fressen?

Es gibt keine strenge Regel dafür, wie oft eine Katze Katzengras fressen darf. Im Allgemeinen ist es sicher, Katzengras regelmäßig als Teil der täglichen Ernährung Ihrer Katze anzubieten. Katzen sind von Natur aus kluge Fresser und tendieren dazu, nur so viel Katzengras zu fressen, wie sie benötigen. Daher können Sie einen Topf mit Katzengras in der Nähe Ihres Haustiers lassen, damit es bei Bedarf daran knabbern kann. Es ist jedoch wichtig, das Verhalten und die Reaktion Ihrer Katze auf das Gras zu beobachten und bei Anzeichen von Unverträglichkeit oder Überkonsumierung einen Tierarzt aufzusuchen.

Katzengras: Ab wann und wie oft geben?

Katzengras kann Katzen in jedem Alter angeboten werden. Auch junge Kätzchen können von den Vorteilen von Katzengras profitieren, solange sie bereits feste Nahrung zu sich nehmen können. Einige Experten empfehlen, Katzengras ein- oder zweimal pro Woche anzubieten, um eine Überkonsumierung zu vermeiden, aber wie erwähnt, können Sie es auch täglich anbieten, solange Ihre Katze es gut verträgt.

Es ist zudem ratsam, das Katzengras an einem festen Platz zu positionieren, wo die Katze freien Zugang dazu hat und die Frische des Grases regelmäßig zu überprüfen. Verwelktes oder schimmliges Gras sollte umgehend entfernt werden.

Gibt es geeignete Alternativen zu Katzengras?

Ja, es gibt verschiedene Alternativen zu Katzengras, die sich ebenfalls positiv auf die Gesundheit von Katzen auswirken können. Wenn Sie feststellen, dass Ihre Katze kein Katzengras mag oder es nicht verträgt, können Sie folgende Alternativen in Betracht ziehen:

  • Malzpaste
  • Gras-Bits
  • Andere Katzengräser oder Pflanzen
  • Nahrungsergänzungen

Vor der Einführung einer neuen Nahrung oder Ergänzung sollten Sie jedoch auf Nummer sicher gehen, dass diese sicher für Ihre Katze ist.

Ist Malzpaste eine geeignete Alternative zu Katzengras?

Malzpaste kann eine geeignete Alternative zu Katzengras sein, vor allem wenn es um die Vermeidung von Haarballenbildung geht. Malzpaste kann dabei helfen, die im Magen-Darm-Trakt angesammelten Haare zu binden und durch den Verdauungstrakt zu transportieren, um auf natürliche Weise ausgeschieden zu werden. Viele Katzen mögen den Geschmack von Malzpaste, und sie kann als Leckerli oder Ergänzung zur normalen Nahrung gegeben werden.

Wie wirken Gras-Bits als Ersatz für Katzengras?

Gras-Bits sind kleine, mit Gras angereicherte Snacks, die als Ersatz für Katzengras dienen können. Sie können zur Unterstützung der Verdauung beitragen und helfen, Haarballen vorzubeugen, indem sie die Ausscheidung von verschluckten Haaren fördern. Gras-Bits sind oft in Tierhandlungen erhältlich und können eine praktische Alternative für Katzenbesitzer sein, die keine Möglichkeit haben, frisches Katzengras anzubauen.

Welche weiteren Nahrungsergänzungen sind für Katzen wichtig?

Neben Katzengras und dessen Alternativen gibt es andere Nahrungsergänzungen, die zur Gesundheit der Katze beitragen können, wie zum Beispiel:

  • Omega-3-Fettsäuren zur Unterstützung von Haut, Fell und Gelenken
  • Taurin, essentiell für Herz, Augen und Fortpflanzungssystem
  • Antioxidantien schützen vor Zellschäden
  • Vitamine und Mineralstoffe sind für eine ausgewogene Ernährung und verschiedene Körperfunktionen unerlässlich

Wie kann man durch Nahrungsergänzungen die Gesundheit der Katze unterstützen?

Nahrungsergänzungen können die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden Ihrer Katze unterstützen, indem sie Nährstofflücken füllen, die Ernährung ausgleichen und spezifische Gesundheitsprobleme adressieren. Sie können helfen:

  • Das Immunsystem zu stärken
  • Die Verdauung zu fördern
  • Die Haut- und Fellgesundheit zu unterstützen
  • Chronische Erkrankungen zu managen

Bevor Sie jedoch Nahrungsergänzungen einführen, sollten Sie mit Ihrem Tierarzt sprechen.

Fazit:

Katzengras kann ein wertvolles Ergänzungsfuttermittel für Katzen sein, das zahlreiche Gesundheitsvorteile bietet, von der Unterstützung der Verdauung bis zur Reduzierung der Haarballenbildung. Es gibt verschiedene Sorten von Katzengras, die sich in Wirkung und Pflege unterscheiden können, und es gibt auch Alternativen wie Malzpaste und Gras-Bits für diejenigen, deren Katzen kein Gras mögen. Bei der Einführung von Katzengras oder anderen Nahrungsergänzungen ist es essentiell, die Vorlieben und Bedürfnisse Ihrer Katze zu berücksichtigen und bei Bedenken Rücksprache mit dem Tierarzt zu halten. Dieser umfassende Ratgeber bietet eine Fülle von Informationen und praktischen Tipps rund um das Thema Katzengras, um Katzenbesitzern zu helfen, das Wohlbefinden ihrer Tiere zu fördern und ihre Gesundheit zu schützen.

Medizinische Qualitätsprüfung

Medizinischer Experte

Dr. med. vet. Volker Moser, studierte an der Veterinär-Universität Wien und schrieb seine Dissertation auf dem Gebiet Molekularmedizin (Tumorgenetik). Seit 1997 arbeitet Dr. Moser als selbstständiger Tierarzt im Bereich der Kleintiermedizin, Wiederkäuer- und Pferdemedizin. Zahlreiche Fort- und Zusatzausbildungen und seine ständige Mitarbeit in diversen Kleintierkliniken und -praxen runden seine jahrelange Berufspraxis ab. Dr. Moser engagiert sich seit 1998 in der ÖTK und VÖK und ist seit 2021 Generalsekretär bei UEVP (Union of European Veterinary Practitioners). Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher und klinischer Publikationen in Fachzeitschriften.
Zuletzt geändert: Januar 7, 2024

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