Epilepsie

Medizinische Prüfung / Online Redaktion

Dr. Volker Moser
Dr. Volker Moser
Medizinischer Experte
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Nadja Sukalia
Online Redaktion


Inhaltsverzeichnis

  1. Was versteht man unter Epilepsie bei Katzen?
  2. Wie kann man Epilepsie bei Katzen von anderen Krankheiten unterscheiden?
  3. Welche Faktoren können Epilepsie bei Katzen verursachen oder auslösen?
  4. Gibt es spezifische Umwelt- oder Gesundheitsbedingungen, die bei Katzen Epilepsie begünstigen?
  5. Welche Symptome sind typisch für Epilepsie bei Katzen?
  6. Wie kann man die Vorzeichen eines epileptischen Anfalls bei Katzen erkennen?
  7. Welche Unterschiede gibt es zwischen fokalen und generalisierten Anfällen bei Katzen?
  8. Wie wird Epilepsie bei Katzen diagnostiziert?
  9. Welche Rolle spielt die Elektroenzephalografie (EEG) in der Diagnostik?
  10. Wie unterscheidet man echte von unechter Epilepsie bei Katzen?
  11. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Epilepsie bei Katzen?
  12. Wie wirken Antiepileptika bei Katzen und welche Alternativen gibt es?
  13. Kann die Ernährung, insbesondere die Fütterung von MCT-Fetten, Epilepsie bei Katzen beeinflussen?
  14. Wie sollte man sich während und nach einem epileptischen Anfall verhalten?
  15. Welche Vorkehrungen sind nötig, um eine Katze mit Epilepsie sicher zu halten?
  16. Wie führt man ein Anfallstagebuch für eine Katze mit Epilepsie?
  17. Welchen Einfluss hat Epilepsie auf die Lebenserwartung und Lebensqualität einer Katze?
  18. Gibt es ein Risiko für SUDEP (Sudden Unexpected Death in Epilepsy) bei Katzen?
  19. Deckt eine Katzenkrankenversicherung die Behandlung von Epilepsie ab?
  20. Was ist ein Status epilepticus bei Katzen und wie geht man damit um?
  21. Können Freigängerkatzen mit Epilepsie sicher nach draußen gelassen werden?
  22. Welche abschließenden Ratschläge gibt es für Besitzer von Katzen mit Epilepsie?
  23. Warum ist der Besuch beim Tierarzt bei Verdacht auf Epilepsie unerlässlich?
  24. Fazit:

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen bei Katzen, die Besitzer und ihre Haustiere vor besondere Herausforderungen stellt. In diesem Artikel möchten wir Ihnen ein tieferes Verständnis der Epilepsie bei Katzen vermitteln und haben Ihnen praktische Ratschläge für die Pflege und das Management dieser Erkrankung bereitgestellt.

Was versteht man unter Epilepsie bei Katzen?

Epilepsie bei Katzen ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, unkontrollierte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen aufgrund von abnormen, synchronisierten elektrischen Entladungen im Gehirn. Epilepsie kann in jedem Alter auftreten, obwohl sie meistens bei jüngeren Katzen diagnostiziert wird.

Die Epilepsie bei Katzen unterteilt sich in zwei Hauptkategorien: idiopathische und symptomatische Epilepsie. Idiopathische Epilepsie, auch als primäre Epilepsie bekannt, bedeutet, dass keine erkennbare Ursache für die Anfälle gefunden wird. Es wird vermutet, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten. Symptomatische Epilepsie, auch sekundäre Epilepsie genannt, tritt als Folge einer zugrunde liegenden Bedingung wie Gehirntumoren, Infektionen oder Verletzungen auf.

Die Anfälle selbst variieren stark in Intensität und Dauer. Sie können von kurzen Zuckungen einzelner Körperteile bis hin zu schweren Anfällen reichen, bei denen die Katze das Bewusstsein verliert und heftige, unkontrollierte Muskelkontraktionen erfährt.

Wie kann man Epilepsie bei Katzen von anderen Krankheiten unterscheiden?

Um Epilepsie von anderen Erkrankungen bei Katzen unterscheiden zu können, müssen die Anfälle  detailliert beobachtet und die Katze sorgfältig tierärztlich untersucht werden. Andere Bedingungen, die ähnliche Symptome wie Epilepsie hervorrufen können, sind beispielsweise Herzkrankheiten, die zu Ohnmacht führen, sowie metabolische Störungen wie Hypoglykämie (niedriger Blutzucker) oder Nierenprobleme.

Wesentliche Merkmale, die auf Epilepsie hinweisen, sind die wiederholte Natur der Anfälle und das typische Muster, das sie annehmen. Ein epileptischer Anfall folgt oft einem erkennbaren Schema, das in drei Phasen unterteilt werden kann: die Aura (Vorboten), der ictale Zustand (der Anfall selbst) und die postictale Phase (die Zeit nach dem Anfall).

Während der Aura zeigen Katzen oft ungewöhnliches Verhalten wie Unruhe oder Angst. Sie können aber auch plötzlich Zuneigung zeigen. Der ictale Zustand kann von wenigen Sekunden bis zu mehreren Minuten dauern und umfasst typischerweise Verhaltensweisen wie Zucken, Bewusstseinsverlust und Krämpfe. In der postictalen Phase können Desorientierung, temporäre Blindheit und andere neurologische Auswirkungen auftreten.

Zur genauen Diagnose werden in der Regel Bluttests, bildgebende Verfahren wie MRI oder CT-Scans und manchmal eine Elektroenzephalografie (EEG) eingesetzt. Diese Tests helfen, andere Ursachen auszuschließen und den Fokus auf das Nervensystem zu legen, um die Diagnose von Epilepsie zu unterstützen.

Insgesamt ist es wichtig, dass Besitzer von Katzen mit Verdacht auf Epilepsie ihren Tierarzt aufsuchen, um eine genaue Diagnose und entsprechende Behandlung zu erhalten. Ein Verständnis für die Natur der Erkrankung und ihrer Symptome ist der erste Schritt, um Katzen mit Epilepsie effektiv zu unterstützen und ihr Wohlbefinden zu fördern.

Welche Faktoren können Epilepsie bei Katzen verursachen oder auslösen?

Wie bereits erwähnt, kann bei idiopathischer Epilepsie keine spezifische Ursache identifiziert werden, während symptomatische Epilepsie auf eine zugrunde liegende Erkrankung zurückzuführen ist. Bei einigen Katzenrassen wird darüber hinaus vermutet, dass eine genetische Prädisposition für Epilepsie besteht. Aber auch Traumata oder Verletzungen am Kopf können zu strukturellen Veränderungen im Gehirn führen, die epileptische Anfälle auslösen. Erkrankungen wie Gehirntumoren, Entzündungen oder Infektionen des Gehirns können auch zu epileptischen Anfällen führen.. Ungleichgewichte in Elektrolyten, niedriger Blutzucker oder Nieren- und Lebererkrankungen können Anfälle auslösen. Auch der Kontakt mit bestimmten Toxinen oder Medikamenten kann zu Anfällen führen.

Gibt es spezifische Umwelt- oder Gesundheitsbedingungen, die bei Katzen Epilepsie begünstigen?

Ja, bestimmte Umwelt- und Gesundheitsbedingungen können das Risiko von Epilepsie bei Katzen erhöhen oder bestehende epileptische Zustände verschlimmern. Stressvolle Situationen können bei einigen Katzen Anfälle auslösen. Dazu gehören Veränderungen in der Umgebung, wie ein Umzug oder das Hinzufügen eines neuen Haustiers in den Haushalt. Bestimmte Nahrungsmittel oder Diäten können ebenfalls bei anfälligen Katzen Anfälle auslösen. Eine unausgewogene Ernährung kann auch zu metabolischen Störungen führen, die Anfälle verursachen. Zudem können chronische Erkrankungen, insbesondere solche, die das zentrale Nervensystem oder den Stoffwechsel betreffen, das Risiko für Epilepsie erhöhen. Während Epilepsie in jedem Alter auftreten kann, gibt es bestimmte Entwicklungsphasen, in denen Katzen anfälliger für die Entwicklung von Epilepsie sind.

Welche Symptome sind typisch für Epilepsie bei Katzen?

Die Symptome von Epilepsie bei Katzen können vielfältig sein und hängen von der Art des Anfalls ab. Ein typisches Symptom sind Muskelzuckungen in bestimmten Körperregionen. Häufig kommt es auch zu Krampfanfällen, die sich durch generalisierte, heftige Muskelkontraktionen, oft begleitet von Bewusstseinsverlust, bemerkbar machen. Die betroffenen Katzen können Verhaltensänderungen wie Unruhe, Desorientierung oder Verhaltensweisen wie das Starren ins Leere zeigen. Weitere häufige Symptome sind der Verlust der Körperkontrolle, der sich durch Umfallen, unkontrolliertes Urinieren oder Kotabsatz während des Anfalls zeigt und ungewöhnliche Laute wie Miauen oder Keuchen während des Anfalls.

Wie kann man die Vorzeichen eines epileptischen Anfalls bei Katzen erkennen?

Die Vorzeichen eines epileptischen Anfalls bei Katzen können schwierig zu erkennen sein, da sie oft subtil und kurzlebig sind. Die Katze kann beispielsweise ungewöhnlich ängstlich, unruhig oder umgekehrt ungewöhnlich anhänglich sein. Auch Desorientierung kann ein Vorzeichen sein. Die Katze scheint verwirrt, orientierungslos oder reagiert nicht wie gewöhnlich. Beobachtbare Vorzeichen sind möglicherweise leichtes Zucken oder Tremor in bestimmten Körperteilen. Einige Katzen haben eine veränderte Sinneswahrnehmung und reagieren, als ob sie Dinge sehen oder hören, die nicht vorhanden sind.

Welche Unterschiede gibt es zwischen fokalen und generalisierten Anfällen bei Katzen?

Fokale und generalisierte Anfälle unterscheiden sich in ihrem Erscheinungsbild und Ausmaß der Beteiligung des Gehirns. Fokale Anfälle sind auf einen bestimmten Bereich des Gehirns beschränkt. Symptome können unkontrollierte Bewegungen eines Körperteils, Verhaltensänderungen oder sensorische Störungen sein. Fokale Anfälle können sich zu generalisierten Anfällen entwickeln. Generalisierte Anfälle betreffen das gesamte Gehirn. Diese Anfälle äußern sich oft in Form von Grand-Mal-Anfällen, bei denen die Katze das Bewusstsein verliert und intensive Muskelkontraktionen erlebt. Generalisierte Anfälle sind oft dramatischer und offensichtlicher als fokale Anfälle.

Wie wird Epilepsie bei Katzen diagnostiziert?

Der Tierarzt stellt zuerst detaillierte Fragen zum Verhalten der Katze, zur Häufigkeit, Dauer und Art der Anfälle. Hierbei sollten Sie auf eine genaue Beschreibung der Anfälle achten, um dem Tierarzt mit der Diagnose zu helfen. Anschließend erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung , um andere mögliche Ursachen für die Anfälle auszuschließen. Umfassende Bluttests helfen, systemische Ursachen wie Leber- oder Nierenerkrankungen, Elektrolytungleichgewichte oder Toxine auszuschließen. Bildgebende Verfahren wie MRT (Magnetresonanztomographie) oder CT (Computertomographie) Scans des Gehirns können strukturelle Anomalien aufdecken, die Anfälle verursachen könnten.

Welche Rolle spielt die Elektroenzephalografie (EEG) in der Diagnostik?

Die Elektroenzephalografie (EEG) ist ein weiteres wichtiges Diagnosewerkzeug. Sie misst die elektrische Aktivität im Gehirn und kann bei der Identifizierung von Anomalien helfen, die auf Epilepsie hinweisen. Obwohl das EEG bei Katzen nicht so häufig eingesetzt wird wie bei Menschen, kann es in bestimmten Fällen nützlich sein, insbesondere wenn die Ergebnisse anderer Tests nicht schlüssig sind. Ein EEG kann helfen zu bestimmen, ob die Anfälle von einer abnormen Gehirnaktivität herrühren und ob diese fokal oder generalisiert sind.

Wie unterscheidet man echte von unechter Epilepsie bei Katzen?

Die Unterscheidung zwischen echter (idiopathischer) und unechter (symptomatischer) Epilepsie bei Katzen basiert auf der Identifizierung der zugrunde liegenden Ursache der Anfälle. Bei echter Epilepsie kann keine spezifische Ursache gefunden werden, und es wird oft angenommen, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Bei unechter Epilepsie sind die Anfälle Symptome einer anderen, identifizierbaren Erkrankung, wie zum Beispiel eines Gehirntumors oder einer Infektion.

Die Unterscheidung ist wichtig, da sie die Behandlungsstrategie beeinflusst. Bei echter Epilepsie liegt der Fokus auf der Kontrolle der Anfälle durch Medikamente, während bei unechter Epilepsie die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache im Vordergrund steht.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Epilepsie bei Katzen?

Die Behandlung von Epilepsie bei Katzen zielt darauf ab, die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu reduzieren und die Lebensqualität der Katze zu verbessern. Antiepileptika sind die häufigste Behandlungsform. Sie sollen helfen, die elektrische Aktivität im Gehirn zu stabilisieren und Anfälle zu reduzieren. Regelmäßige Besuche beim Tierarzt sind wichtig, um die Wirksamkeit der Behandlung zu bewerten und Anpassungen vorzunehmen.

Wie wirken Antiepileptika bei Katzen und welche Alternativen gibt es?

Antiepileptika wirken, indem sie die neuronale Aktivität im Gehirn regulieren und so das Auftreten von Anfällen verringern. Die Wahl des Medikaments und die Dosierung hängen von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa der Art und Schwere der Anfälle, sowie der individuellen Verträglichkeit der Katze. Häufig verwendete Antiepileptika bei Katzen sind Phenobarbital und Levetiracetam.

Neben traditionellen Antiepileptika gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten, die je nach Einzelfall in Betracht gezogen werden können. Einige Besitzer bevorzugen natürliche oder homöopathische Mittel, obwohl deren Wirksamkeit wissenschaftlich weniger gut belegt ist. Zudem können Akupunktur und Physiotherapie bei einigen Katzen zur Stressreduktion und Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens beitragen.

Kann die Ernährung, insbesondere die Fütterung von MCT-Fetten, Epilepsie bei Katzen beeinflussen?

Die Ernährung kann eine wichtige Rolle in der Behandlung von Epilepsie spielen. Insbesondere die Fütterung von mittelkettigen Triglyceriden (MCT-Fetten) wird in jüngerer Zeit erforscht. MCT-Fette können potenziell die Häufigkeit von Anfällen reduzieren, indem sie alternative Energiequellen für das Gehirn bereitstellen und so dessen Stoffwechsel beeinflussen.

Jedoch sollte eine Ernährungsumstellung immer in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen, da nicht jede Diät für jede Katze geeignet ist.

Wie sollte man sich während und nach einem epileptischen Anfall verhalten?

Das Verhalten des Besitzers während und nach einem epileptischen Anfall ist entscheidend für die Sicherheit und das Wohlbefinden der Katze.

Während des Anfalls

Bleiben Sie ruhig, denn Panik kann sowohl die Katze als auch Sie selbst in Gefahr bringen. Sichern Sie anschließend die Umgebung und entfernen Sie harte oder scharfe Gegenstände, um Verletzungen zu vermeiden. Fassen Sie die Katze während des Anfalls nicht an. Versuchen Sie nicht, die Katze zu beruhigen oder zu bewegen, da das zu Verletzungen führen kann. Notieren Sie die Dauer des Anfalls und eventuelle Besonderheiten, die Sie dem Tierarzt mitteilen sollten.

Nach dem Anfall

Nach dem Anfall sollten Sie der Katze Raum geben. Sie könnte desorientiert und verwirrt sein. Sorgen Sie für Ruhe, denn ein ruhiges, dunkles Umfeld kann der Katze helfen, sich zu erholen. Stellen Sie frisches Wasser zur Verfügung, aber zwingen Sie die Katze nicht zu trinken. Achten Sie auf Anzeichen von Verletzungen oder anhaltender Desorientierung.

Welche Vorkehrungen sind nötig, um eine Katze mit Epilepsie sicher zu halten?

Um eine sichere Umgebung für eine Katze mit Epilepsie zu schaffen, sollten folgende Vorkehrungen getroffen werden:

  • Entfernen Sie potenzielle Gefahrenquellen wie scharfe Ecken oder Treppen.
  • Reduzieren Sie Umweltstressoren wie laute Geräusche oder hektische Aktivitäten.
  • Beschränken Sie den Zugang zu potenziell gefährlichen Bereichen, insbesondere wenn die Katze unbeaufsichtigt ist.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihre Katze immer ein Identifikationsmerkmal trägt, falls sie verloren geht.

Wie führt man ein Anfallstagebuch für eine Katze mit Epilepsie?

Ein Anfallstagebuch ist ein nützliches Werkzeug, um Muster in den Anfällen zu erkennen und die Behandlung anzupassen. Folgendes sollte aufgezeichnet werden:

  • Datum und Uhrzeit des Anfalls helfen dabei, Muster oder Trigger zu identifizieren.
  • Notieren Sie, wie lange der Anfall dauert.
  • Beschreibung des Anfalls, beispielsweise Details wie Art der Bewegungen, Verhalten vor und nach dem Anfall.
  • Notieren Sie alle Ereignisse oder Umweltveränderungen, die dem Anfall vorausgingen.
  • Aufzeichnungen über Reaktionen auf verabreichte Medikamente.

Das Führen eines Anfallstagebuchs kann dazu beitragen, die Behandlungsstrategie zu verfeinern und dem Tierarzt wertvolle Informationen für die optimale Versorgung Ihrer Katze bereitzustellen. Ein solches Tagebuch ist ein wichtiger Bestandteil eines umfassenden Behandlungsplans für Katzen mit Epilepsie.

Welchen Einfluss hat Epilepsie auf die Lebenserwartung und Lebensqualität einer Katze?

Epilepsie kann die Lebensqualität einer Katze beeinträchtigen, jedoch variiert der Einfluss stark je nach Schwere der Erkrankung und der Wirksamkeit der Behandlung. Viele Katzen mit gut kontrollierter Epilepsie führen ein relativ normales und erfülltes Leben. Die Lebenserwartung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der zugrunde liegenden Ursache der Epilepsie, der Häufigkeit und Schwere der Anfälle und der allgemeinen Gesundheit der Katze. Eine regelmäßige und effektive Behandlung kann dazu beitragen, die Auswirkungen der Krankheit zu minimieren und die Lebensqualität zu erhalten oder sogar zu verbessern.

Gibt es ein Risiko für SUDEP (Sudden Unexpected Death in Epilepsy) bei Katzen?

SUDEP, der plötzliche unerwartete Tod bei Epilepsie, ist ein Phänomen, das hauptsächlich bei Menschen dokumentiert wird. Es gibt wenig Forschung über SUDEP bei Katzen, aber es wird angenommen, dass es ein geringes Risiko gibt. Die Wahrscheinlichkeit von SUDEP bei Katzen scheint jedoch deutlich niedriger zu sein als beim Menschen. Trotzdem ist es wichtig, dass Besitzer von Katzen mit Epilepsie sich dieses Risikos bewusst sind und regelmäßige tierärztliche Kontrollen zur Überwachung des Zustands ihrer Katze durchführen.

Deckt eine Katzenkrankenversicherung die Behandlung von Epilepsie ab?

Ob eine Katzenkrankenversicherung die Behandlung von Epilepsie abdeckt, hängt vom jeweiligen Versicherungsvertrag und dem Anbieter ab. Viele Versicherungen übernehmen die Kosten für chronische Erkrankungen wie Epilepsie, jedoch können Einschränkungen gelten, insbesondere wenn die Epilepsie als vorbestehender Zustand gilt. Es ist ratsam, sich direkt bei der Versicherungsgesellschaft zu erkundigen und die Polizzen-Details sorgfältig zu prüfen.

Was ist ein Status epilepticus bei Katzen und wie geht man damit um?

Status epilepticus ist ein medizinischer Notfall, der auftritt, wenn ein epileptischer Anfall länger als fünf Minuten andauert oder wenn mehrere Anfälle ohne vollständige Wiederherstellung des Bewusstseins dazwischen auftreten. Dieser Zustand erfordert sofortige tierärztliche Betreuung, da er lebensbedrohlich sein kann. Die Behandlung zielt darauf ab, die Anfälle schnell zu stoppen und die zugrunde liegenden Ursachen zu behandeln.

Können Freigängerkatzen mit Epilepsie sicher nach draußen gelassen werden?

Die Entscheidung, ob eine Freigängerkatze mit Epilepsie sicher nach draußen gelassen werden kann, sollte individuell und in Absprache mit einem Tierarzt getroffen werden. Es hängt von der Häufigkeit und Schwere der Anfälle, der Reaktion auf die Behandlung und den spezifischen Umweltbedingungen ab. Im Allgemeinen ist es ratsam, den Zugang nach draußen zu beschränken oder zu überwachen, um das Risiko zu minimieren, dass die Katze während eines Anfalls verletzt wird oder verloren geht.

Welche abschließenden Ratschläge gibt es für Besitzer von Katzen mit Epilepsie?

Die Betreuung einer Katze mit Epilepsie erfordert Engagement und Geduld. Es kann Zeit brauchen, bis die richtige Behandlungsstrategie gefunden ist. Regelmäßige Besuche beim Tierarzt sind wichtig, um die Behandlung anzupassen und den Gesundheitszustand Ihrer Katze zu überwachen. Auch ein detailliertes Anfallstagebuch hilft, Muster in den Anfällen zu erkennen und ist ein wertvolles Werkzeug für den Tierarzt.

Passen Sie die Umgebung Ihrer Katze an, um Risiken während eines Anfalls zu minimieren. Versuchen Sie, Stressfaktoren für Ihre Katze zu reduzieren, da Stress Anfälle auslösen kann. Informieren Sie sich über Epilepsie bei Katzen und suchen Sie nach Unterstützung, sei es durch Tierärzte, Online-Foren oder lokale Gruppen. Seien Sie auf Notfälle vorbereitet und kennen Sie die nächstgelegene Tierklinik, falls ein Status epilepticus oder andere Komplikationen auftreten.

Schließlich benötigen Katzen mit Epilepsie viel Liebe und Unterstützung. Eine positive Einstellung und Fürsorge können einen großen Unterschied in ihrer Lebensqualität machen.

Warum ist der Besuch beim Tierarzt bei Verdacht auf Epilepsie unerlässlich?

Epilepsie kann Symptome aufweisen, die anderen Erkrankungen ähneln. Ein Tierarzt kann eine korrekte Diagnose stellen und andere mögliche Ursachen für die Symptome ausschließen. Zudem ist jede Katze einzigartig und die Behandlung muss individuell angepasst werden. Der Tierarzt kann einen geeigneten Behandlungsplan entwickeln und anpassen. Er kann auch die Wirkung der Medikamente überwachen und bei Bedarf Anpassungen vornehmen, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

Darüber hinaus können Tierärzte wertvolle Beratung und Unterstützung bieten, um den Besitzern zu helfen, das Leben ihrer Katze mit Epilepsie zu managen. Ein frühzeitiges Eingreifen kann helfen, die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu reduzieren und langfristige Gesundheitsprobleme zu vermeiden.

Fazit:

Epilepsie bei Katzen, obwohl herausfordernd, ist eine Erkrankung, die mit angemessener Pflege und Behandlung gut gemanagt werden kann. Durch regelmäßige tierärztliche Kontrollen, eine angepasste Medikation, eine sichere und stressfreie Umgebung sowie eine liebevolle und geduldige Betreuung können Katzen mit Epilepsie ein erfülltes und komfortables Leben führen. Wichtig ist, dass Besitzer sich informieren, aktiv an der Behandlung ihrer Katze teilnehmen und eine enge Beziehung zu ihrem Tierarzt pflegen. Die richtige Kombination aus medizinischer Betreuung, Umweltmanagement und emotionaler Unterstützung kann dazu beitragen, das Wohlergehen der Katze zu maximieren und die Bindung zwischen Besitzer und Haustier zu stärken. Epilepsie mag eine lebenslange Herausforderung sein, aber mit der richtigen Herangehensweise können Katzen mit dieser Erkrankung ein glückliches und gesundes Leben führen.

 

Medizinische Qualitätsprüfung

Medizinischer Experte

Dr. med. vet. Volker Moser, studierte an der Veterinär-Universität Wien und schrieb seine Dissertation auf dem Gebiet Molekularmedizin (Tumorgenetik). Seit 1997 arbeitet Dr. Moser als selbstständiger Tierarzt im Bereich der Kleintiermedizin, Wiederkäuer- und Pferdemedizin. Zahlreiche Fort- und Zusatzausbildungen und seine ständige Mitarbeit in diversen Kleintierkliniken und -praxen runden seine jahrelange Berufspraxis ab. Dr. Moser engagiert sich seit 1998 in der ÖTK und VÖK und ist seit 2021 Generalsekretär bei UEVP (Union of European Veterinary Practitioners). Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher und klinischer Publikationen in Fachzeitschriften.
Zuletzt geändert: Januar 30, 2024

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