LaPerm
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Die LaPerm ist eine seltene und außergewöhnliche Katzenrasse, die sich durch ihr gelocktes, an Schafwolle erinnerndes Fell sofort von anderen Katzen abhebt. Weiche Ringellocken, die besonders am Hals, am Bauch und an den Ohren auffallen, ein tousliges, luftiges Aussehen und oft sogar gekräuselte Schnurrhaare machen sie unverwechselbar. Ihren Namen, der so viel wie die Dauerwelle bedeutet, trägt sie deshalb völlig zu Recht. Anders als bei vielen Lockenkatzen entstand das Fell der LaPerm durch eine natürliche, spontane Genmutation auf einer amerikanischen Farm und nicht durch die gezielte Zucht auf ein extremes Merkmal. Das macht sie zu einer vergleichsweise gesunden und robusten Rasse. In diesem Porträt bekommst du den kompletten Überblick über Herkunft, Aussehen und Charakter der LaPerm. Ein eigener Abschnitt widmet sich der Abgrenzung zu den anderen Lockenkatzen, also zur Selkirk Rex, zur Devon Rex und zur Cornish Rex, die alle ein gekräuseltes Fell tragen, sich aber deutlich unterscheiden. Außerdem erfährst du, wie gesund die Rasse ist, worauf du bei Pflege und Ernährung achten solltest und mit welchen Kosten du in Österreich und Deutschland rechnen musst.
Katze mit Ringellocken
Das weiche, gewellte bis gelockte Fell mit Ringellocken an Hals und Bauch ist das Markenzeichen der LaPerm. Es entstand durch eine natürliche Mutation.
Anhänglich und verspielt
Die LaPerm ist sehr menschenbezogen, neugierig und verschmust. Sie sucht die Nähe ihrer Menschen und klettert gern auf Schultern.
Kurzhaar und Langhaar
Die LaPerm gibt es sowohl als Kurzhaar als auch als Langhaar und in allen Farben und Mustern. Das Fell haart nur wenig.
Robuste Naturrasse
Weil die LaPerm aus einer natürlichen Mutation entstand und eine breite genetische Basis hat, gilt sie als gesunde, robuste Rasse.
Steckbrief LaPerm
| Merkmal | LaPerm im Steckbrief |
|---|---|
| Herkunft | USA, Bundesstaat Oregon, erste Katze 1982 |
| Größe | mittelgroß, mittelschwer, harmonisch gebaut |
| Gewicht Kater | 3,5 bis 5 kg |
| Gewicht Katze | 3 bis 4 kg |
| Lebenserwartung | 13 bis 15 Jahre, oft älter |
| Felltyp und Farben | gelocktes Kurz- oder Langhaar, alle Farben und Muster |
| Charakter | anhänglich, verspielt, neugierig, menschenbezogen, ruhig |
| Aktivitätslevel | mittel bis hoch |
| Anfängereignung | gut |
| Preis | 700 bis 1.200 Euro beim seriösen Züchter |
Woher stammt die LaPerm?
Die Geschichte der LaPerm beginnt 1982 auf einer Farm im US-Bundesstaat Oregon. Dort kam in einem Wurf gewöhnlicher Hofkatzen ein Kätzchen zur Welt, das zunächst völlig kahl war und erst nach einigen Wochen ein weiches, gelocktes Fell entwickelte. Die Farmbesitzerin Linda Koehl nannte das Kätzchen Curly und beobachtete, dass sich die Locken über die nächsten Katzengenerationen weitervererbten. Aus diesen Nachkommen entwickelte sie gezielt eine Rasse, die wegen ihres dauergewellten Fells den Namen LaPerm erhielt. Die Rasse wurde später von internationalen Zuchtverbänden anerkannt, ist aber bis heute selten, besonders in Österreich und Deutschland.
Wichtig für das Verständnis der Rasse ist, dass ihre Locken auf einer natürlichen, spontanen Mutation beruhen und dass das verantwortliche Gen dominant vererbt wird. Weil in die Zucht von Anfang an ganz normale Hauskatzen eingeflossen sind, hat die LaPerm eine breite genetische Basis und gilt als robust und gesund. Sie ist damit ein gutes Beispiel dafür, dass ein besonderes Aussehen nicht zwangsläufig mit Gesundheitsproblemen einhergehen muss. Wenn dich weitere Kurzhaarrassen interessieren, findest du in unserer Übersicht der Kurzhaarkatzen viele Vergleichsmöglichkeiten.

Wie sieht eine LaPerm aus?
Die LaPerm ist eine mittelgroße, harmonisch gebaute Katze mit einem keilförmigen Kopf, mittelgroßen bis großen Ohren und ausdrucksvollen, mandelförmigen Augen. Ihr auffälligstes Merkmal ist natürlich das Fell. Es ist weich, luftig und in unterschiedlich starke Locken gelegt, von leichten Wellen bis zu deutlichen Ringellocken. Besonders ausgeprägt sind die Locken oft am Hals, wo sie eine Art Krause bilden, sowie am Bauch und an den Ohren. Auch die Schnurrhaare sind bei vielen Tieren gewellt oder gekräuselt. Anders als bei manchen anderen Lockenkatzen sind die Tasthaare bei der LaPerm aber vorhanden und funktionsfähig, sie sind lediglich lockig.
Die LaPerm gibt es in zwei Fellvarianten, als Kurzhaar und als Langhaar, sowie in nahezu allen Farben und Mustern. Eine Besonderheit ist, dass manche Kätzchen kahl oder mit glattem Fell geboren werden und ihre Locken erst im Lauf der Zeit entwickeln, während andere durch Phasen des Fellwechsels gehen, in denen sie zeitweise weniger Haare tragen. Am Ende trägt aber jede LaPerm ihr charakteristisches, gewelltes Fell. Weil dieses Fell nur wenig Unterwolle hat, haart die Rasse vergleichsweise wenig.
Was ist der Unterschied zwischen LaPerm, Selkirk Rex, Devon Rex und Cornish Rex?
Gleich vier Rassen tragen ein gelocktes oder gewelltes Fell und werden deshalb leicht verwechselt, obwohl sie sich in Genetik, Fell und Körperbau deutlich unterscheiden. Die LaPerm hat lockeres, gelocktes Fell mit Ringellocken, das auf einem dominanten Gen beruht, und einen mittelschweren, harmonischen Körper. Ihre Locken wirken tousliger und luftiger als bei den anderen Rassen. Die Selkirk Rex hat ebenfalls ein dominant vererbtes Lockenfell, wirkt aber deutlich plüschiger und dichter gelockt und hat einen kräftigen, rundlichen Körperbau, weshalb sie manchmal als Schaf im Katzenpelz beschrieben wird.
Ganz anders sind die beiden bekannteren Rex-Rassen. Die Devon Rex hat ein kurzes, welliges Fell, ein koboldhaftes Gesicht mit sehr großen Ohren und trägt ein rezessiv vererbtes Merkmal. Alles über sie liest du in unserem Porträt der Devon Rex. Die Cornish Rex hat ein besonders fein und gleichmäßig gewelltes Fell, das nur aus Unterwolle besteht, sowie eine schlanke, windhundartige Silhouette, und auch ihr Merkmal ist rezessiv. Ihr eigenes Porträt findest du unter Cornish Rex. Zur Merkregel: Dominante Lockengene tragen die LaPerm und die Selkirk Rex, rezessive die Devon und die Cornish Rex. Und während die LaPerm eher lockere Ringellocken zeigt, ist das Fell der Cornish Rex feiner gewellt und das der Selkirk Rex besonders plüschig.

Wie ist der Charakter der LaPerm?
Die LaPerm ist charakterlich eine ausgesprochen anhängliche und menschenbezogene Katze. Sie sucht aktiv die Nähe ihrer Menschen, folgt ihnen durch die Wohnung, klettert gern auf Schultern und Schoß und ist bei allem, was du tust, mit Neugier dabei. Trotz dieser Verschmustheit ist sie nicht aufdringlich, sondern gilt als ausgeglichen und sanft. Ihre Stimme ist eher leise, und viele Tiere schnurren ausgiebig, sobald sie sich wohlfühlen. Diese Mischung aus Zuneigung und ruhiger Gelassenheit macht sie zu einer angenehmen Hausgenossin.
Gleichzeitig ist die LaPerm verspielt, intelligent und aktiv geblieben, was sie ihrer Herkunft als tüchtige Farmkatze verdankt. Sie klettert und jagt gern, löst kleine Aufgaben und bleibt bis ins Alter verspielt. Damit sie ausgeglichen bleibt, braucht sie Beschäftigung, Kletter- und Spielmöglichkeiten und Zuwendung. Anregungen dafür bietet dir unser Ratgeber, wie du eine Wohnungskatze artgerecht beschäftigst. Weil sie so gesellig ist, fühlt sie sich in Gesellschaft eines Artgenossen besonders wohl, gerade wenn du tagsüber nicht durchgehend zu Hause bist.
Passt eine LaPerm zu dir?
Die LaPerm passt zu dir, wenn du eine anhängliche, verschmuste und zugleich verspielte Katze suchst, die deine Nähe schätzt und dich durch den Alltag begleitet. Sie eignet sich gut für Familien mit rücksichtsvollen Kindern, für Berufstätige mit etwas Zeit und für alle, die eine gesunde, unkomplizierte Rassekatze mit besonderem Aussehen möchten. Weil sie so gesellig ist, solltest du ihr genügend Zuwendung und am besten einen Artgenossen bieten. Weniger passt sie, wenn du eine sehr unabhängige Katze suchst oder viel und lange abwesend bist. Wer ihr Nähe und Beschäftigung gibt, bekommt eine treue und pflegeleichte Begleiterin.
Ist die LaPerm eine gute Familienkatze?
Ja, die LaPerm ist eine sehr gute Familienkatze. Ihr freundliches, anhängliches und geduldiges Wesen macht sie zu einer angenehmen Begleiterin, die gern am Familienleben teilnimmt. Mit Kindern, die gelernt haben, rücksichtsvoll mit einer Katze umzugehen, versteht sie sich in der Regel gut und spielt geduldig mit ihnen. Ihre ruhige, ausgeglichene Art sorgt dafür, dass sie sich auch in einem lebhaften Haushalt wohlfühlt, solange sie Rückzugsorte hat.
Mit anderen Katzen und mit katzenfreundlichen Hunden kommt die LaPerm meist gut zurecht, da sie sozial veranlagt und wenig dominant ist. Ein zweites, verträgliches Tier tut ihr gut, besonders wenn du berufstätig bist. Eine gute Sozialisierung von klein auf legt den Grundstein für ein harmonisches Miteinander, wie unser Ratgeber zum Sozialisieren von Kitten zeigt. Weil die LaPerm ihre Menschen so sehr mag, sollte sie nicht dauerhaft allein bleiben, sondern in einen Haushalt kommen, in dem sie Gesellschaft und Aufmerksamkeit bekommt.
Welche rassetypischen Krankheiten hat die LaPerm?
Die gute Nachricht zuerst: Die LaPerm gilt als eine der gesündesten Rassekatzen und hat keine bekannte, weit verbreitete rassetypische Erbkrankheit. Das liegt vor allem daran, dass ihr Lockenfell auf einer natürlichen Mutation beruht und dass von Anfang an gesunde Hauskatzen in die Zucht eingeflossen sind, was für eine breite genetische Vielfalt sorgt. Anders als bei vielen auf extreme Merkmale gezüchteten Rassen bringt das gelockte Fell der LaPerm auch keine gesundheitlichen Nachteile mit sich, denn die Tasthaare sind vorhanden und die Haut ist normal geschützt. Damit ist sie eine vergleichsweise unkomplizierte und langlebige Rasse.
Ganz ohne Vorsorge geht es aber auch bei der LaPerm nicht, denn wie jede Katze kann sie die allgemeinen Katzenkrankheiten entwickeln. Verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Zuchttiere daher vorsorglich auf die hypertrophe Kardiomyopathie, kurz HCM, untersuchen, die häufigste Herzerkrankung der Katze, bei der sich der Herzmuskel verdickt. Auch im Alter können Nierenerkrankungen, Zahnprobleme oder Übergewicht auftreten, weshalb regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig bleiben. Achte außerdem auf ein gesundes Gewicht, denn Übergewicht ist bei jeder Katze ein vermeidbarer Risikofaktor.
Weil Katzen Krankheit und Schmerzen instinktiv verbergen, erkennst du Probleme oft erst spät. Achte auf Warnzeichen wie Fressunlust, vermehrten Durst, Gewichtsveränderungen, Atemnot, Rückzug oder verändertes Verhalten. Eine erste Orientierung liefert dir der Symptom-Checker von go4vet, er ersetzt aber keine Untersuchung. Sobald dir etwas auffällt, solltest du eine Tierärztin oder einen Tierarzt in deiner Nähe finden und das Tier vorstellen, denn früh erkannt sind die meisten Erkrankungen gut behandelbar.

Wie pflege ich eine LaPerm?
Die Pflege der LaPerm ist erfreulich unkompliziert, unterscheidet sich aber von der glatthaariger Katzen. Das gelockte Fell darf nicht kräftig gebürstet werden, denn zu viel Bürsten glättet die Locken, macht das Fell kraus und kann es beschädigen. Es genügt, das Fell gelegentlich sanft mit den Fingern zu durchkämmen oder mit einem grobzinkigen Kamm behutsam zu pflegen, vor allem bei der Langhaarvariante, um Verfilzungen an Bauch und hinter den Ohren vorzubeugen. Weil das Fell wenig Unterwolle hat, haart die LaPerm ohnehin wenig. In den Phasen des Fellwechsels darfst du etwas mehr Aufmerksamkeit auf die Fellpflege legen.
Wie bei jeder Katze gehören regelmäßige Kontrollen von Augen, Ohren, Zähnen und Krallen dazu. Ansonsten ist die LaPerm eine pflegeleichte Rasse, die vor allem Zuwendung und Beschäftigung braucht. Sorge für Kletter-, Spiel- und Rückzugsmöglichkeiten, damit sie sich rundum wohlfühlt. Soll sie Zugang zu einem Balkon bekommen, sichere diesen unbedingt ab, wie unser Ratgeber zum katzensicheren Balkon zeigt.
Was frisst eine LaPerm?
Bei der Ernährung der LaPerm gelten dieselben Grundsätze wie bei anderen gesunden Rassekatzen. Als reiner Fleischfresser braucht sie ein hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil, wenig Getreide und ohne unnötigen Zucker, das sie mit tierischem Eiweiß und wichtigen Nährstoffen wie Taurin versorgt. Ob du Nass- oder Trockenfutter gibst, ist weniger entscheidend als die Qualität und die passende Menge, wobei Nassfutter durch seinen hohen Feuchtigkeitsgehalt die Nieren und die Harnwege unterstützt. Als aktive Rasse hat die LaPerm einen soliden Energiebedarf, den du über gutes Futter deckst.
Achte auf eine bedarfsgerechte Fütterung und passe die Menge an Gewicht und Aktivität an, denn auch die LaPerm kann bei Überfütterung zunehmen. Verzichte darauf, den Napf dauerhaft gefüllt stehen zu lassen, und rechne Leckerlis in die Tagesration ein. Frisches Wasser muss immer bereitstehen, ein Trinkbrunnen animiert viele Katzen zum Trinken. Sollte deine LaPerm doch einmal zu viel wiegen, hilft dir unser Ratgeber, wie eine übergewichtige Katze gesund abnimmt. Bei Fragen zur passenden Fütterung berät dich deine Tierärztin gern.
💰 Kosten: Was kostet eine LaPerm in Österreich und Deutschland?
Weil die LaPerm eine seltene Rasse ist, kann es etwas dauern, bis du einen seriösen Züchter in Österreich oder Deutschland findest. Ein Kätzchen kostet dort meist zwischen 700 und 1.200 Euro. In diesem Preis stecken die Gesundheitsvorsorge der Elterntiere, Impfungen, Chip, Entwurmung und eine gute Sozialisierung der Kitten. Von auffällig billigen Angeboten ohne Papiere und Gesundheitsnachweise solltest du die Finger lassen. Für die Erstausstattung mit Kratzbaum, Transportbox, Näpfen, Katzenklo und Spielzeug rechne mit rund 200 bis 400 Euro. Die laufenden Kosten für hochwertiges Futter und Streu liegen bei etwa 30 bis 55 Euro im Monat. Dazu kommt eine Rücklage für den Tierarzt: Eine jährliche Vorsorge mit Impfung kostet in Österreich meist 50 bis 90 Euro, in Deutschland 40 bis 80 Euro, dazu unvorhergesehene Behandlungen. Weil die LaPerm als robust gilt und alt werden kann, ist sie über die Jahre eine vergleichsweise pflegeleichte Rasse, dennoch kann eine Katzenkrankenversicherung teure Behandlungen im Alter abfedern.
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Häufige Fragen zur LaPerm
Quellen
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