Mit der Katze in Bahn und öffentlichen Verkehrsmitteln
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Anders als ein Hund läuft eine Katze nicht neben dir durch den Bahnhof. Sie reist in einer geschlossenen Transporttasche oder Box und erlebt die Fahrt aus dem sicheren Inneren. Für manche Katzen sind Bahn und öffentliche Verkehrsmittel sogar verträglicher als das Auto, weil die Fahrt oft gleichmäßiger verläuft. Ob eine Katze die Bahn tatsächlich besser verträgt, hängt jedoch vom Tier, der Strecke und der Auslastung des Verkehrsmittels ab. Damit die Fahrt mit der ÖBB, den Wiener Linien oder einem regionalen Bus entspannt bleibt, kommt es vor allem auf die richtige Tasche, eine gute Vorbereitung und die jeweiligen Beförderungsregeln an.
Welche Regeln gelten bei der ÖBB?
Die Österreichischen Bundesbahnen unterscheiden bei der Tierbeförderung nach der Art des Transports. Für Katzen ist das ein klarer Vorteil, denn kleine und ungefährliche Tiere dürfen in einem geeigneten Transportbehälter kostenlos mitgenommen werden. Für eine Katze in einer geschlossenen Box ist im Normalfall kein eigenes Ticket nötig. Ein Fahrschein sowie Leine und Maulkorb sind nur für Hunde vorgeschrieben, die nicht in einem Transportbehälter reisen.
Die Box muss sicher verschlossen sein und darf andere Fahrgäste nicht behindern. Ein allgemeines Höchstmaß von 60 mal 40 mal 30 Zentimetern nennt die ÖBB auf ihrer aktuellen Informationsseite nicht. Achte deshalb darauf, dass der Behälter als Handgepäck geeignet ist und sicher verstaut werden kann.
Die genauen Bedingungen können sich ändern. Prüfe sie deshalb vor der Reise auf der Website der ÖBB. Für Nachtzüge und Verbindungen ausländischer Bahnunternehmen können besondere Vorschriften gelten.

Welche Regeln gelten bei den Wiener Linien und regionalen Öffis?
In den öffentlichen Verkehrsmitteln der Wiener Linien gelten ähnlich katzenfreundliche Regeln. Kleine, ungefährliche Heimtiere dürfen kostenlos mitfahren, wenn sie in einem geeigneten, geschlossenen Behälter untergebracht sind. Deine Katze braucht in der Transportbox deshalb weder ein eigenes Ticket noch einen Maulkorb.
Auch in anderen österreichischen Städten werden kleine Tiere in geschlossenen Behältern häufig kostenlos befördert. Das gilt beispielsweise bei den Linz Linien und den Graz Linien. Trotzdem lohnt sich vor der Fahrt ein Blick in die Beförderungsbestimmungen des jeweiligen Verkehrsunternehmens, denn die Einzelheiten können regional abweichen.
Praktisch ist, dass du in der Stadt viele Tierarztfahrten mit den Öffis erledigen kannst. Gerade in Wien, wo Parkplätze knapp und Wege oft kurz sind, kann die Straßenbahn entspannter sein als die Suche nach einem Stellplatz vor der Praxis.
Welche Transporttasche ist geeignet?
Die Box ist das wichtigste Stück Ausrüstung, denn in ihr verbringt deine Katze die gesamte Fahrt. Eine gute Transporttasche gibt Sicherheit und kann den Stress spürbar reduzieren. Eine feste Hartschalenbox oder eine stabile Tasche mit ausreichend großen Lüftungsflächen schützt besser als ein instabiler Beutel. Die Verschlüsse müssen sicher sein und dürfen sich nicht durch Druck von innen öffnen.
Praktisch sind Boxen, die sich auch von oben öffnen lassen. Sie erleichtern das Hineinsetzen und sind beim Tierarzt ein großer Vorteil. Die Katze sollte in der Box stehen, sich drehen und bequem liegen können. Zu groß sollte sie aber ebenfalls nicht sein, damit die Katze bei Bewegungen nicht ständig hin und her rutscht.
Eine vertraute Decke oder ein Handtuch sorgt für einen rutschfesten Boden und kann durch den bekannten Geruch beruhigend wirken. Achte beim Kauf darauf, dass die Box für deine Katze geeignet ist und sich in den genutzten Verkehrsmitteln sicher unterbringen lässt. So kannst du dieselbe Tasche für den Tierarztbesuch um die Ecke und eine längere Bahnfahrt nutzen.
Wie gewöhne ich meine Katze an die Box?
Der häufigste Fehler ist, die Transportbox nur dann hervorzuholen, wenn es zum Tierarzt geht. Die Katze verknüpft die Box dann fest mit etwas Unangenehmem und wehrt sich schon bei ihrem Anblick. Besser ist es, die Box dauerhaft als normalen Teil der Wohnung stehen zu lassen.
Stelle die geöffnete Box mit einer kuscheligen Decke in einen ruhigen Raum und lege ab und zu ein Leckerli oder ein Spielzeug hinein. So wird sie zu einem vertrauten Rückzugsort statt zu einem Schreckgespenst. Dieser Prozess braucht Geduld, oft mehrere Wochen, lohnt sich aber bei jeder künftigen Fahrt. Wenn deine Katze freiwillig in die Box geht und dort entspannt liegt, hast du den schwierigsten Teil bereits geschafft.
Wie lässt sich der Stress während der Fahrt reduzieren?
Selbst eine gut vorbereitete Katze findet die ungewohnten Geräusche im Zug oder in der Straßenbahn zunächst aufregend. Decke die Box bei Bedarf teilweise mit einem leichten Tuch ab. Das schirmt optische Reize ab und kann beruhigend wirken. Achte aber darauf, dass weiterhin ausreichend Luft hineingelangt.
Halte die Box ruhig und waagerecht und stütze sie nach Möglichkeit von unten, statt sie nur am Griff zu tragen. Vermeide ruckartiges Anheben und Abstellen. Sprich leise mit deiner Katze, sofern sie auf deine Stimme beruhigt reagiert. Ein vertrautes Stück Stoff aus dem Katzenbett kann das Gefühl von Sicherheit verstärken. Plane Fahrten außerdem möglichst außerhalb der Stoßzeiten, denn ein weniger voller Wagen ist für die Katze und für dich angenehmer.
Füttere deine Katze nicht unmittelbar vor der Fahrt. Eine kleinere Mahlzeit einige Stunden vorher kann das Risiko von Übelkeit und Erbrechen verringern. Bei jungen, kranken oder regelmäßig auf Futter angewiesenen Katzen solltest du das Vorgehen vorher mit dem Tierarzt absprechen. Wasser sollte bei längeren Strecken verfügbar sein. Für kurze Fahrten in der Stadt reicht meist eine trockene und saugfähige Unterlage in der Box.

Was ist bei Tierarztfahrten und kurzen Strecken wichtig?
Die meisten Fahrten mit einer Katze sind kurze Wege, allen voran der Weg zum Tierarzt. Genau hier zahlt sich eine gute Vorbereitung doppelt aus, denn eine stark gestresste Katze lässt sich in der Praxis schwerer untersuchen.
Plane für den Hinweg etwas Puffer ein, damit du nicht hetzen musst. Stelle die Box im Wartezimmer nach Möglichkeit erhöht ab, etwa auf einen Stuhl statt auf den Boden. Dort fühlt sich die Katze häufig sicherer und ist weiter von Hunden entfernt.
Hechelt deine Katze auf dem Weg ungewöhnlich stark, hat sie sichtbare Atemnot, bricht sie zusammen oder wirkt sie apathisch, solltest du das sofort tierärztlich abklären lassen und nicht bis zum geplanten Termin warten. Für die laufende Betreuung und bei Fragen rund um die Reisetauglichkeit findest du über uns jederzeit einen Tierarzt in deiner Nähe.
Welche Vorteile kann die Bahn gegenüber dem Auto haben?
Manche Halter stellen fest, dass ihre Katze die Bahn ruhiger erträgt als das Auto. Eine Zugfahrt verläuft häufig gleichmäßiger als eine Fahrt im dichten Stadtverkehr, auch wenn es natürlich ebenfalls Bremsmanöver, Kurven, Geräusche und Erschütterungen gibt. Ob die Bahn angenehmer ist, hängt stark von der einzelnen Katze und davon ab, wie voll und laut der Zug ist.
Dazu kommt, dass du dich während der Fahrt nicht auf den Straßenverkehr konzentrieren musst. Du kannst in der Nähe der Box bleiben, ruhig mit deiner Katze sprechen und darauf achten, wie es ihr geht. Wer in Österreich ohnehin häufig mit den Öffis unterwegs ist, erspart sich außerdem die Parkplatzsuche vor der Tierarztpraxis, die gerade in Wien, Graz oder Salzburg nervenaufreibend sein kann.
Viele Züge sind klimatisiert. Trotzdem solltest du bei sommerlicher Hitze ausreichend Wasser einplanen und direkte Sonne vermeiden. Lass deine Katze niemals allein in einem abgestellten Auto zurück, denn der Innenraum kann sich innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich aufheizen.
Auch auf längeren Strecken kannst du die Box ruhig halten und deiner Katze bei Bedarf Wasser anbieten. Öffne die Transportbox jedoch weder im Zug noch auf dem Bahnsteig. Selbst eine sonst ruhige Katze kann sich erschrecken und entkommen. Für entspannte Tiere kann die Bahn deshalb eine gute Alternative zum Auto sein.
Was sollte man immer dabeihaben?
Für kurze Stadtfahrten brauchst du wenig, für längere Bahnreisen lohnt sich eine kleine Grundausstattung. Lege eine saugfähige Einlage in die Box, falls deiner Katze vor Aufregung etwas danebengeht. Küchenrolle, eine Ersatzunterlage und ein kleiner Müllbeutel helfen, wenn du unterwegs etwas reinigen musst.
Bei längeren Fahrten gehören außerdem Wasser und eine kleine Trinkschale ins Gepäck. Regelmäßig benötigte Medikamente solltest du ebenfalls griffbereit mitnehmen. Führt die Reise über eine Grenze, brauchst du den EU-Heimtierausweis und die für das Reiseziel vorgeschriebenen Nachweise.
Mit einer passenden Box, etwas Übung und den meist unkomplizierten Regeln der österreichischen Verkehrsbetriebe kann die Fahrt mit Bahn und Öffis gut funktionieren. Manche Halter stellen sogar fest, dass ihre Katze die Bahn ruhiger erträgt als das Auto.
Häufige Fragen zur Katze in Bahn und Öffis
Quellen
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