Mittelmeerkrankheiten bei der Katze: Risiko im Süden
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Reisen mit Hund sind beim Thema Mittelmeerkrankheiten in aller Munde, Katzen geraten dabei oft in Vergessenheit. Dabei können auch Katzen sich im Süden mit Leishmanien, Herzwürmern oder durch Zecken übertragenen Erregern infizieren. Die Krankheiten werden bei Katzen seltener diagnostiziert als bei Hunden, können aber trotzdem schwer verlaufen. Wer mit seiner Katze nach Italien, Kroatien, Spanien oder Griechenland reist oder eine Katze aus dem Süden aufnimmt, sollte das Risiko kennen.
Was sind Mittelmeerkrankheiten?
Unter dem Sammelbegriff Mittelmeerkrankheiten, auch Reisekrankheiten oder vektorübertragene Erkrankungen genannt, fasst man Infektionen zusammen, die von Stechmücken, Sandmücken und Zecken übertragen werden. Sie kommen vor allem im Mittelmeerraum vor, einige Überträger breiten sich jedoch auch weiter nördlich aus. Klassisch betroffen sind Hunde, doch die Erreger machen vor Katzen nicht zwingend halt.
Für Katzen relevant sind insbesondere die Leishmaniose, der Herzwurm Dirofilaria immitis sowie verschiedene durch Zecken übertragene Erreger. Die wissenschaftliche Datenlage bei Katzen ist dünner als beim Hund, weil seltener getestet wird und Katzen Krankheiten geschickt verbergen. Das heißt nicht, dass kein Risiko besteht.

Wie zeigt sich Leishmaniose bei der Katze?
Leishmaniose wird durch Sandmücken übertragen, kleine Stechmücken, die vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv sind. Sie kommen rund ums Mittelmeer besonders in den warmen Monaten vor. Bei Hunden ist die Erkrankung gut beschrieben, bei Katzen gilt sie als selten, wird aber zunehmend dokumentiert, unter anderem in Spanien, Italien und Griechenland.
Eine geschwächte Immunabwehr, etwa durch eine parallele Infektion mit dem Felinen Leukämievirus FeLV oder dem Felinen Immundefizienzvirus FIV, kann das Risiko einer Erkrankung erhöhen. Mögliche Anzeichen sind Hautveränderungen an Kopf und Ohren, knotige Wucherungen, Gewichtsverlust oder Veränderungen an den Augen. Eine Infektion kann lange unbemerkt bleiben. Eine Erkrankung kann also noch lange nach der Reise auffallen.
Wie gefährlich sind Herzwurm und Zeckenkrankheiten?
Der Herzwurm wird von Stechmücken übertragen und kommt im Mittelmeerraum sowie in Teilen Süd- und Osteuropas vor. Bei Katzen verläuft eine Infektion anders als beim Hund: Schon wenige oder einzelne Würmer können zu Atemproblemen führen, die an Asthma erinnern. Der Verlauf ist schwer vorhersehbar. In manchen Fällen kommt es zu plötzlichen, lebensbedrohlichen Ereignissen. Für Katzen gibt es kein zugelassenes, sicheres und wirksames Mittel gegen ausgewachsene Herzwürmer. Deshalb steht die Vorbeugung im Vordergrund.
Zecken übertragen auch bei Katzen Erreger, etwa Anaplasmen oder bestimmte Babesienarten. Diese Infektionen sind bei Katzen weniger gut untersucht, kommen aber vor. Je nach Region und Jahreszeit kann der Zeckendruck im Süden hoch sein, was das Übertragungsrisiko erhöht.
Warum sind viele Hundepräparate für Katzen giftig?
Das ist der wichtigste Punkt für alle, die ihre Katze schützen wollen. Viele Zecken- und Mückenmittel für Hunde enthalten Permethrin. Permethrin ist für Hunde ein bewährter Wirkstoff, für Katzen aber hochgiftig. Katzen können diesen Stoff nur unzureichend abbauen. Schon kleine Mengen, etwa durch versehentliches Auftragen, Ablecken oder engen Kontakt mit einem frisch behandelten Hund, können zu Zittern, Krämpfen und lebensbedrohlichen Vergiftungen führen.
Was du beachten solltest:
- Verwende niemals ein Spot-on-Präparat oder Halsband für Hunde bei deiner Katze, wenn es nicht ausdrücklich auch für Katzen zugelassen ist.
- Lies die Packung genau. Steht Permethrin darauf, ist das Produkt für Katzen tabu.
- Hältst du Hund und Katze zusammen, trenne die Tiere nach einer Permethrinbehandlung des Hundes entsprechend den Angaben in der Packungsbeilage. Die Katze darf die behandelte Stelle nicht ablecken oder berühren.
- Bei Verdacht auf eine Vergiftung, etwa bei Zittern, Speicheln oder Krämpfen, ist das ein Notfall. Fahre sofort in eine Tierklinik und nimm die Verpackung des Präparats mit.
Welcher Schutz für deine Katze sinnvoll und sicher ist, klärst du am besten vor der Reise mit deinem Tierarzt. Es gibt für Katzen zugelassene Präparate gegen Zecken und zur Vorbeugung gegen Herzwürmer. Ein vergleichbarer Schutz vor Sandmücken wie beim Hund steht für Katzen derzeit nicht zur Verfügung.

Wie schützt man seine Katze vor und auf der Reise?
Der beste Schutz ist eine Kombination aus Vorsorge, einem sicheren Parasitenschutz und dem richtigen Verhalten vor Ort. Halte deine Katze in der Dämmerung und nachts möglichst drinnen, denn dann sind Sandmücken besonders aktiv. Insektengitter an Fenstern können zusätzlich helfen.
Für den Zeckenschutz solltest du dir ein Präparat empfehlen lassen, das ausdrücklich für Katzen zugelassen ist. Verwende niemals Hundepräparate. Kontrolliere außerdem täglich das Fell deiner Katze und entferne Zecken so schnell wie möglich.
Für Reisen in Endemiegebiete kann auch eine Herzwurmprophylaxe sinnvoll sein. Bei einem Aufenthalt von höchstens einem Monat kann eine einmalige Behandlung nach der Rückkehr ausreichen. Bei längeren Aufenthalten ist in der Regel eine monatliche Behandlung nötig. Das solltest du individuell mit dem Tierarzt besprechen.
Stelle dir außerdem ehrlich die Frage, ob deine Katze überhaupt mitreisen muss. Viele Katzen reisen ungern und sind zu Hause mit guter Betreuung entspannter und sicherer.
Was ist nach der Reise wichtig?
Weil viele Mittelmeerkrankheiten erst Wochen bis Monate später auffallen, lohnt sich Aufmerksamkeit auch nach der Rückkehr. Achte auf Veränderungen wie Gewichtsverlust, Mattigkeit, Hautprobleme, Atemauffälligkeiten oder Augenveränderungen. Wenn dir etwas auffällt, erwähne beim Termin ausdrücklich, dass deine Katze im Süden war. Diese Information hilft bei der Einordnung. Einen Tierarzt in deiner Nähe findest du über unsere Suche.
Eine Untersuchung nach einem längeren Aufenthalt in einem Endemiegebiet kann sinnvoll sein, ist aber individuell zu entscheiden. Zeitpunkt und Art der Tests sind wichtig. Besonders eine Herzwurminfektion lässt sich bei Katzen nicht immer durch einen einzelnen Bluttest sicher ausschließen.
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung und Beratung.
Was sollte man bei einer Katze aus dem Süden beachten?
Wer eine Katze aus einem südeuropäischen Tierschutz aufnimmt, sollte wissen, dass diese Tiere bereits infiziert sein können, ohne Symptome zu zeigen. Frage gezielt, welche Untersuchungen durchgeführt wurden, wann sie stattgefunden haben und welche Ergebnisse vorliegen. Je nach Herkunft und Vorgeschichte können Tests auf Leishmanien und Herzwürmer sowie die Bestimmung des FeLV- und FIV-Status sinnvoll sein. Ein negatives Ergebnis vor der Ausreise schließt eine noch frische Infektion nicht immer sicher aus. Eine Nachkontrolle bei deinem Tierarzt nach der Ankunft gibt zusätzliche Sicherheit.
Häufige Fragen zu Mittelmeerkrankheiten bei der Katze
Quellen
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