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Durchfall beim Pferd: Ursachen, Notfall und Management

Durchfall beim Pferd: Ursachen, Notfall und Management

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Durchfall beim Pferd ist nie banal, denn der Pferdedarm ist ein hochsensibles System. Ein gesundes erwachsenes Pferd setzt täglich rund acht bis zwölf Mal geformten Pferdeapfel ab. Verändern sich Konsistenz, Häufigkeit oder Geruch deutlich, sendet der Organismus ein Warnsignal. Akute schwere Durchfälle können beim Pferd innerhalb weniger Stunden lebensgefährlich werden, denn der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ist enorm. Chronische, milde Durchfälle wiederum belasten Stoffwechsel, Hufe und Leistung über Wochen und Monate, ohne dass die Ursache offensichtlich wird. Zwischen diesen Extremen liegt ein breites Spektrum aus Fütterungsfehlern, Infektionen, Parasiten, Medikamentennebenwirkungen, Sandanreicherung und systemischen Erkrankungen wie der Kolik.

du erkennst Durchfall am breiigen, wässrigen oder schaumigen Kot, oft mit verändertem Geruch, an verschmutzten Hinterbeinen, schwitziger Haut, Apathie, Fieber oder Koliksymptomen. Schon ein einziger Tag mit massivem Wasserverlust kann beim Pferd zum Schock führen. Dieser Artikel erklärt dir, welche Formen des Durchfalls beim Pferd vorkommen, wie du akute von chronischen Verläufen unterscheidest, welche Ursachen am häufigsten dahinterstecken, wann du sofort die Tierärztin rufen musst und wie du Stallumgebung, Fütterung und Hygiene so gestaltest, dass dein Pferd langfristig stabil bleibt. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.

Notfall

Notfall: Akuter schwerer Durchfall

Wässriger Durchfall mit Fieber über 38,5 Grad, Apathie, schneller Atmung, Koliksymptomen oder dunkelroten Schleimhäuten ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Ruf sofort den Tierarzt oder die Pferdeklinik an, beobachte Atemfrequenz, Puls und Schleimhautfarbe und lass das Pferd stehen, bis professionelle Hilfe vor Ort ist. Salmonellose, Clostridien-Enterokolitis, Sandkolitis und schwere virale Infektionen können binnen weniger Stunden zum Kreislaufschock führen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Akuter wässriger Durchfall mit Fieber, Apathie oder Koliksymptomen ist ein lebensbedrohlicher Notfall, jede Stunde zählt.
  • Häufigste Ursachen sind Fütterungsfehler, plötzlicher Anweidegang, Salmonellose, Clostridien-Enterokolitis und Sandkolitis.
  • Bei chronischem Durchfall stehen Sandanreicherung, Parasiten, entzündliche Darmerkrankungen und Stoffwechselprobleme im Fokus.
  • Diagnostik umfasst Blutbild, Kotuntersuchung, Sedimentprobe und Bauchultraschall, je nach Verlauf erweitert um Endoskopie und PCR.
  • Therapie reicht von Infusionstherapie und gezielten Antibiotika über Flohsamenkuren bei Sandkolitis bis zu Probiotika für das Mikrobiom.
  • Vorbeugung gelingt durch saubere Heuqualität, langsame Futterumstellungen, gezielte Entwurmung nach Kotprobe und Stressreduktion.

Wie unterscheidest du akuten und chronischen Durchfall?

Der akute Durchfall beginnt plötzlich, oft innerhalb weniger Stunden, mit deutlich veränderter Kotkonsistenz. Typisch ist wässriger oder breiig spritzender Kot, mehrfach täglich, oft mit Fieber, Pulsanstieg und gestörtem Allgemeinbefinden. Akute Durchfälle sind beim Pferd immer ernst zu nehmen, denn der Wasserverlust kann mehrere Liter pro Stunde betragen. Schon nach acht bis zwölf Stunden droht eine massive Dehydratation mit Schockgefahr. Klassische Auslöser sind Salmonellen, Clostridien, virale Infektionen, plötzliche Futterumstellungen oder die Aufnahme verdorbener Futtermittel.

Der chronische Durchfall dauert länger als vier Wochen oder kehrt in Schüben wieder. Die Konsistenz schwankt zwischen breiig und wässrig, der Allgemeinzustand bleibt oft lange unauffällig. Viele Pferde mit chronischem Durchfall verlieren langsam Gewicht, zeigen stumpfes Fell und reduzierte Leistung. Hinter chronischen Verläufen stecken häufig Sandanreicherung im Darm, parasitärer Befall vor allem mit kleinen Strongyliden, chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie das Equine Inflammatory Bowel Disease, Leberprobleme oder dauerhafte Fütterungsfehler. Die saubere Unterscheidung beider Formen entscheidet über die Dringlichkeit der Diagnostik und Therapie.

Welche Ursachen stecken am häufigsten dahinter?

Die häufigste Ursache für akuten Durchfall beim Pferd in Mitteleuropa sind Fütterungsfehler. Plötzlicher Anweidegang ohne Eingewöhnung, schimmelhaltiges Heu, gärendes Kraftfutter, eiskaltes Wasser nach Belastung oder zu viel Frühlingsgras können den Darm massiv überlasten. Bakterielle Erkrankungen wie die Salmonellose oder die durch Clostridium difficile und Clostridium perfringens ausgelöste Enterokolitis sind seltener, aber dramatisch. Sie treten oft nach Stress, Antibiotikatherapie, Operation oder Transport auf und können binnen Stunden lebensbedrohlich werden.

Weitere wichtige Ursachen sind Parasiten, allen voran kleine Strongyliden in ihrer larvalen Wandphase, ein Befall, der eine massive Darmschleimhautentzündung verursachen kann. Die Sandkolitis entsteht, wenn Pferde auf Sandböden Heu vom Boden fressen und über Wochen Sand im Darm einlagern. Medikamente wie Antibiotika, nicht-steroidale Entzündungshemmer oder Anthelminthika können das Mikrobiom aus dem Gleichgewicht bringen. Bei chronischen Verläufen kommen entzündliche Darmerkrankungen, Leber- und Nierenerkrankungen, Tumoren oder seltene Stoffwechselstörungen in Betracht. Eine gründliche tierärztliche Diagnostik mit Blutbild, Kotuntersuchung, Sandprobe und gegebenenfalls Ultraschall ist unverzichtbar. Mehr zur akuten Notfallsituation findest du im Artikel Kolik beim Pferd.

Wie diagnostiziert dein Tierarzt die Ursache?

Die Diagnostik folgt einem klar strukturierten Stufenschema. Zunächst erhebt die Tierärztin Anamnese, Allgemeinzustand, Puls, Atemfrequenz, Temperatur, Schleimhautfarbe und Hautelastizität. Die rektale Untersuchung gibt Hinweise auf Darmverlagerungen, Gasansammlungen oder Verstopfungen. Ein Blutbild zeigt Entzündungsparameter, Elektrolytstatus, Eiweißwerte und Hinweise auf Leber- oder Nierenbeteiligung. Eine Kotuntersuchung deckt Parasiten, Bakterien und Salmonellen auf. Bei Verdacht auf Sandkolitis liefert die Sedimentprobe von Kot in Wasser einen schnellen ersten Hinweis, ergänzt durch Bauchultraschall.

Bei chronischen Verläufen kommen weiterführende Tests in Frage. Eine PCR auf bestimmte Erreger, Glukose-Toleranztest auf Malabsorption, Endoskopie des Magens oder Bauchhöhlenpunktion liefern wichtige Zusatzinformationen. In schweren Fällen ist eine stationäre Behandlung in einer Pferdeklinik angezeigt, denn die intravenöse Infusionstherapie und engmaschige Überwachung sind im Stall oft nicht leistbar. Sprich frühzeitig mit deiner Tierärztin oder Pferdeklinik, denn jede verlorene Stunde verschlechtert beim akuten schweren Durchfall die Prognose dramatisch.

Welche Therapie hilft welcher Durchfallform?

Beim akuten schweren Durchfall steht die intravenöse Flüssigkeits- und Elektrolyttherapie im Vordergrund, oft begleitet von Plasmagaben, Schmerzmitteln und gezielten Antibiotika. Bei nachgewiesener Salmonellose ist strenge Isolation und meldepflichtige Hygiene notwendig, denn Salmonellen sind auf den Menschen übertragbar. Bei Clostridien-Enterokolitis kommt zusätzlich Metronidazol oder ein vergleichbarer Wirkstoff zum Einsatz. Aktivkohle, Bentonit oder Kohlepellets binden Toxine und können oral verabreicht werden, ersetzen aber nie die ärztliche Therapie.

Beim chronischen Durchfall richtet sich die Behandlung nach der Ursache. Sandkolitis wird mit hohen Mengen Flohsamenschalen oder Psyllium über mehrere Wochen behandelt, kombiniert mit erhöhtem Heuangebot und ausreichend Wasser. Parasitärer Durchfall braucht eine gezielte Entwurmungsstrategie nach Kotprobe. Entzündliche Darmerkrankungen werden mit Kortison, Diätfutter und gegebenenfalls Probiotika gemanagt. Bei jeder Form gilt, vermeide eigenmächtige Hausmittel wie Apfelmark in großen Mengen, Heilerde-Kuren ohne Diagnose oder Antibiotika aus alten Beständen, denn sie können den Verlauf verschlimmern. Eine umfassende Begleitung durch deinen Tierarzt ist unverzichtbar.

Wie unterstützt du dein Pferd im Stall richtig?

Während der akuten Phase ist freier Wasserzugang lebenswichtig, ergänzt durch Elektrolyttränke, sofern dein Pferd noch trinkt. Heu in höchster Qualität, möglichst staub- und schimmelfrei, ist die Basis. Verzichte auf Kraftfutter, Müsli und Leckerli, bis der Stuhl sich wieder geformt hat. Halte das Pferd warm, biete einen weichen Untergrund und beobachte Atemfrequenz, Puls und Schleimhäute mehrmals täglich. Halte den Stall sauber, denn der hochinfektiöse Durchfall kann andere Pferde anstecken. Wechsle Stallkleidung, desinfiziere Stiefel und führe das Pferd nicht durch andere Boxen.

Beim chronischen Durchfall gilt es, Stall- und Fütterungsmanagement systematisch zu optimieren. Folgende Punkte bewähren sich:

  • Heu in Heunetz oder erhöhter Raufe anbieten, um Sandaufnahme zu reduzieren.
  • Kraftfutter in mehreren kleinen Portionen statt einer großen Mahlzeit füttern.
  • Wasser frisch, sauber und in ausreichender Menge bereitstellen, im Winter beheizte Tränke nutzen.

Eine Heuanalyse zeigt, ob die Versorgung an Mineralstoffen, Spurenelementen und Eiweiß ausgewogen ist. Eine angepasste Mineralfutterauswahl unterstützt die Hautbarriere und das Mikrobiom. Bei wiederkehrenden Schüben ist eine Pferdekrankenversicherung sinnvoll, denn Klinikaufenthalte mit Infusionen, Diagnostik und Spezialnahrung können vier- bis fünfstellige Beträge erreichen.

Welche Rolle spielt das Mikrobiom des Pferdes?

Der Pferdedarm beherbergt Milliarden von Bakterien, Pilzen und Protozoen, die in einem fein austarierten Gleichgewicht leben. Dieses Mikrobiom zerlegt Rohfaser, produziert wichtige kurzkettige Fettsäuren und stützt das Immunsystem. Antibiotika, plötzliche Futterumstellungen, Stress oder schwere Infektionen können dieses System binnen Tagen kippen lassen. Das Resultat ist eine Dysbiose, oft mit nachhaltigem Durchfall, Gewichtsverlust und chronischen Hautproblemen. Aktuelle Studien zeigen, dass Pferde mit chronischem Durchfall häufig eine reduzierte Vielfalt an Darmbakterien aufweisen, insbesondere weniger nützliche Faserabbauer und mehr opportunistische Erreger.

Probiotische Präparate können nach Antibiotika oder schweren Erkrankungen helfen, das Mikrobiom wieder aufzubauen. Hefepräparate wie Saccharomyces cerevisiae oder lebende Bakterienkulturen werden über mehrere Wochen oral verabreicht. Auch eine ausreichende Rohfaserversorgung mit hochwertigem Heu, frischen Wasservorräten und stressarmer Haltung schafft die Basis für ein stabiles Darmmilieu. Bei chronisch durchfallgeplagten Pferden lohnt es, einen Spezialisten für Pferdeernährung hinzuzuziehen, denn die richtige Heuanalyse, Mineralisierung und Rohfaseroptimierung kann den Unterschied zwischen wiederkehrenden Schüben und stabiler Gesundheit ausmachen.

Wie verhinderst du Rückfälle?

Vorbeugen heißt vor allem, Auslöser systematisch zu kennen und zu meiden, denn die meisten Durchfallepisoden lassen sich durch konsequentes Management vermeiden. Eine konsequente Entwurmungsstrategie nach selektiver Kotprobenuntersuchung verhindert parasitären Durchfall. In Österreich und Deutschland empfiehlt die European Scientific Counsel Companion Animal Parasites mehrere Probennahmen pro Jahr, ergänzt durch gezielte Behandlung nur bei nachgewiesenem Befall. Achte auf einwandfreie Heu- und Strohqualität ohne Schimmel oder Verunreinigung. Vermeide Futterumstellungen über Nacht, plane mindestens zehn bis vierzehn Tage Übergang und beobachte Kot, Allgemeinzustand und Wasseraufnahme.

Bei Sandanreicherung lohnt sich eine vierteljährliche prophylaktische Flohsamenkur, kombiniert mit Heu in der Raufe statt am Boden. Stress ist ein massiver Risikofaktor, deshalb sind regelmäßige Bewegung, soziale Kontakte und stabile Haltungsbedingungen wichtig. Nach Antibiotikatherapien lohnt der Einsatz spezieller Probiotika, um das Mikrobiom zu stabilisieren. Ein jährliches Vorsorge-Blutbild bei älteren Pferden, Athleten oder solchen mit Vorerkrankungen hilft, schleichende Veränderungen früh zu erkennen. Wer regelmäßig auf Turnieren oder Lehrgängen unterwegs ist, sollte zusätzlich Stallbesucher- und Quarantäne-Regeln befolgen, denn fremde Boxen, fremde Tränken und fremde Heuvorräte sind häufige Eintragsquellen für Durchfallerreger. Eine eigene Tränke, ein eigenes Putzzeug und Heu aus der eigenen Quelle reduzieren das Risiko erheblich. Auch im Stall lohnt sich eine klare Trennung der Futtermittellager, denn Mäuse, Vögel und Schimmel können die Vorräte unbemerkt kontaminieren und so akute Durchfälle auslösen.

Bei wiederkehrenden Durchfällen ohne klare Ursache lohnt eine zweite Meinung in einer spezialisierten Pferdeklinik, denn manche Erkrankungen wie das Equine Inflammatory Bowel Disease oder seltene Stoffwechselstörungen lassen sich nur in größeren Kliniken zuverlässig diagnostizieren. Investiere lieber einmal in eine umfassende Aufarbeitung als in jahrelange Symptombehandlung mit ungewissem Ausgang.

Was unterscheidet Durchfall beim Fohlen vom erwachsenen Pferd?

Fohlen reagieren empfindlicher auf jede Form von Durchfall, weil ihr Wasserhaushalt und ihr Immunsystem noch nicht voll entwickelt sind. Ein wenige Tage altes Fohlen mit wässrigem Stuhl kann innerhalb weniger Stunden in einen lebensbedrohlichen Schock geraten. Häufige Ursachen sind das sogenannte Fohlenrossigkeits-Diarrhoe, bakterielle Infektionen mit E. coli, Clostridien oder Salmonellen, virale Erreger wie Rotaviren sowie Parasiten. Die Therapie unterscheidet sich grundlegend vom erwachsenen Pferd, denn die Dosierungen müssen exakt an Körpergewicht angepasst werden und Infusionstherapie ist nahezu immer nötig.

Eine engmaschige tierärztliche Begleitung in den ersten Lebensmonaten ist Pflicht. Mehr Information zu Fohlenkrankheiten findest du im Artikel Fohlenkrankheiten beim Pferd. Verzichte bei Fohlen unbedingt auf Selbstmedikation, denn die Toleranz für Wirkstoffe und Dosierungsfehler ist gering. Jeder Durchfall beim Fohlen sollte spätestens nach acht Stunden tierärztlich abgeklärt werden, idealerweise sofort.

Tierärztlicher Blick

Aus tierärztlicher Sicht ist Durchfall beim Pferd niemals ein „Magenproblem“, das sich von selbst löst. Akuter wässriger Durchfall mit Fieber, Apathie oder Koliksymptomen ist ein Notfall, jede verlorene Stunde verschlechtert die Prognose. Chronischer Durchfall braucht eine systematische Diagnostik, denn Sand, Parasiten, entzündliche Darmerkrankungen und Stoffwechselprobleme sehen oft ähnlich aus. Wer auf eigene Faust mit Aktivkohle, Apfelessig oder Hausmittelkuren experimentiert, verzögert die richtige Therapie. Ruf bei jedem akut schweren Durchfall sofort deine Tierärztin oder die nächstgelegene Pferdeklinik an. Bei chronischen Verläufen lohnt eine umfassende Aufarbeitung mit Blutbild, Kotuntersuchung, Sandprobe und Ultraschall. So lassen sich die meisten Verläufe stabilisieren oder vollständig kontrollieren, vorausgesetzt, du nimmst die Symptome ernst und handelst entschlossen.

Häufige Fragen zu Durchfall beim Pferd

Ab wann ist Durchfall beim Pferd ein Notfall?
Wässriger Durchfall mit Fieber über 38,5 Grad, Apathie, beschleunigter Atmung, Koliksymptomen oder dunkelroten Schleimhäuten ist sofortiger Notfall. Auch jeder Durchfall, der länger als 24 Stunden anhält oder bei Fohlen, Senioren oder Pferden mit Vorerkrankungen auftritt, gehört umgehend in tierärztliche Behandlung.
Wie viel Flüssigkeit verliert ein Pferd bei akutem Durchfall?
Bei schwerer Diarrhö verliert ein Pferd schnell zehn bis dreißig Liter pro Tag, in extremen Fällen mehr. Diese Mengen können oral nicht ausgeglichen werden und erfordern eine intravenöse Infusionstherapie in der Pferdeklinik. Schon zwölf Stunden ohne Ausgleich können zum Kreislaufschock führen.
Helfen Apfelessig oder Heilerde gegen Durchfall?
Apfelessig zeigt keinen wissenschaftlich belegten Effekt und kann die Magenschleimhaut reizen. Heilerde oder Bentonit kann in spezifischen Situationen unter tierärztlicher Anleitung helfen, ist aber kein Ersatz für eine Diagnose. Bei jedem länger anhaltenden Durchfall gehört das Pferd in tierärztliche Hand.
Was ist Sandkolitis und wie erkennst du sie?
Sandkolitis entsteht durch Sandanreicherung im Darm, oft bei Pferden, die auf Sandböden vom Boden Heu fressen. Symptome sind chronischer Durchfall, Gewichtsverlust, wiederkehrende Koliken und Leistungseinbruch. Die Diagnose erfolgt über eine Sedimentprobe von Kot in Wasser und Bauchultraschall. Therapie sind Flohsamenschalen über mehrere Wochen.
Kann ich Salmonellose bei meinem Pferd selbst feststellen?
Nein, Salmonellose lässt sich nur durch Kot- oder Blutuntersuchung sichern. Verdachtsmoment sind plötzlicher wässriger Durchfall mit Fieber, oft nach Stress, Transport oder Operation. Salmonellen sind auf den Menschen übertragbar, daher gelten strenge Hygienemaßnahmen. Eine sofortige tierärztliche Abklärung ist Pflicht.
Was kostet die Behandlung bei akutem Durchfall?
Eine stationäre Behandlung mit Infusion, Plasmagaben, Antibiotika und Diagnostik kostet je nach Schweregrad zwischen eintausendfünfhundert und sechstausend Euro. Eine Pferdekrankenversicherung mit OP- und Klinikleistung deckt diese Kosten in der Regel ab und bewahrt dich vor finanziellen Überraschungen.
Wie reagierst du bei Durchfall im eigenen Stall?
Isoliere das betroffene Pferd, wechsle Stallkleidung, desinfiziere Stiefel und führe das Pferd nicht durch andere Boxen. Stelle freies Wasser und gutes Heu bereit, verzichte auf Kraftfutter. Kontaktiere bei jedem Durchfall mit Allgemeinstörung sofort die Tierärztin und dokumentiere Konsistenz, Häufigkeit und Geruch des Kotes.
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