Arthrose beim Pferd — Bewegung, Ergänzungen und der richtige Plan
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Schonen verschlimmert Arthrose. Kontrollierte Bewegung ist Therapie. Wer sein Pferd bei einer chronischen Gelenkserkrankung dauerhaft auf der Weide stehen lässt, beschleunigt den Knorpelabbau, statt ihn zu Bremsen. Das Pferd ist ein Bewegungstier, und Seine Gelenke Leben davon, dass synovia (Gelenkflüssigkeit) ständig in den Knorpel eingearbeitet wird. genau das passiert nur, wenn das Gelenk regelmäßig in mittlerem Tempo bewegt wird, idealerweise auf weichem, ebenem Boden, ohne harte Stöße, ohne Enge Wendungen, ohne stundenlange pausen.
Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du Arthrose beim Pferd früh erkennst, wie du eine therapeutische bewegungs-Routine aufbaust, welche Ergänzungen wirklich Studienevidenz haben und wann du den Tierarzt einschalten musst. Außerdem bekommst du einen kostenlosen, individuellen Bewegungsplan über unser Tool weiter unten.
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Was Arthrose beim Pferd wirklich ist
Arthrose, fachlich osteoarthrose oder degenerative Gelenkserkrankung, ist eine fortschreitende Veränderung am Gelenkknorpel und allen anderen Strukturen des Gelenks. Der hyaline Knorpel verliert Wasser, Kollagenfasern werden brückig, kleine Risse entstehen. Zellen im subchondralen Knochen reagieren mit Verdichtung (Sklerose) und bilden randständige Knochenausziehungen, sogenannte osteophyten. Die Gelenkkapsel verdickt sich, entzündet sich phasenweise und produziert weniger Qualitativ hochwertige synovia. Das Pferd spürt das als Steifigkeit, Schmerz unter Belastung und nachlassender Bewegungsfreude.
Der entscheidende Punkt: Knorpel hat keine eigene Blutversorgung. Er ernährt sich rein über Diffusion aus der Gelenkflüssigkeit. Das passiert nur unter mechanischer Belastung, also wenn das Gelenk wechselnd be- und entlastet wird. genau deshalb ist kontrollierte Bewegung der wichtigste Therapie-Baustein, oft wirksamer als jede Einzelne Medikamentenklasse. Studien aus dem Bereich der Equinen Sportmedizin, etwa Arbeiten von Van weeren und Kollegen aus Utrecht, zeigen klar: vollständige Ruhigstellung beschleunigt den Knorpelabbau messbar.
Arthrose ist nicht heilbar. Man kann sie aber so weit unter Kontrolle bringen, dass dein Pferd noch Jahre im leichten reit-Betrieb oder als bodenarbeits-Partner geht. Wir kennen Praxis-Fälle aus AT und DE, in denen Warmblüter mit röntgenologisch deutlichem Spat noch mit Anfang zwanzig Im Freizeit-Niveau geritten werden, weil der Besitzer konsequent bewegt, ergänzt und einmal jährlich einen Check beim Spezialisten macht.
Wie du Arthrose früh erkennst
Je früher du Symptome richtig deutest, desto besser. Arthrose schleicht sich an, oft über Monate. Die typischen vier Signale:
Morgensteifigkeit
Das Pferd kommt aus der Box gehumpelt, geht nach zwei Bis fünf Minuten Schritt aber wieder normal. Das ist klassisch für beginnende Arthrose. Die Synovia ist nach langer Ruhe zähflüssig, die Mechanorezeptoren in der Kapsel reagieren empfindlich, der Knorpel ist dehydriert. Nach kurzer Bewegung wird die Gelenkflüssigkeit wieder dünner, das Gelenk geschmeidiger. Wenn du diesen „Anlauflahmen-Effekt“ jeden Morgen siehst, ist das ein deutlicher Hinweis. Notiere über zwei Wochen, an welchen Tagen er Auftritt und wie lange er anhält.
Lahmheit nach Pause
Nach dem Wochenende auf der Weide oder nach einem Ruhetag: das Pferd geht in den ersten zehn Bis zwanzig Minuten am Zügel deutlich kürzer, manchmal eindeutig lahm. Das ist ein Alarmsignal, weil es zeigt, dass das Gelenk nicht mehr in der Lage ist, Ruhe ohne Folgen zu kompensieren. genau diese Pferde profitieren am meisten davon, wenn du den Ruhetag durch fünfundvierzig Minuten führen oder Weidegang im Trauf-Tempo ersetzt.
Verweigerung beim aufsteigen
dein Pferd weicht aus, wenn du in den Sattel willst, beißt nach dem Gurt, geht Weg vom Aufstiegsblock. Das ist häufig nicht „respektlos“, sondern Schmerz. besonders Rückenpferde und solche mit Halsbeschwerden zeigen das. Bevor du am Gehorsam arbeitest, lass röntgen und Osteopathische Untersuchung machen. Der Prozentsatz an Pferden, die in dieser Situation eine echte Facetten-Arthrose im Hals oder Rücken haben, ist deutlich höher, als üblich angenommen wird.
Putzen wird schwierig
Das Pferd zuckt beim putzen am Rücken oder an der Kruppe, will den Huf nicht mehr richtig geben, trägt die Hinterhand „schief“. Das sind oft die ersten Zeichen, lange bevor eine echte Lahmheit zu sehen ist. Führe ein einfaches Symptom-Tagebuch: dreimal pro Woche Kreuze setzen, wo sich dein Pferd anders verhält als sonst. Zeige das deinem Tierarzt; er kann mit dieser Übersicht viel gezielter untersuchen.
Die häufigsten Betroffenen Gelenke
Arthrose kann jedes Gelenk treffen, aber fünf Regionen sind beim Pferd überproportional häufig betroffen.
Sprunggelenk (Spat)
Spat ist die Arthrose der unteren tarsalgelenke, also der distalen Sprunggelenksetagen. typisch für Warmblüter über zwölf Jahre, für Western-Pferde und für alle Pferde, die viel auf der Hinterhand Arbeiten. Der Besitzer sieht zunächst eine kürzere Hinterhand-Aktion, eine Schiefe Kruppe-Bewegung, oft besser unterm Reiter als an der Hand. Provokationsproben (Sprunggelenk-Beugeprobe) sind Positiv. Die gute Nachricht: Spat heilt durch die natürliche Versteifung der unteren Gelenketagen oft „von selbst aus“, wenn du dem Pferd zwölf Bis vierundzwanzig Monate konsequente, kontrollierte Bewegung gibst. Die Behandlung ist deshalb fast immer multimodal: Bewegung, Hufkorrektur (Zehe rund, trachten unterstützen), Gelenk-Injektionen mit Cortison oder Hyaluron, oral Hyaluron oder MSM.
Hufgelenk
Arthrose im Hufgelenk ist weniger Sichtbar, aber heimtückisch. Das Pferd geht Steif auf hartem Boden, „tippt“ mit der Zehe, weicht sandigen wegen aus. Röntgen zeigt randständige osteophyten am Huf-Strahlbein-Übergang. Behandlungs-Säulen sind Hufkorrektur (orthopädischer Beschlag, zehenrichtige Bearbeitung), Bewegung auf weichem Boden und in frühen Stadien intra-artikuläre Injektionen.
Karpalgelenk
Das Karpalgelenk (Vorderfußwurzel-Region, oft „Knie“ genannt) ist klassisch beim Galopp- und Springpferd betroffen. Chip-Frakturen aus der jungen Zeit oder schlechter Beschlag sind die üblichen Vorläufer. Lahmheit ist meist auf hartem Boden deutlich, Beugeprobe sehr Positiv. Behandlung: Gelenkspülung beim Spezialisten, IRAP/PRP, Hyaluron, anschließend langsam dosierter Aufbau mit lange Schritt-Phase.
Fesselgelenk
Die Fessel-Arthrose nennt der Praktiker oft „Ringbein“ (genau genommen ist Ringbein die Arthrose des Kron- oder Hufgelenks mit Knochenneubildung). Fesselgelenks-Arthrose macht typischerweise im Trab steife, verkürzte Schritte, das Pferd fußt kurz, „scharrt“ sich oft ein. Röntgen zeigt Veränderungen an den Gelenkrändern. Weicher Boden, Hufkorrektur und Gewichtskontrolle sind die wichtigsten Säulen.
Hals- und Rücken-Gelenke
Die kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) am Hals C5-C7 und im Übergangsbereich Rückenwirbel-Lendenwirbel werden oft übersehen. Symptome sind diffus: Schiefer Hals, Kopf-schief-halten, Taktfehler, „kissing spines“-ähnliche Bilder. Das Beschwerde-Bild ähnelt einer Rittigkeits-Störung. Nur eine sorgfältige neurologische und orthopädische Untersuchung mit Röntgen und ggf. Szintigrafie bringt Klarheit. Behandlung: gezieltes Rückentraining (cavaletti, langzügelarbeit, untergurtverbessernde Übungen), Facetten-Injektion mit Ultraschall-Führung beim Spezialisten.
Bewegung als Therapie
Der wichtigste Teil dieses Ratgebers. Baue eine Wochenstruktur, an die du dich auch wirklich hältst. Arthrose-Pferde brauchen jeden Tag Bewegung, idealerweise zweimal täglich kurz statt einmal lang.
Aufwärmphase: fünfzehn Minuten Schritt sind Pflicht
Bevor irgendetwas anderes passiert (longieren, reiten, springen, Dressur), muss dein Pferd fünfzehn Minuten ruhig im Schritt am langen Zügel laufen. Das ist nicht verhandelbar. In dieser Phase produziert die Gelenkkapsel synovia, der Knorpel saugt Flüssigkeit auf, die Durchblutung der Muskeln steigt. Die häufigsten Verletzungen passieren bei Pferden, die sofort getrabt oder galoppiert werden. Plane lieber ingesamt vierzig Minuten, davon fünfzehn Schritt vorne und zehn Schritt hinten, statt dreißig Minuten „harte“ Arbeit.
Wochenstruktur für ein Arthrose-Pferd
Als grobe Orientierung für ein Freizeitpferd mit beginnender Arthrose:
- Montag: sechzig Minuten Bodenarbeit, viel Schritt, einzelne Trabreprisen, kein Galopp
- Dienstag: fünfundvierzig Minuten reiten, vorrangig Gelände-Schritt, leichte Trabreprisen
- Mittwoch: aktiver Ruhetag, eine Stunde führen, Weidegang oder Paddock-Trail
- Donnerstag: fünfundvierzig Minuten cavaletti-Arbeit (Boden) im Schritt und Trab
- Freitag: sechzig Minuten Gelände, überwiegend Schritt, kurze trabe in der Ebene
- Samstag: Dressur-Grundlagen, Fokus auf taktreines vorwärts-abwärts und Biegung
- Sonntag: aktiver Ruhetag, eine Stunde führen oder großzügiger Paddock-Aufenthalt
Schwimmen und Wassertraining
Aquatraining (Laufband im Wasser oder schwimm-Pool) ist eine der besten Optionen für akute Arthrose-Schübe. Das Pferd bewegt das Gelenk, die Synovia wird produziert, der Auftrieb reduziert die Belastung um bis zu sechzig Prozent. Immer mehr Kliniken in AT (z. B. Veterinärmedizinische Universität Wien) und in DE (etwa equine medical Center Düsseldorf-Bornheim) bieten das an. Zwei Einheiten pro Woche über acht Bis zwölf Wochen sind ein üblicher Therapieplan.
Kontrolliertes reiten: was geht und was nicht
dein Arthrose-Pferd kann meist weiter geritten werden. Was du vermeiden solltest: Enge Volten, harte halten, Sprungeinheiten über neunzig Zentimeter, lange Galopp-strecken auf hartem Boden, schnelle Richtungswechsel. Was funktioniert: lange gerade strecken im Schritt und Trab, Weite Zirkel, vorwärts-abwärts in lockerem Trab, leichte cavaletti-Arbeit, gymnastizierende Bodenstangen. Galoppiert werden kann oft noch, aber nicht länger als drei Bis fünf Minuten am Stück.
Ergänzungen, die wirklich helfen
Der Futtermittelmarkt verkauft viel, was nicht hält. Wir konzentrieren uns auf Wirkstoffe, die in seriösen Studien einen Effekt gezeigt haben.
Hyaluronsäure
Hyaluronsäure ist ein Bestandteil der natürlichen synovia. Oral gegeben gelangt nur ein kleiner Teil ins Gelenk; meta-Analysen zeigen aber dennoch klinisch messbare Verbesserungen bei Pferden mit milder bis mittlerer Arthrose. Dosis: vierzig Bis hundert Milligramm pro Tag über mindestens zwölf Wochen. Besser sind intra-artikuläre Injektionen durch den Tierarzt. Sie wirken Lokal direkt im Gelenk und halten oft sechs Bis neun Monate.
Msm
Methyl-sulfonyl-Methan ist ein organischer Schwefel-Spender, Baustein für Kollagen und glykosaminoglykane. Studien zeigen entzündungs-modulierende Effekte. Dosis: zehn Bis fünfzehn Gramm pro Tag für ein Großpferd, über sechs Bis acht Wochen, dann Phase auf null Reduzieren. Vergleichsweise sicher, kaum Nebenwirkungen. wichtig: Konstante Qualität, kein billiges Industrie-MSM.
Teufelskralle
Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist ein pflanzlicher entzündungshemmer mit moderaten Studien-belegen. Wirkt bei manchen Pferden gut, bei anderen kaum. Achtung: Teufelskralle steht auf der Dopingliste der FN/fei und ist im Sport unzulässig. Für Freizeit-Pferde unproblematisch. Dosis je nach Produkt, immer auf ein Präparat mit definiertem harpagosid-Gehalt achten.
SanoVet Animalith und Horse Vital Plus
Aus dem SanoVet-Portfolio bewährt sich bei chronischen Gelenk- und Huf-Problemen die Kombination aus Animalith (Mineral-Tonkomplex mit montmorillonit, Zink und Kupfer für Hufqualität und Stoffwechsel) und Horse Vital Plus (Vitamin-Mineral-Kombination mit B-Vitaminen, Vitamin E, organischen Spurenelementen). Diese Kombination unterstützt das gesamte Stoffwechsel-Fundament, was gerade bei alten Arthrose-Pferden wichtig ist, weil parallel zur Knorpel-Degeneration oft auch Hufqualität, Fellzustand und immunlage nachlassen. Die Produkte sind keine Schmerzmittel, sondern Bausteine für ein stabiles Stoffwechsel-gerust, auf dem die eigentliche Arthrose-Therapie aufsetzt.
Was nicht hilft
Glucosamin und chondroitin in oraler Form sind beim Pferd schlecht belegt. Anders als beim Hund zeigen Pferdestudien meist keinen messbaren Effekt. Grünlippmuschel-Extrakt ist vom Prinzip her interessant, Dosen aus den meisten Ergänzungs-Produkten sind aber zu niedrig. Kollagenhydrolysate sind ein Neuerer Trend mit dünner Evidenz beim Pferd. Wer in eines dieser Produkte investieren möchte, sollte mindestens zwölf Wochen testen und dann ehrlich prüfen, ob sich etwas geändert hat.
Tierarzt: wann was sinnvoll ist
Arthrose ist eine Diagnose, die der Tierarzt stellt, nicht das Internet. Spätestens wenn dein Pferd nach zwei Wochen kontrollierter Bewegung weiter Steif ist oder eine eindeutige Lahmheit zeigt, brauchst du eine professionelle Untersuchung.
Lahmheits-Untersuchung: der Praktiker lässt dein Pferd vortraben, beurteilt die Kopfnick-Bewegung, macht Beugeproben (Sprunggelenk, Knie, Fessel, Huf), prüft den Rücken und schaut sich die Hufstellung an. Eine gründliche lahmheits-Untersuchung dauert mindestens dreißig Minuten.
Röntgen: nach einer Positiven Beugeprobe oder bei Verdacht auf Knochen-Veränderungen. Zwei Bis vier Projektionen pro Gelenk. Kosten: ungefähr hundertfünfzig bis dreihundert Euro je Gelenk in AT/DE.
NSAR (nicht-steroidale Antiphlogistika): klassisch sind phenylbutazon (Equipalazon) oder firocoxib (Equioxx). Werden bei akutem Schub oft für fünf Bis vierzehn Tage gegeben. Nicht als Dauer-Medikation gedacht, weil Magen, Niere und Leber belastet werden. Bei chronischer Arthrose besser intermittierende kuren, parallel mit fütterungs-Anpassung und Magen-Schonung.
Arthramid und IRAP/PRP: arthramid (Polyacrylamid-hydrogel) ist eine Relativ neue, lang anhaltende intra-artikuläre Therapie, vor allem für Fessel- und Hufgelenk. Eine einzige Injektion kann über ein bis zwei Jahre wirken. Irap (interleukin-1-Rezeptor-Antagonist) und PRP (platelet-rich Plasma) werden aus dem eigenen Blut des Pferdes gewonnen und intra-artikulär injiziert. besonders beim Sportpferd in frühen Stadien zunehmend etabliert. Kosten in AT/DE: arthramid zwischen sechshundert und tausend Euro pro Gelenk, IRAP/PRP ungefähr zweihundert bis Vierhundert Euro pro Injektion.
Shockwave und Magnetfeld: ergänzende Physiotherapie. Wirkstärke variiert. Für akute Schmerz-lindernde Effekte und durchblutungs-Förderung in Muskeln und sehnen sinnvoll. Nicht primäre Arthrose-Therapie, aber gut als Baustein.
Haltung im Stall: was du anpassen solltest
Die Haltungs-Form macht bei Arthrose oft einen größeren Unterschied als jedes Präparat. Ein Pferd in 23-Stunden-Box-Haltung wird mit beginnender Arthrose immer steifer; das gleiche Pferd in einer Offenstall-Gruppe mit 24/7-bewegungs-Möglichkeit kompensiert deutlich besser. Wenn du keinen Offenstall-Platz findest, achte auf folgende minimal-Anforderungen: Paddock direkt an der Box, tägliche Gruppen-Koppel mit mindestens vier Stunden, kein langes stehen auf Gummi-matten ohne Struktur. Boxengröße mindestens 12 Quadratmeter für ein Großpferd. Weiche Einstreu (Stroh, Späne, oder Mistmatratze) ist für Arthrose-Pferde wichtiger als für junge Tiere, weil das aufstehen schwerer fällt.
Achte auf die liege-Position: Arthrose-Pferde, die nicht mehr bequem ablegen können, schlafen schlechter und entwickeln sekundäre Muskel-Verspannungen. Wenn du beobachtest, dass dein Pferd nicht mehr ablegt oder beim aufstehen sichtbar leidet, ist das ein klares Signal für eine Therapie-Eskalation. Besprich das mit deinem Tierarzt.
Physiotherapie und Osteopathie als Ergänzung
Arthrose-Pferde profitieren erheblich von begleitender Physiotherapie. Die häufigsten Anwendungen sind Passive Mobilisationen der Gelenke, Faszien-Arbeit am Rücken, dehnungs-Übungen über Leckerli-Anreize und gezielte cavaletti-Arbeit unter Anleitung. Eine Physiotherapie-Sitzung dauert typischerweise sechzig Bis neunzig Minuten und kostet in AT/DE zwischen achtzig und einhundertdreißig Euro. Für chronische Fälle reicht ein bis zwei Termine pro Monat, in akuten Phasen sind wöchentliche Termine über sechs Bis acht Wochen sinnvoll.
Osteopathie ist ein eigenes Feld mit weniger Einheitlicher Evidenz, aber vielen Praktischen Erfolgsberichten. wichtig: nimm einen ausgebildeten Tier-Physiotherapeuten oder Veterinär-osteopathen mit anerkanntem Zertifikat (Verband oebtp in Österreich, BTM in Deutschland). Selbsternannte „Tierheiler“ ohne fundierte Ausbildung haben in der Arthrose-Therapie nichts zu Suchen.
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Brauche ich dauerhaft Schmerzmittel?
Nein. Dauer-NSAR sind die Ausnahme, nicht die Regel. Zielzustand ist, dass dein Pferd ohne Schmerzmittel täglich bewegt werden kann. Wenn das nicht klappt, ist die zugrunde liegende Therapie unzureichend, und du solltest mit deinem Tierarzt eskalieren (intra-artikuläre Injektionen, Gewichts-Management, Hufkorrektur).
Kann ich mein Pferd mit Arthrose reiten?
In den meisten Fällen ja. wichtig: Aufwärmzeit verlängern, Harten Boden meiden, Enge Wendungen vermeiden, Dauer der Einheit anpassen. Ein Pferd, das fünf Minuten nach Beginn warmgelaufen Taktrein geht, kann fast immer auf Freizeit-Niveau geritten werden. Eine eindeutige Lahmheit unter dem Reiter ist immer ein Abbruch-Grund für den Tag.
Wie schnell wirkt Animalith?
Mineral-Tonkomplexe brauchen acht Bis zwölf Wochen, bis sich Effekte auf Hufqualität und Fellzustand zeigen. Arthrose-spezifische Verbesserung der Gelenk-Symptomatik ist nicht zu Erwarten, weil das Produkt nicht primär ein Knorpel-Schutz ist. Seine Stärke ist das Stoffwechsel-Fundament rundherum. Für akute Gelenk-Schmerzen ist der Weg über den Tierarzt schneller und gezielter.
Hilft Akupunktur bei Arthrose?
Einzelne Studien zeigen schmerzlindernde Effekte, vor allem Bei Rückenpferden. Akupunktur ist eine sinnvolle Ergänzung, ersetzt aber keine Struktur-Therapie. Wenn du in AT/DE einen Tierheilpraktiker oder Tierarzt mit ergänzungs-Ausbildung in TCM hast und dein Pferd auf Nadeln gut reagiert, lohnt sich eine drei- bis sechs-Wochen-Serie.
Warum ist Rückentraining so wichtig?
Weil Rückenbeschwerden und Gelenk-Arthrosen zusammen-hängen. Ein Pferd, das wegen Sprunggelenks-Schmerzen die Hinterhand nicht mehr untersetzt, trägt den Rücken durch. Das führt zu sekundärer Rückenmuskulatur-Verspannung. Konsequentes vorwärts-abwärts, cavaletti und Longen-Arbeit am Kappzaum stabilisieren die Kette.
Wie lange lebt ein Pferd mit Arthrose?
Genauso lange wie ohne, sofern die Erkrankung gut gemanagt wird. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Hauspferden liegt bei sechsundzwanzig bis dreißig Jahren. Arthrose-Pferde im Freizeit-Bereich erreichen das oft, wenn weiter konsequent bewegt und ergänzt wird. Der entscheidende Faktor ist die Mobilität, nicht das Röntgenbild.
Was du als Besitzer im akut-Schub tun kannst
Auch bei bestem Management gibt es bei Arthrose-Pferden Phasen, in denen die Lahmheit plötzlich schlimmer wird. typische Auslöser: Wetterumschwung mit starkem Druck-Abfall, harter Boden in trockenem Sommer, ein Paar Tage zu intensives Training, oder ein kleiner Mis-Tritt auf der Koppel. Handle in der Reihenfolge: am ersten Tag Pause vom reiten und intensiver Bodenarbeit, aber unbedingt zweimal täglich zwanzig Bis dreißig Minuten ruhig führen auf weichem Boden. Am zweiten Tag die Führzeit verkürzen, wenn die Lahmheit zunimmt; verlängern, wenn sie nachlässt. Ist nach drei Tagen keine Besserung erkennbar oder wird die Lahmheit deutlich stärker, Ruf den Tierarzt.
kühl-Anwendungen mit ice-Pack auf das betroffene Gelenk für zehn Bis fünfzehn Minuten ein- bis zweimal täglich können helfen. Magnetfeld-decken oder -Gamaschen sind eine Möglichkeit für durchblutungs-Förderung. Eine NSAR-kurz-Kur (zwei Bis fünf Tage phenylbutazon oder firocoxib) ist nach Absprache mit dem Tierarzt oft sinnvoll. wichtig: niemals NSAR aus eigenem Bestand „auf Vorrat“ geben ohne Rücksprache; bei Magenpferden oder Pferden mit Nieren-Problemen kann das gefährlich sein.
Versicherung und Senior-Pferd-Klinikkosten
Arthrose ist die häufigste chronische Erkrankung beim Pferd über fünfzehn Jahren. Wer ein junges Pferd in der Versicherung anmeldet, sollte über Krankenversicherung oder zumindest OP-Versicherung nachdenken, bevor erste röntgen-Veränderungen sichtbar werden. Nach festgestellter Diagnose ist eine Versicherung kaum noch ohne Ausschluss zu bekommen, oder der Gelenk-Bereich wird komplett von der Erstattung ausgenommen.
Tierarztkosten beim Senior-Pferd absichern
Arthrose ist eine chronische Erkrankung. Röntgenserien, Gelenkinjektionen mit Hyaluron oder Arthramid, regelmäßige Lahmheits-Untersuchungen und im schlimmsten Fall eine Klinik-Behandlung summieren sich rasch auf vier- bis fünfstellige Beträge. Eine Pferde-Krankenversicherung oder zumindest eine OP-Versicherung nimmt dir den finanziellen Druck und gibt dir die Freiheit, die richtige Therapie zu Wählen statt die billigste.
Weiterführende Inhalte zum Thema: Spat beim Pferd: Sprunggelenks-Arthrose erkennen und behandeln, Senior-Pferd: Bewegung im Alter, Pferd-Mineralfutter-Finder, Hufpflege-Berater, Gelenke beim Pferd: Zusatzfutter und Ergänzungen.
Quellen
- Van Weeren PR et al.: Equine Sport Medicine and Surgery, Saunders Elsevier, 2. Auflage, Kapitel zu osteoarthritis und exercise.
- Kawcak CE: Joint Disease in the Horse, McIlwraith CW et al. (Hrsg.), Saunders Elsevier, 2. Auflage 2016.
- Goodrich LR, Nixon AJ: Medical Treatment of osteoarthritis in the horse, The Veterinary Journal, 2006.
- Rinnovati R et al.: Polyacrylamide hydrogel in equine osteoarthritis, Equine Veterinary Education, 2021.
- Veterinärmedizinische Universität Wien: Department für Kleintiere und Pferde, klinische Abteilung Pferdechirurgie und Orthopädie.
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