Ara Vogel im Porträt: Arten, Haltung & Lebenserwartung
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Der Ara ist der wohl beeindruckendste Papagei, den du dir vorstellen kannst, und ein Ara Vogel stellt zugleich die höchsten Ansprüche an seine Halter. Aras sind die größten Papageien der Welt, sie stammen aus den Regenwäldern und Savannen Mittel- und Südamerikas und erreichen mit ihren kräftigen Farben, ihrer enormen Intelligenz und ihrer beachtlichen Lautstärke schnell die Aufmerksamkeit im ganzen Haus. Der bekannteste Vertreter in menschlicher Obhut ist der Gelbbrustara mit seiner blau-gelben Pracht. So faszinierend diese Vögel sind, sie gehören ausdrücklich nicht in Anfängerhände. Ein Ara wird mehrere Jahrzehnte alt, oft älter als 50 Jahre, er braucht sehr viel Platz, beschäftigt sich mit einem Schnabel, der eine Walnuss knackt, und er ist so laut, dass eine Haltung in der Mietwohnung ausgeschlossen ist. Außerdem unterliegt jeder Ara Vogel strengen Artenschutzbestimmungen mit Nachweispflicht in Österreich und Deutschland. In diesem Porträt bekommst du einen ehrlichen Überblick über die verschiedenen Ara-Arten inklusive Gelbbrustara, über die anspruchsvolle Haltung, die Ernährung, die Lebenserwartung, die typischen Krankheiten, die rechtlichen Vorgaben und die hohen Kosten in Österreich und Deutschland. So kannst du realistisch einschätzen, ob dieser Papagei zu deinem Leben passt.
Der größte Papagei der Welt
Aras sind riesige, farbenprächtige Papageien aus Amerika. Der Gelbbrustara ist die bei uns bekannteste Art dieser eindrucksvollen Gruppe.
Extrem laut und kraftvoll
Ein Ara Vogel schreit ohrenbetäubend und knackt mit dem Schnabel harte Nüsse. Für Mietwohnungen ist er völlig ungeeignet.
Ein Vogel für ein halbes Leben
Aras werden oft über 50 Jahre alt. Diese Vögel überleben ihre Halter nicht selten, weshalb eine Vorsorge für den Ernstfall dazugehört.
Streng geschützt
Alle Aras stehen unter Artenschutz. In Österreich und Deutschland gelten Nachweis- und Meldepflicht sowie eine Kennzeichnung.
| Merkmal | Ara im Steckbrief (Beispiel Gelbbrustara) |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Ara ararauna (Gelbbrustara) |
| Familie | Eigentliche Papageien (Psittacidae) |
| Größe | 80 bis 90 cm (große Arten), Zwergaras ab 30 cm |
| Gewicht | 900 bis 1.300 g (große Arten) |
| Lebenserwartung | 50 bis 60 Jahre, teils darüber |
| Herkunft | Mittel- und Südamerika |
| Haltung | paarweise, sehr große Voliere, kein Anfängervogel |
| Anfängereignung | nein, nur für erfahrene Halter |
| Preis pro Vogel | ab 1.500 Euro, große Raritäten deutlich mehr |
Was für ein Vogel ist der Ara?
Der Ara ist ein Vogel der Superlative. Mit einer Gesamtlänge von rund 80 bis 90 Zentimetern bei den großen Arten gehört er zu den auffälligsten Papageien überhaupt, und sein kräftiger, gebogener Schnabel entwickelt genug Kraft, um selbst harte Palmnüsse zu öffnen. In seiner Heimat lebt der Ara in Schwärmen in den Regenwäldern und Feuchtsavannen Amerikas, wo er große Strecken fliegt und sich von Früchten, Samen und Nüssen ernährt. Auffällig ist bei vielen Arten die nackte Gesichtshaut, die von feinen Federlinien durchzogen ist und bei Aufregung sogar erröten kann.
Aras sind hochsozial und leben in festen Paaren, die ein Leben lang zusammenbleiben. Diese starke Bindung übertragen sie in menschlicher Obhut auf ihre Bezugspersonen, was ihre intensive Betreuung erklärt. Zudem sind sie außergewöhnlich intelligent, verspielt und neugierig, brauchen ständige geistige und körperliche Beschäftigung und langweilen sich schnell. Ein unterforderter Ara entwickelt rasch Verhaltensstörungen wie Federrupfen oder Dauerschreien. Wer die faszinierende Persönlichkeit dieser Vögel schätzt, findet Parallelen zum ebenfalls hochintelligenten Graupapagei im Porträt, der ähnlich anspruchsvoll in der Haltung ist.
Welche Ara-Arten gibt es?
Unter dem Begriff Ara werden mehrere Arten zusammengefasst, die sich in Größe, Farbe und Verfügbarkeit deutlich unterscheiden. Der mit Abstand häufigste in menschlicher Obhut ist der Gelbbrustara, wissenschaftlich Ara ararauna. Er trägt ein leuchtend blaues Rückengefieder und eine gelb-orange Unterseite und gilt als vergleichsweise umgänglich und lernfähig, weshalb er der klassische Einstieg in die Ara-Haltung für erfahrene Papageienhalter ist. Ebenfalls verbreitet sind der prächtige Grünflügelara und der feuerrote Hellrote Ara, beide noch etwas größer und kräftiger.

Der Hyazinth-Ara ist der größte Papagei der Welt, ein tiefblauer Riese, der besonders streng geschützt und entsprechend selten und teuer ist. Am anderen Ende der Skala stehen die Zwergaras, zu denen etwa der Hahnara zählt. Mit rund 30 bis 40 Zentimetern erreichen sie nur einen Bruchteil der Größe ihrer großen Verwandten und sind deutlich handlicher und für die Haltung etwas weniger fordernd, brauchen aber trotzdem viel Platz und Beschäftigung. Egal für welche Art du dich interessierst, allen gemeinsam sind der hohe Anspruch an die Haltung und die lange Lebenserwartung.
Warum ein Ara kein Anfängervogel ist
Ein Ara Vogel ist keine Anschaffung, die man nebenbei trifft. Er ist extrem laut, außergewöhnlich kräftig, hochintelligent und über Jahrzehnte auf intensive Zuwendung angewiesen. Fehler in der Haltung rächen sich schnell mit schweren Verhaltensstörungen. Aras gehören deshalb ausschließlich in die Hände erfahrener Halter, die den nötigen Platz, die Zeit, das Wissen und das Budget mitbringen. Wer zum ersten Mal einen Vogel hält, sollte mit einer deutlich unkomplizierteren Art beginnen und keinesfalls mit einem Ara.
Wie muss man einen Ara Vogel artgerecht halten?
Die Haltung eines Aras ist eine Hochleistungsaufgabe. Ein normaler Käfig oder eine Zimmervoliere reichen für diese großen, flugfreudigen Vögel niemals aus. Nötig ist eine sehr geräumige Voliere, idealerweise eine große Außenvoliere von mehreren Metern Länge mit einem beheizbaren, frostfreien Schutzhaus, in das sich die Vögel bei Kälte zurückziehen. Weil Aras hochsozial sind und in festen Paaren leben, ist eine Einzelhaltung nicht artgerecht. Halte deshalb mindestens zwei Tiere, die sich verstehen. Der kräftige Schnabel verlangt außerdem nach robustem Material, denn ein Ara zernagt dünnes Gitter und Holz mühelos.

Mindestens ebenso wichtig wie der Platz ist die Beschäftigung. Aras brauchen täglich frische Nageäste, Futtersuchspiele, robustes Spielzeug und viel Zuwendung, sonst leiden sie unter der Unterforderung. Und dann ist da die Lautstärke: Der Schrei eines Aras erreicht Lautstärken, die über Hunderte Meter zu hören sind, und lässt sich nicht abtrainieren, denn er gehört zum natürlichen Verhalten. In einem Reihenhaus oder einer Wohnung ist eine artgerechte Ara-Haltung deshalb praktisch unmöglich. Realistisch braucht es ein Grundstück mit Abstand zu den Nachbarn. Wer die Grundlagen artgerechter Papageienhaltung vertiefen möchte, findet in unserem Ratgeber zur artgerechten Ernährung von Papageien viele übertragbare Hinweise.
Was fressen Aras?
In der Natur ernähren sich Aras vielseitig von Früchten, Samen, Nüssen und Knospen, und einige Arten suchen an Lehmwänden gezielt Mineralstoffe. Diese Vielfalt solltest du auch in der Haltung nachbilden. Die Basis bildet eine hochwertige Mischung für Großpapageien, ergänzt durch reichlich frisches Obst und Gemüse wie Apfel, Beeren, Paprika, Karotte und dunkles Blattgemüse. Nüsse sind bei Aras sehr beliebt und ein gutes Beschäftigungsfutter, wegen ihres hohen Fettgehalts aber nur in Maßen zu geben. Auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A ist besonders zu achten, weil ein Mangel bei Papageien häufig vorkommt.
Wie bei allen Vögeln gilt: Avocado ist hochgiftig, ebenso Schokolade, Koffein, Alkohol und stark gesalzene oder gewürzte Speisen. Frisches Wasser gehört täglich in die Voliere. Weil Aras bei zu fettreicher Kost und zu wenig Bewegung zu Übergewicht und Fettleber neigen, ist ein gutes Gleichgewicht aus Beschäftigung, Bewegung und ausgewogenem Futter entscheidend. Eine falsche Ernährung ist eine der häufigsten Ursachen für Gesundheitsprobleme bei Großpapageien.
Wie alt wird ein Ara und welche Krankheiten treten auf?
Aras gehören zu den langlebigsten Vögeln überhaupt. Große Arten erreichen in guter Haltung ein Alter von 50 bis 60 Jahren, manche Tiere werden sogar noch älter. Diese Lebensspanne bedeutet, dass ein Ara seine Halter überleben kann, weshalb eine vorausschauende Regelung für den Fall wichtig ist, dass du dich eines Tages nicht mehr kümmern kannst. Wie alle Vögel verbergen Aras als Beutetiere Krankheiten bis zuletzt. Ein Ara, der aufgeplustert und teilnahmslos dasitzt, ist deshalb immer ein Notfall, der sofort fachkundig behandelt werden muss.

Zu den wichtigen Erkrankungen zählen die Schnabel-Feder-Krankheit PBFD, die auf den Menschen übertragbare Psittakose und die gefürchtete Drüsenmagenerweiterung PDD, die durch das Bornavirus ausgelöst wird und bei Aras besonders bekannt ist. Weiter kommen Pilzerkrankungen der Atemwege wie die Aspergillose, Vitaminmangelerscheinungen und psychisch bedingtes Federrupfen bei Fehlhaltung vor. Bei jedem Verdacht ist die Selbstbehandlung gefährlich, die richtige Diagnose stellt nur ein vogelkundiger Tierarzt mit Erfahrung bei Großpapageien. Einen Überblick über typische Warnzeichen gibt unser Ratgeber zu den häufigsten Papageien-Erkrankungen. Am schnellsten kannst du einen vogelkundigen Tierarzt in deiner Nähe finden, wenn es ernst wird.
Welche rechtlichen Vorgaben gelten für die Ara-Haltung?
Alle Aras stehen unter internationalem Artenschutz und fallen unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen sowie die europäische Artenschutzverordnung. Das hat für dich als Halter konkrete Folgen. In Österreich und Deutschland musst du für jeden Ara einen lückenlosen Herkunftsnachweis führen, der belegt, dass der Vogel aus legaler Nachzucht stammt. Für die besonders streng geschützten Arten wie den Hyazinth-Ara ist zusätzlich eine behördliche Vermarktungsbescheinigung nötig, wenn das Tier verkauft oder abgegeben wird. Kaufe deshalb niemals einen Ara ohne saubere Papiere.
Hinzu kommen eine Meldepflicht und eine Kennzeichnung. In Deutschland musst du die Haltung geschützter Papageien bei der zuständigen Naturschutzbehörde anzeigen, in Österreich erfolgt die Meldung je nach Bundesland bei der Bezirksverwaltungsbehörde. Üblich ist die Kennzeichnung mit einem geschlossenen Fußring aus der Zucht oder einem Mikrochip. Zusätzlich unterliegt das Halten von Papageien der Psittakose-Verordnung, sodass ein Krankheitsverdacht meldepflichtig ist. Informiere dich vor dem Kauf unbedingt bei der zuständigen Behörde über die genauen Anforderungen an deinem Wohnort, damit du rechtlich abgesichert bist.
💰 Kosten: Was kostet ein Ara in Österreich und Deutschland?
Ein Gelbbrustara kostet beim seriösen Züchter in Österreich und Deutschland meist zwischen 1.500 und 3.000 Euro, andere große Arten liegen ähnlich oder höher. Der streng geschützte Hyazinth-Ara erreicht Preise von 10.000 Euro und mehr. Da du immer mindestens zwei Tiere brauchst, verdoppelt sich der Anschaffungspreis. Der größte Posten ist jedoch die Unterbringung: Eine artgerechte Außenvoliere mit beheizbarem Schutzhaus kostet je nach Größe schnell mehrere Tausend Euro. Die laufenden Kosten für hochwertiges Futter, ständig neues Spielzeug und Nageäste liegen bei etwa 60 bis 120 Euro im Monat pro Paar. Dazu kommt eine solide Rücklage für den Tierarzt, denn Behandlungen bei Großpapageien sind teuer. Eine Erstuntersuchung mit Beratung kostet in Österreich meist zwischen 50 und 90 Euro, in Deutschland zwischen 40 und 80 Euro, spezielle Untersuchungen und ein Notdienst deutlich mehr. Was eine gründliche Untersuchung umfasst, zeigt unser Überblick zu den Kosten beim vogelkundigen Tierarzt.
Passt ein Ara zu mir?
Die ehrliche Antwort lautet für die allermeisten Menschen: nein. Ein Ara passt nur zu einem sehr kleinen Kreis erfahrener Halter, die bereit und in der Lage sind, über Jahrzehnte einen enormen Aufwand zu betreiben. Du brauchst ein Grundstück mit Platz für eine große Außenvoliere und genügend Abstand zu den Nachbarn, weil die Lautstärke nicht verhandelbar ist. Du brauchst täglich viel Zeit für Beschäftigung und sozialen Kontakt, fundiertes Wissen über Papageienhaltung und ein großzügiges Budget für Anschaffung, Unterbringung, Futter und Tierarzt. Und du musst die rechtlichen Vorgaben von Artenschutz bis Meldepflicht zuverlässig erfüllen.
Wer all das mitbringt, bekommt mit einem Ara einen der intelligentesten und charismatischsten Vögel überhaupt, der über ein halbes Menschenleben zum treuen Begleiter werden kann. Wer dagegen unsicher ist, in einer Wohnung lebt oder zum ersten Mal einen Vogel hält, sollte von der Anschaffung absehen. In diesem Fall ist es kein Verzicht, sondern eine verantwortungsvolle Entscheidung, sich für eine kleinere, unkompliziertere Art zu entscheiden, die zu den eigenen Möglichkeiten passt.
Wenn dich weitere Arten interessieren, wirf auch einen Blick auf den Sperlingspapagei und den Edelpapagei.
Häufige Fragen zum Ara
Quellen
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