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Sittiche: alle Sitticharten im Überblick und welcher passt zu dir

Sittiche: alle Sitticharten im Überblick und welcher passt zu dir

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Sittiche gehören zu den beliebtesten Ziervögeln in Österreich und Deutschland, doch hinter dem Begriff verbirgt sich eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Arten mit ganz eigenen Ansprüchen. Vom winzigen Sperlingspapagei über den vertrauten Wellensittich bis zum stimmgewaltigen Halsbandsittich reicht die Bandbreite, und wer sich Sittiche anschaffen möchte, sollte die Arten und ihre Unterschiede kennen. In diesem tierärztlich geprüften Überblick erfährst du, was Sittiche eigentlich sind, worin sie sich von den übrigen Papageien unterscheiden, welche Sitticharten es gibt und für welchen Halter sie sich eignen. Die große Übersichtstabelle vergleicht die wichtigsten Arten nach Größe, Lautstärke, Anfängereignung und Besonderheiten und führt dich mit einem Klick zum ausführlichen Porträt jeder Art. Dazu erklären wir die Haltungsgrundlagen, die für alle Sittiche gelten, und worauf du bei der Gesundheit achten solltest. So findest du die kleine Papageienart, die wirklich zu deinem Leben passt, und weißt von Anfang an, worauf es bei artgerechter Haltung ankommt.

Sitticharten im Überblick

Sittiche auf einen Blick

Sittiche sind kleine bis mittelgroße, schlanke Papageien mit langem Schwanz. Fast alle sind gesellige Schwarmvögel und dürfen niemals einzeln gehalten werden. Sie unterscheiden sich stark in Größe, Lautstärke und Ansprüchen, weshalb die Wahl der Art gut überlegt sein will. Alle Sittiche brauchen mindestens einen Artgenossen, eine große Voliere, täglichen Freiflug und eine ausgewogene Ernährung. Ein kranker Vogel ist immer ein Fall für den vogelkundigen Tierarzt.

Was sind Sittiche eigentlich?

Sittiche sind kleine bis mittelgroße Papageien mit einem schlanken Körper und einem auffällig langen, spitz zulaufenden Schwanz. Sie gehören alle zur großen Ordnung der Papageien und leben in ihrer Heimat, vor allem in Australien, Asien, Afrika und Südamerika, meist in Schwärmen. Typisch für Sittiche sind ihr geselliges Wesen, ihre Kletter- und Knabberfreude und ihr ausgeprägtes Bedürfnis nach Bewegung und sozialem Kontakt. In der Natur leben Sittiche in Gruppen von wenigen Tieren bis zu großen Schwärmen, sie suchen gemeinsam nach Futter, ruhen an geschützten Schlafplätzen und verständigen sich über Rufe. Dieses Sozialverhalten ist der Grund, warum sie auch in menschlicher Obhut nicht allein gehalten werden dürfen.

Der Begriff Sittich ist allerdings keine saubere wissenschaftliche Kategorie, sondern eine umgangssprachliche Sammelbezeichnung. Er fasst viele Arten aus unterschiedlichen Gattungen zusammen, die sich im Aussehen ähneln, also klein, schlank und langschwänzig sind. Zu den bekanntesten zählen der Wellensittich, der Nymphensittich und der Halsbandsittich, dazu kommen zahlreiche kleinere Arten wie Ziegensittich, Bourkesittich oder Katharinasittich. Auch einige besonders kleine Papageienarten wie der Sperlingspapagei oder die Unzertrennlichen werden im Alltag oft zu den sittichartigen Vögeln gezählt, auch wenn sie streng genommen einen etwas kürzeren Schwanz haben.

Interessant ist, dass manche Sittiche längst nicht mehr nur als Heimtiere vorkommen. In mehreren deutschen Städten wie Köln, Düsseldorf, Wiesbaden und Heidelberg leben freilebende Gruppen von Halsbandsittichen und Alexandersittichen, die aus entflogenen oder ausgesetzten Tieren entstanden sind. Sie haben sich an das mitteleuropäische Klima angepasst, versammeln sich abends in großen Schwärmen an gemeinsamen Schlafplätzen in hohen Bäumen und sind dort ein vertrauter Anblick geworden. Für die Haltung zu Hause ändert das nichts, es zeigt aber, wie anpassungsfähig und gesellig diese Vögel sind. Wenn du dich für einen Halsbandsittich als Heimtier interessierst, findest du alle Details im ausführlichen Porträt, das auch auf Herkunft und Lebensweise eingeht.

Zwei verschiedene Sitticharten auf einer Stange

Was unterscheidet Sittiche von Papageien?

Ehrlich gesagt gibt es keine scharfe biologische Trennlinie zwischen Sittichen und Papageien, denn alle Sittiche sind Papageien. Die Alltagssprache unterscheidet die beiden Begriffe eher nach dem Aussehen als nach der Verwandtschaft. Als Papageien im engeren Sinn bezeichnet man umgangssprachlich meist die größeren, kräftig gebauten Arten mit kurzem Schwanz, etwa Graupapageien, Amazonen oder Aras. Als Sittiche gelten dagegen die kleineren, schlankeren Arten mit langem Schwanz.

Diese Unterscheidung ist praktisch, aber nicht exakt. Ein Halsbandsittich ist zum Beispiel deutlich größer als ein Sperlingspapagei, obwohl der eine Sittich und der andere Papagei heißt. Wichtiger als die Frage, ob ein Vogel Sittich oder Papagei genannt wird, sind seine tatsächlichen Ansprüche an Platz, Sozialkontakt, Beschäftigung und Ernährung. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die einzelne Art statt auf die grobe Schublade. Wer sich für die größeren Papageien interessiert, findet bei uns eigene Porträts, etwa zum Unzertrennlichen als kleine Papageienart.

Welche Sitticharten gibt es im Überblick?

Die folgende Tabelle vergleicht die beliebtesten Sitticharten und einige kleine Papageienarten nach Größe, Lautstärke, Anfängereignung und einer typischen Besonderheit. Über den Link in jeder Zeile gelangst du direkt zum ausführlichen Porträt mit Steckbrief, Haltung, Ernährung und Kosten. So kannst du die Arten in Ruhe vergleichen und die passende auswählen.

Art Größe Lautstärke Anfänger Besonderheit
Wellensittich ca. 18 cm leise bis mittel sehr gut Klassiker, oft sprachbegabt
Nymphensittich ca. 32 cm mittel gut Federhaube, sanftes Wesen
Halsbandsittich ca. 40 cm laut bedingt markantes Halsband, stimmgewaltig
Ziegensittich ca. 27 cm leise gut ruhig, meckernder Ruf
Bourkesittich ca. 22 cm sehr leise gut dämmerungsaktiv, zartrosa
Sonnensittich ca. 30 cm sehr laut bedingt leuchtend orange, sehr sozial
Katharinasittich ca. 22 cm leise gut ruhig, klettert gern kopfüber
Schönsittich ca. 27 cm leise bedingt farbenprächtiges Männchen
Singsittich ca. 27 cm mittel bedingt melodischer Gesang
Glanzsittich ca. 22 cm leise gut leuchtende Farben, ruhig
Pflaumenkopfsittich ca. 33 cm mittel bedingt pflaumenfarbener Kopf
Sperlingspapagei ca. 13 cm leise bis mittel bedingt winzig, aber temperamentvoll
Unzertrennliche ca. 15 cm laut bedingt enge Paarbindung

Ein Hinweis am Rande: Nicht jeder beliebte Volierenvogel ist ein Sittich. Die Diamanttaube etwa ist eine kleine Taubenart und kein Sittich, wird aber oft in gemischten Volieren gehalten und ist für ruhige Halter durchaus interessant.

Warum kein Sittich allein gehalten werden darf

So unterschiedlich die Arten sind, eines haben fast alle Sittiche gemeinsam: Sie sind gesellige Schwarmvögel und leiden in Einzelhaltung erheblich. Ein einzeln gehaltener Sittich ist einsam, unterfordert und entwickelt oft Verhaltensstörungen wie Federrupfen, Dauerschreien oder Apathie. Der Mensch kann den ständig anwesenden Artgenossen nicht ersetzen, auch nicht mit noch so viel Zuwendung. Halte deine Sittiche daher immer mindestens zu zweit, besser in einer kleinen Gruppe. In Österreich schreibt die Tierhaltungsverordnung die paarweise Haltung geselliger Vogelarten ausdrücklich vor, und auch das deutsche Tierschutzrecht verlangt eine Haltung, die den arttypischen Bedürfnissen entspricht.

Welcher Sittich passt zu dir?

Die wichtigste Frage bei der Auswahl ist, wie viel Lautstärke, Platz und Erfahrung du mitbringst. Wer in einer hellhörigen Wohnung lebt und Rücksicht auf Nachbarn nehmen muss, ist mit leisen Arten wie Bourkesittich, Ziegensittich, Katharinasittich oder Glanzsittich am besten beraten. Sehr stimmgewaltige Arten wie Halsbandsittich oder Sonnensittich passen dagegen eher in ein freistehendes Haus oder zu Haltern, die viel Lärm tolerieren können.

Beim Platz gilt: Je größer die Art, desto größer muss die Voliere sein. Ein Halsbandsittich oder Pflaumenkopfsittich braucht deutlich mehr Raum als ein Wellensittich oder Sperlingspapagei. Für Einsteiger eignen sich robuste, gut erforschte Arten wie Wellensittich und Nymphensittich besonders gut, weil zu ihrer Haltung viel Wissen und Zubehör verfügbar ist. Anspruchsvollere oder sehr laute Arten sind eher etwas für erfahrene Halterinnen und Halter. Überlege außerdem, dass Sittiche je nach Art zehn bis dreißig Jahre alt werden können, ein Nymphensittich zum Beispiel deutlich älter als ein Wellensittich. Die Anschaffung ist also eine langfristige Verantwortung.

Denke auch an deine eigene Lebenssituation. Sittiche brauchen täglich Zeit, Beschäftigung und die Möglichkeit zum Freiflug, das lässt sich mit einem sehr vollen Alltag nur schwer vereinbaren. In einem Haushalt mit kleinen Kindern sind ruhige, robuste Arten sinnvoller, und die Hauptverantwortung für Pflege, Fütterung und Tierarztbesuche muss immer bei einem Erwachsenen liegen. Prüfe vor der Anschaffung ehrlich, ob du über die gesamte, oft sehr lange Lebenszeit für die Tiere sorgen kannst, auch bei Umzügen, Berufswechseln oder im Urlaub. Wer diese Fragen vorab klärt, erspart sich und den Vögeln später viel Stress.

Zwei bunte Sonnensittiche auf einem Ast

Was brauchen alle Sittiche in der Haltung?

Unabhängig von der Art gelten einige Grundregeln für die artgerechte Haltung. An erster Stelle steht die Gesellschaft: Mindestens ein Artgenosse ist Pflicht, viele Arten fühlen sich in einer kleinen Gruppe am wohlsten. Dazu kommt eine ausreichend große Voliere, deren Maße sich nach der Größe der Art richten, ergänzt durch täglichen Freiflug von mehreren Stunden in einem vogelsicheren Raum. Naturäste aus Obst-, Weiden- oder Haselholz in unterschiedlichen Stärken fördern die Fußgesundheit und laden zum Knabbern ein. Ebenso wichtig ist Beschäftigung: Sittiche sind kluge, neugierige Vögel, die sich schnell langweilen. Biete ihnen wechselnde Knabbermöglichkeiten aus Naturmaterial, Kork und unbehandeltem Holz, Bademöglichkeiten und genügend Raum zum Fliegen. Eintönige Haltung führt zu Frust und Verhaltensstörungen, während eine abwechslungsreiche Umgebung die Tiere ausgeglichen und gesund hält.

Bei der Ernährung braucht jede Art eine auf sie abgestimmte Körnermischung, ergänzt durch frisches Grünfutter, etwas Obst und Gemüse sowie Sepia und einen Mineralpickstein für die Kalziumversorgung. Der Standort sollte hell, ruhig und zugluftfrei sein, aber nicht in der prallen Sonne oder in Küchennähe liegen, wo giftige Dämpfe drohen. Dämpfe von beschichteten Pfannen, Zigarettenrauch, Duftkerzen und viele Zimmerpflanzen sind für alle Sittiche hochgiftig, deshalb solltest du den Freiflugraum sorgfältig sichern. Fenster und Spiegel markierst du, damit die Vögel nicht dagegenfliegen, und gefährliche Quellen wie offene Wasserbehälter, heiße Herdplatten oder gekippte Fenster sperrst du während des Freiflugs ab.

Weil Vögel Krankheiten aus Instinkt lange verbergen, ist ein sichtbar kranker Sittich immer ein Notfall. Achte auf Anzeichen wie dauerhaftes Aufplustern, Fressunlust oder Teilnahmslosigkeit und suche im Zweifel rasch Hilfe. Worauf es bei der Wahl der richtigen Praxis ankommt, erklärt der Ratgeber wie du einen vogelkundigen Tierarzt findest. Über go4vet kannst du außerdem direkt einen vogelkundigen Tierarzt in deiner Nähe finden.

Woran erkennst du einen gesunden Sittich?

Ein gesunder Sittich ist aufmerksam, aktiv und neugierig, sein Gefieder liegt glatt an und glänzt, die Augen sind klar und rund, und der Vogel nimmt am Geschehen im Schwarm teil. Er frisst regelmäßig, klettert und fliegt gern und plustert sich nur kurz in Ruhephasen auf. Auch der Kot gibt Auskunft über die Gesundheit: Bei einem gesunden Tier ist er geformt, besteht aus einem dunklen und einem weißen Anteil und wird in gleichmäßigen Abständen abgesetzt.

Warnzeichen sind dagegen dauerhaftes Aufplustern, viel Schlaf am Tag, Sitzen auf beiden Beinen mit geschlossenen Augen, Fressunlust, verändertes Atmen, verklebtes Gefieder rund um Schnabel oder Kloake sowie veränderter Kot. Auch ein Vogel, der sich plötzlich vom Schwarm absondert und von den anderen gemieden wird, ist verdächtig, denn Schwarmvögel spüren die Schwäche eines Artgenossen. Beobachte deine Sittiche am besten täglich aus etwas Entfernung, weil viele Vögel sich in Anwesenheit von Menschen zusammenreißen und gesünder wirken, als sie sind. Je früher du eine Veränderung bemerkst, desto besser stehen die Chancen einer erfolgreichen Behandlung. Warte bei Krankheitszeichen nie ab, sondern lass deinen Vogel zeitnah untersuchen.

Paar Wellensittiche auf Naturholz

💰 Kosten: Was kosten Sittiche in Österreich und Deutschland?

Der Anschaffungspreis hängt stark von der Art ab. Ein Wellensittich kostet meist 20 bis 40 Euro, ein Nymphensittich 40 bis 90 Euro, seltenere Arten wie Katharina-, Schön- oder Pflaumenkopfsittich sowie Sonnensittiche liegen oft zwischen 60 und 250 Euro pro Tier. Da du immer mindestens ein Paar brauchst, verdoppelt sich dieser Betrag. Die Erstausstattung mit einer ausreichend großen Voliere, Naturästen, Näpfen und Zubehör schlägt in Österreich und Deutschland mit rund 250 bis 800 Euro zu Buche, bei großen Arten auch mehr. Die laufenden Kosten für Futter, Frischkost und Einstreu betragen etwa 20 bis 50 Euro im Monat je nach Anzahl und Größe der Vögel. Für die tierärztliche Versorgung solltest du eine Reserve einplanen, denn eine Untersuchung beim vogelkundigen Tierarzt kostet meist 40 bis 70 Euro, weiterführende Diagnostik oder ein Notfall entsprechend mehr.

Häufige Fragen zu Sitticharten

Was ist der Unterschied zwischen Sittichen und Papageien?
Es gibt keine scharfe biologische Trennung, alle Sittiche sind Papageien. Umgangssprachlich nennt man kleine, schlanke, langschwänzige Arten Sittiche und die großen, kräftigen Arten mit kurzem Schwanz Papageien. Entscheidend sind die tatsächlichen Ansprüche der jeweiligen Art.
Welche Sitticharten eignen sich für Anfänger?
Wellensittich und Nymphensittich gelten als besonders anfängerfreundlich, weil sie robust und gut erforscht sind. Auch leise Arten wie Ziegen-, Bourke- oder Katharinasittich sind gut geeignet. Sehr laute oder anspruchsvolle Arten wie Halsband- oder Sonnensittich sind eher etwas für erfahrene Halter.
Welcher Sittich ist am leisesten?
Zu den leisesten Arten zählen Bourkesittich, Ziegensittich, Katharinasittich und Glanzsittich. Sie eignen sich gut für hellhörige Wohnungen. Ganz lautlos ist aber kein Sittich, ein gewisses Maß an Zwitschern gehört immer dazu.
Kann man verschiedene Sitticharten zusammen halten?
Das ist nur eingeschränkt möglich und muss gut überlegt sein. Unterschiedlich große oder temperamentvolle Arten können sich verletzen oder stressen. Am sichersten ist die Haltung mehrerer Tiere derselben Art. Lass dich vor einer Vergesellschaftung fachkundig beraten.
Wie viele Sittiche sollte man mindestens halten?
Mindestens zwei. Sittiche sind Schwarmvögel und leiden in Einzelhaltung an Einsamkeit und Verhaltensstörungen. Eine kleine Gruppe ist bei ausreichend Platz noch besser. Der Mensch kann den Artgenossen nicht ersetzen.
Wie alt werden Sittiche?
Je nach Art zwischen etwa zehn und dreißig Jahren. Ein Wellensittich wird bei guter Haltung rund acht bis fünfzehn Jahre alt, ein Nymphensittich oder Halsbandsittich kann deutlich älter werden. Die Anschaffung ist also eine langfristige Verpflichtung.
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