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Bourkesittich im Porträt: Haltung, Charakter & Lebenserwartung

Bourkesittich im Porträt: Haltung, Charakter & Lebenserwartung

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Der Bourkesittich ist einer der ruhigsten und sanftesten Sittiche, die du halten kannst, und gerade deshalb ideal für Einsteiger und für ruhige Wohnsituationen. Wissenschaftlich heißt er Neopsephotus bourkii, früher wurde er den Grassittichen der Gattung Neophema zugeordnet. Anders als die meisten grün gefärbten Papageien trägt er ein zartes Kleid aus erdigem Braun, sanftem Rosa und feinem Blau, das ihn unverwechselbar macht. Beheimatet ist er im trockenen Inneren Australiens, wo er in der Hitze des Tages Schatten sucht und vor allem in der Dämmerung aktiv wird. Diese Dämmerungsaktivität ist eine seiner Besonderheiten: Während viele Vögel mittags munter sind, wird der Bourkesittich morgens und abends lebendig und lässt dann seinen leisen, melodischen Gesang hören. Er gilt als friedlich, verträglich und angenehm leise, was ihn selbst für eine Mietwohnung geeignet macht, in der lautere Arten für Ärger sorgen würden. In diesem Porträt erfährst du alles Wichtige über Herkunft, Aussehen und Charakter, über die richtige Bourkesittiche Haltung im Paar oder in der Gemeinschaftsvoliere, über Ernährung, Lebenserwartung und typische Krankheiten sowie über die realen Kosten in Österreich und Deutschland.

Bourkesittich

Zartes Kleid in Braun und Rosa

Der Bourkesittich fällt durch seine ungewöhnliche erdig-rosa Färbung auf. Besonders beliebt ist die rosafarbene Zuchtform, der Rosa Bourkesittich.

Leise

Einer der leisesten Sittiche

Sein Gesang ist leise und melodisch. Der Bourkesittich stört kaum, was ihn auch für hellhörige Wohnungen zu einer guten Wahl macht.

Dämmerungsaktiv

Aktiv in der Dämmerung

Morgens und abends wird der Bourkesittich lebendig. Ein kleines Nachtlicht hilft, weil er im Dunkeln leicht erschrickt.

Friedlich

Friedlich und verträglich

Bourkesittiche sind sanftmütig und lassen sich gut mit anderen ruhigen Arten vergesellschaften. Aggression ist bei ihnen selten.

Merkmal Bourkesittich im Steckbrief
Wissenschaftlicher Name Neopsephotus bourkii
Familie Eigentliche Papageien / Grassittiche (Psittaculidae)
Größe 19 bis 23 cm
Gewicht 40 bis 50 g
Lebenserwartung 10 bis 15 Jahre
Herkunft Trockengebiete im Inneren Australiens
Haltung mindestens paarweise, ruhige Gemeinschaftsvoliere möglich
Anfängereignung sehr gut, leise, friedlich und robust
Preis pro Vogel 30 bis 60 Euro, Farbmutationen teurer

Woher stammt der Bourkesittich und wie sieht er aus?

Der Bourkesittich lebt im ariden Landesinneren Australiens, in Halbwüsten und trockenem Buschland mit spärlichem Bewuchs. An dieses Leben in Hitze und Trockenheit ist er gut angepasst: Er meidet die pralle Mittagssonne und geht in der kühleren Dämmerung auf Nahrungssuche. Benannt ist er nach dem britischen Offizier Sir Richard Bourke. Alle bei uns gehaltenen Tiere stammen aus Nachzuchten, und in der Zucht sind neben der natürlichen Wildfarbe viele Farbschläge entstanden.

Im Aussehen ist der Bourkesittich eine echte Ausnahme unter den Papageien. Statt kräftigem Grün trägt die Wildform ein warmes, erdiges Braun am Rücken, während Brust und Bauch von einem zarten Rosa überzogen sind. Feine blaue Töne finden sich an Flügeln und Bürzel. Männchen erkennst du meist an einem blauen Stirnband und einem intensiveren Rosa, Weibchen wirken insgesamt matter und tragen wenig oder kein Blau an der Stirn. Ganz sicher lässt sich das Geschlecht bei jungen oder farblich veränderten Tieren nur über einen DNA-Test bestimmen. Besonders beliebt ist die rosafarbene Zuchtform, der Rosa Bourkesittich, dessen zartes Gefieder fast vollständig in Rosatönen leuchtet. Farbe und Zuchtform ändern nichts an den Bedürfnissen des Vogels.

Zwei kleine Sittiche sitzen einander ruhig zugewandt

Wie sieht die richtige Bourkesittiche Haltung aus?

Wie alle Sittiche ist auch der Bourkesittich ein geselliger Schwarmvogel und darf niemals allein gehalten werden. Halte deshalb mindestens ein Paar. Weil diese Art so friedlich und verträglich ist, eignet sie sich gut für eine ruhige Gemeinschaftsvoliere, in der sie sogar mit passenden anderen Arten wie Prachtfinken zusammenleben kann. Aggressionen sind bei Bourkesittichen selten, was die Vergesellschaftung erleichtert. Beim Platz gilt wie immer: Auch ein ruhiger Vogel braucht Raum zum Fliegen. Eine geräumige Zimmervoliere für ein Paar sollte mindestens einen Meter, besser mehr, in der Länge messen, ergänzt durch täglichen Freiflug.

Eine Besonderheit ergibt sich aus der Dämmerungsaktivität. Bourkesittiche werden morgens und abends munter und können in völliger Dunkelheit erschrecken. Ein kleines Nachtlicht in Käfignähe beugt einem panischen Auffliegen vor, ähnlich wie beim Nymphensittich. Ansonsten ist die Art unkompliziert und wetterhart, sodass eine Außenvoliere mit trockenem, frostfreiem Schutzraum gut möglich ist. Wenn du dich in die Grundlagen von Standort, Einrichtung und Beschäftigung einlesen möchtest, hilft dir unser Ratgeber zur richtigen Haltung von Wellensittichen weiter, dessen Prinzipien sich gut übertragen lassen. Wer es dagegen lieber quirlig und lebhaft mag, findet im deutlich aktiveren Ziegensittich im Porträt das genaue Gegenstück zum ruhigen Bourkesittich.

Warum der Bourkesittich so anfängerfreundlich ist

Der Bourkesittich vereint mehrere Eigenschaften, die ihn zu einem der besten Vögel für Einsteiger machen: Er ist leise, friedlich, robust und stellt keine übertriebenen Ansprüche an die Beschäftigung. Selbst in einer hellhörigen Wohnung fällt er kaum auf. Wichtig bleibt trotzdem, dass du immer mindestens zwei Tiere hältst, für genügend Flugraum sorgst und dich mit Ernährung und Gesundheit vertraut machst. Wer einen ruhigen, pflegeleichten und dennoch hübschen Vogel sucht, liegt beim Bourkesittich goldrichtig.

Was frisst ein Bourkesittich?

Grundlage der Ernährung ist eine hochwertige Körnermischung für Grassittiche oder kleine Sittiche, die vor allem verschiedene Grassamen und Hirsesorten enthält. Weil Bourkesittiche in der kargen Heimat an eine überschaubare Nahrung gewöhnt sind, neigen sie bei zu reichlichem, fettigem Futter und wenig Bewegung zu Übergewicht. Achte deshalb auf ein gutes Gleichgewicht und biete reichlich frisches Grün und Gemüse: Vogelmiere, Löwenzahn, Salatgurke, Karotte, Paprika und dunkle Blattsalate werden gern genommen. Angekeimte Sämereien und in der Brutzeit etwas Eifutter runden den Speiseplan ab.

Mehrere Sittiche in einer geräumigen Voliere

Auch beim Bourkesittich gelten die bekannten Verbote: Avocado ist hochgiftig, ebenso Schokolade, Koffein, Alkohol und stark gesalzene oder gewürzte Speisen. Beim Freiflug musst du auf giftige Zimmerpflanzen achten. Eine Sepiaschale und Vogelgrit unterstützen Verdauung und Schnabelpflege, frisches Wasser wechselst du täglich. Die allgemeinen Regeln einer gesunden Vogelernährung, was in den Napf gehört und was gefährlich ist, kannst du gut an unserem Leitfaden zur Ernährung von Wellensittichen ablesen, denn die Grundlagen gelten für den Bourkesittich fast identisch.

Wie alt wird ein Bourkesittich und welche Krankheiten treten auf?

Ein gut gehaltener Bourkesittich erreicht ein Alter von etwa zehn bis 15 Jahren. Er gilt als robuste und wenig krankheitsanfällige Art, was ebenfalls zu seiner Anfängereignung beiträgt. Trotzdem gilt auch hier: Als Beutetier verbirgt der Vogel Schwäche bis zuletzt. Ein Bourkesittich, der aufgeplustert und teilnahmslos dasitzt, ist deshalb fast immer ein Notfall, der sofort fachkundig behandelt werden muss. Über die Gesundheit entscheiden eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und eine stressarme Haltung im Paar oder in der Gruppe.

Zu den möglichen Erkrankungen zählen Endoparasiten wie Würmer und Kokzidien, gegen die regelmäßige Kotuntersuchungen helfen, außerdem Milben, Pilzinfektionen und die bei Papageienvögeln gefürchtete Schnabel-Feder-Krankheit PBFD. Weibchen, die unter ungünstigen Bedingungen zu viele Eier legen, können eine lebensbedrohliche Legenot entwickeln. Bei jedem ernsten Verdacht ist die Selbstbehandlung mit Hausmitteln gefährlich, die richtige Diagnose stellt nur ein vogelkundiger Tierarzt. Am schnellsten kannst du einen vogelkundigen Tierarzt in deiner Nähe finden, wenn es darauf ankommt. Worauf es bei der Wahl einer geeigneten Praxis ankommt, erklärt unser Ratgeber zum vogelkundigen Tierarzt.

Mehrere Sittiche sitzen ruhig beieinander

Wie wird ein Bourkesittich handzahm?

Der Bourkesittich lässt sich mit Geduld gut an den Menschen gewöhnen, auch wenn er von Natur aus eher zurückhaltend ist. Wichtig ist ein ruhiger, verlässlicher Umgang, denn hektische Bewegungen und Lärm verunsichern diese sensible Art. Am besten gibst du deinen Vögeln nach dem Einzug zunächst ein bis zwei Wochen Zeit, in denen sie sich in Ruhe einleben, ohne dass du sie bedrängst. Sprich leise mit ihnen, halte dich oft in der Nähe auf und lass sie so lernen, dass von dir keine Gefahr ausgeht.

Im nächsten Schritt kannst du beginnen, ein Lieblingsfutter wie Kolbenhirse anzubieten, zuerst durch das Gitter, später aus der offenen Hand. Belohne jede kleine Annäherung mit Ruhe und Geduld und dränge dich nie auf. Weil Bourkesittiche in der Dämmerung aktiver und aufmerksamer sind, gelingen solche Übungen morgens und abends oft besser als in der Mittagsruhe. Bedenke aber, dass ein Paar oder eine Gruppe stärker aufeinander bezogen ist und deshalb manchmal weniger Interesse am Menschen zeigt als ein einzeln gehaltener Vogel. Das ist kein Grund zur Einzelhaltung, sondern schlicht der Preis einer artgerechten, glücklichen Gruppe.

Passt ein Bourkesittich zu mir?

Der Bourkesittich ist die richtige Wahl für Menschen, die einen ruhigen, leisen und pflegeleichten Vogel suchen. Er eignet sich hervorragend für Einsteiger, für Familien mit dem Wunsch nach einem unkomplizierten Ziervogel und für alle, die in einer hellhörigen Wohnung leben und Rücksicht auf die Nachbarn nehmen müssen. Anders als viele Papageien ist er kein Krawallmacher und auch kein rastloses Energiebündel, sondern ein angenehm zurückhaltender Geselle, dessen sanfter Gesang in der Dämmerung viele Halter begeistert. Handzahm wird er bei geduldigem Umgang durchaus, doch auch als reiner Beobachtungsvogel ist er eine Freude.

Vor der Anschaffung solltest du dir dennoch bewusst machen, dass auch ein ruhiger Vogel Verantwortung bedeutet. Du brauchst Platz für eine ausreichend große Voliere mit Freiflug, hältst immer mindestens zwei Tiere und trägst die Verantwortung über zehn bis 15 Jahre inklusive der Kosten für einen vogelkundigen Tierarzt. Wenn du dir einen friedlichen, leisen und dabei ungewöhnlich hübschen Vogel wünschst, ist der Bourkesittich kaum zu übertreffen. Wer dagegen viel Action und ein lautstarkes Spektakel sucht, sollte sich nach einer anderen Art umsehen.

💰 Kosten: Was kostet ein Bourkesittich in Österreich und Deutschland?

Ein Bourkesittich in Wildfarbe kostet beim seriösen Züchter in Österreich und Deutschland meist zwischen 30 und 60 Euro pro Tier, die beliebte rosafarbene Zuchtform liegt etwas darüber. Da du immer mindestens zwei Vögel brauchst, rechne für das Paar mit etwa 60 bis 130 Euro. Die Erstausstattung mit einer ausreichend großen Voliere samt Naturästen, Näpfen, Sepiaschale und Beschäftigung schlägt je nach Größe mit rund 150 bis 400 Euro zu Buche. Die laufenden Kosten für Körnerfutter, Frischkost, Sand und Kleinbedarf liegen bei etwa 15 bis 25 Euro im Monat. Dazu kommt eine Rücklage für den Tierarzt. Eine Erstuntersuchung mit Beratung kostet in Österreich meist zwischen 40 und 70 Euro, in Deutschland zwischen 30 und 60 Euro, ein Notdienst am Wochenende mehr. Was eine gründliche Untersuchung umfasst, zeigt unser Überblick zu den Kosten beim vogelkundigen Tierarzt.

Wenn dich weitere Arten interessieren, wirf auch einen Blick auf den Katharinasittich, den Singsittich und den Glanzsittich.

Häufige Fragen zum Bourkesittich

Ist der Bourkesittich ein guter Anfängervogel?
Ja, er gehört zu den besten Vögeln für Einsteiger. Der Bourkesittich ist leise, friedlich, robust und pflegeleicht und fällt selbst in einer hellhörigen Wohnung kaum auf. Wichtig ist nur, dass du von Anfang an mindestens zwei Tiere hältst, eine ausreichend große Voliere mit Freiflug bietest und dich mit Ernährung und Gesundheit vertraut machst. Dann ist er unkompliziert und langlebig.
Sind Bourkesittiche laut?
Nein, im Gegenteil. Der Bourkesittich gehört zu den leisesten Sittichen überhaupt. Sein Gesang ist sanft und melodisch, vor allem in der Dämmerung, und stört kaum. Gerade das macht ihn zu einer guten Wahl für Mietwohnungen und ruhige Haushalte, in denen lautere Papageien für Konflikte mit den Nachbarn sorgen würden.
Kann man Bourkesittiche mit anderen Vögeln vergesellschaften?
Ja, das gelingt oft gut. Bourkesittiche sind ausgesprochen friedlich und verträglich und lassen sich in einer geräumigen Gemeinschaftsvoliere mit passenden ruhigen Arten wie Prachtfinken halten. Aggressionen sind bei ihnen selten. Wichtig sind genug Platz, ausreichend Futter- und Sitzplätze und eine gute Beobachtung, damit es auch in der Brutzeit harmonisch bleibt.
Warum ist der Bourkesittich in der Dämmerung aktiv?
Weil er das an das Leben in den heißen Trockengebieten Australiens angepasst hat. Dort meidet er die pralle Mittagssonne und wird in der kühleren Morgen- und Abenddämmerung aktiv. Diese Gewohnheit behält er auch in menschlicher Obhut bei. Ein kleines Nachtlicht ist sinnvoll, weil der Vogel in völliger Dunkelheit erschrecken und panisch auffliegen kann.
Wie alt wird ein Bourkesittich?
Bei guter Haltung erreicht ein Bourkesittich etwa zehn bis 15 Jahre. Er gilt als robuste, wenig anfällige Art. Über die Lebenserwartung entscheiden vor allem eine ausgewogene Ernährung ohne Übergewicht, ausreichend Bewegung in einer geräumigen Voliere und eine stressarme Haltung mindestens im Paar. Regelmäßige Kotuntersuchungen helfen, Parasiten früh zu erkennen.
Was ist ein Rosa Bourkesittich?
Der Rosa Bourkesittich ist eine beliebte Zuchtform, bei der das ohnehin rosa getönte Gefieder der Wildform noch stärker in zarten Rosatönen leuchtet. Es handelt sich um eine Farbmutation, die nichts an den Bedürfnissen oder am Wesen des Vogels ändert. Achte beim Kauf weniger auf eine besonders auffällige Färbung als auf ein fittes, aufmerksames Tier aus guter, gesunder Nachzucht.
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