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Katharinasittich im Porträt: Haltung, Ruhe und Klettern

Katharinasittich im Porträt: Haltung, Ruhe und Klettern

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Der Katharinasittich ist der Zwerg unter den Sittichen und einer der ruhigsten Papageienvögel, die du halten kannst. Mit nur etwa sechzehn Zentimetern Länge und seinem sanften, leisen Wesen ist er das genaue Gegenteil vieler lauter Sittiche und passt deshalb sogar in Wohnungen, in denen ein schriller Schreihals unmöglich wäre. Eine weitere Besonderheit macht ihn einzigartig: Der Katharinasittich ist ein Kletterer und kein ausdauernder Flieger. Statt durch die Voliere zu düsen, klettert er gemächlich durch das Geäst und hängt sich dabei gern kopfüber an die Äste. Dieser Ratgeber zeigt dir, was den Katharinasittich so besonders macht, wie ruhig er wirklich ist, warum sein Kletterverhalten die Einrichtung der Voliere bestimmt, wie du ihn richtig hältst und ernährst und welche Krankheiten typisch sind.

Symbol Sittich

Zwerg unter den Sittichen

Mit rund sechzehn Zentimetern ist der Katharinasittich winzig. Sein grünes Gefieder trägt feine dunkle Querstriche, die ihm den Namen Strichelsittich einbrachten.

Symbol leise

Sehr leise

Der Katharinasittich gehört zu den ruhigsten Sittichen. Er zwitschert und plaudert leise vor sich hin und eignet sich deshalb auch für hellhörige Wohnungen.

Symbol Klettern

Kletterer statt Flieger

Der Katharinasittich klettert lieber, als zu fliegen, und hängt sich gern kopfüber ins Geäst. Seine Voliere braucht deshalb viele waagerechte Kletteräste.

Größe ca. 16 cm
Gewicht 45 bis 55 g
Lebenserwartung 10 bis 15 Jahre
Herkunft Bergwälder Mittel- und Südamerikas
Haltung niemals allein, mindestens paarweise
Anfängereignung gut, ruhig und pflegeleicht
Preis 40 bis 90 Euro pro Vogel

Was macht den Katharinasittich besonders?

Der Katharinasittich (Bolborhynchus lineola) ist ein kleiner, grün gefärbter Sittich mit einem unverwechselbaren Merkmal: feine schwarze Querstriche ziehen sich über Flügel und Rücken, weshalb er auch Strichelsittich genannt wird. Aus diesen Strichen ergibt sich ein hübsches, fein gemustertes Federkleid. Neben der grünen Wildform gibt es aus der Zucht zahlreiche Farbschläge, etwa blaue, olivfarbene, türkise oder gelbe Katharinasittiche. Ursprünglich stammt der Katharinasittich aus den Bergwäldern Mittel- und Südamerikas, wo er in kühleren, feuchten Höhenlagen lebt.

Was den Katharinasittich für die Haltung so beliebt macht, ist die Kombination aus geringer Größe, ruhigem Wesen und sanftem Charakter. Er ist neugierig, verspielt und wird bei geduldigem Umgang oft zutraulich, ohne dabei aufdringlich zu sein. Weil er so klein und leise ist, eignet er sich auch für Menschen mit wenig Platz oder empfindlichen Nachbarn. Wer einen ruhigen, unkomplizierten Sittich sucht, findet in ihm einen idealen Kandidaten. Eine ähnlich sanfte und leise Alternative ist der Bourkesittich, der ebenfalls zu den ruhigen Sittichen zählt.

Männchen und Weibchen lassen sich beim Katharinasittich nicht immer leicht unterscheiden. Bei der grünen Wildform tragen Männchen meist eine kräftigere und ausgedehntere schwarze Strichelung, besonders am unteren Rücken und an den Unterschwanzdecken, während die Zeichnung beim Weibchen zarter ausfällt. Bei den vielen gezüchteten Farbschlägen verschwimmen diese Unterschiede jedoch, und eine sichere Bestimmung gelingt oft nur über eine DNA-Analyse beim Tierarzt. Für die reine Haltung als Beobachtungsvogel spielt das Geschlecht keine große Rolle, wichtig ist es vor allem, wenn du eine harmonische Paarhaltung planst. Möchtest du gezielt ein Paar zusammenstellen, lässt du das Geschlecht am besten vor dem Kauf bestimmen. So vermeidest du, dass du versehentlich zwei Männchen oder zwei Weibchen erwischst, was bei manchen Sittichen zu Spannungen führen kann.

Wie ruhig ist der Katharinasittich wirklich?

Der Katharinasittich gehört zu den leisesten Sittichen überhaupt, und das ist einer seiner größten Vorzüge. Statt schriller Schreie gibt er leise Zwitscher-, Pfeif- und Plaudertöne von sich, die selten stören. Selbst mehrere Katharinasittiche zusammen bleiben angenehm leise, verglichen mit lauten Arten wie dem Sonnensittich, dessen durchdringender Schrei ganze Wohnungen beschallt. Damit ist der Katharinasittich eine der wenigen Sittichenarten, die sich auch für Mietwohnungen mit hellhörigen Wänden gut eignen.

Diese Ruhe bedeutet aber nicht, dass der Katharinasittich langweilig wäre. Im Gegenteil, er ist ein aktiver, verspielter kleiner Kerl, der gern klettert, knabbert und seine Umgebung erkundet. Nur eben auf leise Art. Für dich heißt das: Du bekommst einen lebhaften, unterhaltsamen Vogel, ohne die Lärmbelastung, die viele andere Papageien mit sich bringen. Gerade für Menschen, die einen charaktervollen Vogel möchten, aber Rücksicht auf ihr Wohnumfeld nehmen müssen, ist das ein großer Pluspunkt. Mit viel Geduld und ruhigem Umgang werden Katharinasittiche außerdem oft erstaunlich zutraulich und kommen zum Beispiel für ein Stück Kolbenhirse auf die Hand. Erzwingen lässt sich das aber nie, und der Kontakt zum Artgenossen bleibt immer wichtiger als die Beziehung zum Menschen.

Kleiner grüner Sittich mit fein gemusterter Brust

Warum ist der Katharinasittich ein Kletterer?

Ein Verhalten unterscheidet den Katharinasittich deutlich von den meisten anderen Sittichen: Er klettert lieber, als zu fliegen. Während viele Sittiche geschickte und ausdauernde Flieger sind, bewegt sich der Katharinasittich am liebsten kletternd durch das Geäst, hangelt sich von Ast zu Ast und hängt sich dabei häufig kopfüber. Diese Vorliebe hängt mit seiner Lebensweise in den dichten Bergwäldern zusammen, wo Klettern oft praktischer ist als Fliegen. Beim Fressen hält er seine Nahrung außerdem gern mit dem Fuß fest, was bei Sittichen dieser Größe eher ungewöhnlich ist.

Für die Haltung hat das eine wichtige Konsequenz: Die Voliere muss vor allem viele waagerechte und schräg gestellte Kletteräste, Seile und Klettermöglichkeiten bieten. Eine hohe, kahle Voliere mit nur wenigen Stangen wird diesem Kletterkünstler nicht gerecht. Richte den Lebensraum deines Katharinasittichs deshalb wie einen kleinen Kletterparcours ein, mit Naturästen unterschiedlicher Stärke, an denen er sich austoben kann. Trotz seiner Kletterfreude braucht er zusätzlich Platz, um seine Flügel zu gebrauchen, denn fliegen können und wollen die Vögel durchaus, sie tun es nur seltener als andere Sittiche.

Zwei kleine grüne Sittiche im Freien

Wie hältst du einen Katharinasittich artgerecht?

Der Katharinasittich ist ein geselliger Schwarmvogel und darf niemals allein gehalten werden. Ein einzeln gehaltener Katharinasittich vereinsamt, denn der Kontakt zu Artgenossen ist für ihn lebensnotwendig. Halte deinen Katharinasittich deshalb mindestens als Paar, besser in einer kleinen Gruppe. Weil die Vögel so friedlich sind, lassen sie sich oft auch gut mit anderen ruhigen Sittichen vergesellschaften, sofern die Voliere groß genug ist.

Die Unterkunft sollte so groß wie möglich sein und wegen des Kletterverhaltens vor allem in der Breite Platz bieten. Statte sie mit vielen Kletterästen, Seilen und Spielzeug aus und sorge für einen hellen, aber zugfreien Standort. Weil der Katharinasittich aus kühleren Bergregionen stammt, kommt er mit normalen Zimmertemperaturen gut zurecht und ist nicht so wärmebedürftig wie tropische Papageien. Täglicher Freiflug in einem gesicherten Raum rundet die artgerechte Haltung ab. Achte außerdem auf eine geregelte Nachtruhe von etwa zehn bis zwölf Stunden. Rechtlich fällt der Katharinasittich wie die meisten Papageienvögel unter das Washingtoner Artenschutzabkommen und ist in der Europäischen Union gelistet. Kaufe ihn deshalb nur mit Herkunftsnachweis aus seriöser Nachzucht und erkundige dich bei deiner örtlichen Behörde nach möglichen Meldepflichten.

Ideal für kleine Wohnungen

Der Katharinasittich vereint gleich mehrere Vorteile für Menschen mit begrenztem Platz: Er ist winzig, sehr leise und kommt mit normalen Zimmertemperaturen zurecht. Trotzdem gilt auch für ihn die eiserne Regel, dass er niemals allein gehalten werden darf. Zwei Katharinasittiche brauchen zwar weniger Platz als ein Paar großer Papageien, eine geräumige, breite Voliere mit vielen Kletterästen ist aber Pflicht.

Was frisst ein Katharinasittich?

Die Grundlage der Katharinasittich-Ernährung ist eine hochwertige Körnermischung für kleine Sittiche, die verschiedene Sämereien wie Hirse, Glanzsaat und kleine Grassamen enthält. Ergänzend braucht der Katharinasittich täglich frisches Grünfutter wie Vogelmiere, Löwenzahn oder ungespritzten Salat sowie in kleinen Mengen Obst und Gemüse. Kolbenhirse ist ein beliebter Leckerbissen und dient gleichzeitig als Beschäftigung, sollte aber wegen des Kaloriengehalts nicht unbegrenzt angeboten werden. Gekeimte Saaten sind eine wertvolle Ergänzung und besonders während der Brutzeit sinnvoll.

Wie bei allen Sittichen gehört ein Angebot an Mineralien und Kalk in die Voliere, etwa in Form von Sepiaschale oder Grit, damit die Vögel ihren Bedarf decken können. Frisches Trinkwasser muss täglich gewechselt werden, denn im Wasser vermehren sich Keime schnell. Verzichte auf Avocado, Salziges und stark Verarbeitetes, denn diese Lebensmittel sind für Vögel giftig. Achte auf eine ausgewogene Fütterung, denn auch der kleine Katharinasittich kann bei zu fettem Futter und zu wenig Bewegung verfetten.

Kleiner grüner Sittich in einer Voliere

Welche Krankheiten treten beim Katharinasittich häufig auf?

Wie alle Vögel verbergen auch Katharinasittiche Krankheiten, so lange sie können, denn ein sichtbar geschwächtes Tier wird in der Natur schnell zur Beute. Ein Katharinasittich, der aufgeplustert und teilnahmslos in der Ecke sitzt, das Fressen einstellt oder schwer atmet, ist deshalb immer ein Notfall, bei dem du sofort einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen musst. Gerade weil diese Vögel so klein sind, bleibt bei einer Erkrankung wenig Zeit.

Zu den typischen Gesundheitsproblemen beim Katharinasittich zählen Verfettung durch falsches Futter, Federrupfen als Folge von Stress oder Langeweile, die Legenot bei Weibchen, bei der ein Ei nicht abgelegt werden kann, sowie Pilz- und Parasitenbefall. Auch Viruserkrankungen wie die Schnabel-Feder-Krankheit PBFD kommen vor. Weil die richtige Diagnose bei diesen kleinen Vögeln viel Erfahrung verlangt, gehört ein kranker Katharinasittich ausschließlich in die Hände eines vogelkundigen Tierarztes. Über unsere Suche kannst du einen vogelkundigen Tierarzt in deiner Nähe finden, in Österreich wie in Deutschland. Worauf du bei der Wahl achten solltest, erklärt unser Ratgeber zum vogelkundigen Tierarzt.

💰 Kosten: Was ein Katharinasittich kostet

Der Katharinasittich gehört zu den günstigeren Sittichen in der Anschaffung. Ein einzelner Vogel kostet in Österreich und Deutschland meist zwischen 40 und 90 Euro, je nach Farbschlag. Weil du immer mindestens zwei Tiere halten musst, rechne mit rund 80 bis 200 Euro allein für die Vögel. Der größere Posten ist die Voliere: Eine geräumige, breite Kletter-Voliere kostet je nach Größe zwischen 150 und 500 Euro, dazu kommen Kletteräste, Näpfe und Spielzeug. Die laufenden Kosten für Futter, Grit und Frischkost liegen bei etwa 15 bis 30 Euro monatlich. Plane immer einen Puffer für den Tierarzt ein: Eine Untersuchung beim vogelkundigen Tierarzt kostet in Österreich und Deutschland meist 40 bis 100 Euro, und bei mehreren Tieren kann auch mehr zusammenkommen.

Passt ein Katharinasittich zu dir?

Ein Katharinasittich passt zu dir, wenn du einen kleinen, leisen und pflegeleichten Vogel suchst, der auch in eine Wohnung passt. Bevor du dich entscheidest, beantworte dir ein paar ehrliche Fragen. Hast du Platz für eine breite, gut mit Kletterästen ausgestattete Voliere? Kannst du dich täglich um frisches Futter, Wasser und Sauberkeit kümmern? Bist du bereit, mindestens zwei Tiere zu halten und dich zehn bis fünfzehn Jahre lang zu kümmern? Und freust du dich an einem Vogel, den du vor allem beim Klettern und leisen Plaudern beobachtest?

Wenn du diese Fragen mit Ja beantwortest, ist der Katharinasittich einer der dankbarsten und unkompliziertesten Sittiche, die du halten kannst. Er verbindet die Vorzüge eines kleinen, leisen Vogels mit einem lebhaften, neugierigen Charakter und eignet sich dank seiner Ruhe sogar für Einsteiger und für hellhörige Wohnungen. Wer weitere kleine, ruhige Sittiche vergleichen möchte, findet in unserem Ziegensittich-Porträt und beim Nymphensittich weitere Anregungen.

Wenn dich weitere Arten interessieren, wirf auch einen Blick auf den Singsittich, den Glanzsittich und den Pflaumenkopfsittich.

Häufige Fragen zum Katharinasittich

Ist der Katharinasittich wirklich so leise?
Ja. Der Katharinasittich gehört zu den leisesten Sittichen überhaupt. Er gibt nur leise Zwitscher- und Plaudertöne von sich und schreit nicht schrill wie viele andere Sittiche. Deshalb eignet er sich auch für hellhörige Wohnungen und Menschen, die Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen müssen.
Kann man einen Katharinasittich allein halten?
Nein. Der Katharinasittich ist ein Schwarmvogel und leidet in Einzelhaltung. Er braucht den ständigen Kontakt zu Artgenossen und darf niemals allein gehalten werden. Halte immer mindestens ein Paar, gern auch eine kleine Gruppe.
Warum klettert der Katharinasittich mehr, als er fliegt?
Der Katharinasittich bewegt sich von Natur aus lieber kletternd durch das Geäst und hängt sich dabei gern kopfüber. Das hängt mit seiner Lebensweise in dichten Bergwäldern zusammen. Fliegen kann er trotzdem, er tut es nur seltener als andere Sittiche. Seine Voliere braucht deshalb viele waagerechte Kletteräste.
Wie alt wird ein Katharinasittich?
Ein Katharinasittich wird bei guter Haltung etwa zehn bis fünfzehn Jahre alt. Eine artgerechte Ernährung, ausreichend Bewegung und ein stressarmes Umfeld tragen wesentlich zu einem langen Leben bei. Auch der kleine Katharinasittich sollte regelmäßig einem vogelkundigen Tierarzt vorgestellt werden.
Ist der Katharinasittich für Anfänger geeignet?
Ja. Der Katharinasittich ist ruhig, klein, pflegeleicht und robust und eignet sich deshalb gut für Einsteiger in die Vogelhaltung. Wichtig ist wie bei allen Sittichen, dass du mindestens zwei Tiere hältst und eine gut mit Kletterästen ausgestattete Voliere bietest.
Welche Voliere braucht ein Katharinasittich?
Weil der Katharinasittich vor allem klettert, braucht er eine breite Voliere mit vielen waagerechten und schrägen Kletterästen, Seilen und Spielzeug. Eine hohe, kahle Voliere mit wenigen Stangen ist ungeeignet. Zusätzlich sollte Platz zum Fliegen bleiben und täglicher Freiflug möglich sein.
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