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Sonnensittich im Porträt: Haltung, Lautstärke und Ernährung

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Der Sonnensittich gehört mit seinem leuchtend goldgelben, orange und grün gefärbten Gefieder zu den farbenprächtigsten Papageienvögeln überhaupt. Kein Wunder, dass viele Menschen sich sofort in diesen kleinen Sittich aus Südamerika verlieben. Doch so schön der Sonnensittich anzusehen ist, so laut ist er auch, und genau das musst du vor einer Anschaffung ehrlich wissen. Sein durchdringender Schrei zählt zu den lautesten Rufen, die ein Papagei seiner Größe hervorbringen kann, und macht ihn für Wohnungen mit hellhörigen Wänden oder direkten Nachbarn ungeeignet. Dieser Ratgeber zeigt dir, was den Sonnensittich ausmacht, wie laut er wirklich ist, wie du ihn artgerecht hältst und ernährst, welche Krankheiten typisch sind und was du beim Kauf rechtlich beachten musst, damit du eine ehrliche und gute Entscheidung triffst.

Symbol Sittich

Farbenpracht pur

Der Sonnensittich leuchtet in Gold, Orange und Grün und gehört zu den auffälligsten Sittichen. Er ist verspielt, anhänglich und sehr intelligent.

Symbol Lautstärke

Sehr laut

Der Sonnensittich schreit durchdringend und laut. Für hellhörige Wohnungen und direkte Nachbarn ist er deshalb keine gute Wahl.

Symbol Artenschutz

Geschützt

Der Sonnensittich steht im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens. Kaufe ihn nur mit Herkunftsnachweis aus seriöser Nachzucht.

Größe ca. 30 cm
Gewicht 100 bis 130 g
Lebenserwartung 20 bis 30 Jahre
Herkunft Nordosten Südamerikas
Haltung niemals allein, mindestens paarweise, große Voliere
Anfängereignung eingeschränkt, wegen Lautstärke gut abwägen
Preis 300 bis 800 Euro pro Vogel

Was macht den Sonnensittich so besonders?

Der Sonnensittich (Aratinga solstitialis) besticht vor allem durch seine außergewöhnliche Färbung. Ausgewachsene Tiere leuchten in kräftigem Goldgelb und Orange, die Flügel schimmern grün und die Schwungfedern blau. Junge Sonnensittiche sind noch deutlich grüner gefärbt und färben sich erst mit ein bis zwei Jahren in ihr volles Prachtkleid um. Diese Farbenpracht macht den Sonnensittich zu einem der auffälligsten Vertreter der südamerikanischen Sittiche. Er stammt ursprünglich aus den Savannen und Palmenhainen im Nordosten Südamerikas, wo er in kleinen Schwärmen lebt.

Neben seinem Aussehen überzeugt der Sonnensittich mit seinem Wesen. Er ist ausgesprochen verspielt, neugierig, intelligent und baut zu seinen Menschen eine enge Bindung auf. Sonnensittiche lieben es zu klettern, zu spielen und beschäftigt zu werden, und sie zeigen oft ein regelrecht clowneskes Verhalten. Diese Kombination aus Schönheit und lebhaftem Charakter macht sie zu beliebten Heimvögeln. Wer mit dem Gedanken an einen bunten Sittich spielt, findet auch in unserem Porträt zu den Unzertrennlichen und beim Ziegensittich spannende Alternativen mit jeweils eigenem Charakter.

Wie laut ist ein Sonnensittich wirklich?

Die Lautstärke ist der entscheidende Punkt beim Sonnensittich, und sie wird oft unterschätzt. Der Sonnensittich hat einen durchdringenden, schrillen Schrei, der gemessen an seiner geringen Körpergröße erstaunlich laut ist. Diese Rufe gehören zu seinem natürlichen Verhalten, denn in der freien Natur verständigt sich der Schwarm über weite Distanzen. Ein Sonnensittich schreit besonders morgens und abends, bei Aufregung und wenn er Aufmerksamkeit möchte, und dieses Schreien lässt sich nicht wegerziehen. Es gehört schlicht zu diesem Vogel dazu.

Für dich bedeutet das: Wenn du in einer Mietwohnung mit dünnen Wänden oder mit empfindlichen Nachbarn lebst, ist der Sonnensittich die falsche Wahl. Auch für sehr ruhebedürftige Menschen oder Haushalte mit Homeoffice und wichtigen Videokonferenzen kann die Lautstärke zum echten Problem werden. Ein Sonnensittich passt am besten in ein freistehendes Haus oder eine Umgebung, in der laute Rufe niemanden stören. Diese Ehrlichkeit ist wichtig, denn viele Sonnensittiche landen genau deshalb im Tierheim: Ihre Halter waren von der Schönheit begeistert und von der Lautstärke überfordert.

Leuchtend gelb-oranger Sonnensittich auf einem Ast

Schönheit ist nicht alles

Der Sonnensittich ist ein Paradebeispiel dafür, dass man einen Vogel niemals nur nach dem Aussehen aussuchen sollte. So beeindruckend die Farben sind, so anspruchsvoll ist die Haltung, und die Lautstärke ist ein Fakt, kein Erziehungsproblem. Frag dich vor dem Kauf ehrlich, ob dein Wohnumfeld einen dauerhaft lauten Vogel verträgt. Nur dann ist der Sonnensittich der richtige Vogel für dich.

Wie hältst du einen Sonnensittich artgerecht?

Der Sonnensittich ist ein geselliger Schwarmvogel und darf niemals allein gehalten werden. Ein einzeln gehaltener Sonnensittich, der nur seinen Menschen als Bezugspartner hat, leidet, sobald dieser nicht verfügbar ist, und neigt verstärkt zu Schreien und Federrupfen. Halte deinen Sonnensittich deshalb mindestens paarweise. Das gemeinsame Klettern, Putzen und Spielen mit einem Artgenossen ist durch nichts zu ersetzen.

Sonnensittiche sind sehr aktive und bewegungsfreudige Vögel, die eine möglichst große Voliere brauchen. Ein kleiner Käfig wird diesen lebhaften Tieren nicht gerecht. Am besten hältst du sie in einer geräumigen Zimmervoliere oder einem Vogelzimmer und gewährst zusätzlich täglich mehrere Stunden Freiflug in einem gesicherten Raum. Weil Sonnensittiche gern nagen und spielen, brauchen sie ständig frische Naturäste aus ungiftigem Holz, wechselndes Spielzeug und Klettermöglichkeiten. Beschäftigung ist bei diesen intelligenten Vögeln entscheidend, denn Langeweile führt schnell zu Verhaltensstörungen.

Bei der Volierengröße gilt: je größer, desto besser. Als grobe Untergrenze für ein Paar solltest du eine Voliere von mindestens zwei Metern Länge, einem Meter Tiefe und zwei Metern Höhe einplanen, doch das ist wirklich nur der Anfang. Sonnensittiche sind ausdauernde Flieger, und erst in einem großen Raum oder einer begehbaren Voliere können sie ihr Bewegungsbedürfnis wirklich ausleben. Achte außerdem auf einen hellen, aber zugfreien Standort und eine geregelte Nachtruhe von etwa zehn bis zwölf Stunden Dunkelheit, damit die Vögel zur Ruhe kommen. Grundlagen zur Ausstattung und zum Umgang mit Schwarmvögeln findest du auch in unserem Nymphensittich-Porträt.

Ein Wort zur Zutraulichkeit: Sonnensittiche binden sich eng an ihre Menschen und werden bei liebevollem, geduldigem Umgang oft sehr zahm. Manche lernen sogar einzelne Wörter oder Pfeiftöne, echte Sprechtalente wie der Graupapagei sind sie aber nicht. Ihr Reiz liegt weniger im Sprechen als in ihrem verspielten, zugewandten Wesen. Wichtig ist, dass Zahmheit niemals über den Artgenossen gestellt wird: Auch der zahmste Sonnensittich braucht einen Partnervogel.

Was frisst ein Sonnensittich?

Die Ernährung des Sonnensittichs sollte abwechslungsreich und keinesfalls eine reine Körnermischung sein. Fettreiche Saaten wie Sonnenblumenkerne allein führen bei diesen Vögeln schnell zu Übergewicht und einer Fettleber. Die Basis bildet stattdessen am besten hochwertiges Pellet-Futter oder eine gute Saatenmischung, die du täglich mit frischem Gemüse und in kleineren Mengen mit Obst ergänzt. Besonders wichtig sind Gemüsesorten mit viel Vitamin A wie Paprika, Karotte oder Süßkartoffel, denn ein Vitamin-A-Mangel ist bei Papageien weit verbreitet.

Frisches Trinkwasser muss täglich gewechselt werden. Kalk und Mineralien, etwa über eine Sepiaschale, gehören ebenfalls dazu. Nüsse und fettige Samen sind beliebte Leckerbissen, dürfen aber nur in kleinen Mengen als Belohnung gegeben werden. Streng verboten sind Avocado, Schokolade, Kaffee, Alkohol und stark Gewürztes, denn diese Lebensmittel sind für Papageien giftig. Eine ausführliche Übersicht dazu, was artgerecht und was gefährlich ist, findest du in unserem Beitrag zur Papageien-Ernährung.

Sonnensittich sitzt auf einem Zweig und zeigt sein buntes Gefieder

Welche Krankheiten treten beim Sonnensittich häufig auf?

Wie alle Vögel verbergen auch Sonnensittiche Krankheiten, so lange sie können, denn ein sichtbar geschwächtes Tier wird in der Natur schnell zur Beute. Ein Sonnensittich, der aufgeplustert und teilnahmslos wirkt, das Fressen einstellt oder schwer atmet, ist deshalb immer ein Notfall, bei dem du sofort einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen musst. Warte niemals ab, ob es von allein besser wird.

Zu den typischen Erkrankungen beim Sonnensittich zählen Übergewicht und Fettleber durch falsche Ernährung, die Schnabel-Feder-Krankheit PBFD, die Drüsenmagenerweiterung PDD, Pilzinfektionen der Atemwege wie die Aspergillose sowie Federrupfen als Folge von Stress, Langeweile oder Einsamkeit. Auch die auf Menschen übertragbare Papageienkrankheit Psittakose kommt vor. Welche Symptome auf welche Erkrankung hindeuten, liest du gebündelt in unserem Ratgeber Papagei krank: die häufigsten Erkrankungen. Weil die Diagnose bei exotischen Vögeln Erfahrung verlangt, gehört ein kranker Sonnensittich ausschließlich in die Hände eines vogelkundigen Tierarztes. Über unsere Suche kannst du einen vogelkundigen Tierarzt in deiner Nähe finden, in Österreich wie in Deutschland. Worauf du bei der Wahl achten solltest, erklärt unser Ratgeber zum vogelkundigen Tierarzt.

💰 Kosten: Was ein Sonnensittich kostet

Ein Sonnensittich aus seriöser Nachzucht kostet in Österreich und Deutschland meist zwischen 300 und 800 Euro pro Vogel. Weil du mindestens zwei Tiere halten solltest, rechne mit 600 bis 1.600 Euro allein für die Vögel. Dazu kommt die Erstausstattung mit einer großen Voliere, Spielzeug und Ausstattung, die schnell 500 bis 1.500 Euro erreicht. Die laufenden Kosten für hochwertiges Futter, Frischkost und Ausstattungsersatz liegen bei etwa 30 bis 60 Euro monatlich. Wichtig ist ein Puffer für den Tierarzt: Eine Erstuntersuchung beim vogelkundigen Tierarzt kostet in Österreich und Deutschland meist 50 bis 120 Euro, aufwendigere Behandlungen mit Röntgen oder Labor können mehrere Hundert Euro erreichen. Über ein Sittichleben von zwei bis drei Jahrzehnten summieren sich die Gesamtkosten deutlich.

Was musst du beim Sonnensittich rechtlich beachten?

Der Sonnensittich steht im Anhang II des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, denn seine wildlebenden Bestände sind durch Lebensraumverlust und den früheren Fang für den Heimtierhandel stark zurückgegangen. Innerhalb der Europäischen Union ist er entsprechend in Anhang B der EU-Artenschutzverordnung gelistet. Das bedeutet zwar weniger strenge Auflagen als beim streng geschützten Graupapagei im Anhang A, dennoch gelten wichtige Regeln, die du kennen musst.

In Deutschland ist die Haltung eines Sonnensittichs bei der zuständigen Naturschutzbehörde meldepflichtig, und du brauchst beim Kauf einen Herkunftsnachweis, der die legale Nachzucht belegt. In Österreich gelten die Regelungen der EU-Artenschutzverordnung ebenfalls, und auch hier solltest du den Vogel nur mit vollständigen Papieren und Herkunftsnachweis erwerben. Kaufe einen Sonnensittich deshalb ausschließlich bei einem seriösen Züchter, der dir die entsprechenden Unterlagen aushändigt. Angebote ohne Nachweis solltest du meiden, denn sie können auf illegale Herkunft hindeuten. Erkundige dich vor dem Kauf bei deiner örtlichen Behörde nach den genauen Melde- und Nachweispflichten, da sich Details je nach Bundesland unterscheiden können.

Sonnensittich in einer Voliere, im Hintergrund ein Artgenosse

Passt ein Sonnensittich zu dir?

Ein Sonnensittich passt zu dir, wenn du in einem Wohnumfeld lebst, in dem laute Vogelrufe niemanden stören, und wenn du bereit bist, viel Zeit, Platz und Zuwendung zu investieren. Bevor du dich entscheidest, beantworte dir ehrlich ein paar Fragen. Verträgt dein Zuhause einen dauerhaft lauten Vogel, auch früh morgens? Hast du Platz für eine große Voliere und Zeit für täglichen Freiflug? Bist du bereit, mindestens zwei Tiere zu halten und dich über zwei bis drei Jahrzehnte zu kümmern? Und ist dir bewusst, dass ein Sonnensittich viel Beschäftigung braucht?

Wenn du diese Fragen mit Ja beantwortest, bekommst du mit dem Sonnensittich einen bezaubernden, verspielten und farbenprächtigen Begleiter, der dir über viele Jahre Freude macht. Für Menschen in hellhörigen Wohnungen, mit sehr wenig Zeit oder dem Wunsch nach einem ruhigen Vogel ist er dagegen ungeeignet. Wer einen etwas leiseren, kleineren Sittich sucht, findet im Bourkesittich eine ruhigere Alternative. Diese Entscheidung will gut überlegt sein, denn sie begleitet dich über einen großen Teil deines Lebens.

Wenn dich weitere Arten interessieren, wirf auch einen Blick auf den Singsittich, den Glanzsittich und den Pflaumenkopfsittich.

Häufige Fragen zum Sonnensittich

Wie laut ist ein Sonnensittich?
Sehr laut. Der Sonnensittich hat einen durchdringenden, schrillen Schrei, der gemessen an seiner Größe erstaunlich laut ist. Er schreit vor allem morgens, abends und bei Aufregung, und das lässt sich nicht wegerziehen. Für hellhörige Wohnungen und empfindliche Nachbarn ist er deshalb ungeeignet.
Kann man einen Sonnensittich allein halten?
Nein. Der Sonnensittich ist ein Schwarmvogel und leidet in Einzelhaltung. Auch wenn er sich eng an seinen Menschen bindet, ersetzt das keinen Artgenossen. Einzeln gehaltene Sonnensittiche neigen verstärkt zu Dauerschreien und Federrupfen. Halte deshalb immer mindestens zwei Tiere.
Wie alt wird ein Sonnensittich?
Ein Sonnensittich wird bei guter Haltung etwa 20 bis 30 Jahre alt. Diese lange Lebenserwartung solltest du unbedingt einplanen, denn die Haltung ist eine Verpflichtung über zwei bis drei Jahrzehnte. Eine artgerechte Ernährung und ausreichend Bewegung tragen wesentlich zu einem langen Leben bei.
Ist der Sonnensittich für Anfänger geeignet?
Nur eingeschränkt. Der Sonnensittich ist zwar zutraulich und verspielt, aber seine Lautstärke und sein Beschäftigungsbedarf machen ihn anspruchsvoll. Für Einsteiger, die in einer hellhörigen Wohnung leben oder wenig Zeit haben, ist er ungeeignet. Wer das passende Umfeld und genug Zeit mitbringt, kann aber auch als engagierter Einsteiger Freude an ihm haben.
Darf man einen Sonnensittich einfach kaufen?
Nur mit Herkunftsnachweis. Der Sonnensittich steht im Anhang II des Artenschutzabkommens und ist in der EU im Anhang B gelistet. In Deutschland ist die Haltung meldepflichtig, und in Österreich wie in Deutschland brauchst du beim Kauf einen Herkunftsnachweis. Kaufe nur bei seriösen Züchtern mit vollständigen Papieren.
Was frisst ein Sonnensittich am besten?
Am besten frisst ein Sonnensittich eine abwechslungsreiche Kost aus hochwertigen Pellets oder einer guten Saatenmischung, ergänzt durch viel frisches Gemüse mit Vitamin A und etwas Obst. Fettige Samen und Nüsse nur als seltene Belohnung. Eine reine Körnermischung macht die Vögel dick und krank.
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