Babesiose beim Hund

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Nadja Sukalia
Online Redaktion

Babesiose, häufig auch als „Hundemalaria“ bezeichnet, ist eine durch Zecken übertragene Krankheit, die Hunde weltweit betrifft. Diese Krankheit, verursacht durch Einzeller namens Babesien, hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen, da sie in verschiedenen Teilen der Welt zugenommen hat. Die Auswirkungen von Babesiose auf Hunde können von mild bis schwerwiegend reichen und in manchen Fällen tödlich sein. Daher ist es für Hundebesitzer entscheidend, sich über diese Krankheit zu informieren, ihre Symptome zu erkennen und die besten Präventions- und Behandlungsmethoden zu kennen.

Was genau ist Babesiose beim Hund?

Babesiose beim Hund ist eine parasitäre Krankheit, die durch Mikroorganismen namens Babesien verursacht wird. Diese Einzeller infizieren und zerstören die roten Blutkörperchen des Hundes, was zu einer Reihe von klinischen Symptomen führen kann, einschließlich Fieber, Schwäche, Gelbsucht und Anämie.

 

Welche Organismen verursachen die Babesiose, und was sind Babesien?

Die Babesiose wird durch Parasiten der Gattung Babesia verursacht. Babesien sind winzige Einzeller, die zu den Piroplasmen gehören. Es gibt verschiedene Arten von diesen Parasiten, die Hunde infizieren können, und je nach Art können die Symptome und die Schwere der Erkrankung variieren. Einige der häufigsten Arten, die Hunde betreffen, sind Babesia canis, Babesia gibsoni und Babesia vogeli. Diese Parasiten werden in der Regel durch den Biss bestimmter Zeckenarten auf den Hund übertragen.

Warum wird Babesiose auch als „Hundemalaria“ bezeichnet?

Babesiose wird oft als „Hundemalaria“ bezeichnet, da es Parallelen zwischen Babesiose und Malaria beim Menschen gibt. Beide Krankheiten werden durch Parasiten verursacht, die die roten Blutkörperchen infizieren und zerstören, und beide können durch blutsaugende Insekten übertragen werden – Malaria durch Moskitos und Babesiose durch Zecken. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass, obwohl die Krankheiten ähnliche Symptome haben können, die verursachenden Organismen und die Übertragungsvektoren unterschiedlich sind.

In welchen Regionen und Ländern ist Babesiose beim Hund am häufigsten?

Babesiose beim Hund, oft als „Hundemalaria“ bezeichnet, ist in vielen Teilen der Welt verbreitet, wobei das Vorkommen je nach Region variieren kann. Besonders betroffen sind:

  • Süd- und Osteuropa: In Ländern wie Spanien, Portugal, Frankreich, Italien, Griechenland und in den Balkanländern sind Fälle von Babesiose häufiger.
  • Teile von Afrika: Besonders in Gebieten, in denen die Überträgerzecken endemisch sind.
  • Teile Asiens und Südamerikas: Einige Gebiete haben ein erhöhtes Risiko, insbesondere in ländlichen Gegenden, wo Zecken häufiger vorkommen.
  • In den USA sind Fälle von Babesiose, insbesondere in den nordöstlichen Staaten und im Mittleren Westen, bekannt.

Jedoch ist die Verbreitung der Krankheit auch von der Präsenz der Überträgerzecken, den klimatischen Bedingungen und anderen ökologischen Faktoren abhängig.

Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr in Österreich für Babesiose?

Österreich, insbesondere die östlichen und südlichen Teile, hat in den letzten Jahren eine Zunahme von Babesiose-Fällen bei Hunden beobachtet. Das liegt zum Teil an der steigenden Population von Dermacentor reticulatus Zecken, die als Hauptüberträger von Babesia canis gelten. Auch der Klimawandel könnte eine Rolle spielen, da er das Habitat und die Aktivitätsperioden von Zecken beeinflusst.

In Österreich wird die Ansteckungsgefahr insbesondere in den wärmeren Monaten höher, wenn Zecken aktiver sind.

Für Hundebesitzer in Österreich ist es wichtig, sich der Risikofaktoren bewusst zu sein und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, wie regelmäßige Zeckenkontrollen und den Einsatz von Zeckenprophylaktika. Ein offener Dialog mit dem Tierarzt über aktuelle Risiken und geeignete Schutzmaßnahmen ist ebenfalls ratsam.

Wie wird die Krankheit auf Hunde übertragen?

Die Hauptübertragungsroute von Babesiose beim Hund ist durch den Biss infizierter Zecken. Wenn eine Zecke, die Babesien trägt, einen Hund beißt, werden die Parasiten in den Blutkreislauf des Hundes freigesetzt und beginnen, die roten Blutkörperchen zu infizieren. Es gibt verschiedene Zeckenarten, die Babesien übertragen können, wobei die am häufigsten beteiligten Arten Ixodes ricinus und Rhipicephalus sanguineus sind.

Neben Zeckenbissen kann die Krankheit in seltenen Fällen auch durch Bluttransfusionen von infizierten Spendern oder von einer infizierten Mutter auf ihre Welpen übertragen werden.

Gibt es Jahreszeiten, in denen das Risiko einer Infektion höher ist?

Das Risiko einer Babesiose-Infektion variiert je nach Jahreszeit, da es von der Aktivität und dem Vorkommen der Zecken abhängt. In den meisten Regionen sind Zecken im Frühling und Frühsommer am aktivsten, wobei das Risiko in diesen Zeiträumen tendenziell am höchsten ist. In einigen wärmeren Regionen können Zecken jedoch das ganze Jahr über aktiv sein, was das Risiko einer Infektion konstant hält. In kälteren Regionen kann die Zeckenaktivität in den Wintermonaten abnehmen, was das Infektionsrisiko verringert. Es ist immer ratsam, sich über die Zeckenaktivität in der jeweiligen Region zu informieren und entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen zu treffen.

Welche Anzeichen weisen auf eine Babesiose-Infektion beim Hund hin?

Babesiose führt zu einer Vielzahl von Symptomen, die von mild bis schwerwiegend reichen können. Zu den häufigsten Anzeichen einer Babesiose-Infektion bei Hunden gehören:

  • Fieber und erhöhte Körpertemperatur
  • Lethargie und allgemeine Schwäche
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • Gelbfärbung von Augen, Haut und Schleimhäuten (Ikterus) aufgrund des Abbaus der roten Blutkörperchen
  • Dunkel gefärbter Urin
  • Erhöhte Atemfrequenz und Kurzatmigkeit
  • Vergrößerte Lymphknoten und Milz

Die Schwere der Symptome kann je nach betroffenem Hund und Art der Babesien variieren.

Wie unterscheiden sich die Symptome von anderen häufigen Krankheiten bei Hunden?

Während viele Symptome der Babesiose auch bei anderen Krankheiten auftreten können, gibt es bestimmte Merkmale, die hilfreich sein können, um Babesiose von anderen Zuständen zu unterscheiden.

  • Die gelbe Verfärbung der Schleimhäute und der Haut ist ein häufiges Anzeichen für Babesiose, da die Krankheit einen raschen Abbau der roten Blutkörperchen verursacht.
  • Dunkler Urin ist auf den Abbau von Hämoglobin zurückzuführen, welches im Urin ausgeschieden wird.

Es gibt jedoch viele Krankheiten, die ähnliche Symptome wie Babesiose aufweisen, wie zum Beispiel Leptospirose, Autoimmunerkrankungen oder andere Infektionskrankheiten. Daher ist es wichtig, bei Verdacht auf Babesiose eine genaue Diagnose zu stellen.

Wie wird die Diagnose von Babesiose gestellt?

Zur Diagnose von Babesiose werden verschiedene Verfahren verwendet. Beispielsweise kann der Tierarzt eine Blutuntersuchung durchführen. Eine mikroskopische Untersuchung eines Blutausstrichs kann die Babesien direkt im Blut nachweisen. Sie erscheinen als kleine Punkte oder Formen innerhalb der roten Blutkörperchen. Ein PCR-Test kann genetisches Material der Babesien im Blut nachweisen und ist besonders nützlich, wenn die Parasitenlast im Blut niedrig ist.

Serologische Tests können helfen, eine aktuelle von einer früheren Infektion zu unterscheiden. Diese Tests messen die Antikörperreaktion des Hundes auf eine Babesiose-Infektion. Die klinischen Symptome in Kombination mit Informationen darüber, ob der Hund kürzlich Zecken ausgesetzt war oder in einem Endemiegebiet war, können bei der Diagnose hilfreich sein. Nach Bestätigung der Diagnose wird der Tierarzt eine geeignete Behandlung empfehlen, um die Infektion zu bekämpfen und die Symptome zu lindern.

Ist Babesiose beim Hund heilbar?

Babesiose ist beim Hund in den meisten Fällen heilbar, insbesondere wenn die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt wird. Die Behandlung zielt darauf ab, die Babesien-Parasiten zu eliminieren und die durch die Infektion verursachten Symptome zu lindern. Bei rechtzeitiger und angemessener Behandlung erholen sich die meisten Hunde vollständig von einer Babesiose-Infektion.

Welche Behandlungsoptionen und Medikamente sind für Babesiose verfügbar?

Es gibt verschiedene Medikamente, die zur Behandlung von Babesiose beim Hund verwendet werden. Imidocarb Dipropionat ist das am häufigsten verwendete Medikament zur Behandlung von Babesiose. Es wird in der Regel als Injektion verabreicht und ist effektiv bei der Abtötung von Babesien im Blutkreislauf. Ein weiteres Medikament ist Atovaquon, das in Kombination mit Azithromycin, einem Antibiotikum, verwendet wird, um Babesiose zu behandeln, insbesondere wenn andere Therapien nicht wirksam sind. Bei schweren Fällen von Babesiose, insbesondere wenn es zu Anämie kommt, können Bluttransfusionen erforderlich sein. Eine Flüssigkeitsersatztherapie und andere unterstützende Maßnahmen können auch erforderlich sein, um den Hund zu stabilisieren.

Die Wahl der Behandlung und die Dauer der Therapie können von der Schwere der Infektion, dem Gesundheitszustand des Hundes und anderen Faktoren abhängen. Ein Tierarzt sollte immer konsultiert werden, um die am besten geeignete Behandlung für den individuellen Hund zu bestimmen.

Wie lange dauert es, bis ein Hund nach der Behandlung wieder gesund ist?

Die Erholungszeit nach einer Babesiose-Behandlung kann variieren, abhängig von der Schwere der Infektion und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Hundes. Bei milder Babesiose und frühzeitiger Behandlung können viele Hunde innerhalb von wenigen Tagen bis zu einer Woche signifikante Verbesserungen zeigen. Bei schwereren Fällen oder wenn Komplikationen auftreten, kann die Erholung mehrere Wochen dauern.

Während der Erholungsphase ist es wichtig, engen Kontakt zum Tierarzt zu halten und alle empfohlenen Nachsorgeuntersuchungen und -behandlungen durchzuführen. Einige Hunde benötigen möglicherweise eine längerfristige Überwachung, um sicherzustellen, dass alle Parasiten aus ihrem System entfernt wurden und keine weiteren gesundheitlichen Probleme auftreten.

Welche Präventionsmaßnahmen können getroffen werden, um eine Infektion zu vermeiden?

Die beste Prävention gegen Babesiose ist, eine Infektion durch die übertragenden Zecken zu verhindern. Es gibt verschiedene Zeckenschutzmittel, wie etwa Spot-On-Präparate, Halsbänder und Sprays, die darauf abzielen, Zecken abzuschrecken oder abzutöten, bevor sie den Hund beißen können. Überprüfen Sie Ihren Hund regelmäßig auf Zecken, insbesondere nachdem er in zeckenreichen Gebieten war. Entfernen Sie gefundene Zecken so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange. Während der Zeckensaison sollten Sie versuchen, Hochrisikogebiete wie hohes Gras, Unterholz oder Waldgebiete zu meiden.

Wie kann ich meinen Hund vor Zecken schützen, die die Krankheit übertragen?

Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Mittel, die Zecken abhalten oder töten können. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach dem besten Produkt für Ihren Hund. Es gibt außerdem spezielle Hundejacken oder -westen, die mit zeckenabweisenden Mitteln behandelt sind. In einigen Ländern sind Impfungen gegen bestimmte durch Zecken übertragene Krankheiten verfügbar. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach möglichen Impfungen in Ihrer Region. Seien Sie vorsichtig bei Spaziergängen und vermeiden Sie während der Zeckensaison Gebiete mit hohem Gras und Unterholz.

Gibt es Impfungen oder Medikamente zur Prophylaxe gegen Babesiose?

Bisher gibt es keine weit verbreitete Impfung gegen Babesiose. In einigen Ländern wurden jedoch experimentelle Impfungen entwickelt und getestet. Es ist ratsam, mit einem Tierarzt zu sprechen, um Informationen über die neuesten Entwicklungen in Bezug auf Babesiose-Impfstoffe in Ihrer Region zu erhalten.

Es gibt Medikamente, die zur Prophylaxe gegen Babesiose verwendet werden könnten, insbesondere wenn ein Hund in ein Endemiegebiet reist. Diese Medikamente können helfen, die Infektionsrate zu verringern, sollten aber nur unter Anleitung eines Tierarztes verwendet werden.

Insgesamt ist die beste Prophylaxe die Verhinderung von Zeckenbissen und die Verwendung von Zeckenschutzmitteln, um die Wahrscheinlichkeit einer Infektion zu verringern.

Können Menschen oder andere Haustiere durch einen infizierten Hund angesteckt werden?

Menschen können nicht direkt von einem infizierten Hund mit Babesiose angesteckt werden. Die Übertragung von Babesiose erfolgt hauptsächlich durch Zecken. Wenn jedoch eine Zecke von einem infizierten Hund abfällt und anschließend einen Menschen oder ein anderes Tier beißt, kann sie den Erreger übertragen. Es ist wichtig zu betonen, dass die meisten Zeckenarten, die Babesiose bei Hunden übertragen, nicht unbedingt die gleichen sind, die die Krankheit beim Menschen übertragen.

Einige Babesien-Arten können auch Menschen infizieren, aber diese Übertragung findet typischerweise durch andere Zeckenarten statt und nicht durch direkten Kontakt mit einem infizierten Hund.

Was sind die Risiken, wenn Babesiose beim Hund nicht behandelt wird?

Wenn Babesiose nicht behandelt wird, kann dies zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen für den Hund führen, darunter:

  • Schwere Anämie, da die Babesien die roten Blutkörperchen zerstören
  • Durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen kann es zu einer Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten und Augen kommen.
  • In schweren Fällen kann es zu Nierenschäden und Nierenversagen kommen.
  • Allgemeine Schwäche, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust.
  • In schwersten Fällen kann die Krankheit zum Tod führen.

Gibt es bekannte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen der Medikamente zur Behandlung von Babesiose?

Wie bei den meisten Medikamenten gibt es auch bei den zur Behandlung von Babesiose eingesetzten Arzneimitteln potenzielle Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.

Imidocarb Dipropionat:

Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören Erbrechen, Durchfall und lokale Reaktionen an der Injektionsstelle. In seltenen Fällen können auch neurologische Symptome wie Zittern auftreten.

Atovaquon:

Mögliche Nebenwirkungen sind Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit und Lethargie.

Es ist wichtig, den Tierarzt über alle Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel oder Kräuterprodukte, die Ihr Hund einnimmt, zu informieren, um potenzielle Wechselwirkungen zu vermeiden. Ebenso sollten alle Nebenwirkungen, die nach der Gabe eines Medikaments zur Behandlung von Babesiose auftreten, sofort einem Tierarzt gemeldet werden.

Fazit:

Babesiose beim Hund ist eine ernsthafte Erkrankung, die rechtzeitig erkannt und behandelt werden sollte, um das Wohl des Tieres zu sichern. Die Vorbeugung durch den Schutz vor Zecken und die Aufklärung über die Krankheit sind Schlüsselstrategien, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Während die Krankheit potenziell schwerwiegende Folgen für den infizierten Hund haben kann, gibt es glücklicherweise effektive Behandlungsmöglichkeiten. Hundebesitzer sollten regelmäßig mit ihrem Tierarzt zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass ihre Hunde gesund bleiben und gegen die Bedrohungen durch Krankheiten wie Babesiose geschützt sind. Es liegt in der Hand eines jeden Hundebesitzers, gut informiert zu sein und proaktiv zu handeln, um das Beste für seinen vierbeinigen Freund zu tun.

Qualitätsprüfung

Experte

Dr. med. vet. Volker Moser, studierte an der Veterinär-Universität Wien und schrieb seine Dissertation auf dem Gebiet Molekularmedizin (Tumorgenetik). Seit 1997 arbeitet Dr. Moser als selbstständiger Tierarzt im Bereich der Kleintiermedizin, Wiederkäuer- und Pferdemedizin. Zahlreiche Fort- und Zusatzausbildungen und seine ständige Mitarbeit in diversen Kleintierkliniken und -praxen runden seine jahrelange Berufspraxis ab. Dr. Moser engagiert sich seit 1998 in der ÖTK und VÖK und ist seit 2021 Generalsekretär bei UEVP (Union of European Veterinary Practitioners). Er ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher und klinischer Publikationen in Fachzeitschriften.
Zuletzt geändert: Mai 7, 2024

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