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Borreliose beim Hund

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Borreliose beim Hund (Lyme-Borreliose) ist eine durch Zecken übertragene bakterielle Infektion, die in Deutschland und Österreich (AT) vor allem in den wärmeren Monaten regelmäßig in Tierarztpraxen erkannt wird. Der Erreger ist die Spirochäte Borrelia burgdorferi sensu lato, die durch den Stich infizierter Schildzecken (Ixodes ricinus, der gemeine Holzbock) auf den Hund übertragen wird. In Mitteleuropa ist der gemeine Holzbock der wichtigste Vektor. Die meisten infizierten Hunde zeigen keine klinischen Symptome (subklinische Infektion), nur etwa fünf bis zehn Prozent entwickeln eine erkennbare Erkrankung. Klassische Symptome sind eine wiederkehrende Lahmheit mit warmen, schmerzhaft geschwollenen Gelenken (oft wandernd von einem Bein zum anderen), Fieber, Mattigkeit, Appetitverlust und in seltenen Fällen eine schwere Lyme-Nephritis mit Nierenversagen, vor allem bei Labrador, Golden Retriever und Berner Sennenhund. Die Diagnose stützt sich auf Anamnese, klinische Symptome, einen positiven C6-Antikörpertest und gegebenenfalls eine Quant-C6-Bestimmung. Die Therapie ist eine vierwöchige Doxycyclin-Gabe, ergänzt durch Schmerzmanagement und konsequente Zeckenprophylaxe. Dieser Ratgeber erklärt dir Übertragung, Symptome, Diagnostik, Therapie und Vorbeugung. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.

Borreliose Hinweis

Auf einen Blick

Borreliose ist eine durch Zeckenstich übertragene bakterielle Infektion mit Borrelia burgdorferi. Die meisten infizierten Hunde bleiben symptomfrei, nur etwa fünf bis zehn Prozent entwickeln eine erkennbare Erkrankung mit wiederkehrender Lahmheit, Gelenkschwellungen und Fieber. Die Diagnose erfolgt über C6-Antikörpertest und klinisches Bild, die Therapie über vier Wochen Doxycyclin. Eine konsequente Zeckenprophylaxe und in Risikogebieten eine Borreliose-Impfung reduzieren das Infektionsrisiko deutlich.

Was ist der Erreger und wie wird er übertragen?

Borrelia burgdorferi sensu lato ist eine Gruppe spiralförmiger Bakterien (Spirochäten), die in Mitteleuropa durch den Stich infizierter Schildzecken auf Säugetiere übertragen werden. In Mitteleuropa ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) der wichtigste Vektor. Die Borrelien überwintern in der Zecke, vermehren sich beim Saugakt im Mitteldarm der Zecke und wandern erst nach etwa sechzehn bis vierundzwanzig Stunden aktiver Saugzeit in die Speicheldrüse, um über den Speichel auf den Wirt überzugehen. Diese verzögerte Übertragung ist klinisch entscheidend: Eine zeitnahe Entfernung einer Zecke innerhalb der ersten zwölf Stunden nach Anheftung reduziert das Übertragungsrisiko deutlich, eine Entfernung vor Anheftung verhindert sie ganz.

Die Durchseuchung der Zecken in Deutschland und Österreich liegt regional sehr unterschiedlich zwischen fünf und vierzig Prozent. Hochrisikogebiete sind Auwälder, feuchte Mischwälder, Wiesen mit hohem Gras und Gärten am Waldrand. In städtischen Parks und im Hausgarten sind ebenfalls Zecken aktiv, die Saison erstreckt sich in milden Jahren von März bis November, mit Aktivitätsspitzen im späten Frühjahr (Mai, Juni) und im Frühherbst (September, Oktober). Eine Übertragung von Hund zu Mensch ist wissenschaftlich nicht belegt, eine Übertragung von Hündin zu Welpen über die Plazenta ist beim Hund extrem selten. Eine Übersicht zur Tickprävention liest du im Beitrag zum Zeckenstich beim Hund.

Neben Borrelia burgdorferi überträgt der gemeine Holzbock weitere wichtige Erreger, vor allem Anaplasma phagocytophilum (Granulozytäre Anaplasmose) und das Frühsommer-Meningoenzephalitis-Virus (FSME, vor allem für Menschen relevant, beim Hund mild). Eine Co-Infektion mit Borrelien und Anaplasmen ist nicht selten und sollte bei jedem Verdacht auf eine zeckenübertragene Erkrankung mitbedacht werden. Eine Übersicht zur Anaplasmose findest du im Beitrag zur Anaplasmose beim Hund.

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Welche Symptome zeigt ein Hund mit Borreliose?

Die meisten Hunde, die sich mit Borrelien infizieren, zeigen keine erkennbaren Symptome. Schätzungen aus der internationalen Literatur gehen davon aus, dass nur etwa fünf bis zehn Prozent aller serologisch positiven Hunde eine klinische Borreliose entwickeln. Das macht die Interpretation eines positiven Antikörpertests anspruchsvoll und bedeutet, dass ein positiver Test allein keine Therapie rechtfertigt. Erst die Kombination aus klinischen Symptomen, einer plausiblen Zeckenexposition und einem positiven Test rechtfertigt eine Behandlung.

Klassische Symptome einer klinisch manifesten Borreliose sind eine wiederkehrende Lahmheit mit warmen, schmerzhaft geschwollenen Gelenken, oft wandernd von einem Bein zum anderen über Tage. Begleitend treten Fieber bis 40,5 Grad, Mattigkeit, Appetitverlust, vergrößerte regionale Lymphknoten und manchmal eine deutliche Druckschmerzhaftigkeit der Wirbelsäule auf. Die Lahmheit kann nach wenigen Tagen spontan verschwinden und Wochen später erneut auftreten, was die Diagnose erschwert. Im Gegensatz zur menschlichen Borreliose ist das Erythema migrans, also die typische ringförmige Hautrötung um den Zeckenstich, beim Hund nicht beschrieben oder bleibt durch das Fell unbemerkt.

Eine seltene, aber sehr schwere Verlaufsform ist die Lyme-Nephritis, eine immunkomplexvermittelte Glomerulonephritis mit massivem Eiweißverlust über die Niere und akutem oder rasch progredientem Nierenversagen. Sie tritt überproportional häufig bei Labrador, Golden Retriever, Berner Sennenhund, Sheltie und einigen weiteren Rassen auf, oft schon im jungen Erwachsenenalter. Klinische Zeichen sind Apathie, Inappetenz, Erbrechen, vermehrtes Trinken und Wasserlassen, Gewichtsverlust, Ödeme an Bauch und Beinen und im Verlauf akutes Nierenversagen. Diese Verlaufsform hat eine schlechte Prognose, deshalb ist bei Risikorassen ein engmaschiges Urinscreening (UPC, Eiweiß-Kreatinin-Verhältnis im Urin) sinnvoll.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose der Borreliose ist eine klinische Diagnose, die durch Labortests gestützt wird. Die Tierärztin beginnt mit einer ausführlichen Vorgeschichte mit Blick auf Zeckenexposition, Aufenthalt in Risikogebieten, Reisen, klinischen Verlauf und Ansprechen auf bisherige Therapien sowie mit einer detaillierten klinischen Untersuchung mit Fokus auf Gelenkstatus, Lymphknoten, Wirbelsäulenpalpation und Temperatur. Standard-Labordiagnostik sind Blutbild, biochemisches Profil mit Nierenwerten, Urinanalyse mit UPC und ein erster Antikörpertest.

Der wichtigste serologische Test ist der C6-Antikörpertest, ein ELISA-basierter Schnelltest, der gezielt Antikörper gegen das C6-Peptid von Borrelia burgdorferi nachweist. Das C6-Peptid wird im Wirt erst nach aktiver Infektion exprimiert, deshalb unterscheidet der C6-Test sicher zwischen Impfreaktion und natürlicher Infektion. In der Praxis kommt häufig der SNAP 4Dx Plus Test (IDEXX) zum Einsatz, der zusätzlich Antikörper gegen Anaplasma phagocytophilum, Anaplasma platys, Ehrlichia canis, Ehrlichia ewingii und das Antigen von Dirofilaria immitis (Herzwurm) nachweist. Eine quantitative C6-Bestimmung (Quant C6) ergänzt die Diagnostik, weil hohe Werte über 30 U/ml eine aktive Infektion und ein Therapieansprechen besser belegen als ein qualitatives Ergebnis.

Bei Verdacht auf eine Lyme-Nephritis sind eine vollständige Urinanalyse, ein UPC, eine quantitative Eiweißbestimmung, ein Bauchsonogramm, gegebenenfalls eine Nierenbiopsie und ein Bluteiweißprofil unverzichtbar. Die Diagnostik einer Lyme-Nephritis kostet in Österreich je nach Klinik etwa zweihundertfünfzig bis sechshundert Euro, eine Nierenbiopsie zusätzlich vier- bis siebenhundert Euro. Eine spezialisierte Klinik findest du über unseren Tierarzt-Finder, im Wiener Raum unterstützt der Tierarzt in Wien. Differentialdiagnostisch wichtig sind die immunvermittelte Polyarthritis, die rheumatoide Arthritis, die septische Arthritis, andere zeckenübertragene Erkrankungen wie Anaplasmose und Ehrlichiose sowie traumatische und degenerative Gelenkerkrankungen.

Wie sieht die Therapie aus?

Goldstandard der Therapie ist Doxycyclin in einer Dosis von etwa zehn Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht einmal täglich oral über vier Wochen. Doxycyclin ist gut wirksam gegen Borrelien, deckt zugleich eine mögliche Co-Infektion mit Anaplasmen ab und ist beim Hund in der Regel gut verträglich. Eine Einnahme zusammen mit etwas Futter und einem Schluck Wasser reduziert das Risiko einer Speiseröhrenreizung. Bei Welpen unter sechs Monaten und bei tragenden Hündinnen sind Tetrazykline kontraindiziert, hier wird auf Amoxicillin in einer Dosis von etwa zwanzig Milligramm pro Kilogramm dreimal täglich oder Cefovecin als Reservepräparat ausgewichen.

Begleitend ist eine konsequente Schmerztherapie mit einem nichtsteroidalen Antirheumatikum in Veterinärdosierung sinnvoll, die in den ersten Tagen oft eine sehr deutliche Symptomlinderung bringt. Die meisten Hunde reagieren binnen achtundvierzig bis zweiundsiebzig Stunden mit deutlicher Besserung der Lahmheit und einer Normalisierung von Fieber und Allgemeinbefinden. Eine ausbleibende Besserung nach einer Woche spricht für eine andere Diagnose, eine Co-Infektion oder eine ungeeignete Wirkstoffwahl und sollte zu einer erneuten diagnostischen Aufarbeitung führen.

Bei einer Lyme-Nephritis ist die Therapie deutlich aufwendiger und umfasst neben Doxycyclin eine immunsuppressive Therapie mit Glukokortikoiden oder Mycophenolat, eine ACE-Hemmer-Therapie zur Reduktion des Eiweißverlusts (Benazepril, Telmisartan), eine renale Diät mit reduziertem Phosphatgehalt, eine Thromboseprophylaxe mit Clopidogrel und engmaschige Kontrollen von Nierenwerten und UPC. Die Prognose der Lyme-Nephritis ist trotz konsequenter Therapie zurückhaltend, viele Patienten überleben nur Wochen bis Monate. Eine umfassende Hundeversicherung mit Krankenversicherungstarif kann einen großen Teil der Kosten für Diagnostik, Therapie und langfristige Nierenkontrollen abdecken.

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Wie schützt du deinen Hund vor Borreliose?

Die wichtigste und wirksamste Prophylaxe ist eine konsequente Zeckenprävention. Standard sind moderne Spot-On-Präparate mit Permethrin, Fipronil oder Pyriprol oder orale Tabletten mit Isoxazolinen wie Afoxolaner, Fluralaner, Lotilaner oder Sarolaner. Diese Präparate töten Zecken bereits bei Anheftung oder verhindern den Saugakt vollständig, sodass die Übertragung von Borrelien deutlich reduziert wird. Eine Dosierungsanpassung an Körpergewicht und eine konsequente Wiederholung im vom Hersteller empfohlenen Intervall sind entscheidend, weil ein Wirkstoffabfall zwischen zwei Anwendungen die Schutzwirkung deutlich reduziert.

Eine ergänzende mechanische Kontrolle ist sinnvoll: Nach jedem Spaziergang in Risikogebieten den Hund systematisch absuchen, vor allem Kopf, Hals, Achseln, Leistengegend und Innenseiten der Schenkel. Eine entdeckte Zecke wird mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte direkt an der Hautoberfläche gegriffen und langsam und gleichmäßig herausgezogen, ohne Drehung und ohne Druck auf den prallen Zeckenkörper. Anschließend wird die Stichstelle desinfiziert. Eine zeitnahe Entfernung innerhalb der ersten zwölf Stunden nach Anheftung reduziert das Übertragungsrisiko für Borrelien deutlich.

In definierten Risikogebieten und für Hunde mit hoher Zeckenexposition (Jagd-, Hüte- und Outdoor-Hunde, Tiere mit Aufenthalt in Auwäldern und Naturreservaten) ist eine Borreliose-Impfung eine sinnvolle Ergänzung. Verfügbare Impfstoffe enthalten ein rekombinantes OspA-Antigen oder ganze Borrelienkulturen verschiedener Stämme. Die Grundimmunisierung erfolgt zweimal im Abstand von drei bis sechs Wochen, die Auffrischung jährlich, idealerweise vor Beginn der Zeckensaison im späten Winter oder zeitigen Frühjahr. Die Impfung ersetzt keine Zeckenprophylaxe, sondern ergänzt sie. Eine Beratung zur individuellen Impfentscheidung gehört in die jährliche Vorsorgeuntersuchung. Die Kosten einer Borreliose-Impfung in Österreich liegen je nach Klinik bei etwa fünfunddreißig bis siebzig Euro pro Dosis.

Tierärztlicher Blick: Wie unterstützt du deinen Hund langfristig?

Borreliose ist beim Hund eine vermeidbare und gut behandelbare Erkrankung, wenn die Vorsorge stimmt und die Diagnostik strukturiert erfolgt. Der wichtigste Beitrag des Halters ist eine konsequente, ganzjährige Zeckenprophylaxe mit modernen Präparaten in der vom Hersteller vorgegebenen Anwendungsdauer, eine systematische Kontrolle nach jedem Spaziergang in Risikogebieten und eine zeitnahe Entfernung jeder gefundenen Zecke. Eine jährliche Vorsorgeuntersuchung mit Abklärung des Impfstatus, Diskussion einer Borreliose-Impfung bei hoher Exposition und einem Screening für vektorübertragene Erkrankungen (zum Beispiel mit dem SNAP 4Dx Plus Test) ist Standard.

Bei Risikorassen für die Lyme-Nephritis (Labrador, Golden Retriever, Berner Sennenhund, Sheltie) ist ein engmaschiges Urinscreening mit UPC sinnvoll, idealerweise zweimal jährlich bei jungen und einmal jährlich bei älteren Hunden. Eine frühe Erkennung einer beginnenden Glomerulonephritis verbessert die Prognose deutlich. Eine ausgewogene, altersgerechte Ernährung unterstützt die Belastbarkeit, eine Übersicht zu altersgerechten Diäten findest du im Beitrag zu Seniorenfutter für Hunde, eine Anleitung zur frühen Welpenernährung im Beitrag zu Welpenfutter. Eine wohnortnahe Praxis findest du über unseren Tierarzt-Finder.

Ergänzend lohnt sich ein Blick auf weitere zeckenübertragene Erkrankungen, die in Mitteleuropa zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Anaplasmose beim Hund wird durch denselben Vektor übertragen und kann begleitend auftreten, die Leishmaniose beim Hund ist im Mittelmeerraum endemisch und wichtig für Reisehunde. Eine konsequente Fellpflege mit regelmäßigem Bürsten erleichtert die Zeckensuche und ist gerade bei langhaarigen Rassen ein wichtiges Hilfsmittel. Wer einen Welpen aufzieht, sollte ab dem dritten Lebensmonat in eine konsequente Zeckenprophylaxe einsteigen, eine Anleitung zur frühen Erziehung findest du im Beitrag zur Welpenerziehung. Eine sorgfältig ausgewählte Versicherung mit Krankenversicherungstarif ist gerade für Outdoor-Hunde, Reisehunde und Risikorassen für die Lyme-Nephritis eine sinnvolle Vorsorge, weil eine vollständige Diagnostik, Therapie und Nachkontrolle einer Borreliose mit Komplikationen über die Jahre erhebliche Summen ergeben kann. Mehr zu Tarifoptionen liest du unter Hundeversicherung.

Notfall Lyme-Nephritis

Notfall erkennen

Apathie mit deutlicher Inappetenz, wiederholtes Erbrechen, vermehrtes Trinken und Wasserlassen, Gewichtsverlust, Ödeme an Bauch oder Beinen und blasse Schleimhäute können Hinweise auf eine Lyme-Nephritis mit drohendem Nierenversagen sein, vor allem bei Labrador, Golden Retriever und Berner Sennenhund. Sofort die nächste Klinik anfahren, telefonisch ankündigen, das Tier ruhig transportieren und alle bisherigen Befunde mitnehmen.

Häufige Fragen zur Borreliose beim Hund

Wie groß ist das Infektionsrisiko nach einem Zeckenstich?
Die Übertragung von Borrelien beginnt frühestens etwa sechzehn bis vierundzwanzig Stunden nach Anheftung der Zecke. Eine zeitnahe Entfernung innerhalb der ersten zwölf Stunden reduziert das Risiko deutlich. Auch nach gesicherter Übertragung entwickeln nur etwa fünf bis zehn Prozent der infizierten Hunde eine erkennbare Erkrankung.
Welche Symptome sind typisch?
Klassisch ist eine wiederkehrende Lahmheit mit warmen, schmerzhaft geschwollenen Gelenken, oft wandernd von einem Bein zum anderen. Begleitend treten Fieber bis 40,5 Grad, Mattigkeit, Appetitverlust und vergrößerte regionale Lymphknoten auf. Ein Erythema migrans wie beim Menschen ist beim Hund nicht beschrieben.
Wie wird Borreliose diagnostiziert?
Die Diagnose ist klinisch und wird durch einen positiven C6-Antikörpertest gestützt, häufig im Rahmen eines SNAP 4Dx Plus Tests. Eine quantitative C6-Bestimmung ergänzt die Beurteilung. Eine Therapie ist nur bei klinischen Symptomen, plausibler Zeckenexposition und positivem Test gerechtfertigt, ein positiver Test allein begründet keine Behandlung.
Wie wird Borreliose behandelt?
Goldstandard ist Doxycyclin in einer Dosis von etwa zehn Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht einmal täglich oral über vier Wochen. Bei Welpen unter sechs Monaten und tragenden Hündinnen wird Amoxicillin oder Cefovecin verwendet. Begleitend hilft ein nichtsteroidales Antirheumatikum gegen Schmerzen.
Was ist eine Lyme-Nephritis?
Eine seltene, aber sehr schwere Verlaufsform mit immunkomplexvermittelter Glomerulonephritis und Eiweißverlust über die Niere bis hin zum akuten Nierenversagen. Sie tritt überproportional bei Labrador, Golden Retriever, Berner Sennenhund und Sheltie auf. Ein engmaschiges Urinscreening mit UPC bei Risikorassen ist sinnvoll.
Soll ich meinen Hund gegen Borreliose impfen?
In Risikogebieten und für Hunde mit hoher Zeckenexposition ist die Impfung eine sinnvolle Ergänzung zur Zeckenprophylaxe. Die Grundimmunisierung erfolgt zweimal im Abstand von drei bis sechs Wochen, die Auffrischung jährlich vor Beginn der Zeckensaison. Die Impfung ersetzt keine Zeckenprophylaxe, sondern ergänzt sie. Kosten in Österreich etwa fünfunddreißig bis siebzig Euro pro Dosis.
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