Bobtail (Old English Sheepdog)

Der Bobtail ist mit seinem zotteligen Fell und dem tapsigen Gang unverwechselbar. Sein offizieller Name lautet Old English Sheepdog. In seiner britischen Heimat hütete er Schafe und trieb Vieh zum Markt. Heute ist er ein liebenswerter Familienhund mit einem Herz aus Gold.
Unter dem üppigen Fell verbirgt sich ein fröhlicher und intelligenter Hund. Der Bobtail ist verspielt, geduldig und liebt Kinder über alles. Seine Größe und sein Fellaufwand sollten dich aber nicht abschrecken. Mit der richtigen Vorbereitung ist er ein wunderbarer Begleiter.
Hier erfährst du alles, was du über den Bobtail wissen musst. Von der anspruchsvollen Fellpflege über die Erziehung bis hin zur Gesundheit. So kannst du realistisch einschätzen, ob diese besondere Rasse zu dir passt.
Steckbrief: Bobtail (Old English Sheepdog)
| Größe | 56–61 cm |
| Gewicht | 27–46 kg |
| Lebenserwartung | 10–12 Jahre |
| FCI-Gruppe | Hütehunde (Gruppe 1) |
| Herkunft | Großbritannien |
| Fell | Lang, üppig, zottelig |
| Farben | Grau, Blau, Grizzle mit Weiß |
| Charakter | Freundlich, intelligent, verspielt |
| Bewegungsbedarf | Mittel |
| Pflegeaufwand | Sehr hoch |
| Familientauglich | Sehr gut |
| Für Anfänger | Bedingt |
Welchen Charakter hat der Bobtail?
Der Bobtail ist ein fröhlicher und gutmütiger Hund mit viel Humor. Er liebt es, den Clown zu spielen und seine Familie zum Lachen zu bringen. Sein verspieltes Wesen behält er oft bis ins hohe Alter. Diese Lebensfreude ist ansteckend.
Seine Intelligenz ist bemerkenswert. Der Bobtail versteht schnell, was von ihm erwartet wird. Gleichzeitig hat er durchaus seinen eigenen Kopf. Er denkt mit und entscheidet manchmal selbst, ob ein Kommando gerade sinnvoll ist.
Mit Kindern ist der Bobtail ein absoluter Traum. Er ist geduldig, sanft und beschützend. Sein Hüteinstinkt zeigt sich oft darin, dass er die Kinder der Familie im Auge behält. Manchmal versucht er sogar, sie zusammenzuhalten wie eine kleine Herde.
Gegenüber anderen Hunden ist er in der Regel freundlich und sozial. Auch mit Katzen und anderen Haustieren kommt er meist gut aus. Fremden gegenüber ist er aufgeschlossen und nicht misstrauisch. Als Wachhund taugt er daher nur bedingt.

Wie solltest du einen Bobtail halten?
Der Bobtail braucht moderate, aber regelmäßige Bewegung. Ein bis zwei Stunden Spaziergang pro Tag sind ideal. Er ist kein Marathonläufer, genießt aber ausgedehnte Wanderungen. Zwischendurch braucht er auch mal Ruhephasen.
Ein Haus mit Garten ist für den Bobtail von Vorteil. Seine Größe und sein dichtes Fell machen eine kleine Stadtwohnung nicht ideal. Er braucht genug Platz, um sich auszubreiten. Bedenke auch, dass das Fell Schmutz ins Haus trägt.
Der Bobtail ist ein geselliger Hund und braucht Familienanschluss. Stundenlanges Alleinsein ist nichts für ihn. Er will bei seinen Menschen sein und am Familienleben teilnehmen. Eine Zwingerhaltung kommt überhaupt nicht in Frage.
Geistige Beschäftigung ist dem Bobtail genauso wichtig wie Bewegung. Suchspiele, Intelligenzspielzeug oder leichtes Obedience-Training machen ihm Spaß. Sein Hüteinstinkt lässt sich durch Treibball prima ausleben. So bleibt er zufrieden und ausgeglichen.
Wie pflegst du einen Bobtail richtig?
Die Fellpflege ist die größte Herausforderung beim Bobtail. Sein zotteliges Fell verfilzt ohne regelmäßige Pflege innerhalb weniger Tage. Du musst mit einem Zeitaufwand von mindestens 30 bis 60 Minuten täglich rechnen. Das ist kein Scherz und kein Übertreiben.
Verwende einen groben Kamm und eine Slickerbürste für die tägliche Pflege. Arbeite dich systematisch durch das gesamte Fell. Besonders anfällig für Verfilzungen sind Achseln, Bauch und hinter den Ohren. Teile das Fell in Partien und bürste Strähne für Strähne.
Alle sechs bis acht Wochen sollte ein professioneller Hundefriseur das Fell in Form bringen. Die Kosten dafür liegen bei 100 bis 200 Euro pro Sitzung. Manche Halter entscheiden sich für einen kürzeren Schnitt im Sommer. Das reduziert den Pflegeaufwand erheblich.
Das Fell rund um die Augen braucht besondere Aufmerksamkeit. Es kann die Sicht beeinträchtigen, wenn es zu lang wird. Halte diesen Bereich frei, damit dein Hund gut sehen kann. Auch die Ohren solltest du regelmäßig kontrollieren und reinigen.
Welche Krankheiten sind beim Bobtail häufig?
Der Bobtail hat leider einige rassetypische Gesundheitsprobleme. Die Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren liegt im mittleren Bereich für einen großen Hund. Gute Zuchtauswahl und Vorsorge können viel zur Gesundheit beitragen.
Hüftgelenksdysplasie (HD) ist bei dieser Rasse verbreitet. Das Gewicht und die Größe belasten die Gelenke zusätzlich. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere darauf untersuchen. Achte beim Welpenkauf unbedingt auf die HD-Bewertung der Eltern.
Erbliche Taubheit kommt beim Bobtail häufiger vor als bei anderen Rassen. Sie kann ein- oder beidseitig auftreten. Ein BAER-Test beim Welpen gibt Aufschluss über das Hörvermögen. Seriöse Züchter führen diesen Test standardmäßig durch.
Autoimmunerkrankungen wie die Autoimmune Hämolytische Anämie (AIHA) treten gelegentlich auf. Auch Schilddrüsenprobleme und Augenerkrankungen wie Progressive Retinaatrophie (PRA) oder Katarakt sind bekannt. Magendrehung ist wegen des tiefen Brustkorbs ein Risiko. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher unverzichtbar.

Was kostet ein Bobtail?
Ein Bobtail-Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Der höhere Preis spiegelt die aufwendige Zucht und die Gesundheitsuntersuchungen wider. Die Rasse ist relativ selten. Wartezeiten für einen Welpen sind daher normal.
Die laufenden Kosten sind überdurchschnittlich hoch. Das liegt vor allem an der Fellpflege und den Friseurkosten. Rechne mit 100 bis 200 Euro alle sechs bis acht Wochen für den Hundefriseur. Pflegeprodukte kosten zusätzlich 20 bis 40 Euro monatlich.
Das Futter für einen großen Hund wie den Bobtail ist nicht günstig. Rechne mit 80 bis 130 Euro monatlich für hochwertiges Futter. Tierarztkosten für die Grundversorgung liegen bei etwa 300 bis 500 Euro pro Jahr. Eine Krankenversicherung ist bei dieser Rasse empfehlenswert.
Insgesamt solltest du mit monatlichen Kosten von 250 bis 400 Euro rechnen. Über die Lebenszeit von 10 bis 12 Jahren summiert sich das auf 30.000 bis 50.000 Euro. Der Bobtail ist also ein finanziell anspruchsvoller Hund.
Wie erziehst du einen Bobtail?
Der Bobtail ist ein intelligenter Hund, der gerne lernt. Allerdings hat er auch einen eigenwilligen Charakter. Er hinterfragt Kommandos und entscheidet manchmal selbst. Das erfordert Geduld und einen gewissen Humor.
Positive Verstärkung funktioniert beim Bobtail am besten. Er reagiert gut auf Leckerlis, Lob und Spiel als Belohnung. Strenge oder gar strafbasierte Methoden sind kontraproduktiv. Sie führen dazu, dass er sich zurückzieht und verweigert.
Beginne mit der Erziehung und Sozialisierung so früh wie möglich. Der Welpe sollte viele verschiedene Menschen und Situationen kennenlernen. Eine gute Welpenschule ist sehr empfehlenswert. Je mehr positive Erfahrungen er sammelt, desto besser.
Das Training der Fellpflege ist ein eigenes Erziehungsthema. Gewöhne deinen Welpen von Anfang an ans tägliche Bürsten. Es muss für ihn eine positive Routine werden. Belohne ruhiges Stillhalten und steigere die Dauer langsam.
Konsequenz im Alltag ist entscheidend. Stelle klare Regeln auf und halte sie ein. Der Bobtail ist ein Meister darin, mit seinem Charme Ausnahmen zu erwirken. Bleibe freundlich, aber bestimmt bei deinen Grenzen.
Passt ein Bobtail zu dir?
Der Bobtail passt zu dir, wenn du die Fellpflege als Ritual genießen kannst. Tägliches Bürsten ist nicht optional, sondern Pflicht. Wenn dir das zu viel ist, solltest du eine pflegeleichtere Rasse wählen. Ehrlichkeit zu dir selbst ist hier wichtig.
Für Familien mit Kindern ist der Bobtail eine fantastische Wahl. Seine Geduld und sein liebevolles Wesen machen ihn zum idealen Spielkameraden. Bedenke aber sein Gewicht und seine Größe. Kleinkinder können beim Toben schon mal umgerannt werden.
Du brauchst genug Platz für diesen großen Hund. Ein Haus mit Garten ist ideal. Die Wohnung sollte leicht zu reinigen sein. Denn der Bobtail bringt Schmutz, Wasser und lose Haare mit ins Haus.
Finanziell solltest du auf die höheren Unterhaltskosten vorbereitet sein. Friseur, Futter und Tierarzt summieren sich. Wenn du bereit bist für den Aufwand, bekommst du einen treuen und liebevollen Begleiter. Der Bobtail dankt es dir mit grenzenloser Zuneigung und viel Humor.
Häufige Fragen zum Bobtail
Warum heißt der Bobtail Bobtail?
Kann man einen Bobtail scheren?
Haart der Bobtail stark?
Wie viel kostet die Fellpflege beim Bobtail?
Ist der Bobtail ein guter Familienhund?
Wie viel Auslauf braucht ein Bobtail?
Verträgt der Bobtail Hitze?
Wie selten ist der Bobtail?
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 16 – Old English Sheepdog (Bobtail)
- VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen: Rassebeschreibung Old English Sheepdog
- The Old English Sheepdog Club (UK): Breed Health and Welfare
- Mealey, K. et al.: „MDR1 Gene Mutation in Herding Breeds“ – Veterinary Pharmacology and Therapeutics, 2005