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Greyhound

Greyhound

Greyhound Porträt

Der Greyhound ist der schnellste Hund der Welt. Mit bis zu 72 km/h übertrifft er sogar manches Rennpferd. Doch hinter dem athletischen Äußeren verbirgt sich ein überraschend sanftes Wesen. Im Haus ist der Greyhound ein ruhiger und gelassener Mitbewohner. Er schläft gern bis zu 18 Stunden am Tag und kuschelt sich auf das Sofa. Diese Mischung aus Sprinter und Couchpotato macht ihn zu einem faszinierenden Begleiter. Besonders ehemalige Rennhunde finden zunehmend liebevolle Familien.

Steckbrief: Greyhound

Größe 68–76 cm
Gewicht 27–40 kg
Lebenserwartung 10–14 Jahre
FCI-Gruppe Gruppe 10: Windhunde
Herkunft Großbritannien
Fell Kurz, fein, glatt
Farben Alle Farben erlaubt
Charakter Sanft, ruhig, schnell
Bewegungsbedarf Mittel (Sprints)
Pflegeaufwand Niedrig
Familientauglich Sehr gut
Für Anfänger Ja

Woher stammt der Greyhound?

Der Greyhound ist eine der ältesten Hunderassen der Welt. Darstellungen windhundartiger Hunde finden sich auf ägyptischen Grabmälern vor über 4.000 Jahren. In England wurde die Rasse seit dem Mittelalter für die Hasenjagd eingesetzt. Nur Adlige durften Greyhounds besitzen. Dieses Gesetz galt über Jahrhunderte. Im 18. Jahrhundert begann die organisierte Zucht in ihrer heutigen Form. Die FCI führt den Greyhound unter der Standardnummer 158. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich der Greyhound-Rennsport, besonders in Großbritannien und den USA.

Wie sieht ein Greyhound aus?

Der Greyhound verkörpert Geschwindigkeit in Perfektion. Sein Körperbau ist schlank, muskulös und aerodynamisch. Der tiefe Brustkorb bietet Platz für Herz und Lunge. Die langen, kräftigen Hinterbeine ermöglichen explosive Sprints. Der Kopf ist lang und schmal mit einem kaum sichtbaren Stop. Die kleinen, rosenförmigen Ohren liegen im Ruhezustand flach an. Die Augen sind oval, dunkel und blicken intelligent. Das Fell ist extrem kurz und fein. Es liegt eng am Körper an und bietet kaum Schutz gegen Kälte. Alle Farben und Farbkombinationen sind im Rassestandard zugelassen.

Greyhound beim Laufen auf einer Wiese

Welchen Charakter hat der Greyhound?

Der Greyhound überrascht viele Menschen mit seiner Sanftheit. Er ist ruhig, sensibel und ausgesprochen freundlich. Im Haus verhält er sich zurückhaltend und unauffällig. Er bellt selten und hat ein gelassenes Wesen. Gegenüber seiner Familie zeigt er sich anhänglich und liebevoll. Fremden gegenüber ist er zunächst reserviert, aber nie aggressiv. Der Greyhound ist ein Sichthund mit starkem Hetztrieb. Bewegte Objekte in der Ferne wecken sofort seinen Jagdinstinkt. Im Haus ist er ein ausgesprochener Couchpotato. Er schläft bis zu 18 Stunden täglich und liebt weiche Liegeplätze. Seine empfindliche Seele reagiert sensibel auf Stimmungen.

Wie viel Bewegung braucht ein Greyhound?

Entgegen der Erwartung ist der Greyhound kein Ausdauersportler. Er ist ein Sprinter, kein Marathonläufer. Zwei Spaziergänge von je 30 bis 40 Minuten pro Tag genügen ihm. Zusätzlich braucht er die Möglichkeit für kurze, intensive Sprints. Ein eingezäuntes Gelände ist dafür ideal. Die Sprints dauern selten länger als ein bis zwei Minuten. Danach ruht er sich ausgiebig aus. Coursing-Veranstaltungen sind eine artgerechte Beschäftigung. Dabei jagt der Greyhound einem künstlichen Köder hinterher. Übermäßige Dauerbelastung schadet seinen Gelenken. Achte besonders bei ehemaligen Rennhunden auf angepasstes Training.

⚠️ Wichtiger Hinweis: Der Greyhound hat einen starken Hetztrieb auf sich bewegende Objekte. Freilauf ohne sicheren Zaun ist riskant. Selbst gut trainierte Greyhounds können bei Sichtkontakt mit Wild nicht mehr abrufbar sein.

Wie pflegst du einen Greyhound?

Die Pflege des Greyhounds ist denkbar einfach. Sein kurzes Fell braucht nur gelegentliches Bürsten. Einmal pro Woche mit einem Gummistriegel genügt. Der Greyhound haart wenig und hat keinen typischen Hundegeruch. Baden ist selten nötig und sollte nur bei Bedarf erfolgen. Die dünne Haut ist empfindlich und verletzungsanfällig. Kontrolliere deinen Hund nach Spaziergängen auf Kratzer oder Schnitte. Die Zähne brauchen besondere Aufmerksamkeit. Greyhounds neigen zu Zahnstein und Zahnproblemen. Regelmäßiges Zähneputzen ist daher empfehlenswert. Die Krallen nutzen sich bei weichen Böden nicht genug ab.

Welche Krankheiten treten beim Greyhound häufig auf?

Der Greyhound hat einige rassetypische Besonderheiten. Seine Blutwerte weichen von denen anderer Hunderassen ab. Tierärzte müssen das bei der Blutanalyse berücksichtigen. Osteosarkom, ein bösartiger Knochenkrebs, kommt bei großen Windhunden häufiger vor. Greyhound-Neuropathie ist eine seltene Nervenerkrankung dieser Rasse. Die Narkoseempfindlichkeit ist ein wichtiges Thema. Greyhounds vertragen bestimmte Narkosemittel wie Thiopental schlecht. Dein Tierarzt muss darüber informiert sein. Magendrehung kann bei tief gebauten Hunden auftreten. Füttere daher mehrere kleine Mahlzeiten statt einer großen. Hitzeschlag tritt durch das fehlende Unterfell selten auf, aber Kälteempfindlichkeit ist ein Thema.

⚠️ Achtung: Greyhounds reagieren auf bestimmte Narkosemittel überempfindlich. Informiere deinen Tierarzt vor jeder Narkose über die Rasse. Barbiturat-basierte Mittel können lebensbedrohlich sein.

Wie erziehst du einen Greyhound?

Der Greyhound ist ein sensibler Hund. Harte Methoden sind bei ihm völlig kontraproduktiv. Positive Verstärkung und Geduld sind der Schlüssel. Er lernt nicht so schnell wie ein Schäferhund oder Pudel. Dafür vergisst er einmal Gelerntes kaum. Die Sozialisierung ist besonders bei ehemaligen Rennhunden wichtig. Viele kennen weder Treppen noch Glaswände oder Alltagsgegenstände. Gib deinem Greyhound Zeit, die Welt zu entdecken. Der Rückruf bleibt die größte Herausforderung. Sein Sichttrieb kann stärker sein als jedes Training. Nutze eine Schleppleine in ungesicherten Bereichen. Im Haus ist der Greyhound erstaunlich unkompliziert.

Greyhound entspannt auf dem Sofa

Was kostet ein Greyhound?

Ein Greyhound-Welpe vom Züchter kostet zwischen 1.200 und 2.000 Euro. Ehemalige Rennhunde sind über Tierschutzorganisationen oft günstiger zu bekommen. Die Vermittlungsgebühr liegt dort bei 200 bis 400 Euro. Die monatlichen Haltungskosten betragen etwa 120 bis 180 Euro. Der Greyhound frisst als großer Hund mehr als kleine Rassen. Die Pflegekosten sind dafür gering. Ein Wintermantel ist eine sinnvolle Anschaffung. Die dünne Haut und das fehlende Unterfell machen ihn kälteempfindlich. Rechne mit einem orthopädischen Hundebett, da Greyhounds Druckstellen an den Gelenken bekommen können.

Ist der Greyhound als Familienhund geeignet?

Der Greyhound ist ein hervorragender Familienhund. Sein sanftes Wesen macht ihn zum idealen Begleiter für ruhigere Familien. Er ist geduldig mit Kindern und selten hektisch. Seine Größe erfordert jedoch Aufsicht bei kleinen Kindern. Er könnte sie versehentlich umwerfen. Der Greyhound eignet sich auch für Berufstätige. Er schläft tagsüber viel und kommt mit Alleinsein zurecht. Voraussetzung ist ein zweiter Spaziergang am Abend. Für Erstbesitzer ist er dank seines unkomplizierten Wesens gut geeignet. Einzige Einschränkung: Katzen und kleine Tiere im Haushalt können problematisch sein. Der Hetztrieb lässt sich nicht bei jedem Greyhound kontrollieren.

✅ Gut zu wissen: Viele Tierschutzorganisationen vermitteln ehemalige Renn-Greyhounds. Diese Hunde sind oft bereits stubenrein, leinenführig und im besten Alter. Eine wunderbare Option für alle, die einem Greyhound ein zweites Leben schenken möchten.

Häufige Fragen zum Greyhound

Wie schnell kann ein Greyhound laufen?

Der Greyhound erreicht Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 72 km/h. Er beschleunigt in nur 30 Metern auf volle Geschwindigkeit. Damit ist er der schnellste Hund der Welt.

Ist der Greyhound wirklich so ruhig?

Ja, im Haus ist der Greyhound außergewöhnlich ruhig. Er schläft bis zu 18 Stunden am Tag und bellt kaum. Draußen zeigt er sich bei Sprints allerdings sehr temperamentvoll.

Kann ein Greyhound mit Katzen zusammenleben?

Das ist individuell verschieden. Manche Greyhounds vertragen sich gut mit Katzen, andere nicht. Ein Katzenverträglichkeitstest vor der Adoption ist dringend empfehlenswert.

Braucht ein Greyhound einen Mantel im Winter?

Ja, bei Temperaturen unter 5 °C ist ein Hundemantel empfehlenswert. Das kurze Fell ohne Unterwolle bietet kaum Kälteschutz. Besonders dünne Greyhounds frieren schnell.

Wie alt wird ein Greyhound?

Die Lebenserwartung liegt bei 10 bis 14 Jahren. Das ist für einen Hund dieser Größe überdurchschnittlich gut.

Kann man einen ehemaligen Renn-Greyhound adoptieren?

Ja, zahlreiche Organisationen vermitteln ehemalige Rennhunde. Die Hunde sind meist zwischen 2 und 5 Jahre alt. Sie gewöhnen sich erstaunlich schnell an das Familienleben.

Ist der Greyhound ein guter Anfängerhund?

Ja, der Greyhound eignet sich gut für Anfänger. Sein ruhiges Wesen und die pflegeleichte Art machen ihn unkompliziert. Der Umgang mit seinem Hetztrieb erfordert jedoch Aufmerksamkeit.

Wie groß muss die Wohnung für einen Greyhound sein?

Trotz seiner Größe kommt der Greyhound auch in einer Wohnung zurecht. Er bewegt sich drinnen kaum und braucht nur einen gemütlichen Liegeplatz. Ausreichend Auslauf draußen ist wichtiger als Wohnfläche.

Quellen

  • FCI-Rassestandard Nr. 158 – Greyhound
  • VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen: Rasseportrait Greyhound
  • Deutscher Windhundzucht- und Rennverband (DWZRV)
  • American Kennel Club (AKC): Greyhound Breed Information

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