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Shar-Pei

Shar-Pei

Der Shar-Pei fällt sofort durch seine markanten Falten auf. Diese chinesische Hunderasse vereint Ruhe und Unabhängigkeit auf einzigartige Weise. Ursprünglich als Kampf- und Wachhund gezüchtet, ist der Shar-Pei heute ein treuer Begleiter. Trotzdem ist er kein Hund für jeden. Sein eigenständiges Wesen erfordert Erfahrung und Verständnis. In diesem Ratgeber erfährst du alles Wichtige über den faltigen Chinesen.

Steckbrief Shar-Pei

Größe 44–51 cm
Gewicht 18–25 kg
Lebenserwartung 8–12 Jahre
FCI-Gruppe Molosser und Schweizer Sennenhunde
Herkunft China
Fell Kurz, borstig, hart
Farben Alle Vollfarben
Charakter Ruhig, unabhängig, treu
Bewegungsbedarf Mittel
Pflegeaufwand Mittel (Faltenpflege!)
Familientauglichkeit Gut
Anfängergeeignet Nein

Woher stammt der Shar-Pei?

Der Shar-Pei stammt aus den südlichen Provinzen Chinas. Sein Name bedeutet übersetzt „Sandhaut“ und beschreibt sein raues Fell. Bereits vor über 2.000 Jahren wurde er als vielseitiger Gebrauchshund gehalten. Bauern nutzten ihn als Wach-, Jagd- und Hütehund. Später wurde er auch für Hundekämpfe eingesetzt. Seine lockere Haut bot dabei einen Vorteil. Angreifer konnten ihn schwer packen.

In den 1970er Jahren war der Shar-Pei vom Aussterben bedroht. Ein Züchter aus Hongkong startete einen Aufruf in einem amerikanischen Hundemagazin. Daraufhin begannen westliche Züchter mit der Rettung der Rasse. 1992 erkannte die FCI den Shar-Pei offiziell an. Heute ist er weltweit verbreitet, aber nach wie vor eine eher seltene Rasse.

Shar-Pei von der Seite mit typischen Falten

Wie sieht der Shar-Pei aus?

Das markanteste Merkmal des Shar-Pei sind seine Hautfalten. Bei Welpen bedecken sie den gesamten Körper. Erwachsene Hunde haben Falten hauptsächlich am Kopf und Widerrist. Der Körperbau ist kompakt und quadratisch. Der Kopf ist groß mit einer breiten, flachen Schnauze. Die kleinen Ohren liegen eng am Kopf an.

Das Fell ist kurz und fühlt sich borstig bis rau an. Es gibt zwei Felltypen: Horse Coat (sehr kurz und rau) und Brush Coat (etwas länger und weicher). Alle Vollfarben sind erlaubt. Häufig sieht man Shar-Peis in Creme, Fawn, Rot, Schwarz oder Blau. Die Zunge ist blauschwarz. Er erreicht eine Schulterhöhe von 44 bis 51 cm bei einem Gewicht von 18 bis 25 kg.

Welchen Charakter hat der Shar-Pei?

Der Shar-Pei ist ein ruhiger und gelassener Hund. In seinem Zuhause zeigt er sich entspannt und ausgeglichen. Fremden gegenüber ist er zunächst reserviert. Er braucht Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Seiner Familie gegenüber ist er jedoch loyal und anhänglich. Er folgt seinem Besitzer gern von Raum zu Raum.

Trotz seiner Ruhe ist der Shar-Pei wachsam. Er meldet Besucher zuverlässig, bellt aber nicht übermäßig. Sein Territorialverhalten ist ausgeprägt. Gegenüber anderen Hunden kann er dominant auftreten. Eine frühe Sozialisierung ist deshalb unverzichtbar. Der Shar-Pei ist intelligent, aber eigenwillig. Er hinterfragt Kommandos und gehorcht nicht blind.

⚠️ Wichtig: Der Shar-Pei neigt zu Dominanz gegenüber anderen Hunden. Ohne konsequente Sozialisierung im Welpenalter kann es zu ernsthaften Konflikten kommen.

Wie viel Bewegung braucht ein Shar-Pei?

Der Shar-Pei hat einen moderaten Bewegungsbedarf. Zwei bis drei Spaziergänge täglich von je 30 Minuten reichen ihm aus. Er ist kein Hund für Marathonläufer oder Radfahrer. Kurze Spieleinheiten im Garten ergänzen das Bewegungsprogramm. Bei Hitze solltest du besonders aufpassen. Die Falten und die kurze Schnauze erschweren die Wärmeregulierung.

Geistige Beschäftigung ist dem Shar-Pei wichtiger als körperliche Höchstleistungen. Suchspiele und Futterspielzeuge fordern seinen Intellekt. Auch ruhige Schnüffelrunden in der Natur genießt er. Hundesport wie Agility ist möglich, aber nicht sein bevorzugtes Terrain.

Wie pflegst du die Falten des Shar-Pei richtig?

Die Faltenpflege ist beim Shar-Pei das A und O. Zwischen den Hautfalten sammeln sich Feuchtigkeit und Schmutz. Das begünstigt Hautinfektionen und Pilzbefall. Kontrolliere die Falten mindestens zweimal pro Woche. Reinige sie mit einem feuchten Tuch und trockne sie anschließend gründlich ab. Besonders die Falten im Gesicht und am Hals brauchen Aufmerksamkeit.

Das Fell selbst ist pflegeleicht. Wöchentliches Bürsten genügt. Baden solltest du den Shar-Pei nur bei Bedarf. Verwende ein mildes Hundeshampoo. Nach dem Bad müssen alle Falten vollständig getrocknet werden. Die Ohren sind anfällig für Entzündungen. Die engen Gehörgänge begünstigen Infektionen. Kontrolliere sie wöchentlich und reinige sie vorsichtig.

Shar-Pei Welpe mit ausgeprägten Falten

Welche Gesundheitsprobleme hat der Shar-Pei?

Der Shar-Pei ist leider anfällig für mehrere rassetypische Erkrankungen. Das Shar-Pei-Fieber ist eine erbliche Erkrankung. Es verursacht wiederkehrende Fieberschübe und Gelenkschwellungen. Unbehandelt kann es zu Amyloidose und Nierenversagen führen. Hautprobleme sind aufgrund der Falten häufig. Demodikose und Pyodermie kommen regelmäßig vor.

Augenprobleme wie Entropium betreffen viele Shar-Peis. Dabei rollt sich das Augenlid nach innen. Eine Operation ist oft notwendig. Auch Ohrinfektionen sind häufig. Die kurze Schnauze kann zu Atemproblemen führen. Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) tritt ebenfalls vermehrt auf. Die Lebenserwartung liegt bei 8 bis 12 Jahren.

⚠️ Wichtig: Achte beim Züchter auf Untersuchungen bezüglich Shar-Pei-Fieber. Diese Erbkrankheit kann die Lebenserwartung erheblich verkürzen. Regelmäßige Blutkontrollen beim Tierarzt sind Pflicht.

Was frisst ein Shar-Pei am besten?

Der Shar-Pei hat einen empfindlichen Magen. Hochwertiges Futter mit leicht verdaulichen Zutaten ist wichtig. Viele Shar-Peis vertragen kein Getreide. Hypoallergenes Futter kann bei Unverträglichkeiten helfen. Die Futtermenge liegt bei circa 250 bis 350 Gramm Trockenfutter pro Tag. Teile die Ration auf zwei Mahlzeiten auf.

Übergewicht verschlimmert Gelenkprobleme und belastet das Herz. Kontrolliere das Gewicht regelmäßig. Leckerlis solltest du sparsam einsetzen. Frisches Wasser muss immer verfügbar sein. Barfen ist eine Option, erfordert aber gute Kenntnisse der Hundeernährung.

Ist der Shar-Pei als Familienhund geeignet?

Der Shar-Pei eignet sich gut als Familienhund für erfahrene Halter. Er ist ruhig im Haus und bellt wenig. Kinder sollten den respektvollen Umgang mit ihm lernen. Er toleriert Kinder, ist aber kein typischer Spielkamerad. Mit anderen Haustieren kann es Probleme geben. Besonders mit anderen Hunden ist Vorsicht geboten.

Der ideale Shar-Pei-Halter hat Hundeerfahrung. Er ist geduldig und konsequent in der Erziehung. Eine Wohnungshaltung ist möglich, wenn genügend Auslauf geboten wird. Ein Garten ist von Vorteil. Der Shar-Pei eignet sich nicht für ein Leben im Zwinger.

Was kostet ein Shar-Pei?

Ein Shar-Pei Welpe kostet beim seriösen Züchter 1.500 bis 2.500 Euro. Die Tierarztkosten sind bei dieser Rasse überdurchschnittlich hoch. Rechne mit monatlichen Kosten von 150 bis 300 Euro. Eine Hundekrankenversicherung ist bei dieser Rasse besonders empfehlenswert. Entropium-Operationen kosten 500 bis 1.500 Euro pro Auge. Die Behandlung von Shar-Pei-Fieber verursacht laufende Kosten.

Häufige Fragen zum Shar-Pei

Warum hat der Shar-Pei so viele Falten?

Die Falten sind ein genetisches Merkmal. Ursprünglich boten sie Schutz bei Hundekämpfen. Angreifer bekamen nur lose Haut zu fassen. Welpen haben deutlich mehr Falten als erwachsene Hunde.

Ist der Shar-Pei ein Listenhund?

In Deutschland steht der Shar-Pei in keinem Bundesland auf der Rasseliste. Er gilt nicht als gefährlicher Hund. Trotzdem solltest du die lokalen Regelungen überprüfen.

Kann der Shar-Pei alleine bleiben?

Ja, der Shar-Pei kann nach Training einige Stunden alleine bleiben. Er ist unabhängiger als viele andere Rassen. Dennoch sollte er nicht länger als vier bis fünf Stunden allein sein.

Wie oft muss man die Falten reinigen?

Die Falten solltest du mindestens zweimal pro Woche kontrollieren und reinigen. Bei feuchtem Wetter oder nach dem Baden auch häufiger. Trockne sie immer gründlich ab.

Hat der Shar-Pei auch eine blaue Zunge?

Ja, der Shar-Pei hat wie der Chow-Chow eine blauschwarze Zunge. Dieses Merkmal teilen nur diese beiden Rassen. Es ist im Rassestandard vorgeschrieben.

Verträgt der Shar-Pei Hitze?

Nein, der Shar-Pei ist hitzeempfindlich. Die Falten und die kurze Schnauze erschweren die Wärmeregulierung. Im Sommer solltest du Spaziergänge in die kühleren Tageszeiten verlegen.

Was ist Shar-Pei-Fieber?

Das Shar-Pei-Fieber ist eine erbliche Erkrankung. Es verursacht wiederkehrende Fieberschübe über 40 Grad mit Gelenkschwellungen. Unbehandelt kann es zu Nierenversagen durch Amyloidose führen.

Wie viel haart der Shar-Pei?

Der Shar-Pei haart moderat. Während des Fellwechsels nimmt der Haarverlust zu. Regelmäßiges Bürsten hält die lose Unterwolle unter Kontrolle.

Quellen

  • FCI-Rassestandard Nr. 309 – Shar-Pei
  • VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen: Rasseportrait Shar-Pei
  • Olsson, M. et al. (2011): A Novel Unstable Duplication Upstream of HAS2 Predisposes to a Breed-Defining Skin Phenotype. PLoS Genetics
  • Rivas, A. L. et al. (1993): Familial Shar-Pei Fever. Veterinary Immunology and Immunopathology
  • The Chinese Shar-Pei Club of America – Health Information

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