West Highland White Terrier

Der West Highland White Terrier – liebevoll „Westie“ genannt – ist ein kleiner Hund mit riesiger Persönlichkeit. Sein strahlend weißes Fell und der fröhliche Gesichtsausdruck machen ihn unverwechselbar. Doch der Westie ist weit mehr als ein hübscher Schoßhund. In ihm steckt ein mutiger, selbstbewusster Terrier mit ausgeprägtem Jagdtrieb. Du möchtest wissen, ob dieser kleine Wirbelwind zu dir passt? Hier findest du alle wichtigen Informationen.
Steckbrief: West Highland White Terrier
- Größe: 25–28 cm
- Gewicht: 7–10 kg
- Lebenserwartung: 12–16 Jahre
- FCI-Gruppe: Terrier (Gruppe 3)
- Herkunft: Schottland
- Fell: Doppeltes Haarkleid, hartes Deckhaar, weiß
- Farben: Reinweiß
- Charakter: Selbstbewusst, fröhlich, unerschrocken
- Bewegungsbedarf: Mittel
- Pflegeaufwand: Mittel
- Familientauglich: Gut
- Anfängergeeignet: Ja
Woher stammt der West Highland White Terrier?
Der Westie wurde im 19. Jahrhundert in den schottischen Highlands gezüchtet. Die Rasse geht auf Colonel Edward Donald Malcolm von Poltalloch zurück. Er züchtete gezielt weiße Terrier. Der Legende nach erschoss er versehentlich einen seiner braunen Terrier auf der Jagd. Er hatte ihn mit einem Fuchs verwechselt. Danach beschloss er, ausschließlich weiße Hunde zu züchten.
Die weißen Terrier sollten Ratten, Füchse und Dachse aus ihren Bauen treiben. Ihr kompakter Körperbau ermöglichte es ihnen, in enge Höhlen einzudringen. Die weiße Fellfarbe unterschied sie deutlich von der Beute. 1907 wurde die Rasse vom Kennel Club offiziell anerkannt. Seitdem hat sich der Westie vom Arbeitsterrier zum beliebten Begleithund entwickelt.
Wie sieht der Westie aus?
Der West Highland White Terrier ist ein kleiner, kompakter Hund. Seine Schulterhöhe beträgt 25–28 cm bei einem Gewicht von 7–10 kg. Der Körperbau ist stämmig und muskulös. Trotz seiner geringen Größe wirkt er robust und kräftig.
Das auffälligste Merkmal ist das reinweiße Fell. Es besteht aus einem harten, drahtigen Deckhaar und einer weichen, dichten Unterwolle. Der Kopf ist rund mit kleinen, aufrecht stehenden Ohren. Die dunklen Augen blicken aufmerksam und intelligent. Die Rute ist relativ kurz und wird aufrecht getragen. Sie darf laut Rassestandard 12,5–15 cm lang sein.
Welchen Charakter hat der West Highland White Terrier?
Der Westie ist ein typischer Terrier: Selbstbewusst, mutig und voller Energie. Er lässt sich von seinem kleinen Körper nicht einschränken. Im Gegenteil – er tritt oft auf wie ein großer Hund. Fremden gegenüber zeigt er sich aufgeschlossen und freundlich. Schüchternheit ist ihm völlig fremd.
Trotz seiner Fröhlichkeit hat der Westie einen starken Willen. Er testet gerne Grenzen und braucht konsequente Erziehung. Mit Härte kommt man bei ihm allerdings nicht weit. Der Westie reagiert am besten auf positive Verstärkung und spielerisches Training. Sein Jagdtrieb ist nach wie vor ausgeprägt. Mäuse, Ratten und andere Kleintiere wecken sofort sein Interesse.
Mit Kindern versteht sich der Westie grundsätzlich gut. Allerdings duldet er kein grobes Anfassen. Er verteidigt seine Grenzen deutlich. Deshalb sollten Kinder den respektvollen Umgang mit dem Hund lernen. Für Familien mit älteren Kindern ist der Westie eine hervorragende Wahl.

Wie viel Bewegung braucht ein Westie?
Der West Highland White Terrier hat einen mittleren Bewegungsbedarf. Täglich solltest du etwa 60–90 Minuten für Spaziergänge einplanen. Der Westie ist ein aktiver kleiner Hund. Er liebt ausgedehnte Erkundungstouren und Schnüffelrunden. Trotzdem ist er kein Marathonläufer.
Geistige Beschäftigung ist mindestens genauso wichtig wie Bewegung. Intelligenzspiele, Tricktraining und Suchspiele fordern seinen klugen Kopf. Einige Westies begeistern sich auch für Agility. Ihre Wendigkeit und ihr Eifer machen sie zu talentierten Parcours-Läufern. Erdarbeiten und Buddelspiele kommen dem natürlichen Verhalten des Terriers entgegen.
Wie pflegt man das Fell eines Westies?
Das Fell des Westies braucht regelmäßige Pflege. Bürste deinen Westie mindestens zwei- bis dreimal pro Woche gründlich durch. Dadurch verhinderst du Verfilzungen der Unterwolle. Das harte Deckhaar sollte alle 8–12 Wochen getrimmt werden. Trimmen bedeutet, abgestorbenes Haar von Hand oder mit einem Trimmmesser auszuzupfen.
Vom Scheren wird dringend abgeraten. Geschorenes Fell verliert seine typische Struktur und seinen Schutz. Es wird weich und kann die natürliche Selbstreinigungsfunktion nicht mehr erfüllen. Professionelles Trimmen beim Hundefriseur kostet etwa 50–80 Euro pro Sitzung.
Das weiße Fell zeigt Verschmutzungen sofort. Trotzdem solltest du deinen Westie nicht zu häufig baden. Alle 6–8 Wochen reicht aus. Verwende ein mildes Hundeshampoo für weißes Fell. Achte besonders auf die Augenpartie. Tränenflüssigkeit kann braune Verfärbungen im Fell verursachen.
Welche Krankheiten sind beim Westie typisch?
Der West Highland White Terrier ist eine grundsätzlich robuste Rasse. Dennoch gibt es einige rassetypische Erkrankungen. Am häufigsten tritt die atopische Dermatitis auf. Das ist eine allergische Hauterkrankung mit starkem Juckreiz. Etwa 25 % aller Westies sind davon betroffen.
Weitere mögliche Erkrankungen sind die Legg-Calvé-Perthes-Krankheit (eine Hüftkopfnekrose), Patellaluxation und die craniomandibuläre Osteopathie. Letztere betrifft den Kieferknochen junger Hunde. Auch die Westie-Lungenfibrose (auch Westie Lung Disease genannt) ist eine rassespezifische Erkrankung. Seriöse Züchter achten auf gesunde Zuchtlinien und lassen ihre Tiere entsprechend untersuchen.
Was solltest du bei der Ernährung beachten?
Der Westie hat keine übermäßig komplizierten Ernährungsanforderungen. Hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil bildet die Basis. Ein ausgewachsener Westie braucht etwa 100–150 g Trockenfutter pro Tag. Die genaue Menge hängt von Alter, Gewicht und Aktivitätslevel ab.
Wegen der Neigung zu Hautproblemen kann hypoallergenes Futter sinnvoll sein. Verzichte auf Futter mit künstlichen Zusätzen, Weizen und Soja. Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren unterstützen die Hautgesundheit. Lachsöl als Futterzusatz kann das Hautbild verbessern. Achte auf ein gesundes Gewicht. Übergewicht belastet die kleinen Gelenke stark.
Teile die tägliche Futtermenge auf zwei Mahlzeiten auf. Leckerlis solltest du von der Tagesration abziehen. Frisches Wasser muss immer zur Verfügung stehen. Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie hilft eine Ausschlussdiät unter tierärztlicher Aufsicht.
Ist der West Highland White Terrier als Familienhund geeignet?
Der Westie ist ein guter Familienhund – mit ein paar Einschränkungen. Seine Fröhlichkeit und Energie machen ihn zu einem unterhaltsamen Begleiter. Er bringt Leben in jede Familie. Für Familien mit älteren Kindern ist er eine hervorragende Wahl. Bei sehr kleinen Kindern ist Vorsicht geboten. Der Westie kann auf grobes Anfassen gereizt reagieren.
Mit anderen Hunden kommt der Westie meistens zurecht. Allerdings zeigt er manchmal typisches Terrier-Verhalten. Er kann dominant auftreten und Konflikte provozieren. Eine gute Sozialisierung im Welpenalter ist deshalb besonders wichtig. Mit Katzen kann das Zusammenleben funktionieren. Der Jagdtrieb macht es aber nicht immer einfach.
Für Anfänger ist der Westie geeignet, wenn du bereit bist, dich mit dem Terrier-Charakter auseinanderzusetzen. Konsequenz, Geduld und Humor sind die wichtigsten Zutaten. Die Anschaffungskosten liegen bei 1.000–1.500 Euro. Die monatlichen Kosten betragen etwa 80–130 Euro.
Häufig gestellte Fragen zum West Highland White Terrier
Wie alt wird ein West Highland White Terrier?
Westies gehören zu den langlebigen Rassen. Sie werden im Durchschnitt 12–16 Jahre alt. Bei guter Gesundheitsvorsorge können sie sogar noch älter werden.
Haart der Westie viel?
Nein, der Westie haart relativ wenig. Sein drahtiges Deckhaar wächst kontinuierlich und muss regelmäßig getrimmt werden. Dadurch bleibt der Haarausfall gering.
Kann man einen Westie in der Wohnung halten?
Ja, der Westie eignet sich gut für die Wohnungshaltung. Er ist kompakt und anpassungsfähig. Voraussetzung ist ausreichend Bewegung und Beschäftigung im Freien.
Ist der Westie ein Kläffer?
Westies bellen gerne und viel. Sie sind aufmerksame Wächter und kommentieren gerne alles, was in ihrer Umgebung passiert. Konsequentes Training hilft, das Bellen zu kontrollieren.
Kann man einen Westie scheren statt trimmen?
Nein, Scheren ist nicht empfehlenswert. Das Fell verliert dadurch seine typische Struktur und Schutzfunktion. Trimmen ist die richtige Pflegemethode für den Westie.
Sind Westies für Allergiker geeignet?
Westies gelten als allergikerfreundlicher als viele andere Rassen. Sie haaren wenig und haben ein drahtiges Fell. Komplett hypoallergen ist jedoch kein Hund.
Wie teuer ist ein Westie vom Züchter?
Ein Westie-Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.000 und 1.500 Euro. Achte auf Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere und eine VDH-Mitgliedschaft.
Vertragen sich Westies mit Katzen?
Das hängt stark von der Sozialisierung ab. Bei frühzeitigem Kontakt können Westies gut mit Katzen zusammenleben. Der angeborene Jagdtrieb kann aber zu Herausforderungen führen.
Quellen
- FCI-Rassestandard Nr. 85: West Highland White Terrier
- VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen: Rasseportrait West Highland White Terrier
- Hillier, A. & Griffin, C.E. (2001): „The ACVD task force on canine atopic dermatitis.“ Veterinary Immunology and Immunopathology.
- Klub für Terrier e.V. (KfT): Zuchtrichtlinien und Gesundheitsinformationen
- Tobias, K.M. & Johnston, S.A. (2012): „Veterinary Surgery: Small Animal.“ Elsevier.