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Zwergschnauzer

Zwergschnauzer

Der Zwergschnauzer ist die kleinste Variante der drei Schnauzer-Rassen. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland gezüchtet. Dabei kreuzten Züchter den Mittelschnauzer mit kleineren Rassen wie dem Affenpinscher. Das Ziel war ein kompakter Hund, der auf Bauernhöfen Ratten und Mäuse jagen konnte.

Heute zählt der Zwergschnauzer weltweit zu den beliebtesten Hunderassen. In den USA gehört er sogar zu den Top 20 der am häufigsten registrierten Rassen. Sein wachsames Wesen und seine handliche Größe machen ihn zum idealen Familien- und Begleithund.

Du interessierst dich für einen Zwergschnauzer? Dann bist du hier richtig. In diesem Ratgeber erfährst du alles über seinen lebhaften Charakter, die richtige Haltung und die wichtigsten Pflegetipps. Du lernst auch, welche Krankheiten bei dieser Rasse häufiger vorkommen und was dich finanziell erwartet.

Zwergschnauzer – drahtiger kleiner Hund mit Bart

Steckbrief Zwergschnauzer

Größe 30–36 cm
Gewicht 4–8 kg
Lebenserwartung 12–15 Jahre
FCI-Gruppe Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer
Herkunft Deutschland
Fell Drahtig, dicht mit Unterwolle
Farben Pfeffer-Salz, Schwarz, Schwarz-Silber, Weiß
Charakter Wachsam, lebhaft, freundlich
Bewegungsdrang Mittel
Pflegeaufwand Mittel
Familientauglichkeit Sehr gut
Für Anfänger geeignet Ja

Wie ist der Charakter des Zwergschnauzers?

Der Zwergschnauzer ist ein temperamentvoller und aufgeweckter Hund. Er steckt voller Energie und ist immer bereit für Abenteuer. Trotz seiner kleinen Größe hat er das Selbstbewusstsein eines großen Hundes. Er lässt sich von niemandem einschüchtern.

Seine Wachsamkeit ist legendär. Der Zwergschnauzer meldet zuverlässig jeden Besucher an. Er bellt dabei allerdings nicht übermäßig, wenn du ihn richtig erziehst. Seine natürliche Skepsis gegenüber Fremden macht ihn zu einem ausgezeichneten kleinen Wachhund.

Gleichzeitig ist der Zwergschnauzer ein ausgesprochen freundlicher Familienhund. Er liebt Kinder und ist geduldig im Umgang mit ihnen. Er baut eine enge Bindung zu allen Familienmitgliedern auf. Dabei bevorzugt er oft keine einzelne Bezugsperson, sondern verteilt seine Zuneigung gleichmäßig.

Der Zwergschnauzer ist intelligent und lernwillig. Das macht ihn zu einem angenehmen Trainingspartner. Er liebt es, neue Tricks zu lernen und geistig gefordert zu werden. Ohne ausreichende Beschäftigung kann er allerdings eigenwillig und stur werden. Langeweile ist sein größter Feind.

Was muss ich bei der Haltung eines Zwergschnauzers beachten?

Der Zwergschnauzer ist anpassungsfähig und kommt sowohl in einer Wohnung als auch in einem Haus mit Garten zurecht. Er braucht täglich mindestens eine Stunde Bewegung. Verteile diese am besten auf zwei bis drei Spaziergänge. Zusätzlich freut er sich über Spielzeiten und geistige Herausforderungen.

Suchspiele und Intelligenzspielzeug sind ideal für den Zwergschnauzer. Du kannst ihm Leckerlis in der Wohnung verstecken oder ihm einen Schnüffelteppich anbieten. Auch Hundesportarten wie Agility oder Obedience (Gehorsamkeitstraining) machen ihm großen Spaß.

Der Zwergschnauzer verträgt sich in der Regel gut mit anderen Hunden. Allerdings neigt er manchmal dazu, größere Hunde herauszufordern. Eine frühe Sozialisierung ist deshalb besonders wichtig. Gewöhne ihn bereits als Welpe an verschiedene Hunde unterschiedlicher Größen.

Bei der Fütterung solltest du auf hochwertiges Futter achten. Der Zwergschnauzer neigt zu Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung). Vermeide daher fettreiches Futter und gib ihm keine Tischreste. Zwei Mahlzeiten am Tag in der richtigen Menge halten ihn gesund und fit.

Zwergschnauzer – aufmerksamer Begleithund im Freien

Wie pflege ich einen Zwergschnauzer richtig?

Das drahthaare Fell des Zwergschnauzers braucht regelmäßige Pflege. Zwei- bis dreimal pro Woche solltest du ihn gründlich bürsten. Sein Fell besteht aus einer weichen Unterwolle und einem harten Deckhaar. Beide Schichten müssen gleichmäßig gepflegt werden.

Alle drei bis vier Monate sollte das Fell getrimmt werden. Beim Trimmen wird das abgestorbene Deckhaar mit einem speziellen Trimmmesser ausgezupft. Das klingt schmerzhaft, ist es für den Hund aber nicht. Alternativ kannst du das Fell scheren lassen. Beachte aber, dass geschorenes Fell seine typische Drahtigkeit verliert.

Der markante Bart des Zwergschnauzers braucht besondere Aufmerksamkeit. Nach jedem Fressen solltest du ihn feucht abwischen. Sonst sammeln sich Futterreste und Bakterien darin. Auch die buschigen Augenbrauen solltest du regelmäßig kürzen, damit dein Hund freie Sicht hat.

Die Ohren und Zähne brauchen ebenfalls wöchentliche Kontrolle. Entferne überschüssige Haare aus den Ohren und reinige sie bei Bedarf. Die Zähne putzt du am besten zwei- bis dreimal pro Woche mit einer Hundezahnbürste und Hundezahnpasta.

Welche rassetypischen Krankheiten hat der Zwergschnauzer?

Der Zwergschnauzer ist insgesamt eine gesunde und robuste Rasse. Dennoch gibt es einige Erkrankungen, die häufiger auftreten. Als Halter solltest du diese kennen und auf entsprechende Symptome achten.

Achtung: Die Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) kommt beim Zwergschnauzer überdurchschnittlich häufig vor. Symptome sind Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit. Diese Erkrankung kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige tierärztliche Behandlung. Achte auf eine fettarme Ernährung als Vorbeugung.

Harnsteine (Urolithiasis) treten beim Zwergschnauzer häufiger auf als bei anderen Rassen. Besonders Struvit- und Kalziumoxalatsteine kommen vor. Achte auf Anzeichen wie häufiges Urinieren, Blut im Urin oder Schmerzen beim Wasserlassen. Eine ausreichende Wasseraufnahme und spezielles Futter können das Risiko senken.

Die progressive Retinaatrophie (eine fortschreitende Erkrankung der Netzhaut) kann beim Zwergschnauzer auftreten. Sie führt im Verlauf zur Erblindung. Ein seriöser Züchter lässt seine Zuchttiere auf diese Erbkrankheit testen. Frage beim Kauf immer nach den Untersuchungsergebnissen der Elterntiere.

Das Schnauzer-Komedonen-Syndrom ist eine hauteigene Erkrankung dieser Rasse. Dabei bilden sich Mitesser (Komedonen) und kleine Zysten entlang des Rückens. Die Erkrankung ist in der Regel harmlos und lässt sich mit medizinischen Shampoos gut behandeln.

Wichtig: Der Zwergschnauzer neigt zu erhöhten Blutfettwerten (Hyperlipidämie). Dies kann Folgeerkrankungen wie Pankreatitis begünstigen. Lasse die Blutwerte deines Hundes regelmäßig beim Tierarzt kontrollieren und achte auf eine fettarme Ernährung.

Mit welchen Kosten muss ich bei einem Zwergschnauzer rechnen?

Ein Zwergschnauzer Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.000 und 1.800 Euro. In diesem Preis sind Impfungen, Entwurmung, Chipkennzeichnung und Ahnentafel enthalten. Vergleiche verschiedene Züchter und achte auf die Gesundheitstests der Elterntiere.

Die Erstausstattung kostet zwischen 200 und 400 Euro. Du brauchst Hundekorb, Näpfe, Leine, Geschirr, Transportbox, Bürsten, Trimmmesser und Spielzeug. Für hochwertiges Futter solltest du monatlich 40 bis 60 Euro einplanen.

Das professionelle Trimmen alle drei bis vier Monate kostet zwischen 50 und 80 Euro pro Termin. Im Jahr sind das 150 bis 320 Euro für die Fellpflege. Die Hundehaftpflichtversicherung liegt bei 50 bis 80 Euro jährlich. Die Hundesteuer variiert je nach Gemeinde zwischen 50 und 180 Euro im Jahr.

Regelmäßige Tierarztkosten für Impfungen, Entwurmungen und Vorsorgeuntersuchungen betragen 200 bis 400 Euro pro Jahr. Aufgrund der Neigung zu Pankreatitis und Harnsteinen solltest du monatlich 30 bis 50 Euro für unvorhergesehene Tierarztkosten zurücklegen. Eine Tierkrankenversicherung kann sinnvoll sein.

Wie erziehe ich einen Zwergschnauzer?

Der Zwergschnauzer ist dankbar in der Erziehung. Er lernt schnell und arbeitet gerne mit seinem Menschen zusammen. Positive Verstärkung mit Leckerlis und Lob funktioniert bei ihm am besten. Harte Methoden machen ihn nur stur und misstrauisch.

Beginne mit der Erziehung vom ersten Tag an. Der Zwergschnauzer testet gerne seine Grenzen aus. Sei konsequent, aber fair. Wenn du einmal „Nein“ gesagt hast, bleibe dabei. Inkonsequenz nutzt er sofort zu seinem Vorteil aus.

Das Bellverhalten solltest du früh regulieren. Der Zwergschnauzer neigt dazu, übermäßig zu bellen. Bringe ihm das Kommando „Ruhe“ oder „Leise“ bei. Lobe ihn, wenn er aufhört zu bellen. Bestrafe ihn niemals durch Anschreien, denn das verstärkt das Bellen nur.

Die Sozialisierung in den ersten Lebensmonaten ist entscheidend. Besuche eine Welpenspielgruppe und setze deinen Zwergschnauzer verschiedenen Situationen aus. So wird er zu einem ausgeglichenen und souveränen Hund, der auch in unbekannten Situationen ruhig bleibt.

Passt ein Zwergschnauzer zu dir?

Der Zwergschnauzer passt zu dir, wenn du einen aktiven und aufgeweckten Begleiter suchst. Er eignet sich für Familien mit Kindern, Paare und auch für Singles. Sein mittlerer Bewegungsdrang macht ihn für moderat aktive Menschen ideal.

Du solltest Freude an der Fellpflege haben oder bereit sein, regelmäßig einen Hundefriseur aufzusuchen. Das Trimmen des Fells ist ein fester Bestandteil der Zwergschnauzer-Haltung. Ohne Pflege verfilzt die Unterwolle und die Haut kann sich entzünden.

Wenn du einen ruhigen Hund suchst, der den ganzen Tag auf dem Sofa liegt, ist der Zwergschnauzer nicht die richtige Wahl. Er braucht Beschäftigung und geistige Herausforderungen. Auch wenn du selten zu Hause bist, solltest du dich für eine andere Rasse entscheiden.

Der Zwergschnauzer ist ein treuer Begleiter, der am Familienleben teilhaben möchte. Er eignet sich hervorragend als Ersthund, da er verzeiht, wenn nicht alles perfekt läuft. Mit der richtigen Erziehung und Pflege wird er zu einem loyalen und fröhlichen Familienmitglied.

Häufig gestellte Fragen zum Zwergschnauzer

Wie groß wird ein Zwergschnauzer?

Haart der Zwergschnauzer?

Ist der Zwergschnauzer ein Kläffer?

Kann der Zwergschnauzer alleine bleiben?

Wie oft muss ein Zwergschnauzer getrimmt werden?

Verträgt sich der Zwergschnauzer mit anderen Haustieren?

Welches Futter ist am besten für den Zwergschnauzer?

Wie alt wird ein Zwergschnauzer?

Quellen

  • FCI-Rassestandard Nr. 183 – Zwergschnauzer
  • VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen: Rassebeschreibung Zwergschnauzer
  • Krämer, E.-M. (2017): Der große Kosmos Hundeführer. Franckh-Kosmos Verlag.
  • Xenoulis, P.G. & Steiner, J.M. (2010): Lipid metabolism and hyperlipidemia in dogs. The Veterinary Journal.
  • Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 e.V.: Zuchtordnung Zwergschnauzer

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