Welpenimpfung Hund, das Schema 8 12 16 Wochen erklärt
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du hast einen Welpen geholt, der Züchter hat dir einen Impfpass mitgegeben, und jetzt steht in der Praxis die nächste Spritze an. Acht Wochen, zwölf Wochen, sechzehn Wochen, ein Jahr, was wird wann gemacht und warum genau in dieser Reihenfolge? Das Welpenimpfschema ist kein Zufallsplan, sondern folgt einer einfachen Logik: in den ersten Lebenswochen schützen mütterliche antikörper aus dem Kolostrum den Welpen, sie schwächen sich aber zwischen Woche acht und sechzehn Ab. genau in diesem Fenster braucht der Welpe seine eigene Immunität, sonst entsteht eine Schutzlücke, in der Parvovirose, Staupe und hepatitis zuschlagen können.
Dieser Artikel führt dich durch das Schema acht zwölf sechzehn Wochen plus ein Jahr, erklärt jeden Einzelnen impftermin nach der Leitlinie der Ständigen Impfkommission veterinärmedizin (StIKo Vet) und der Österreichischen tierärztekammer (ÖTK) und beantwortet die Fragen, die Ein Tierarzt in der Welpensprechstunde am häufigsten hört.
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Warum drei Termine bis sechzehn Wochen, eine Spritze reicht nicht
Die wichtigste Frage zum schema lautet: warum nicht eine Impfung statt drei? Die Antwort liegt in den Mütterlichen antikörpern (MDA, maternal-derived antibodies). Welpen bekommen über die Kolostralmilch in den ersten 24 Stunden nach geburt eine Antikörper-fracht, die sie Passiv schützt. Diese Antikörper bauen sich aber unterschiedlich schnell ab, je nach Welpe und impftiter der Mutterhündin. Bei manchen Welpen sind sie mit acht Wochen schon weg, bei anderen bestehen sie bis zwölf oder sogar sechzehn Wochen.
genau das ist Das Problem: solange die Mütterlichen antikörper noch da sind, blockieren sie die Impfung, der Welpe baut keine eigene Immunität auf. Um sicherzugehen, dass jeder Welpe Schutz bekommt, sieht das Schema drei Termine vor. Spätestens mit sechzehn Wochen sind die Mutterantikörper bei praktisch allen Welpen verschwunden, dann greift die Impfung garantiert.
erste Impfung mit acht Wochen, DHPP plus Leptospirose
Der erste Impftermin liegt zwischen lebenswoche acht und neun. Bei diesem Termin bekommt der Welpe meist eine Kombi-Impfung gegen Staupe (D, distemper), hepatitis (H, infectious canine hepatitis), Parvovirose (P, Parvo) und parainfluenza (P, parainfluenza), abgekürzt DHPP. Dazu kommt eine Separate Spritze gegen Leptospirose. Das Gesamtkürzel auf dem Impfpass lautet meist „DHPP-L“ oder „SHPP-L“ (S für Staupe).
typische präparate, die Der Tierarzt in Deutschland und Österreich verwendet:
- Nobivac DHPPi und Nobivac L4 (MSD)
- Eurican DHPPi-L (Boehringer)
- Vanguard plus 5 plus L4 (Zoetis)
Vor der Impfung untersucht der Tierarzt den Welpen: temperatur (sollte zwischen 38 und 39 grad liegen), Allgemeinzustand, Ohren, schleimhäute, lymphknoten. Ein Welpe mit Fieber, Durchfall oder Erkältungssymptomen wird nicht geimpft, der Termin verschiebt sich um eine bis zwei Wochen.
zweite Impfung mit zwölf Wochen, plus erste Tollwut
Vier Wochen nach der ersten Impfung kommt der zweite Termin. Wieder DHPP-L als Auffrischung, plus erstmals Tollwut. Tollwut ist die einzige Impfung, die in Deutschland und Österreich beim Hund nicht generell pflicht ist, aber jeder Hund, der Reisen soll, braucht sie. Außerdem schreibt das Tierseuchenrecht in einigen Bundesländern bei jagdhunden eine Tollwutimpfung vor.
Der zwölf-Wochen-termin ist medizinisch besonders wichtig, weil ab hier die meisten Welpen ihre eigene Aktive Immunität aufbauen, da die Mütterlichen antikörper größtenteils abgebaut sind. Erst nach diesem Termin kannst du mit dem Welpen einigermaßen sicher in den Welpen-Spielgruppen, hundeschulen oder beim Spaziergang in stark frequentierten Parks gehen, sofern du Parvo- und Staupe-bedrohte Umgebungen meidest.
dritte Impfung mit sechzehn Wochen, abschluss der Grundimmunisierung
Der dritte Termin ist die wichtigste Impfung der Serie, weil er die Immunlücke schließt. einige Welpen reagieren auf die erste oder zweite Impfung noch nicht voll, weil mütterliche antikörper noch interferieren. Mit sechzehn Wochen sind diese mit hoher Wahrscheinlichkeit weg, und die DHPP-L plus eventuelle Tollwut-Auffrischung wirkt sicher.
Nach diesem Termin gilt der Welpe als voll grundimmunisiert. Ab jetzt kann er mit anderen Hunden frei Kontakt haben, in den Hundewald oder zu Welpenspielgruppen ohne Parvo-Risiko gehen, und mit dir Reisen, sofern alle Einreise-Impfungen rechtzeitig verabreicht wurden (Tollwut mindestens 21 Tage vor Grenzüberquerung).
Jahresimpfung mit zwölf Bis fünfzehn Monaten
Die letzte Impfung der Grundimmunisierung folgt etwa ein Jahr nach der ersten, also wenn dein Welpe etwa zwölf Bis fünfzehn Monate alt ist. Wieder DHPP-L plus Tollwut-Auffrischung. Nach dieser Einjahres-Impfung greift das Erwachsenenschema:
- Staupe, hepatitis, Parvo: alle drei Jahre auffrischen
- Leptospirose: jährlich auffrischen, weil die Immunität kürzer hält
- Tollwut: ein- bis dreijährig je nach präparat, dokumentiert im EU-heimtierausweis
Damit ist die Teure Phase der ersten 18 Monate vorbei. Das Gesamte Welpen-schema kostet in Deutschland und Österreich zusammen etwa 200 bis 280 euro, je nach Klinik und region. Wer einen kleinen Welpen hat, bekommt manchmal kombi-pakete in welpensprechstunden zu Pauschalpreisen Angeboten.
Was parallel zum impfen läuft, Entwurmung und Parasitenschutz
Impfung ist nur ein Baustein des Welpen-gesundheits-pakets. Parallel laufen mit:
- Entwurmung: der Welpe bekommt ab Woche zwei Alle 14 Tage eine Spulwurm-prophylaxe (z. B. Drontal puppy, panacur), bis vier Wochen nach absetzen. Dann monatlich bis zu sechs Monaten, danach alle drei Monate.
- Flohschutz: ab acht Wochen mit einem Zugelassenen Welpen-präparat (z. B. Fronpro, Advantix junior). Flöhe übertragen bandwürmer, deshalb gehört Flohschutz zur kombiprophylaxe.
- Zeckenschutz: ab acht Wochen, wichtig in zeckengebieten (ostösterreich, brandenburg, bayerischer Wald). Babesiose, Ehrlichiose und FSME drohen sonst schon dem Jungen Welpen.
- Mikrochip: einmalig vor der ersten Tollwutimpfung gesetzt, ist in vielen Bundesländern und in Österreich gesetzlich vorgeschrieben. Der Chip ist die Identifikationsbasis für den EU-heimtierausweis.
Der Tierarzt berät dich beim ersten welpentermin, welche Präparate für Rasse, Gewicht und region passen. Ein gutes Welpen-prophylaxe-paket kostet im ersten Jahr zusätzlich zur Impfung etwa 150 bis 300 euro, je nach region und präparat.

Kosten und Versicherung
Das Welpenjahr ist nicht nur ein Impfjahr, es ist auch das Risikoreichste lebensjahr deines Hundes. Welpen verschlucken socken, springen von der Treppe, fressen schokolade, bekommen Magendrehung bei großwüchsigen Rassen. Eine einzige Operation kostet schnell 1.500 bis 4.500 euro. Eine Welpenversicherung ist deutlich günstiger als eine Versicherung für ältere Hunde, weil noch keine Vorerkrankungen dokumentiert sind.
Nutze den Tierversicherungs-Finder, um einen Tarif zu finden, der Zur Rasse, zum alter und zu deinem Budget passt, oder den Tierversicherungs-Vergleich, wenn du tarife selbst Gegenüberstellen willst.
Rasse-Besonderheiten beim impfschema
Das Schema 8 12 16 plus 1 Jahr gilt grundsätzlich für jeden Welpen, unabhängig von Rasse oder Größe. Zwei Aspekte solltest du trotzdem im Auge haben:
große und großwüchsige Rassen (deutsche dogge, irish wolfhound, bernhardiner): wachsen länger und brauchen größere Impfdosen, die Hersteller liefern aber Standard-Dosen unabhängig vom Körpergewicht. Das ist Medizinisch unbedenklich, weil die Impfdosis nicht proportional zum Gewicht skaliert. Allerdings sind großwüchsige Welpen besonders anfällig für panostitis und gelenkprobleme, deshalb ist der Zeitpunkt der dritten Impfung (16 Wochen) idealerweise nicht direkt vor einer langen Autofahrt oder einer Wachstumsschub-Phase, sondern in einer Ruhigen lebenswoche.
Zwerg- und mini-Rassen (chihuahua, malteser, yorkshire terrier): reagieren auf Impfstoffe gelegentlich stärker, weil dieselbe Dosis ein größeres Verhältnis zum Körpergewicht hat. Moderate Müdigkeit und leichte Appetitlosigkeit für 24 Stunden sind normal. Wer einen sehr kleinen Welpen hat, kann mit dem Tierarzt über non-adjuvantierte präparate sprechen, die meist Sanfter wirken.
Brachyzephale Rassen (mops, französische bulldogge, englische bulldogge): haben durch ihre Anatomie ein Höheres anästhesie- und Stressrisiko. Die Impfung selbst ist unkritisch, aber ein Aufgeregter mops in einer Überfüllten Praxis kann eine Stressbedingte Reaktion entwickeln. Ruhige Tageszeiten für termine wählen.
Impfreaktionen beim Welpen
Welpen reagieren auf Impfungen häufiger sichtbar als adulte Hunde, einfach weil ihr Immunsystem aktiver lernt. typisch ist eine kurze Müdigkeitsphase 12 bis 24 Stunden nach der Impfung. Das ist Normal und kein Grund zur sorge.
Nicht normal sind:
- Plötzliche Schwellung an Gesicht oder maul innerhalb von 30 Minuten
- Quaddeln, juckreiz, nesselsucht im Fell
- Erbrechen mit Durchfall
- Kollaps, blasse schleimhäute, atemnot
Solche Reaktionen sind Notfälle und gehören in die nächste Tierarztpraxis oder in die Tierklinik. moderne Impfstoffe haben sehr niedrige reaktionsraten (etwa eine schwere Reaktion auf 10.000 Impfungen), und die meisten lassen sich mit antihistaminika und kreislauf-Stabilisierung schnell beherrschen.
weitere Tools für den Welpen-Start
- Welpenfutter-Phasenplaner: Ernährung passend zum impfschema, von absetzen bis 18 Monate.
- Symptom-checker: erste Einschätzung bei Impfreaktion oder anderen unklaren beschwerden.
- Reisetauglichkeits-Check: vor der ersten Reise prüfen, ob alles Passt.
- Impfkalender pillar: alle Impfthemen für Hund und Katze in einem Überblick.
häufige Fragen zum welpenimpfschema
Quellen
Quellen
Go4vet ist redaktionell unabhängig. Links zu Produkten oder Versicherungen können affiliate-Partnerschaften enthalten, das beeinflusst unsere Empfehlungen nicht. Die Genannten Impfstoff-präparate (MSD Nobivac, Boehringer Eurican, Zoetis Vanguard) werden ausschließlich zur fachlichen Orientierung genannt, nicht beworben oder bezahlt platziert.
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