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Impfkalender für Hund und Katze, was wann wirklich nötig ist

Impfkalender für Hund und Katze, was wann wirklich nötig ist

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du stehst in der Praxis, dein Hund oder deine Katze schaut dich an, und der Tierarzt sagt: „heute machen wir die Fünffache.“ was genau steckt da drin, was ist pflicht, was Empfehlung, und was ist eigentlich nur business mit der Spritze? Impfungen sind nicht beliebig. Der Ständige impfausschuss veterinärmedizin (StIKo Vet) am friedrich-loeffler-institut und die Österreichische tierärztekammer (ÖTK) trennen klar zwischen pflicht-, empfohlenen und optionalen Impfungen. Die WSAVA (world small animal veterinary Association) und die AAHA (american animal hospital Association) gehen weltweit denselben weg.

Der Impfkalender für Hund und Katze auf go4vet.com baut dir aus diesen Leitlinien einen Persönlichen Plan, der zu deinem Tier passt. du gibst Tierart, Alter, lebensweise, reiseziel und impfhistorie ein und Bekommst Monat für Monat angezeigt, was als nächstes ansteht und warum. Dieser Artikel erklärt dir, wie pflicht-, empfohlene und optionale Impfungen voneinander getrennt sind, wie das Welpen-schema acht, zwölf und sechzehn Wochen funktioniert, was bei Reise nach Italien oder ins vereinigte königreich gilt und warum bei seniorhunden und seniorkatzen ein Titer-test oft sinnvoller ist als die nächste Auffrischung.

Direkt zum Tool: du willst sofort wissen, was für dein Tier dran ist? Impfkalender Starten und in unter zwei Minuten den Persönlichen Plan abrufen.

Persönlichen Impfkalender erstellen

Fülle die Felder aus und du bekommst einen Plan, der zu deinem Tier passt. Der Kalender unterscheidet zwischen Welpe und adult, zwischen wohnungskatze und freigänger, zwischen Hund mit Reisegewohnheit und stubenhocker und liefert dir eine Zeitachse mit konkreten terminen für die nächsten zwölf Monate.

Impfkalender für Hund und Katze, was wann wirklich nötig ist – go4vet

Pflichtimpfungen Hund nach StIKo Vet

Die StIKo Vet listet fünf Sogenannte core-Impfungen, die jeder Hund unabhängig von Haltungsform bekommen sollte. Dazu kommt Tollwut bei Reise oder gesetzlichen vorgaben in einzelnen bundesländern. „pflicht“ bedeutet hier: medizinisch unverzichtbar, jeder Einzelfall, in dem Darauf verzichtet wird, gehört dokumentiert und mit einer guten Begründung versehen.

Staupe

Staupe ist eine Virusinfektion mit einer Letalitätsrate von etwa fünfzig Prozent bei Welpen. Der Erreger befällt atemwege, Magen-Darm-trakt und zentrales Nervensystem. Ein Staupekranker Welpe entwickelt Fieber, eitrigen nasenausfluss, Durchfall und im endstadium Krampfanfälle. Die Impfung ist eine Attenuierte Lebendimpfung, sie wirkt zuverlässig nach Grundimmunisierung und liefert je nach präparat dreijährigen Schutz. Impfstoff-vertreter: Nobivac DHPPi (MSD), Eurican DHPPi-L (Boehringer), Vanguard plus 5 (Zoetis).

Hepatitis contagiosa canis

HCC, ausgelöst durch das Canine adenovirus Typ 1, befällt Leber, Augen und Nieren. Ein klassisches Symptom ist „blue eye“ durch Immunkomplexablagerungen in der Hornhaut. Die Impfung erfolgt mit dem CAV-2-stamm, der gegen Beide adenoviren schützt und gleichzeitig bei Zwingerhusten mitwirkt. Dreijährige Nachimpfung nach Grundimmunisierung ist Standard.

Parvovirose

Parvovirose ist die Welpenkrankheit mit der höchsten Sterblichkeit. Blutiger Durchfall, erbrechen, Dehydration, multiorganversagen innerhalb von 48 bis 72 Stunden. Der Erreger ist extrem umweltstabil und kann auf schuhsohlen oder im rasen monatelang infektiös bleiben. Die Impfung ist die einzige Zuverlässige Schutzmaßnahme. Präparate: Nobivac Parvo-C, Eurican Parvo, Vanguard CPV. Nach Grundimmunisierung dreijährige Auffrischung.

Leptospirose

Leptospirose ist eine Bakterielle Infektion durch leptospira spp., übertragen über urin von nagern und wildtieren. Sie ist eine Zoonose, also auf den Menschen übertragbar. Seit etwa zehn Jahren sind in Deutschland und Österreich neue serovare wie L. Australis und L. Grippotyphosa aufgetaucht, deshalb sind moderne L4-Impfstoffe mit vier Serovaren Standard. Anders als die Übrigen core-Impfungen erfordert Leptospirose eine jährliche Auffrischung, die Immunität ist kürzer. Präparate: Nobivac L4 (MSD), versican plus L4 (Zoetis), Eurican L multi (Boehringer).

Tollwut

Tollwut ist in mitteleuropa beim Hund Derzeit nicht endemisch, Deutschland und Österreich gelten seit 2008 beziehungsweise 2013 als „Tollwut-frei“ laut WHO. Die Impfung ist trotzdem rechtlich vorgeschrieben für jeden Hund, der über Die Grenze reist (EU-heimtierausweis verlangt eine Gültige Tollwutimpfung), und faktisch unverzichtbar für jagdhunde, die mit Fledermäusen oder wildtieren in Kontakt kommen können (Bedrohung durch das Europäische fledermaus-lyssavirus EBLV-1 und EBLV-2 besteht weiter). Präparate: Nobivac rabies (MSD), rabisin (Boehringer), Vanguard R (Zoetis), virbagen rabies (Virbac). Dreijährige Auffrischung möglich, manche Länder verlangen eine jährliche.

weitere empfehlungs-Impfungen für den Hund

Neben den Core-Impfungen führen StIKo Vet, ÖTK und WSAVA mehrere Ergänzungs-Impfungen, die Je nach lebensweise sinnvoll werden:

  • Zwingerhusten (bordetella bronchiseptica plus parainfluenza): sinnvoll für Hunde, die regelmäßig in Hundepensionen, hundeschulen oder Ausstellungen kommen. Intranasale Impfstoffe (z. B. Nobivac KC) wirken bereits 72 Stunden nach Gabe.
  • Borreliose: Impfung ergänzend zur zeckenprophylaxe sinnvoll für Hunde in zeckenreichen regionen wie ostösterreich, brandenburg oder bayerischer Wald. Der Impfstoff (merilym, eurolyme) deckt die häufigsten Borrelia-stämme ab, ersetzt aber niemals einen guten Zeckenschutz.
  • Babesiose (canine Babesiose): der Impfstoff pirodog reduziert das Erkrankungsrisiko bei Hunden in mediterranen Reisedestinationen.
  • Herpesvirus-Typ-1: sinnvoll für zuchthündinnen, weil das Virus welpensterben in den ersten Lebenswochen verursachen kann.

Pflichtimpfungen Katze

Auch bei der Katze unterscheidet die StIKo Vet Kern- und Ergänzungsimpfungen. Die Kernimpfung trägt das Kürzel RCP, kombiniert also drei Erreger in einer einzigen Spritze. Freigänger bekommen zusätzlich FeLV, reisende Katzen brauchen Tollwut.

Rhinotracheitis, calici, panleukopenie (RCP-schnupfen-seuche)

Der Katzenschnupfenkomplex wird im wesentlichen durch zwei Viren ausgelöst: felines herpesvirus Typ 1 (FHV-1, rhinotracheitis) und felines calicivirus (FCV). Beide verursachen niesen, Augenentzündung, Fieber, geschwüre auf der Zunge. besonders gefürchtet ist die Katzenseuche (felines panleukopenie-Virus FPV), die Parvoviren-verwandt ist und bei Kitten in über 90 Prozent tödlich verläuft. Die Kombi-Impfung RCP ist ein muss, auch für reine wohnungskatzen, weil sich die Viren über schuhe, Kleidung und Kontakt einschleppen lassen. Präparate: Nobivac tricat trio (MSD), Purevax RCP (Boehringer), Felocell CVR (Zoetis), Feligen CRP (Virbac). Nach Grundimmunisierung dreijährige Auffrischung der Seuche-komponente, jährliche der Schnupfen-komponenten je nach risikoprofil.

FeLV bei freigängern

Das Feline leukämievirus FeLV löst bei der Katze eine Retrovirale Infektion aus, die in Tumoren, Immunsuppression und blutarmut mündet. Übertragung erfolgt über speichel, blut und beißkontakte unter freigängern. Die Impfung ist nicht für jede Katze sinnvoll, sie wird klar nur freigängern empfohlen, vor allem in Regionen mit nachweislich höherem virusvorkommen (etwa süddeutschland und teile österreichs). Vor Erstimpfung ist ein FeLV-test pflicht, weil eine bereits Infizierte Katze nicht mehr durch die Impfung gerettet werden kann. Präparate: Purevax FeLV (Boehringer), versifel FeLV (Zoetis), Nobivac FeLV (MSD). jährliche Auffrischung.

Tollwut bei Reise

Katzen brauchen für die Einreise in andere EU-Länder denselben EU-heimtierausweis wie Hunde, mit gültiger Tollwutimpfung. Die Erstimpfung ist frühestens mit zwölf Wochen möglich und greift nach 21 Tagen. Ohne diesen Nachweis kommt deine Katze nicht mit. Präparate: Nobivac rabies, Purevax rabies (Boehringer, dieses Präparat ist non-adjuvantiert und damit für Katzen besonders schonend, weil das Risiko für FISS, das Feline Injection-site sarcoma, geringer ausfällt).

Chlamydophila felis und bordetella bronchiseptica bei der Katze

Für mehrkatzen-Haushalte, zuchten oder tierheime kommen zwei Optionale Ergänzungsimpfungen ins Spiel: chlamydophila felis (löst chronische Bindehautentzündung aus) und bordetella bronchiseptica (atemwegsinfekt, gerne im Zusammenhang mit RCP). Beide sind nicht core, aber bei Haushalten mit mehr als drei Katzen und in tierheimen sehr nützlich. Präparate: Nobivac chlamydia (MSD), Purevax RCPCh (Boehringer mit chlamydia-Anteil).

FIV (feline immunodeficiency Virus)

FIV ist die Katzenversion von HIV beim Menschen. Eine Impfung existiert, ist in Europa aber nicht zugelassen, weil sie die Diagnostik stört (geimpfte Tiere zeigen falsch-positive antikörpertests). Der Einzig wirksame Schutz gegen FIV bleibt: Kastration und Vermeidung von beißkontakten unter freigängern.

Welpe-schema acht, zwölf und sechzehn Wochen plus ein Jahr

Das Welpen-schema ist die Wahrscheinlich wichtigste Impfphase im Leben deines Tieres. Mutterantikörper schützen Welpen die ersten Lebenswochen, schwächen sich aber zwischen Woche acht und sechzehn Ab. genau in diesem Fenster wird der Welpe „immunlücken-anfällig“. Das Schema fängt das Ab.

Der typische Ablauf beim Hund:

  • Woche 8: Erstimpfung mit DHPP plus Leptospirose. einige Praxen nennen das „SHPP-L“. Der Welpe baut erste eigene antikörper auf.
  • Woche 12: Zweitimpfung mit DHPP-L plus erste Tollwutimpfung möglich (frühestens ab zwölf Wochen).
  • Woche 16: Drittimpfung mit DHPP-L. Diese Auffrischung ist entscheidend, weil bei manchen Welpen die Mutterantikörper bis Woche zwölf Noch interferieren und die erste Impfung neutralisieren. Ohne diese dritte Spritze ist die Immunität lückenhaft.
  • Nach einem Jahr: Gesamtauffrischung. Ab da gilt das Dreijährige schema für Staupe, hepatitis und Parvo, jährlich für Leptospirose und je nach präparat für Tollwut.

Bei der Katze ist das Schema parallel: Erstimpfung RCP mit acht Wochen, Zweitimpfung mit zwölf Wochen, dritte mit sechzehn Wochen plus Tollwut bei Reise oder Freigang, FeLV bei freigängern. Einjahres-Auffrischung als pflicht.

früher waren zwei Welpen-Impfungen üblich (8 und 12 Wochen). Die WSAVA hat 2015 das Schema auf drei Termine erweitert, weil studien zeigten, dass etwa fünf Bis zehn Prozent der Welpen noch mit 12 Wochen blockierende mutterantikörper haben. Der dritte Termin mit 16 Wochen schließt diese Lücke statistisch zuverlässig. Seit 2018 hat sich das Schema auch in Deutschland und Österreich durchgesetzt, der StIKo-Vet-leitfaden 2024 bestätigt es. Wer also einen Welpen aus dem Ausland mitbringt mit nur zwei Eingetragenen Welpen-Impfungen, sollte mit dem Tierarzt klären, ob ein dritter Termin nachgeholt wird.

Für seltene Situationen, etwa eine Welpenerkrankung in der Praxis oder eine Welpenpension mit Parvo-Fall, gibt es das „accelerated schedule“: Impfungen alle zwei Wochen statt vier Wochen, also mit 8, 10, 12, 14 und 16 Wochen. Dieser Plan kommt nur bei akut bedrohten Welpen zum Einsatz und sollte ausschließlich vom Tierarzt verordnet werden.

Achtung mutterantikörper-fenster: manche Welpen haben mit acht Wochen noch so hohe mütterliche antikörperspiegel, dass die Erstimpfung neutralisiert wird. genau deshalb sind drei Impftermine pflicht, eine einzige Spritze reicht nicht.

Auffrischung jährlich versus dreijährig

Die Früheren Empfehlungen aus den 1990er-Jahren forderten jährliche Auffrischungen aller Impfungen. Das ist heute überholt. Die WSAVA-leitlinien (2024 aktualisiert) und die Deutsche StIKo Vet trennen klar:

  • Core-Impfstoffe: Staupe, Parvo, hepatitis (Hund) sowie panleukopenie (Katze) brauchen nach Grundimmunisierung nur alle drei Jahre eine Auffrischung. Die Immunität hält oft sogar länger.
  • Nicht-core mit kürzerer Immunität: Leptospirose, parainfluenza, bordetella und FeLV brauchen jährliche Auffrischung, weil Immunität schneller nachlässt.
  • Tollwut: je nach präparat ein- bis dreijährige Zulassung. Bei Reisen ins ausland gilt der Eintrag im EU-heimtierausweis, der Die nächste Fälligkeit dokumentiert.

Der Titer-test ist eine Alternative zur routine-Auffrischung der Core-Impfungen. Dabei wird im blut der Antikörperspiegel gegen Staupe, hepatitis und Parvo gemessen. Ist er hoch genug (oberhalb des Protektiven Schwellenwerts), kann eine Auffrischung verschoben werden. Der Test kostet zwischen 35 und 60 euro pro Tier und ist sinnvoll bei seniortieren, immunsupprimierten Tieren oder bei haltern, die Übertherapie kritisch sehen. Die WSAVA-leitlinien unterstützen titer-tests ausdrücklich, die Deutsche StIKo Vet hat sich 2023 dem Angeschlossen.

Reise-Impfungen

Jede Reise in andere EU-Länder erfordert einen EU-heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung. Die Erstimpfung muss mindestens 21 Tage vor der Grenzüberquerung erfolgt sein, bei Welpen also frühestens mit fünfzehn Wochen, weil die Erstimpfung erst ab zwölf Wochen möglich ist. Ohne diese Frist kommt das Tier nicht mit. Wer ohne pass und Impfung trotzdem versucht, erlebt im schlimmsten Fall quarantäne oder Rückführung an der Grenze.

weitere Reise-Impfungen:

  • Leishmaniose (Mittelmeerraum): die durch Sandmücken übertragene parasitose ist in Italien, Spanien, südfrankreich, Portugal und Griechenland endemisch. Zwei Impfstoffe sind in der EU zugelassen: canileish (Virbac) und letifend (LETI Pharma). Die Impfung schützt nicht zu 100 Prozent, sie reduziert aber das Erkrankungsrisiko signifikant. Ergänzend: anti-Mücken-Halsband (scalibor) und sandmücken-zeitfenster (Mai bis Oktober) berücksichtigen.
  • Babesiose und Ehrlichiose (Zecken-mediterran): für Babesiose existiert ein Impfstoff (pirodog), für Ehrlichiose nicht. Zeckenprophylaxe ist meist wirksamer als die Impfung allein.
  • Einreise vereinigtes königreich: nach dem Brexit gilt der EU-heimtierausweis weiter, plus eine Bandwurmbehandlung gegen echinococcus multilocularis (praziquantel) zwischen 24 und 120 Stunden vor einreise, dokumentiert vom Tierarzt. Tollwut bleibt pflicht, eine Titerung ist aktuell nicht erforderlich.
  • Einreise in nicht-EU-Länder (USA, Schweiz, Norwegen): hier gelten teils Tollwut-Titerungen mit nachweis von mindestens 0,5 IE/ml im serum, oft 30 Tage vor Reise zu testen. genaue Regeln immer beim zielland recherchieren oder im reisetauglichkeits-Check Abfragen.

Senior-Hund und seniorkatze, weniger ist mehr

Ab etwa sieben Jahren beim großen Hund, neun Jahren beim kleinen Hund und zehn Jahren bei der Katze stellt sich die Frage: noch jährliche Auffrischung oder lieber titer-test? Die Antwort ist meistens: titer-test plus Einzelimpfungen nach Bedarf. Seniortiere haben oft noch hohe core-impfungs-titer aus jahrzehntelanger Immunität, ihr Immunsystem ist aber gleichzeitig fragiler. Eine Routineimpfung ist dann nicht nur überflüssig, sondern kann Reaktionen auslösen, die Ein junger Hund problemlos wegsteckt.

Was du tun kannst:

  1. jährliche Tierarzt-Vorstellung mit vollblutbild und alter-Check.
  2. Titer-test für Staupe, hepatitis, Parvo (Hund) oder panleukopenie (Katze).
  3. Nur das Impfen, was der Titer als „nicht ausreichend“ zeigt.
  4. Leptospirose und FeLV bleiben jährlich, weil Immunität dort kürzer ist.
  5. Tollwut nur nach gesetzlicher Fälligkeit, nicht „auf vorrat“.

Der Zusatznutzen: weniger Impfungen heißt nicht weniger Tierarztkontakt. Die jährliche Untersuchung beim seniortier ist gold Wert, weil sie viele Altersleiden früh aufdeckt (herzgeräusch, Nierenwerte, Schilddrüsenfunktion, dental-status). Seniorvorsorge funktioniert über regelmäßige Checks, nicht über mehr Impfungen. Die WSAVA spricht hier von „tailored Vaccination“, also auf das Einzelne Tier zugeschnittenem Impfplan statt schema F.

Titer-test bei seniorhund und seniorkatze: der Test kostet 35 bis 60 euro, eine Unnötige Doppelimpfung kostet 60 bis 90 euro plus Risiko einer Reaktion. Die Rechnung ist oft eindeutig.

Impfkalender für Hund und Katze, was wann wirklich nötig ist – go4vet

Impfreaktionen, was normal ist und was nicht

Impfungen sind sehr sicher, aber nicht reaktionsfrei. Das Immunsystem reagiert, sonst würde die Impfung nicht wirken. Der Unterschied zwischen normal und problematisch:

Normal in den ersten 24 bis 48 Stunden:

  • Leichte Müdigkeit, mehr Schlafbedürfnis
  • kurze Appetitlosigkeit für eine Mahlzeit
  • Leichte Schmerzempfindlichkeit an der Impfstelle
  • Ganz selten kurzfristig leicht erhöhte temperatur (bis 39,5 grad)

Nicht normal, sofort zum Tierarzt:

  • Plötzliche Schwellung um maul und Augen (gesichts-ödem) innerhalb von 30 Minuten
  • Erbrechen plus Durchfall mehr als zwei Mal in Folge
  • Schwäche, wackeliger gang, kollaps
  • rote, geschwollene, juckende quaddeln im Fell (urtikaria)
  • Atemnot, blasse schleimhäute
  • Am impfort: knoten, der nach drei Monaten nicht abklingt (bei Katze: Differenzialdiagnose FISS)

Das Felina Injection-site sarcoma (FISS) ist ein seltener, aber bösartiger tumor, der bei Katzen an Impfstellen auftreten kann. Das Risiko liegt bei etwa eins Zu zehntausend Impfungen. moderne non-adjuvantierte Impfstoffe (Purevax-linie von Boehringer) reduzieren das Risiko deutlich. Wenn du bei deiner Katze einen Knoten an der Impfstelle entdeckst, der nach drei Monaten noch da ist, größer als zwei Zentimeter wird oder fest mit dem Gewebe verwächst (3-2-1-Regel), gehört das sofort Abgeklärt.

häufige Fragen zum Impfkalender

was kostet eine Impfung beim Hund und bei der Katze?
in Deutschland richtet sich die Rechnung nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Eine Kombi-Impfung wie DHPP-L beim Hund kostet zwischen 60 und 90 euro inklusive Untersuchung, eine RCP-Impfung bei der Katze 50 bis 80 euro. Tollwut allein liegt bei 30 bis 50 euro. Titer-test 35 bis 60 euro. In Österreich liegt die Preisspanne ähnlich, mit leichtem aufschlag in städtischen Kliniken. Die Welpenserie mit drei Terminen plus Tollwut summiert sich oft auf 200 bis 280 euro im ersten Jahr.
was tun, wenn der Welpe ohne Mutterschutz aufwächst (waisenwelpe, früh entwöhnt)?
ein Welpe ohne mütterliche antikörper ist ab Woche sechs Schon impffähig, weil keine Interferenz besteht. Bei waisenwelpen oder Welpen aus seuchen-belasteten zwingern empfehlen die WSAVA-leitlinien, früher zu Starten, also schon mit sechs Wochen. Die Folgetermine bleiben bei zwölf und sechzehn Wochen, das Schema verschiebt sich nicht. wichtig ist die Parvovirose-Impfung als erste, weil das Risiko in den ersten Lebenswochen am höchsten ist.
darf ich eine Schwangere oder säugende Hündin impfen?
grundsätzlich nein. Lebendimpfstoffe (Staupe, Parvo) können den Föten schaden, Totimpfstoffe sind theoretisch unbedenklich, werden aber trotzdem vermieden. Ausnahme: ein akuter Ausbruch, etwa Parvo im zwinger, kann eine Notfallimpfung rechtfertigen. Die Routineimpfung gehört in die Zeit vor der Trächtigkeit oder nach dem Absetzen. Die Säugende Hündin kann ab Woche acht Nach geburt geimpft werden, sobald die Welpen abgesetzt sind. Nicht-trächtige Hündinnen vor der Geplanten Verpaarung impfen, das Stärkt den Schutz für die Welpen über kolostrum.
wie geht man bei komorbiden Tieren mit Impfungen um (chronische Krankheit, Immunsuppression)?
bei chronischen Erkrankungen wie diabetes, niereninsuffizienz, IBD oder bei Tieren unter cortison/cyclosporin sind Impfungen nicht generell verboten, brauchen aber eine individuelle nutzen-Risiko-Abwägung. Der Titer-test ist hier oft der bessere Weg, weil viele Dieser Tiere noch ausreichende Immunität haben und eine Impfung das Immunsystem unnötig belastet. Impfungen während akuter erkrankungsschübe sind kontraindiziert. Autoimmunerkrankungen (IMHA, MIRA) sind eine Relative Kontraindikation, weil Impfungen schübe auslösen können.
was tun, wenn die Impfhistorie lückenhaft oder unbekannt ist (tierheim, auslandstier)?
bei unbekannter historie behandelt der Tierarzt das Tier wie einen Ungeimpften Welpen, also komplette Grundimmunisierung mit zwei Terminen im abstand von vier Wochen plus Tollwut. Alternative: titer-test. Liegt der Titer für Staupe, Parvo und hepatitis ausreichend, kannst du dir die Grundimmunisierung sparen. Beim auslandstier (Rumänien, Bulgarien, Ungarn) sind oft Impfungen mit unklarer Qualität dokumentiert, hier ist titer-test besonders sinnvoll.
was muss ich bei einreise ins vereinigte königreich beachten?
seit dem Brexit gilt für Hund und Katze: gültiger EU-heimtierausweis mit Tollwutimpfung mindestens 21 Tage vor einreise. Zusätzlich pflicht: Bandwurmbehandlung gegen echinococcus multilocularis (praziquantel) zwischen 24 und 120 Stunden vor einreise, vom Tierarzt dokumentiert. Mikrochip ist pflicht, ebenso eintrag im pass. Eine Tollwut-Titerung ist aktuell nicht erforderlich, das kann sich aber bei Änderung der UK-Regeln ändern, daher vor Reise auf gov.uk prüfen.
welche Impfungen sind in Österreich anders als in Deutschland?
die ÖTK übernimmt im wesentlichen die StIKo-Vet-Empfehlungen, also dieselben core-Impfungen für Hund und Katze. Unterschiede: in Österreich ist die Tollwutimpfung in einzelnen bundesländern (Kärnten, Steiermark) bei jagdhunden im Wald per landesgesetz vorgeschrieben. Leptospirose-Impfung wird wegen feuchterer regionen (Kärnten, oberösterreich) noch dringender empfohlen. Ansonsten gilt: dieselben präparate, dieselben schemata, dieselben titer-test-Möglichkeiten.

Versicherung und impfvermeidbare Krankheiten

Die Teuerste impfvermeidbare Krankheit ist eine, die du mit einer 70-euro-Spritze hättest verhindern können. Ein Parvovirose-Fall beim Welpen mit stationärem Aufenthalt liegt schnell bei 2.000 bis 4.500 euro. Ein Staupe-Fall mit neurologischen Komplikationen, sofern überlebt, kann mit Nachsorge fünfstellig werden. Eine Leptospirose mit nierenschaden braucht oft monatelange Therapie. Eine FeLV-Infektion bei der Freigänger-Katze führt zu chronischen krankenhausaufenthalten über Jahre.

genau deshalb gehört die Tierkrankenversicherung mit ins paket. Eine Versicherung übernimmt die Behandlungskosten, Falls trotz Vorbeugung ein Fall eintritt. Nutze den Tierversicherungs-Finder, um den für dein Tier passenden tarif zu finden, oder den Tierversicherungs-Vergleich, wenn du selbst zwei oder drei Tarife Gegenüberstellen willst.

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Quellen

Go4vet ist redaktionell unabhängig. Einzelne links zu Produkten oder Versicherungen können affiliate-Partnerschaften enthalten, das beeinflusst unsere Empfehlungen nicht. Die Genannten Impfstoff-präparate (MSD Nobivac, Boehringer Eurican/Purevax, Zoetis Vanguard/Felocell, Virbac) werden ausschließlich zur fachlichen Orientierung genannt, nicht beworben oder bezahlt platziert.

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