Singapura
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Die Singapura Katze gilt als die kleinste anerkannte Katzenrasse der Welt und begeistert trotz ihrer zierlichen Größe mit einer riesigen Persönlichkeit. Ihr Name verweist auf ihre Herkunft aus Singapur, wo ihre Vorfahren als Straßenkatzen lebten. Charakteristisch sind das warm schimmernde, fein getickte Fell im Farbton Sepia Agouti, die auffallend großen Augen und die ebenso großen Ohren, die ihr einen wachen, fast überraschten Ausdruck verleihen. Eine ausgewachsene Singapura wiegt oft nur zwei bis drei Kilogramm und passt bequem auf eine Handfläche, wenn sie jung ist. Doch was ihr an Körpergröße fehlt, macht sie mit Temperament, Neugier und Anhänglichkeit mehr als wett. Wer sich für diese seltene Rasse interessiert, sollte allerdings ein wichtiges gesundheitliches Thema kennen: Die Singapura entstand aus sehr wenigen Gründertieren, weshalb der Genpool klein ist und die Zucht besondere Sorgfalt verlangt. In diesem Porträt erfährst du alles Wichtige über die Singapura Katze: von ihrer Herkunft und dem Aussehen über den lebhaften Charakter und die richtige Haltung bis hin zu den rassetypischen Gesundheitsthemen, der Pflege, der Ernährung und den echten Kosten in Österreich und Deutschland.
Die kleinste anerkannte Rasse
Mit einem Gewicht von oft nur zwei bis drei Kilogramm gilt die Singapura als kleinste anerkannte Katzenrasse der Welt.
Kleiner Körper, großes Temperament
Die Singapura ist verspielt, neugierig und extrem menschenbezogen. Sie klettert gern, sucht Nähe und mischt überall mit.
Kleiner Genpool
Weil die Rasse aus wenigen Gründertieren entstand, sind ein durchdachtes Zuchtmanagement und Gentests besonders wichtig.
Sehr pflegeleicht
Das kurze, eng anliegende Fell braucht kaum Pflege. Einmal wöchentliches Bürsten genügt in der Regel.
Steckbrief Singapura
| Merkmal | Singapura im Überblick |
|---|---|
| Herkunft | Singapur, Standardisierung in den USA |
| Größe | klein, feingliedrig und muskulös |
| Gewicht Kater | 2,7 bis 3,6 kg |
| Gewicht Katze | 2 bis 3 kg |
| Lebenserwartung | zwölf bis 16 Jahre |
| Felltyp und Farben | kurzes, feines Fell; nur eine Farbe, das getickte Sepia Agouti |
| Augen und Ohren | auffallend groß |
| Charakter | lebhaft, neugierig, verspielt, anhänglich, gesellig |
| Aktivitätslevel | hoch |
| Preis beim Züchter | 1.000 bis 1.800 Euro |
Woher stammt die Singapura ursprünglich?
Die Singapura hat ihren Ursprung, wie der Name verrät, im Stadtstaat Singapur, wo kleine, getickte Katzen seit jeher in den Straßen und entlang der Entwässerungsgräben lebten. Von diesen einheimischen Katzen brachten amerikanische Katzenliebhaber in den 1970er Jahren einige wenige Tiere in die Vereinigten Staaten, wo mit der gezielten Zucht begonnen und die Rasse standardisiert wurde. Der Name Singapura ist die malaiische Bezeichnung für Singapur. Um die genaue Entstehungsgeschichte gab es lange Diskussionen, denn der Bestand geht auf sehr wenige Gründertiere zurück, und einige Fachleute vermuten Einkreuzungen verwandter Rassen. Für die Haltung heute ist vor allem eines wichtig: Die Rasse ist bis heute selten geblieben.
In den 1980er und 1990er Jahren wurde die Singapura von den großen Zuchtverbänden offiziell anerkannt und gelangte auch nach Europa. Trotzdem ist sie in Österreich und Deutschland eine ausgesprochene Rarität, und es gibt nur wenige spezialisierte Züchterinnen und Züchter. Wer eine Singapura sucht, braucht deshalb Geduld und muss oft mit Wartezeiten rechnen. Alle hier gehaltenen Tiere stammen aus Nachzuchten. Wegen ihres getickten Fells wird die Singapura optisch gern mit der deutlich größeren Abessinier verglichen, mit der sie den warmen, wild wirkenden Fellton teilt.
Wie sieht eine Singapura aus?
Das auffälligste Merkmal der Singapura ist ihre geringe Größe. Sie ist die kleinste anerkannte Katzenrasse, wobei die Katzen mit rund zwei bis drei Kilogramm noch zierlicher sind als die Kater. Trotz ihrer Kleinheit wirkt die Singapura nicht zerbrechlich, sondern kompakt und überraschend muskulös. Der Körper ist gedrungen und kräftig, die Beine sind schlank, aber stabil. Der Kopf ist rundlich mit einer kurzen, stumpfen Schnauze, und aus diesem kleinen Gesicht blicken die für die Rasse typischen sehr großen Augen. Auch die Ohren sind im Verhältnis zum Kopf auffallend groß, was der Katze einen wachen, aufmerksamen Ausdruck verleiht.
Beim Fell gibt es bei der Singapura keine Auswahl, denn die Rasse kennt nur eine einzige Farbe: das sogenannte Sepia Agouti. Dabei ist jedes einzelne Haar mehrfach hell und dunkel gebändert, was man als Ticking bezeichnet. Das Ergebnis ist ein warmer, elfenbeinfarbener Grundton mit dunkelbrauner Zeichnung, der im Licht besonders schön schimmert. Das Fell selbst ist kurz, fein und liegt eng am Körper an. Diese Kombination aus geringer Größe, großen Augen und dem einzigartigen getickten Fell macht die Singapura unverwechselbar.

Wie ist der Charakter der Singapura Katze?
Wer glaubt, eine so kleine Katze sei auch zurückhaltend, irrt gewaltig. Die Singapura Katze ist ein wahres Energiebündel mit einer großen Persönlichkeit. Sie ist ausgesprochen lebhaft, neugierig und verspielt und behält diese Verspieltheit bis ins hohe Alter. Nichts entgeht ihr, sie mischt bei allem mit, was in der Wohnung passiert, und klettert dabei gern auf die höchsten Punkte, um alles im Blick zu behalten. Gleichzeitig ist sie extrem menschenbezogen und anhänglich. Die Singapura sucht ständig die Nähe ihrer Bezugspersonen, sitzt gern auf dem Schoß oder auf der Schulter und begleitet ihre Menschen durch den Alltag.
Dabei ist sie im Gegensatz zur Siamkatze nicht besonders laut, sondern verständigt sich eher mit leiser, sanfter Stimme. Ihre Intelligenz und Neugier bedeuten allerdings, dass sie geistige und körperliche Auslastung braucht. Eine gelangweilte Singapura wird schnell erfinderisch. Weil sie so gesellig ist, fühlt sie sich selten allein wohl und profitiert sehr von einem Artgenossen. Insgesamt ist die Singapura eine warmherzige, verschmuste und unterhaltsame Katze, die trotz ihrer geringen Größe viel Raum im Herzen und im Alltag einnimmt. Wie du ein junges Kätzchen von Anfang an gut prägst, erklärt unser Ratgeber, wie du ein Kitten richtig sozialisierst.
Wie hältst du eine Singapura Katze artgerecht?
Die Singapura Katze eignet sich sehr gut für die Wohnungshaltung, denn ihre geringe Größe stellt keine besonderen Platzansprüche. Trotzdem ist sie kein Sofakissen, sondern eine aktive, kletterfreudige Katze, die viel Beschäftigung braucht. Sorge für hohe Kletter- und Aussichtsplätze, stabile Kratzbäume und regelmäßige Spieleinheiten. Weil sie so klug ist, freut sie sich über Intelligenzspielzeug und kleine Suchspiele. Viele Ideen, wie du eine reine Wohnungskatze auslastest, findest du in unserem Beitrag darüber, wie du eine Wohnungskatze beschäftigst.
Ein wichtiger Punkt bei dieser kleinen, kurzhaarigen Rasse ist die Wärme. Die Singapura stammt aus dem tropischen Klima Singapurs und friert leichter als robustere Rassen. Sie liebt warme, kuschelige Plätze, etwa ein Körbchen an einem sonnigen Fenster oder in der Nähe einer Wärmequelle. An kühlen Tagen solltest du ihr solche Rückzugsorte anbieten. Weil die Singapura so menschenbezogen und gesellig ist, sollte sie nicht dauerhaft allein bleiben. Ein zweiter Stubentiger als Gesellschaft ist ideal, gerade wenn du berufstätig bist. Weitere kurzhaarige Rassen mit ähnlichem Temperament stellen wir in unserer Übersicht der Kurzhaarkatzen vor.

Passt die Singapura zu dir?
Die Singapura passt zu dir, wenn du eine kleine, aber temperamentvolle und sehr anhängliche Katze suchst, die eng am Familienleben teilnimmt. Du solltest bereit sein, ihr viel Beschäftigung, Klettermöglichkeiten und warme Rückzugsplätze zu bieten und sie möglichst nicht allein zu halten. Weil die Rasse selten und der Genpool klein ist, brauchst du außerdem Geduld bei der Suche und solltest ausschließlich bei einem seriösen Züchter mit Gentests kaufen. Weniger geeignet ist die Singapura, wenn du eine ruhige, unabhängige Katze möchtest.
Welche rassetypischen Krankheiten hat die Singapura Katze?
Die Singapura Katze gilt grundsätzlich als recht gesunde Rasse, doch ihre besondere Entstehungsgeschichte bringt ein zentrales Thema mit sich, das du kennen musst: den kleinen Genpool. Weil die gesamte Rasse auf sehr wenige Gründertiere zurückgeht, ist die genetische Vielfalt begrenzt. Ein kleiner Genpool bedeutet ein höheres Risiko für Inzucht und dafür, dass sich erbliche Erkrankungen in der Population anreichern. Verantwortungsvolle Züchterinnen und Züchter arbeiten deshalb mit einem sorgfältigen Zuchtmanagement, achten auf einen möglichst geringen Inzuchtgrad und setzen konsequent Gentests ein. Genau daran erkennst du seriöse Zucht. Solltest du bei deiner Katze Auffälligkeiten bemerken, warte nicht ab. Über unsere Plattform kannst du unkompliziert eine Tierärztin oder einen Tierarzt in deiner Nähe finden. Zur ersten Orientierung bei unklaren Beschwerden hilft dir außerdem unser Symptom-Checker, der die tierärztliche Untersuchung aber niemals ersetzt.
Die wichtigste konkrete Erbkrankheit der Singapura ist der Pyruvatkinasemangel, oft als PK-Def abgekürzt. Dabei fehlt ein Enzym, das die roten Blutkörperchen für ihren Energiestoffwechsel brauchen. In der Folge zerfallen die Blutkörperchen vorzeitig, und es entsteht eine erbliche Blutarmut, die sich in Phasen von Schwäche, blassen Schleimhäuten und Leistungsabfall zeigen kann. Für den Pyruvatkinasemangel gibt es einen zuverlässigen Gentest, sodass die Erkrankung durch die richtige Auswahl der Elterntiere vermeidbar ist. Kaufe deshalb niemals ein Kätzchen von ungetesteten Eltern.
Ein weiteres Thema, das direkt mit der geringen Körpergröße zusammenhängt, betrifft die Fortpflanzung. Weil die Katzen so klein und zierlich sind, kommt es bei der Geburt häufiger zu einer Wehenschwäche, in der Fachsprache Uterusinertie genannt, sodass ein Kaiserschnitt nötig werden kann. Das ist vor allem für Züchter relevant, zeigt aber, dass die Zucht dieser Rasse Erfahrung und tierärztliche Begleitung erfordert. Ansonsten können bei der Singapura, wie bei allen Katzen, im Lauf des Lebens allgemeine Erkrankungen wie Zahnprobleme oder Nierenleiden auftreten. Die beste Vorsorge bleibt der Kauf bei einem seriösen Züchter mit lückenloser Gesundheitsdokumentation, ergänzt durch die jährliche tierärztliche Vorsorgeuntersuchung.

Wie pflegst du eine Singapura?
Bei der Fellpflege ist die Singapura Katze denkbar unkompliziert. Ihr kurzes, feines und eng anliegendes Fell hat kaum Unterwolle und pflegt sich weitgehend von selbst. Es reicht völlig aus, die Katze einmal pro Woche zu bürsten oder mit einem Pflegehandschuh über das Fell zu gehen, um lose Haare zu entfernen. Baden ist bei einer gesunden Singapura nicht nötig. Die Fellpflege lässt sich gut als kleine Streicheleinheit gestalten, die diese anhängliche Katze genießt.
Wie bei jeder Katze solltest du regelmäßig Ohren, Augen, Krallen und vor allem die Zähne kontrollieren, denn Zahnprobleme sind auch bei kleinen Rassen häufig. Achte außerdem auf ausreichend warme Liegeplätze, da die zierliche Singapura kälteempfindlich ist. Insgesamt gehört die Rasse zu den pflegeleichtesten überhaupt, was sie auch für Menschen geeignet macht, die keine aufwendige Fellpflege leisten möchten. Der eigentliche Aufwand liegt bei der Singapura nicht im Fell, sondern in der nötigen Beschäftigung und Zuwendung für diese lebhafte, gesellige Katze.
Was solltest du bei der Ernährung beachten?
Auch die kleine Singapura ist ein reiner Fleischfresser und braucht eine hochwertige, fleischbasierte Ernährung mit hohem Proteinanteil. Wegen ihres geringen Körpergewichts ist die richtige Portionsgröße besonders wichtig, denn bei einer so kleinen Katze fällt schon eine kleine Überfütterung stärker ins Gewicht als bei großen Rassen. Orientiere dich an den Fütterungsempfehlungen und passe die Menge an das Idealgewicht und das Aktivitätslevel an. Frisches Wasser sollte immer bereitstehen.
Trotz ihres kleinen Körpers ist die Singapura sehr aktiv und verbrennt entsprechend Energie. Bei ausreichend Bewegung neigt sie weniger zu Übergewicht als ruhigere Rassen, dennoch solltest du das Gewicht im Blick behalten, besonders nach der Kastration. Sollte deine Katze doch zu viel zunehmen, findest du Hilfe in unserem Ratgeber, wie du eine übergewichtige Katze gesund abnehmen lässt. Junge, wachsende Kätzchen brauchen ein hochwertiges Kittenfutter, das ihren Bedarf in der Wachstumsphase deckt.
💰 Was kostet eine Singapura in Österreich und Deutschland?
Weil die Singapura eine der seltensten Katzenrassen ist, liegt der Preis für ein Kätzchen aus seriöser Zucht mit Stammbaum und Gentests in Österreich und Deutschland meist zwischen 1.000 und 1.800 Euro. Die geringe Zahl an Züchtern bedeutet oft lange Wartezeiten. Von auffällig günstigen Angeboten ohne Papiere und ohne Gesundheitsnachweise solltest du die Finger lassen, gerade bei einer Rasse mit kleinem Genpool. Die Erstausstattung mit Kratzbaum, Transportbox, Näpfen, Katzentoiletten, warmen Liegeplätzen und Spielzeug schlägt mit rund 200 bis 400 Euro zu Buche. Die laufenden monatlichen Kosten für hochwertiges Futter, Katzenstreu und Kleinbedarf liegen bei etwa 35 bis 65 Euro, bei dieser kleinen Katze eher am unteren Rand. Dazu kommt eine Rücklage für die Tiergesundheit. Eine jährliche Vorsorgeuntersuchung mit Impfung kostet in Österreich meist zwischen 60 und 100 Euro, in Deutschland zwischen 50 und 90 Euro. Eine Katzenkrankenversicherung oder eine feste monatliche Rücklage ist auch bei dieser Rasse sinnvoll.
Weitere Rassen, die dich interessieren könnten, sind Manx, Korat und Tonkanese.
Häufige Fragen zur Singapura
Quellen
International Cat Care: Singapura. iCatCare (2024) (letzter Zugriff: 18.07.2026)
International Cat Care: Pyruvate Kinase Deficiency. iCatCare (2024) (letzter Zugriff: 18.07.2026)
International Cat Care: Inherited Disorders in Cats. iCatCare (2024) (letzter Zugriff: 18.07.2026)
Österreichische Tierärztekammer: Tiergesundheit und Zucht. ÖTK (2025) (letzter Zugriff: 18.07.2026)
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