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Zecken bei der Katze: Was du wissen musst

Zecken bei der Katze: Was du wissen musst

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Zecken bei der Katze sind in Österreich (AT), Deutschland und der Schweiz keine Randerscheinung mehr, sondern eine ganzjährige Bedrohung. Die kleinen Spinnentiere sitzen im Unterholz, an Grashalmen und in Waldlichtungen und warten dort darauf, dass eine vorbeistreifende Katze ihnen ein neues Wirtstier liefert. Hat die Zecke einmal zugebissen, kann sie nicht nur lokale Reizungen, sondern auch ernsthafte Krankheitserreger übertragen, darunter Borrelien, Anaplasmen, Babesien und das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis. Während Hunde regelmäßig kontrolliert werden, fallen Zeckenstiche bei Katzen oft länger unbemerkt, weil das dichte Fell viele Bisse verbirgt und die Katze sich häufig allein putzt. Hinzu kommt eine besondere Falle, die viele Halterinnen und Halter nicht kennen. Permethrin, ein für Hunde sicherer Wirkstoff, ist für Katzen hochgradig giftig und schon in kleinen Mengen tödlich. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du eine Zecke korrekt entfernst, welche Präparate für Katzen wirklich geeignet sind und wann ein Tierarztbesuch unausweichlich ist. Der Inhalt ist tierärztlich überprüft.

Notfall-Icon

Permethrin niemals bei Katzen

Verwende auf gar keinen Fall Spot-on-Präparate, Sprays oder Halsbänder mit Permethrin. Diese Mittel sind ausschließlich für Hunde zugelassen und führen bei Katzen zu Zittern, Krämpfen, Speichelfluss und in vielen Fällen zum Tod. Auch der Hautkontakt mit einem frisch behandelten Hund kann gefährlich sein. Wenn deine Katze Permethrin aufgenommen hat, fahre sofort in die nächste Tierklinik.

Welche Zecken gibt es im DACH-Raum?

In Österreich, Deutschland und der Schweiz spielen drei Zeckenarten die Hauptrolle. Der Gemeine Holzbock, lateinisch Ixodes ricinus, ist die mit Abstand häufigste Art und überträgt unter anderem Borrelien und das FSME-Virus. Er bevorzugt feuchte Wälder, Waldränder und Wiesen mit hohem Gras und ist von März bis November aktiv, in milden Wintern auch ganzjährig. Die Auwaldzecke, Dermacentor reticulatus, ist deutlich größer und seit etwa zwei Jahrzehnten in vielen Regionen auf dem Vormarsch. Sie überträgt Babesien und kann besonders im Frühjahr und Herbst Katzen befallen, die in Auenlandschaften, an Bach- und Flussufern oder in lichten Mischwäldern unterwegs sind.

Die dritte Art ist die Igelzecke, Ixodes hexagonus, die vor allem in Gärten mit Igelpopulationen vorkommt und Wohnungskatzen mit kleinem Auslauf befallen kann. Neuere Untersuchungen aus Wien, Graz und Innsbruck zeigen, dass auch die ursprünglich südeuropäische Hyalomma-Zecke vereinzelt im Alpenraum auftritt, mit potenziellem Risiko für die Übertragung des Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebers. Für Katzen ist sie aktuell aber nicht von zentraler Bedeutung.

Die Zecken-Aktivität hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Durch milde Winter und steigende Durchschnittstemperaturen reicht die Saison heute oft von Februar bis Dezember. In manchen Jahren werden auch im Jänner aktive Zecken beobachtet. Wenn du im Garten oder Wald regelmäßig Zecken bei dir selbst findest, ist deine Katze fast sicher ebenfalls betroffen.

Welche Krankheiten können Zecken auf Katzen übertragen?

Anders als beim Hund gilt die Katze lange als relativ resistent gegenüber zeckenübertragenen Erkrankungen. Diese Annahme ist nach aktuellem Stand der Forschung überholt. Borreliose tritt zwar bei Katzen seltener klinisch in Erscheinung, kann aber unspezifische Symptome wie Mattigkeit, Fieber und Gelenksprobleme verursachen. Die Anaplasmose, ausgelöst durch Anaplasma phagocytophilum, führt zu Fieber, Apathie, Appetitverlust und Veränderungen im Blutbild und ist in Österreich seit etwa zehn Jahren regelmäßig dokumentiert.

Eine besonders gefürchtete, weil oft tödliche Erkrankung ist die feline Cytauxzoonose, ausgelöst durch Cytauxzoon felis. Sie kommt in Mitteleuropa noch selten vor, ist aber durch milderes Klima auf dem Vormarsch und wird durch Dermacentor-Zecken übertragen. Befallene Katzen zeigen hohes Fieber, Gelbsucht, Atemnot und sterben oft innerhalb weniger Tage. Babesiose und Hepatozoonose sind weitere Blutparasitosen, die zwar selten sind, aber bei chronisch kranken oder immungeschwächten Katzen schwere Verläufe nehmen können.

Hinzu kommt die rein lokale Reaktion am Stichort. Hier entstehen oft kleine, juckende Knötchen, die sich aufkratzen und sekundär bakteriell infizieren können. Mehrfachstiche schwächen das Tier zusätzlich, weil die Zecke beim Saugen Speichel mit immunmodulierenden Substanzen abgibt. Bei sehr jungen Kätzchen mit massivem Zeckenbefall droht im Extremfall sogar eine Anämie durch Blutverlust.

Wie entfernst du eine Zecke richtig?

Sobald du eine Zecke entdeckst, solltest du sie zeitnah entfernen, weil das Risiko einer Erregerübertragung mit jeder Stunde steigt. Bei Borrelien beträgt die kritische Übertragungszeit etwa zwölf bis 24 Stunden, bei FSME-Viren deutlich kürzer. Die richtige Werkzeugauswahl entscheidet über den Erfolg. Bewährt haben sich Zeckenzangen, Zeckenkarten oder feine Splitterpinzetten. Vermeide stumpfe Pinzetten oder die bloßen Finger, weil du dabei den Körper der Zecke quetschst und sie ihren Speichel und damit Erreger in die Wunde zurückdrückt.

Setze das Werkzeug so nah wie möglich an der Hautoberfläche an, fasse die Zecke direkt am Kopf und ziehe sie langsam und gleichmäßig heraus. Dreh- oder Hebelbewegungen helfen nur, wenn du eine Zeckenkarte mit entsprechender Form benutzt. Vermeide auf jeden Fall Klebstoff, Öl, Nagellack oder Alkohol auf der Zecke, weil diese Hausmittel den Parasiten in einen Stress versetzen, in dem er besonders viel Speichel abgibt.

Nach der Entfernung kontrollierst du die Wunde, desinfizierst sie kurz mit einer milden Lösung wie Octenisept oder verdünntem Chlorhexidin und beobachtest die Stelle für die nächsten Wochen. Eine kleine Schwellung ist normal und verschwindet meist binnen weniger Tage. Bleibt der Kopf der Zecke in der Wunde, reicht es in den meisten Fällen, ihn vom Körper auswandern zu lassen. Versuche nicht, ihn mit der Pinzette herauszupopeln, weil du sonst tiefer reizt. Treten in den folgenden Tagen Wundröte, Schwellung mit Sekretbildung, Fieber oder Apathie auf, ist eine tierärztliche Vorstellung nötig.

Ein hilfreicher Tipp aus der Praxis. Notiere Datum, Stelle und ungefähre Größe der entfernten Zecke. Falls deine Katze in den folgenden Wochen Symptome entwickelt, hilft das deinem Tierarzt aus dem Tierarzt-Finder bei der Diagnose deutlich.

Welche Präventionsmittel sind für Katzen sicher?

Für Katzen sind in Österreich, Deutschland und der Schweiz mehrere Wirkstoffe zugelassen, die Zecken zuverlässig abhalten oder schnell abtöten. Im Spot-on-Bereich kommen vor allem Fipronil, Selamectin und Eprinomectin zum Einsatz. Sie wirken systemisch oder über die Hautoberfläche, sind in der Regel gut verträglich und decken oft auch Flöhe und teilweise Würmer mit ab. Tabletten wie Fluralaner, im Handel als Bravecto Plus für Katzen, töten Zecken innerhalb weniger Stunden nach dem Stich und schützen drei Monate lang.

Ein bewährter Klassiker ist Frontline Spot-on mit Fipronil, das alle vier Wochen aufgetragen wird und sowohl gegen Zecken als auch gegen Flöhe wirkt. Bravecto Plus deckt zusätzlich Spulwürmer und Hakenwürmer ab und ist besonders praktisch, weil du nicht jeden Monat erinnern musst. Welche Variante zu deiner Katze passt, hängt von Lebensumständen, Begleiterkrankungen und Verträglichkeit ab. Bei chronisch kranken Tieren, etwa mit eingeschränkter Nierenfunktion wie im Artikel zu Niereninsuffizienz bei der Katze beschrieben, lohnt sich die Rücksprache mit deiner Tierärztin, weil manche Wirkstoffe angepasst dosiert werden müssen.

Halsbänder mit Flumethrin und Imidacloprid, etwa Seresto für Katzen, sind ebenfalls verfügbar und schützen über mehrere Monate. Achte unbedingt auf die Variante mit Sicherheitsverschluss, der bei Hängenbleiben auslöst, weil Katzen sonst stranguliert werden können. Pflanzliche Mittel wie Geraniol, Lavendel oder Kokosöl haben in unabhängigen Studien meist nur geringe Wirkung gezeigt und sollten als alleinige Maßnahme nicht eingesetzt werden, vor allem nicht in Hochrisikogebieten.

Zwei Substanzen sind absolut tabu. Permethrin, der häufigste Wirkstoff in Hunde-Spot-ons, und stark verwandte Pyrethroide. Sie führen bei Katzen zu schweren neurologischen Vergiftungssymptomen und sind eine der häufigsten vermeidbaren Todesursachen in der Katzenpraxis. Selbst wenn dein Hund mit einem solchen Präparat behandelt wurde, halte deine Katze für mindestens 48 Stunden vom direkten Kontakt fern.

Wie kontrollierst du deine Katze richtig auf Zecken?

Eine systematische Kontrolle nach jedem Freigang ist die beste Ergänzung zu chemischer Prophylaxe. Bevorzugte Stichstellen sind dünn behaarte Regionen wie Ohrränder, Augenpartie, Halsfalten, Achselhöhlen, Innenschenkel, Bauch und Zehenzwischenräume. Beim Streicheln mit gespreizten Fingern spürst du eine sitzende Zecke meist als kleinen, festen Knoten. Eine zusätzliche Kontrolle beim wöchentlichen Katze Bürsten hilft, auch tiefer im Fell sitzende Parasiten zu finden.

Plane die Kontrolle als feste Routine, idealerweise täglich nach dem Heimkommen. Eine helle Decke oder ein heller Pflegehandschuh erleichtert das Erkennen kleiner Nymphen, die nur stecknadelkopfgroß sind. Bei langhaarigen Rassen lohnt sich ein engmaschiger Floh- oder Zeckenkamm, mit dem du strukturiert Bahn für Bahn durchgehst. Findest du eine Zecke, entferne sie sofort mit dem passenden Werkzeug, dokumentiere die Stelle und beobachte sie in den Folgetagen.

Achte zusätzlich auf Verhaltensänderungen, weil sie oft das erste Zeichen einer beginnenden Erkrankung sind. Plötzliche Mattigkeit, vermehrtes Schlafen, geringere Sprungkraft, Lahmheit, Fieber, blasse Schleimhäute oder Appetitlosigkeit sind Warnsignale, die nach einem Zeckenstich besonders ernst zu nehmen sind. Im Zweifel ist ein zeitnaher Tierarztbesuch immer die sicherere Variante. In Wien und Umgebung erreichst du erfahrene Praxen über das Verzeichnis Tierarzt Wien.

Gibt es eine Impfung gegen Zecken oder zeckenübertragene Krankheiten bei Katzen?

Eine Impfung direkt gegen Zecken existiert nicht. Auch eine spezifische Impfung gegen die für Katzen relevanten zeckenübertragenen Erreger ist in Mitteleuropa derzeit nicht verfügbar. Anders als beim Hund, für den eine Borreliose-Impfung verfügbar ist, oder beim Menschen, der gegen FSME geimpft werden kann, bleibt für die Katze nur der konsequente Schutz durch Repellents und Akarizide.

Eine Standardimpfung gegen Katzenseuche, Katzenschnupfen und gegebenenfalls Tollwut sollte trotzdem aktuell gehalten werden, weil sie das allgemeine Immunsystem stützt und die Katze widerstandsfähiger gegen Begleitinfektionen macht. Auch eine regelmäßige Wurmkur, deren Hintergründe du im Artikel zu Würmer bei Katzen findest, gehört zum Gesamtpaket der Parasitenprophylaxe. Eine ausgewogene Ernährung, beschrieben im Beitrag zur artgerechten Ernährung, unterstützt die körpereigene Abwehr zusätzlich.

Tierärztlicher Blick: Was wirklich gegen Zecken hilft

In der täglichen Praxis sehen wir, dass die meisten Zeckenprobleme bei Katzen nicht durch fehlende Mittel entstehen, sondern durch Anwendungsfehler. Ein Spot-on, das nur alle drei Monate statt korrekt alle vier Wochen aufgetragen wird, hat in den letzten Wochen seines Intervalls praktisch keine Wirkung mehr. Eine Tablette, deren Schutz nach 90 Tagen ausläuft, schützt am 91. Tag nicht weiter. Trage dir die Wiederholungstermine fest in den Kalender oder nutze eine Erinnerungsapp.

Eine zweite häufige Falle ist die Verwechslung von Hunde- und Katzenpräparaten. Wer in einem Mehrtierhaushalt lebt, sollte die Mittel räumlich strikt trennen, das Hundepräparat hoch lagern und auf jedem Karton nochmals kontrollieren, dass das Spot-on tatsächlich für Katzen zugelassen ist. Permethrinvergiftungen sind eine der häufigsten vermeidbaren Notfälle in der Katzenpraxis. Behandle den Hund nach Möglichkeit mit Mitteln ohne Permethrin, etwa mit Fluralaner-Tabletten, wenn er regelmäßigen Körperkontakt zur Katze hat.

Drittens lohnt sich eine ehrliche Standortbeurteilung. Wer in einer ländlichen Region in der Steiermark, im Mühlviertel, im Salzkammergut oder in den Voralpen lebt, hat ein deutlich höheres Zeckenrisiko als jemand mit reiner Wohnungskatze in einer Wiener Innenstadtwohnung. Die Wahl von Wirkstoff, Intervall und Begleitdiagnostik sollte sich am realen Risiko orientieren. Eine Katzenversicherung mit Vorsorgeleistungen kann sowohl die Prophylaxe als auch eine spätere Diagnostik bei Verdacht auf Anaplasmose oder Babesiose finanziell deutlich entlasten.

Häufige Fragen zu Zecken bei der Katze

Darf ich meiner Katze ein Hunde-Spot-on geben, wenn ich nichts anderes habe?
Niemals. Die meisten Hunde-Spot-ons enthalten Permethrin, das für Katzen hochgradig giftig ist. Schon kleine Mengen können zu Krämpfen, Zittern, Speichelfluss und Tod führen. Verwende ausschließlich Präparate, die ausdrücklich für Katzen zugelassen sind.
Wie schnell muss ich eine Zecke entfernen?
So schnell wie möglich. Borrelien werden meist erst nach zwölf bis 24 Stunden übertragen, FSME-Viren können dagegen schon innerhalb der ersten Stunden in den Wirt gelangen. Tägliche Kontrollen sind deshalb wichtiger als jede chemische Prophylaxe allein.
Hilft Kokosöl gegen Zecken bei Katzen?
Kokosöl mit hohem Laurinsäureanteil hat in Studien eine geringe abschreckende Wirkung gezeigt, reicht als alleiniger Schutz aber nicht aus. In Hochrisikogebieten sollte es höchstens als Ergänzung zu einem zugelassenen Tierarzneimittel verwendet werden.
Wann sollte ich nach einem Zeckenstich zum Tierarzt?
Bei stark gerötetem oder geschwollenem Stichbereich, bei Fieber, Apathie, Lahmheit, blassen Schleimhäuten oder dunklem Urin. Auch Katzen, die nach einem Stich plötzlich weniger fressen oder sich zurückziehen, sollten innerhalb weniger Tage untersucht werden.
Sind Wohnungskatzen wirklich sicher vor Zecken?
Reine Wohnungskatzen ohne Balkonzugang haben ein sehr geringes Risiko. Zecken können aber durch andere Tiere im Haushalt, von Schuhen oder Kleidung mitgebracht werden. Bei Wohnungskatzen mit gesichertem Balkon oder geschütztem Garten ist eine Prophylaxe sinnvoll.
Was kostet eine Jahresversorgung mit Zeckenschutz?
Je nach Präparat und Körpergewicht zwischen 80 und 200 Euro pro Jahr. Tabletten sind meist etwas teurer als Spot-ons, decken dafür längere Zeiträume ab. Eine Versicherung mit Vorsorgebausteinen kann einen Teil der Kosten übernehmen.
Wann ist es ein Notfall?
Bei Zittern, Krämpfen, starkem Speichelfluss, Atemnot, Bewusstseinsstörungen oder Bewegungsunfähigkeit. In solchen Fällen liegt fast immer eine Permethrinvergiftung oder eine schwere systemische Infektion vor. Fahre umgehend in die nächste Tierklinik.
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