Ocicat
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Der Ocicat ist eine getupfte Katze, die aussieht wie eine wilde Ozelotkatze im Miniformat, in Wahrheit aber eine reine Hauskatze ohne einen Tropfen Wildblut ist. Genau das macht die Rasse so besonders: Sie verbindet den faszinierenden, ursprünglichen Wildlook mit dem umgänglichen, verträglichen Wesen einer Hauskatze. Ihr kurzes Fell ist mit klar abgesetzten Tupfen übersät, die sich wie bei einer echten Wildkatze über den ganzen Körper verteilen, und der muskulöse, athletische Körperbau unterstreicht den exotischen Eindruck. Anders als bei den echten Hybridrassen wie der Bengal oder der Savannah steckt hinter diesem Aussehen jedoch keine Kreuzung mit Wildkatzen, sondern die gezielte Zucht aus reinen Hauskatzenrassen. Charakterlich ist der Ocicat aktiv, verspielt, hochintelligent und sehr menschenbezogen, oft wird er als hundeähnlich beschrieben. In diesem Porträt bekommst du den vollständigen Überblick von der überraschenden Entstehungsgeschichte über die wichtige Abgrenzung zu den Hybridrassen, den Charakter, die artgerechte Haltung und Pflege bis zu den rassetypischen Krankheiten, der nötigen Vorsorge und den echten Kosten in Österreich und Deutschland.
Wildlook ganz ohne Wildblut
Getupftes Fell wie ein Ozelot, aber eine reine Hauskatze. Der Ocicat entstand aus Abessinier, Siam und Amerikanisch Kurzhaar.
Sportlich und verspielt
Der Ocicat ist athletisch, klettert und springt gern und braucht viel Bewegung und Beschäftigung, um ausgeglichen zu sein.
Anhänglich wie ein Hund
Menschenbezogen, gesellig und lernfreudig sucht der Ocicat ständig Kontakt. Als Einzeltier fühlt er sich nicht wohl.
Erbe der Elternrassen
Aus Abessinier und Siam bringt der Ocicat Risiken wie PRA und PK-Mangel mit, für die es Gentests gibt.
Steckbrief Ocicat
| Merkmal | Ocicat im Überblick |
|---|---|
| Herkunft | USA, aus Abessinier, Siam und Amerikanisch Kurzhaar |
| Größe | mittelgroß bis groß, muskulös und athletisch |
| Gewicht Kater | 4,5 bis 7 kg |
| Gewicht Katze | 3,5 bis 5 kg |
| Lebenserwartung | 12 bis 18 Jahre |
| Felltyp | kurz, dicht, glänzend, mit klar abgesetzten Tupfen |
| Farben | getupft in Braun, Zimt, Blau, Lilac, Fawn sowie in Silbervarianten |
| Charakter | aktiv, verspielt, intelligent, gesellig, sehr menschenbezogen |
| Aktivitätslevel | hoch |
| Preis beim Züchter | 900 bis 1.500 Euro mit Papieren und Gesundheitsvorsorge |
Woher stammt der Ocicat?
Die Entstehung des Ocicat ist eine der charmantesten Geschichten der Katzenzucht, denn die Rasse entstand durch Zufall. In den 1960er Jahren wollte die amerikanische Züchterin Virginia Daly eigentlich eine Siamkatze mit Abessinier-farbenen Abzeichen züchten. In einem der Würfe fiel jedoch ein Kätzchen mit goldenem, getupftem Fell, das an ein wildes Ozelotjunges erinnerte. Dalys Tochter nannte das Tier scherzhaft Ocicat, in Anlehnung an den Ozelot, und der Name blieb. Aus diesem glücklichen Zufall entwickelte man gezielt eine neue Rasse.
Zur Zucht wurden die Abessinierkatze, die Siamkatze und später die Amerikanisch Kurzhaar eingesetzt, letztere brachte die kräftigere Statur und die Silberfarbe ein. Von der Abessinierkatze stammt die getickte Grundstruktur des Fells und das lebhafte Temperament, von der Siam der elegante Körperbau. Entscheidend ist: In dieser gesamten Ahnenreihe kommt keine Wildkatze vor. Der Ocicat ist also durch und durch eine Hauskatze und wurde ab den 1980er Jahren international anerkannt. In Österreich und Deutschland ist er selten, hat aber eine treue Fangemeinde. Einen Überblick über weitere kurzhaarige Rassen findest du in unserer Übersicht der Kurzhaarkatzen.

Was unterscheidet den Ocicat von Bengal und Savannah?
Diese Frage ist zentral, denn optisch werden Ocicat, Bengal und Savannah wegen ihres Wildlooks oft in einen Topf geworfen, dabei besteht ein grundlegender Unterschied in der Abstammung. Die Bengalkatze ist eine echte Hybridrasse und geht auf die Kreuzung von Hauskatzen mit der wilden Asiatischen Leopardkatze zurück. Die Savannah entstand sogar aus der Verpaarung mit dem afrikanischen Serval, einer noch größeren Wildkatze. Beide tragen also tatsächlich Wildkatzengene in sich, was in frühen Generationen zu besonderen Haltungsanforderungen und in Österreich und Deutschland teils zu rechtlichen Auflagen führt.
Der Ocicat dagegen sieht zwar wild aus, ist aber genetisch eine ganz normale Hauskatze aus der Kreuzung reiner Hauskatzenrassen. Er unterliegt deshalb keinerlei Sonderbestimmungen zur Wildtierhaltung und bringt keine der Unwägbarkeiten mit, die frühe Hybridgenerationen kennzeichnen können. Für dich als Halter bedeutet das einen entscheidenden Vorteil: Du bekommst den faszinierenden Ozelot-Look, aber das berechenbare, verträgliche Wesen und die unkomplizierte Haltung einer Hauskatze. Wer den Wildlook liebt, aber keine echte Hybridrasse mit ihren besonderen Ansprüchen möchte, findet im Ocicat eine tierschutzfreundliche und alltagstaugliche Alternative.
Wie ist der Charakter des Ocicat?
Der Ocicat ist ausgesprochen aktiv, intelligent und menschenbezogen. Er gilt als eine der geselligsten Katzenrassen und baut eine sehr enge Bindung zu seinen Menschen auf. Viele Ocicats verhalten sich regelrecht hundeähnlich: Sie begrüßen dich an der Tür, folgen dir durch die Wohnung, apportieren geworfene Spielzeuge und lernen mit Begeisterung Tricks oder das Gehen am Geschirr. Ihre Neugier und Lernfreude sind groß, weshalb sie geistige Beschäftigung brauchen, um zufrieden zu sein. Dabei ist der Ocicat selbstbewusst, aber nicht dominant, und kommt mit Menschen, Kindern und anderen Tieren meist gut zurecht.
Diese starke soziale Ader hat eine klare Konsequenz: Der Ocicat sollte nicht als Einzeltier gehalten werden und kommt mit langem Alleinsein schlecht zurecht. Er braucht viel Gesellschaft, entweder durch dich oder durch einen ebenso aktiven Katzenpartner, mit dem er spielen und toben kann. Bleibt er zu oft allein und unterfordert, kann er unausgeglichen werden und Verhaltensauffälligkeiten entwickeln. Für aktive Menschen, die sich gern mit ihrer Katze beschäftigen und ihr Gesellschaft bieten können, ist der Ocicat dagegen ein wunderbar interaktiver und anhänglicher Begleiter.
Wie halte ich einen Ocicat artgerecht?
Der Ocicat ist eine sehr aktive und kluge Katze, die viel Bewegung und geistige Auslastung braucht. Biete ihm eine reich strukturierte Umgebung mit stabilen Kletter- und Kratzmöglichkeiten, erhöhten Aussichtsplätzen und abwechslungsreichem Spielzeug. Weil er so intelligent ist, langweilt er sich mit immer gleichen Reizen schnell, weshalb sich Intelligenzspielzeug, Futterrätsel und tägliches gemeinsames Spiel besonders lohnen. Anregungen dafür findest du in unserem Ratgeber, wie du deine Wohnungskatze sinnvoll beschäftigen kannst.
Weil der Ocicat Gesellschaft so dringend braucht, ist die Haltung von mindestens zwei Tieren fast schon Pflicht, besonders wenn du berufstätig bist. Zwei aktive, verspielte Katzen passen im Temperament gut zusammen. Wie du zwei Katzen behutsam zusammenführst, erklärt unser Ratgeber dazu, wie du zwei Katzen in der Wohnung halten kannst. Der Ocicat kann gut in der Wohnung leben, sofern diese groß und anregend genug ist. Ein gesicherter Balkon oder ein ausbruchsicheres Freigehege ist eine schöne Ergänzung, damit der bewegungsfreudige Kletterer gefahrlos frische Luft und neue Reize genießen kann.

Welche rassetypischen Krankheiten hat der Ocicat?
Grundsätzlich ist der Ocicat eine kräftige, gesunde Rasse, er kann aber die erblichen Krankheitsrisiken seiner Elternrassen Abessinier und Siam mitbringen. Wer einen Ocicat aufnehmen möchte, sollte diese Krankheitsbilder kennen und bei einem Züchter kaufen, der auf Gesundheit und die verfügbaren Gentests achtet. Katzen verbergen Beschwerden instinktiv lange, deshalb sind Vorsorge und ein wacher Blick für Veränderungen wichtig. Fällt dir etwas an Augen, Bewegung, Atmung oder Allgemeinbefinden auf, kannst du es mit unserem Symptom-Checker einordnen und im Zweifel abklären lassen.
Vom Erbe der Abessinier und Siam stammen zwei rassetypische Erbkrankheiten, für die es glücklicherweise Gentests gibt. Die erste ist der Pyruvatkinase-Mangel, kurz PK-Def, bei dem ein Enzym in den roten Blutkörperchen fehlt, sodass diese vorzeitig zerfallen und eine Blutarmut entsteht. Die zweite ist die progressive Retinaatrophie, kurz PRA, eine langsam fortschreitende Netzhautdegeneration, die zur Erblindung führen kann. Für beide Erkrankungen kann verantwortungsvolle Zucht durch die richtige Verpaarung getesteter Elterntiere die Weitergabe vermeiden.
Daneben kommt bei den orientalischen Vorfahren eine erbliche Amyloidose mit Ablagerungen in Leber oder Nieren vor, und wie bei vielen Rassen kann die Herzerkrankung HCM auftreten, die per Herzultraschall überwacht wird. Auch Zahnfleischentzündungen und Zahnstein sind ein häufiges Thema, das durch frühe Zahnpflege gemildert werden kann. Insgesamt gilt der Ocicat aber als vergleichsweise robuste Rasse. Für die Diagnose und Behandlung all dieser Erkrankungen gilt: Sie gehören in fachkundige Hände. Du kannst jederzeit unkompliziert einen Tierarzt in deiner Nähe finden und einen Gesundheitscheck vereinbaren.
Passt der Ocicat zu dir?
Der Ocicat passt zu dir, wenn du eine aktive, verspielte und sehr menschenbezogene Katze mit exotischem Aussehen suchst und Freude an viel Interaktion hast. Du solltest bereit sein, mindestens zwei Tiere zu halten oder viel Zeit zu Hause zu verbringen, für reichlich Bewegung und geistige Auslastung zu sorgen und beim Kauf auf einen Züchter mit PRA- und PK-Gentest zu bestehen. Wenn du dagegen eine ruhige, unabhängige Katze suchst, die gern allein bleibt und wenig fordert, ist der lebhafte, gesellige Ocicat nicht die richtige Wahl. Wer den Wildlook liebt, aber keine echte Hybridrasse möchte, trifft mit ihm dagegen eine gute Entscheidung.
Wie pflege ich das Fell eines Ocicat?
Beim Fell ist der Ocicat herrlich unkompliziert. Sein kurzes, dicht anliegendes und glänzendes Haar braucht kaum Pflege. In der Regel genügt es, ihn etwa einmal pro Woche mit einer weichen Bürste oder einem Pflegehandschuh über das Fell zu gehen, um lose Haare zu entfernen und den natürlichen Glanz zu betonen. Viele Ocicats genießen diese Zuwendung sichtlich, sodass die kurze Fellpflege zugleich der Beziehung dient. Baden ist bei einer gesunden Katze nicht nötig.
Ansonsten beschränkt sich die Pflege auf die üblichen Kontrollen. Sieh dir regelmäßig Ohren und Krallen an und gewöhne deine Katze schon als Kitten an die Zahnpflege, denn Zahnstein und Zahnfleischentzündungen sind bei vielen Rassekatzen ein Thema. Nutze die wöchentliche Pflege immer auch, um Haut, Augen, Gewicht und Allgemeinbefinden zu prüfen. So fallen dir Veränderungen frühzeitig auf, was gerade bei einer Rasse mit möglichen erblichen Augenerkrankungen wertvoll ist.
Was muss ich bei der Ernährung des Ocicat beachten?
Als sehr aktive, muskulöse Katze hat der Ocicat einen lebhaften Stoffwechsel und braucht ein hochwertiges Futter mit hohem Anteil an tierischem Eiweiß und wenig pflanzlichen Füllstoffen. Katzen sind reine Fleischfresser, deshalb sollte Fleisch klar als Hauptzutat deklariert sein. Weil der Ocicat athletisch gebaut und bewegungsfreudig ist, neigt er bei ausreichender Beschäftigung seltener zu Übergewicht als gemütliche Rassen. Trotzdem solltest du die Futtermenge am Bedarf ausrichten, das Gewicht im Blick behalten und die Rippen regelmäßig abtasten.
Frisches Wasser muss immer verfügbar sein. Feuchtfutter mit hohem Wasseranteil unterstützt die Flüssigkeitsversorgung und damit die Nieren, und ein Trinkbrunnen animiert trinkfaule Katzen zusätzlich, was gerade angesichts des möglichen Amyloidose-Risikos sinnvoll ist. Leckerlis gehören sparsam eingesetzt und in die Tagesration eingerechnet, sie eignen sich aber gut als Belohnung beim Training, das dem klugen Ocicat viel Freude bereitet. Bei gesundheitlichen Besonderheiten oder Unsicherheiten in der Fütterung lohnt sich die Beratung durch deinen Tierarzt.

Was kostet ein Ocicat in Österreich und Deutschland?
Ein Kitten aus seriöser Zucht mit Stammbaum, Impfungen, Mikrochip und nachgewiesenen Gesundheitstests der Elterntiere kostet in Österreich und Deutschland üblicherweise zwischen 900 und 1.500 Euro. Weil der Ocicat selten ist, kann die Suche nach einem guten Züchter etwas Geduld erfordern. Sehr günstige Angebote deutlich unter 600 Euro sind ein Warnsignal für unseriöse Vermehrung ohne Gesundheitsvorsorge. Wer hier spart, riskiert teure Krankheitsverläufe und unterstützt tierschutzwidrige Zucht.
💰 Kosten: Was kostet ein Ocicat in Österreich und Deutschland?
Der Kaufpreis beim seriösen Züchter liegt in beiden Ländern meist zwischen 900 und 1.500 Euro. Für die Erstausstattung mit stabilem Kratzbaum, Transportbox, Näpfen und viel Spielzeug solltest du einmalig etwa 250 bis 450 Euro einplanen. Die laufenden Kosten für hochwertiges Futter und Katzenstreu liegen bei rund 45 bis 65 Euro im Monat, in Österreich und Deutschland auf ähnlichem Niveau. Dazu kommt eine Rücklage für den Tierarzt: Eine jährliche Vorsorge mit Impfung kostet grob 60 bis 120 Euro, während die Behandlung einer Augen-, Blut- oder Nierenerkrankung schnell mehrere hundert bis über tausend Euro erreichen kann. Viele Halter schließen deshalb eine Katzenkrankenversicherung oder Operationsversicherung ab und legen zusätzlich monatlich Geld zurück. Über die lange Lebenszeit von zwölf bis achtzehn Jahren summieren sich die Kosten zu einem deutlich vierstelligen bis fünfstelligen Betrag, den du vor der Anschaffung realistisch einplanen solltest.
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Häufige Fragen zum Ocicat
Quellen
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